Die Filmindustrie ist doof

Die Filmindustrie wundert sich, warum die Leute ihr audiovisuelles Entertainment lieber per Torrent herunterladen oder über Streaming-Sites konsumieren, als auf Scheiben zu kaufen? Vielleicht deswegen?

Ich lege eine DVD ein und freue mich auf den Film. Doch was sehe ich als erstes? Das hier:

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Okay, gut, nett, danke, dass man als Käufer eines Produkts als erstes eine Warnung vor den Latz kriegt und als potenzieller Schwerverbrecher hingestellt wird. Das gibt einem doch gleich ein gutes Gefühl.

Aber Schwamm drüber, denn jetzt gehts los. Oder doch nicht?

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I don’t give a shit, to be honest.

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Pardon my French, but: I don’t give a shit either.

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Häh?

Und dann, ja dann, kommt… naja, noch ein HBO-Signet, und dann, ja dann kommt das Menü.

Das Beispiel stammt übrigens ab der Bluray-Box «Game of Thrones» Staffel zwei. Richtig absurd wird es übrigens, wenn man auf die Idee kommt, die Bluray mit seinem neuen Computer, der ein schönes Bluray-Laufwerk hat, anschauen zu wollen.

Windows 8 denkt nämlich nicht daran, eine Bluray wiederzugeben. So richtig gewundert habe ich mich nicht, denn schon bei früheren Gelegenheiten hat sich Microsoft die Lizenzgebühren vor DVD- und Bluray-Codecs einfach gespart. Microsoft beschreibt das im Beitrag DVD-Wiedergabeoptionen für Windows:

Windows 8 und Windows 8 Pro enthalten keine DVD-Wiedergabefunktionalität. Bei der Verwendung von Windows 8 oder Windows 8 Pro können Sie im Windows Store nach einer DVD-Player-App suchen. Wenn Sie Windows 8 Pro besitzen, können Sie das Windows Media Center Pack erwerben, das die DVD-Wiedergabe ermöglicht.
Windows RT unterstützt die DVD-Filmwiedergabe nicht.

Dass von Blurays noch nicht mal die Rede ist, werte ich nicht als gutes Zeichen.

Aber VLC kann alles, und darum sicher auch Blurays wiedergeben. Doch nein, leider nicht. Es erscheint die Meldung der AACS-Codec werde nicht unterstützt. In Andreas Kauls Blog lese ich nach, dass VLC das Bluray-Playback zwar beherrscht, dass aber nur nicht-kopiergeschützte Medien abgespielt werden können. Also de facto keine. Immerhin: Im Beitrag VLC BluRay Wiedergabe unter Linux und Windows findet man die Anleitung, wie man sich von vlc-bluray.whoknowsmy.name die notwendigen Dateien besorgt und die manuell in den passenden Ordnern im Betriebssystem versorgt.

In meinem Fall hat das nicht funktioniert. VLC zeigt konstant die Fehlermeldung «Die AACS-Dekodierungs-Bibliothek auf diesem System funktioniert nicht. Fehlende Schlüssel (keys)?» («Your system AACS decoding library does not work. Missing keys?»), obwohl die Software sehr wohl auf die richtige Key-Datei zugreift (wie man feststellt, wenn man sie löschen will – dann sagt Windows nämlich, sie sei durch VLC gesperrt). An dieser Stelle war meine Lust für weitere Experimente versiegt – ausserdem sagte mir mein Gefühl, dass wohl einfach die Schlüssel nicht zu meiner brandneuen Bluray-Scheibe passen.

Um die Bluray-Wiedergabe dennoch auszuprobieren, habe ich mir die Testversion von Power DVD 13 besorgt. Die funktioniert, aber ich habe sie trotzdem sogleich wieder gelöscht, weil einerseits die Software unsäglich ist und ich andererseits null Lust verspüre, 40 Euro zu zahlen, nur um einen legal gekauften Film am Computer anzusehen.

Autor: Matthias

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