Die Jederzeit-Tees

In den ersten beiden Beiträgen meines Teerubrik habe ich über Exotisches und Spezielles berichtet. Zur Abwechslung soll es heute um meine Alltagstees gehen. Das sind die, die unzeremoniell zum Frühstück, als Ersatz des Feierabendbiers oder zur Begleitung eines Homeoffice-Tags zubereitet werden. Diese Tees sollen schmecken und leicht zuzubereiten sein. Es handelt sich daher um Tees im Beutel. Es ist zwar ein offenes Geheimnis, das loser Tee, der in grösseren Blättern getrocknet oder sogar aus frischgepflückten Kräutern zubereitet wird, die Beutel in Sachen Aroma weit übertrifft. Allerdings fehlt unsereins morgens die Zeit, zum Pflücken in den Kräutergarten zu gehen. (Ganz abgesehen davon, dass unsereins auch der Kräutergarten fehlt.)

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Die sind hier immer vorrätig.

Lipton Morocco. Pfefferminztee aus dem Beutel ist mir normalerweise zu stechend. Diese Variante hat einen angenehmen und dennoch intensiven Geschmack, wenigstens, wenn er mit entkalktem Wasser zubereitet wird – was hier in Winterthur mit seiner Wasserhärte von 28° sowieso unbedingt notwendig ist. Auch der Zimt in dieser Mischung ist dezent, was sie zu einem echten Alltrounder macht. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Tee nicht kippt, wenn man die Beutel statt der fünf bis acht Minuten eine halbe Stunde ziehen lässt, weil man sie schon wieder in der Kanne vergessen hat.

Pro Montagna Bio Berg-Orangenminzetee mit Ringelblume. Das Pro Montana-Label scheint eine Eigenmarke von Coop zu sein und bringt Abwechslung in den minzigen Alltag. Ob sich die Ringelblume herausschmecken lässt, kann ich nicht sagen, da ich nicht weiss, wie die pur schmeckt. Laut Wikipedia dient die Ringelblume auch als Schmuckdroge. Das Wort, das mit Reberziehung schon auf meiner Liste für die neue Rubrik des «Wort des Tages» steht, ist ein irreführend. Berauschend wirkt die Schmuckdroge nicht. Sie ist, Zitat, ein «Füllmittel, das fertigen Teemischungen durch Form und Farbe ein ansprechenderes Aussehen verleihen soll und selbst keine oder nur geringe Wirkung besitzt». Die Ringelblume mit ihren schönen orangen Blätter hat tatsächlich den Effekt, dass der Tee im Beutel nicht wie Heu aussieht.

Jedenfalls passt dieser Tee bestens zum Aufwärtstrend, den die Schweizer Kräuter gerade erleben. Passend dazu der Beitrag Beliebte Kräuter aus den Schweizer Alpen von SRF4 von letzter Woche.

Kräutertee mit Hanf. Den gibt es mit dem Coop-Naturaplan-Label, und ihn trinke ich, wenn ich von der Minze genug hatte. Idealerweise nur am Abend, weil er, obwohl kein THC enthaltend, beruhigend wirkt. Ich spreche ihm eine gewisse Mitschuld aus, wenn ich schon wieder vor dem Fernseher eingeschlafen bin. Ein Nachteil ist, dass der Tee in die normalen, flachen Beutel abgepackt wird. Die beiden anderen Tees gibt es als Pyramidenbeutel. Ob die wirklich besser für den Geschmack ist, weil sie mehr «mehr Raum zum Ziehen» lässt oder ob das nur ein Marketing-Gag ist, müsste ein Test zeigen. Jedenfalls sind die Blätter in der Pyramide deutlich weniger klein gemahlen, und das ist auf alle Fälle gut.

Autor: Matthias

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