Schwach, Google, ganz schwach (reloaded)

Google hat demonstriert, dass man sich in Mountain View einen Deut um die Interessen der Benutzer schert. Das Unternehmen, das nicht müde wird, sein Google Plus allen und jedem aufzudrängen, tritt nun den Google Reader in die Tonne. Per 1. Juli ist Schluss, wie Alan Green mit einigen Krokodilstränen im Google Reader Blog ankündigt. Vielleicht sind die Tränen auch echt und er handelt auf Geheiss von oben. Das spielt keine Rolle.

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Google ist einfach kein verlässlicher Partner. Das hat man schon nach dem Ende von Google Wave merken können (siehe Schwach, Google, ganz schwach, first edition). Man führt sich auf, wie erste Startup-Klitsche, die nach zwei Wochen entscheidet, nun doch keine Smartwatch, sondern Hamsterräder produzieren zu wollen. Für ein globales Unternehmen mit zentraler Bedeutung für die Weltwirtschaft taugt das Prinzip von Trial and Error nicht. Es gibt Millionen von Leuten, die sich auf die Produkte verlassen. Es wäre an der Zeit für Larry Page, endlich erwachsen zu werden.

Der Traum vom Google-freien Leben
Was mich angeht, ist Selbstkritik angesagt. Es ist, wie erwähnt, nicht das erste Mal, dass Google einen Dienst einstellt, den ich intensiv nutzte. Ich habe mir auch schon vorgenommen, meine Abhängigkeit von Google zu verringern. Nur habe ich das nicht konsequent genug umgesetzt. Ich werde nun tatsächlich nicht von Firefox zu Google Chrome wechseln, auch wenn mich Firefox in seiner Unzuverlässigkeit täglich stärker nervt. Ich werde mich am iPhone vielleicht doch irgendwann an die Apple Maps gewöhnen. Statt auf Google Drive setze ich auf Skydrive. Dann braucht es einen guten Ersatz für Google Calendar und einen Exploit (und einen neuen Namen) bei DuckDuckGo, und, genau, einen Nachfolger für den seit Jahren vom Untergang bedrohten Feedburner-Dienst. Tja, und dann ist er auch schon wahr geworden – der Traum vom Google-freien Leben.

Autor: Matthias

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