Wenn Tetris und Scrabble eine App zeugen

Eine ziemlich schräge Game-Idee kommt von Sirvo, den Machern von «Threes!», einem meiner absoluten iPhone-Lieblingsspiele. Das Spiel heisst Puzzlejuice (2 Franken im App Store) und ist eine Kombination von «Tetris» und «Scrabble» – respektive «Boggle», wie Wikipedia zu recht präzisiert (ich habe im Titel trotzdem «Scrabble» erwähnt, da dieses Spiel hierzulande viel bekannter ist).

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Feinmotorik, ein scharfes Auge und ein vielseitiger Wortschatz sind gefragt.

Das klingt erst einmal komplett unsinnig. «Tetris» ist ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem man möglichst reaktionsschnell die geometrischen Muster analysieren muss, um die herabfallenden Teile motorisch präzis in die Lücken zu platzieren. «Scrabble» bzw. Boggle sind Spiele, bei denen es aus der vorhandenen Auswahl an Buchstaben Wörter zu bilden gilt.

Bei näherer Betrachtung funktioniert das ausgezeichnet. Bei «Boggle– ist es nämlich so, dass die Buchstaben fix in einem 4×4-Raster angeordnet sind und der Spieler in diesem Muster Wörter erkennen muss. Das Wort wird gebildet, indem der Spieler bei irgend einem der 16 Buchstabensteine anfängt, und sich dann Buchstabe um Buchstabe von Nachbar zu Nachbar bewegt. Er darf sich dabei vertikal, horizontal und sogar diagonal bewegen, aber jeder Buchstabe muss ein Nachbar des vorherigen sein.

Die Gemeinsamkeit zu «Tetris» ist die rasterförmige Anordnung. Die Tetriminos, die von oben herabfallenden Elemente, sind bekanntlich aus Quadraten zusammengesetzt. Das Ziel für den Spieler besteht darin, die Quadrate zu einem lückenlosen Raster zusammenzusetzen. Ist eine Zeile komplett mit Quadraten gefüllt, dann verschwindet sie bei «Tetris». Und bei «Puzzlejuice» werden Buchstaben in dieser Zeile aufgedeckt. Um die Steine endgültig zum Verschwinden zu bringen, muss man aus den aufgedeckten Buchstaben nach dem «Boggle»-Prinzip ein Wort bilden – dann explodieren nicht nur die zum Wort gehörenden Steine, sondern auch deren Nachbarn.

Finger und Denkvermögen sind gefragt
Das ergibt eine reizvolle Mischung aus Geschicklichkeits- und Denkspiel: Man muss die herabfallenden Tetriminos durch Touch-Steuerung in die Lücken lenken und gleichzeitig in den aufgedeckten Buchstaben nach Wörtern suchen. Natürlich fallen die Steine sehr viel langsamer als bei «Tetris» – denn sonst wäre man absolut chancenlos. Dennoch ist es eine Herausforderung, beide Aufgaben parallel zu erledigen bzw. im richtigen Moment von der Suche nach Wörtern zur Tetrimino-Lenkung zu wechseln und umgekehrt. Auf diese Weise doppelt gefordert zu sein, ist höchst ungewöhnlich. Normalerweise fordert einen ein Spiel geistig oder motorisch. Die Kombination, respektive der schnelle Wechsel beider Modi habe ich in der Form noch nie gesehen, was «Puzzlejuice» einzigartig macht. Und ziemlich anstrengend: Denn an zwei Fronten zu kämpfen, schlaucht auf Dauer ganz gewaltig. Zumal natürlich auch bei «Puzzlejuice» die Steine auf die Dauer immer schneller fallen und es das Spiel nicht in Deutsch gibt. (In den Options kann man auf Spanisch, Französisch, Italienisch und Holländisch umschalten.) Da ist der englische Wortschatz gefragt!

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Eine klevere Idee, toll umgesetzt. (Und ja, auf «Pape» und «Kaka» bin ich besonders stolz!)

Als Erleichterung kann man Buchstaben auch manuell aufdecken. Die Quadrate der Tetriminos haben jeweils eine Farbe, und wenn drei oder mehr gleichfarbige Felder aneinanderstossen, dann kann man diese Fläche antippen. Für die gleichfarbige Fläche werden dann die Buchstaben aufgedeckt. (Das erinnert natürlich sehr an «Clickomania», weswegen ich das Spiel auch in diese Kategorie einsortiert habe.)

«Puzzlejuice» hat auch einige Powerups zu bieten. Mit der Kabomb sprengt man zusätzliche Quadrate weg. Freeze hält das herabfallende Tetrimino fest, sodass man mehr Bedenkzeit bekommt. Der Driller bohrt ein Loch, der Twister sortiert die Steine neu. Der Slammer gräbt eine Schneise, Letter Nuke deckt alle Buchstaben auf und Wildcard fungiert als Buchstaben-Joker. Standardmässig sind nur Kabomb und Freeze freigesschaltet. Die weiteren Powerups spielt man frei oder man erwirbt sie als In-App-Kauf für je einen Franken.

Kamikaze-Mission!
Wie schon bei Threes! überzeugen auch bei diesem Titel sowohl Optik als auch die klangliche Untermalung, und es gibt Unterstützung fürs Gamecenter von Apple. Es gibt mehrere Spielmodi, etwa den Zen Mode, bei dem die Blocks nicht von allein herabfallen, sondern mit einer horizontalen Wischgeste abgesenkt werden. Bei ihm dauert ein Spiel immer 90 Sekunden, sodass man schnell wischen und noch schneller denken muss. Es gibt auch im Core Mode schwierigere Levels – beispielsweise, indem ein Wort erst ab einer gewissen Länge zählt. Das ist für Nicht-Muttersprachler jedoch eine reine Kamikaze-Mission!

Fazit: Eine klasse Idee, sehr schön umgesetzt. Ich kann «Puzzlejuice» wärmstens empfehlen!

Autor: Matthias

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