Es muss nicht immer iTunes sein

MusicBee ist ein kostenloses Programm für die Musikverwaltung, das nicht nur Musikvideos von Youtube, sondern auch aktuelle Tourdaten und CD-Neuerscheinungen integriert.

Bei der Musik machen es sich viele Leute einfach: Sie arbeiten mit dem Programm, das beim Betriebssystem mitgeliefert wird – also mit dem Media Player bei Windows oder mit iTunes beim Mac. Diese Programme erfüllen ihren Zweck, doch für Begeisterung sorgen sie nicht. Microsoft hat den Media Player seit Jahren kaum verbessert. Apple entwickelt sein Programm zwar weiter. Doch weil es dadurch immer noch schwerfälliger wird, pflegen manche Nutzer zu iTunes eine eigentliche Hassliebe.

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MusicBee hält für die Musikverwaltung bessere Funktionen bereit als die grossen Konkurrenten von Microsoft und Apple.

Dabei können Mediaplayer auch innovativ sein: WinAmp ist dank so genannter Skins optisch enorm wandlungsfähig. Dieses inzwischen 16-jährige und von AOL entwickelte Programm hat auch heute noch innovative Neuerungen zu bieten, wie beispielsweise der drahtlose Musikabgleich mit der WinAmp-App für Android. (Update: WinAmp sollte Ende 2013 eingestellt werden. Nun scheint das Ende aber doch noch nicht besiegelt, wie z.B. welt.de berichtet.)

Der ebenfalls beliebte MediaMonkey-Player ist in der Vollversion zwar nicht kostenlos, kann jedoch sogar für die Musik-Synchronisation mit dem iPhone benutzt werden. Ich nutze gerne den Video Lan Client (VLC). Er hat zwar nur eine rudimentäre Musikverwaltung, aber da ich die Musik via Windows-Explorer gut verwalten kann, reichen mir die Funktionen völlig.

Das fleissige Musikbienchen
Ein weniger bekanntes Programm für Windows nennt sich MusicBee. Dieses kostenlose Programm spielt die gängigen Musikformate (nebst MP3 auch AAC, M4A, Ogg, Flac und WMA), und weist obendrein einige interessante Funktionen auf, die man bei den anderen Programmen vergeblich sucht. MusicBee ruft zum gerade laufenden Stück die Liedtexte aus dem Internet ab und zeigt sie im Detailfenster an. Je nach Stück erhält man auch Künstler-Informationen von Wikipedia oder Last.fm. Integriert ist auch ein Dienst, der die aktuellen Plattenveröffentlichungen anzeigt, und auch über die anstehenden Konzerte in seiner Heimatstadt wird man auf dem Laufenden gehalten.

Die Musik kann in manuell zusammengestellte Wiedergabelisten oder über Auto-Playlists organisiert werden: Letztere werden anhand von Kriterien wie Bewertung, Genre, Erscheinungsdatum und Wiedergabehäufigkeit automatisch erstellt. Ein Schieberegler ermöglicht es zu wählen, ob es weniger oder mehr Titel vom gleichen Künstler geben soll. Das Programm enthält auch einen ausgeklügelten Editor, mit dem sich die Metadaten von den Musikstücken bearbeiten lassen. Auch mehrere Stücke lassen sich in einem Rutsch editieren und es ist sogar möglich, die Metadaten eines Tracks auf einen anderen zu übertragen.

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Wer zu jedem Anlass und für jede Stimmung die passende Musik parat haben will, hinterlegt die entsprechenden Tags in den Metadaten eines Titels.

Musik für die Party oder die traute Zweisamkeit
Der Editor stellt zusätzlich zu den Feldern, die man aus iTunes oder dem Mediaplayer kennt, auch Datenfelder wie Mood (Stimmung) oder Occasion (Gelegenheit) zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe kategorisiert man seine Musik nach Gefühlslage oder Anlass. Besonders Occasion ist hilfreich. Diese Kategorie erlaubt es, Musik zu markieren, die sich für eine Party, fürs Entspannen oder Arbeiten oder für die traute Zweisamkeit eignet. Selbstverständlich hat man in den Auto-Playlists Zugriff auf diese Daten.

Der Editor von MusicBee erlaubt es ausserdem, via Metadaten jedem einzelnen Song eine eigene Equalizer-Einstellung zuzuordnen. Man kann beim einen Titel den Bass aufdrehen und ihn bei einem anderen dämpfen – ganz so, wie man es eben mag.

Die Wiedergabelautstärke normalisieren
MusicBee liest Stücke von Musik-CDs ein und kann umgekehrt auch Audio-CDs brennen. Und die Musik erlaubt es, die Lautstärke der Titel anzugleichen. Eine solche Funktion zum Normalisieren gibt es bei vielen Mediaplayer-Programmen. MusicBee beherrscht aber eine Anpassung pro Album. Sie behält Unterschiede zwischen den Songs einer Platte bei, was bei Konzert- oder Konzeptalben sinnvoll ist.

Fazit: MusicBee ist ein auf den ersten Blick etwas unscheinbares, aber sehr leistungsfähiges Programm, das man anstelle vom Media Player oder von iTunes nutzen kann – oder auch zusätzlich zu diesen Programmen, wenn man beispielsweise zwecks Synchronisation mit dem Mobilgerät nicht auf sie verzichten will.

Falls das Programm in Englisch erscheint, kann es über die MusicBee-Schaltfläche links oben und den Menübefehl Edit > Preferences auf Deutsch umgeschaltet werden. Die entsprechende Option findet sich unter General.

MusicBee ist kostenlos für Windows erhältlich:
getmusicbee.com

Autor: Matthias

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