Word wird Open-Source

Zugegeben, das ist einer der Fälle, wo der Titel deutlich mehr verspricht, als der nachfolgende Beitrag dann hält. Die Überschrift ist zwar nicht ganz falsch – aber weckt falsche Erwartungen. Es geht nämlich nicht um Word 2013, sondern um Word for Windows 1.1a aus dem Jahr 1989. Windows-Experte Paul Thurrott (Microsoft Releases Source Code for Early MS-DOS and Word Versions) hat die Software auf computerhistory.org entdeckt – zusammen mit dem Quellcode für MS-DOS Version 1.1 und 2.0.

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Wir sind Götter – findige Code-Analysten haben lustige Code-Kommentare gefunden.

«This is really cool», sagt Thurrott, aber man fragt sich doch, wozu es gut sein soll. Für uns Normalsterbliche ist der Nutzen tatsächlich gering – es sei denn, man hat sehr viel Zeit und Musse, um herauszufinden, wie man den Quellcode kompiliert kriegen könnte. Für die Informatikstudenten unter meinen Leserinnen ist das durchaus eine Chance für eine investigative Seminararbeit. Es hält sich schliesslich der Verdacht, dass Microsoft eigentlich Barilla heissen müsste (weil sie so viel Spaghetticode produzieren). Und das ist nun endlich die Gelegenheit, das ein für alle mal und hochwissenschaftlich zu beweisen.

Ich bin gespannt auf die Arbeiten, und schlagen den Titel vor: «Wenn es kleben bleibt, ist es gar. Oder: Wie man merkt, wenn Microsoft-Software al dente ist.» Meinetwegen auch: «Ohne die Sosse wäre das damals nichts geworden – Sourcecode-Tester Rach auf den Spuren DOS und Word 1». Aber euch fällt sicher auch etwas Gutes ein.

Und nein, das ist kein Erst-April-Scherz.

… als Nachtrag die Frage, ob Open-Source schon Open-Source ist, wenn der Quellcode offen zugänglich ist:

Autor: Matthias

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