Thyminanig. Oder doch majoranig?

Zitronenschnitz hat mir als Reaktion auf den Beitrag Ein Tee für Abenteurer eine stattliche Portion griechischen Bergtee zukommen lassen. Sie mag den selbst nämlich nicht besonders. Meinerseits finde ich den Tee gefällig genug, um ihn regelmässig als Tagsüber-Tee einzusetzen.

150210-griechischer-bergtee.jpg
Heuig in der Farbe. Kräutrig im Abgang.

Nun verrät Wikipedia, dass der griechische Bergtee keine einheitliche Rezeptur beschreibt oder sogar ein Markenname wäre. Vereinfacht gesagt, kommt rein, was an Gliedkräutern gerade da ist. (Make the obvious joke now, please.) Wie sich das für ein Naturprodukt schliesslich auch gehört – keine Homogenisierung, sondern regionale Unterschiede und Feinheiten, sodass man einen alten Bekannten auch immer mal wieder neu entdecken kann. Laut Wikipedia gibt es rund 140 Arten, wobei «mehrere» Arten ins Teesäckchen kommen.

Die Gliedkräuter sind laut Teapedia.org mit dem Salbei verwandt, geschmacklich jedoch weniger intensiv. Man darf es darum auch als Salbeiverächter (was ich nicht bin) mit dem Bergtee probieren.

Ein unwissenschaftlicher Vergleichstest
Ich habe die beiden Varianten in meinem Teeregal verglichen: Also das Geschenk von Zitronenschnitz aus dem «Teeblatt», dem Teeladen an der Milchgasse 2 in 5000 Aarau, wo ich selbst noch nie war, als Probe A. Und derjenige von der Ulmer Drogeriekette Müller als Probe B (notabene auch ein Geschenk, nämlich von meiner Mutter). Optisch sind die Unterschiede zwischen den Proben nicht bemerkenswert. Beide zeichnen sich durch eine heuige Farbe aus (also eine Farbe wie Heu), wobei Probe A etwas gröber ist als Probe B, die ihrerseits ein paar violette Einsprengsel enthält. Geschmacklich sind sich beide sehr ähnlich, wobei ich Probe A als prononcierter empfunden habe. Vor allem der Abgang ist herber und etwas «wilder» und vielleicht etwas thyminan-artiger. Oder majoraniger? Zu bemängeln wäre jedenfalls meine Versuchsanordnung. Unwissenschaftlicherweise habe ich die Kräutermengen nicht abgewogen, sodass nicht garantiert ist, dass die Unterschiede vor allem an der Dosierung liegen.

Wie erwähnt: Ein Tee für tagsüber, um ihn zum Beispiel während einem Homeoffice-Tag neben sich stehen zu haben. Er trinkt sich auch lauwarm bis kalt ganz ordentlich, und er verzeiht es, wenn man ihn zu lange ziehen lässt. Ich nehme lieber zu viel als zu wenig Teekraut: Zu dünn schmeckt er mir zu schal, zu stark habe ich ihn bis jetzt nicht hinbekommen. Oft wird empfohlen, ihn mit Honig zu nehmen. Meines Erachtens überflüssig – dann lieber das Teekraut noch etwas höher dosieren. Auch auf den Zitronenschnitz verzichte ich (sorry Zitronenschnitz), weil ich Tees generell lieber unsauer habe.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

Kommentar verfassen