Aus allen Sozialmedia-Rohren schiessen

HootSuite.com ist ein Social-Media-Management-System, mit dem man seine Aktivitäten auf Twitter, Facebook und Google Plus bündelt, Status-Updates an mehrere Plattformen verteilt und Veröffentlichungen terminiert.

Auf mehreren sozialen Medien Präsenz zu markieren, artet schnell in Stress aus: Man wechselt von Facebook zu Twitter und dann zu Google Plus, nur um das Gefühl zu haben, bei LinkedIn gerade etwas zu verpassen. Der Wunsch regt sich, die Aktivitäten an zentraler Stelle, möglichst in einem Fenster, im Blick zu haben. Und genau das macht hootsuite.com.

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Die flexibel anpassbare Streams-Ansicht zeigt die Aktivitäten an allen Social-Media-Fronten.

Die Website stellt im Browser ein so genanntes Social-Media-Management-System zur Verfügung. Es kann und darf von intensiven Einzelnutzern verwendet werden – aber zu eigentlichen Höhenflügen schwingt sich HootSuite im Unternehmenseinsatz auf. Teams oder Firmen, die sich in den sozialen Medien präsentieren, können ihre Aktivitäten über die Webanwendung abstimmen und Aufgaben zuweisen – so kann der Teamleiter beispielsweise das Marketing beauftragen, auf eine Kundenanfrage zu reagieren.

Die Resonanz in Zahlen und Diagrammen messen
Die Software generiert umfangreiche, individualisierbare Berichte, mit denen man die Resonanz seiner Kommunikation mittels Zahlen und Diagrammen misst und mit denen der Social-Media-Beauftragte die Nachhaltigkeit der Aktivitäten gegenüber dem Management ausweisen kann. Diverse illustre Organisationen setzen auf HootSuite, unter anderem Sony Music, Hard Rock Cafe, MacDonald’s und der WWF. Für Unternehmen gibt es zwei Preispläne: Einen für 9,95 US-Dollar pro Monat für ein bis zwei Nutzer und den Unternehmens-Plan ohne fixe Preisangabe für grosse Teams. Der kostenlose Account für Einzelnutzer erlaubt bis zu fünf soziale Profile (d.h. man kann maximal fünf Social-Media-Dienste einbinden). Man erhält keine Teamfunktion und nur beschränkte Analysemöglichkeiten.

Nach der Anmeldung verbindet man seine sozialen Netzwerke. Zur Auswahl stehen Twitter, Facebook, LinkedIn, Google Plus, Foursquare, WordPress, MySpace und Mixi. Nebst den direkt unterstützten Plattformen kann man weitere Netze integrieren. Das geschieht über Apps. Die Auswahl im App-Verzeichnis ist opulent: Nebst Flickr oder YouTube stehen auch Instagram, Tumblr, Evernote, Get Satisfaction, WordPress, Stumble Upon, Reddit, Vimeo, Orkut und viele weitere zur Auswahl. Über die RSS-Feed-App bindet man auch andere Newsquellen in sein Dashboard ein. Die Verbindung zu einer Plattform wird eingerichtet, indem man der HootSuite-App Zugriff auf seine Daten gewährt.

Streams à la carte
Das Kontrollpult nennt sich Dashboard. Die einlaufenden Nachrichten sind unter
Streams
ersichtlich. In dieser Rubrik gibt es pro Netzwerk einen Reiter. In diesem Reiter sind die verschiedenen Kanäle dann wiederum über separate Spalten ersichtlich. Im Reiter eines Twitter-Accounts hat man ganz links den Home Feed, daneben die Erwähnungen, den Eingang mit den Direktnachrichten und dann in der vierten Spalte die gesendeten Tweets. Diese Ansicht lässt sich um vielerlei weitere Streams ergänzen. Man kann beispielsweise auch die retweeteten Nachrichten, Favoriten oder eine Liste im Auge behalten oder eine Suche bzw. Hash-Tags monitoren.

Die Streams-Ansicht darf um eigene Reiter ergänzt werden. Eine Übersichtsseite könnte beispielsweise den Home-Feed von Twitter, die Status-Updates von Facebook und die Aktivitäten auf Instagram zusammenfassen. Die Breite der Spalte lässt sich ebenso einstellen, wie das Aktivierungsintervall.

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Als zahlender Nutzer wertet man die Resonanz seiner Kommunikationsbemühungen in massgeschneiderten Berichten aus.

Über das Feld am oberen Bildschirmrand setzt man Nachrichten ab. Ein Update kann an mehrere Netze gleichzeitig geschickt werden – diese werden über das Menü daneben ausgewählt. Updates können mit Bildern oder Dokumenten versehen, sofort gesendet oder auf einen späteren Zeitpunkt geplant werden. Bei manchen Plattformen (LinkedIn, Google-Plus-Seiten) ist auch eine Einschränkung nach Privatsphären-Einstellungen möglich. Mit einem kostenpflichtigen Preisplan steht für den Versand auch das Publisher-Modul zur Verfügung. Dort ist es möglich, Nachrichten vor dem Versand genehmigen zu lassen und Versandpläne zu erstellen.

Nicht bloss ein schräges Hobby
Fazit: HootSuite lässt keinen Zweifel daran, dass Kommunikation über soziale Netzwerke kein schräges Hobby, sondern eine ernsthafte Angelegenheit mit zentraler Bedeutung für die grossen Unternehmen ist. Auch intensiven Nutzer erleichtert HootSuite das Leben. Die Informationen sortiert oder gebündelt angezeigt zu erhalten, ist ebenso hilfreich wie die Möglichkeit, Nachrichten an mehrere Netze und zeitversetzt loszuschicken. Und auch die mobile Nutzung wird vereinfacht, indem HootSuite als App für iPhone, iPad, Android und Blackberry zur Verfügung steht.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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