War da jemand an meinen Daten?

Das kostenlose Programm HashMyFiles erstellt Prüfsummen von Dateien und Ordnern. So lassen sich veränderte Daten aufspüren und Übertragungspannen vermeiden.

Der Hash-Wert hat nichts mit Drogen zu tun. Im Gegenteil: Er erlaubt eine nüchterne Beurteilung der Integrität von digitalen Daten. Er wird auch zur Beschleunigung von Datenbankzugriffen und in der Kryptologie eingesetzt.

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Das Gratisprogramm HashMyFiles errechnet Prüfsummen für einzelne Dateien oder für Ordner mit allen Unterordnern.

Bei der Authentifizierung von Dateien funktioniert der Hash-Wert wie eine Prüfsumme. Ein Algorithmus berechnet aus einem beliebig langen Datenstrom eine kurze alphanumerische Zeichenfolge. Der Clou des Algorithmus besteht darin, dass sich der Hash-Wert verändert, sobald nur ein einziges Bit in der Ursprungsdatei geändert wird. Um sicherzustellen, dass eine grosse Datei fehlerfrei übertragen wurde, berechnet man am Ursprungsort und am Zielort den Hash-Wert. Wenn die Werte übereinstimmen, darf man davon ausgehen, dass die Datenübertragung geklappt hat. Virenscanner verwenden Hash-Werte, um sicherzustellen, dass System- oder Programmdateien nicht verändert wurden – das ist ein häufiges Symptom bei einer Malware-Infektion.

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Der Vergleich bringt es an den Tag – hier wurde eine Datei verändert. Dank Hash-Werten würde das auffallen, selbst wenn das Änderungsdatum und die Dateigrösse manipuliert worden wären.

Passwörter absichern
Hash-Werte helfen auch dabei, Passwörter abzusichern. Für die Anmeldung bei einem Webdienst braucht man nicht das Passwort selbst, sondern nur den Hash-Wert zu übertragen und zu speichern. Anhand des Hash-Werts lässt sich überprüfen, ob das Passwort korrekt eingegeben wurde – aber es ist nicht möglich, das ursprüngliche Passwort zu rekonstruieren.

Das kostenlose Programm HashMyFiles errechnet Hash-Werte für einzelne Dateien oder für ganze Ordner, bei Bedarf auch mit Unterordner. Errechnet werden die Prüfsummen nach diversen Algorithmen, die in der Praxis gerne verwendet werden (u.a. MD5, SHA1, CRC32, SHA-256 und SHA-512). Die Werte werden tabellarisch angezeigt, wobei man nicht benötigte Hash-Typen über Options > Hash types abwählen kann.

Veränderte Dateien aufspüren
Die errechneten Hash-Werte speichert man als Text-Datei, HTML oder tabulatorgetrennte Datei. Diese Datei speichert man separat zu den Daten und kann sie bei Bedarf zur Überprüfung heranziehen. HashMyFiles enthält keine Funktion zum Vergleichen von Dokumenten, aber dafür kann man andere Programme heranziehen – Word bietet beispielsweise eine komfortable Funktion zum Vergleichen von Dokumenten. Eine solche Funktion gibt es auch beim kostenlosen Texteditor Notepad++. Bei diesem Programm lädt man beide Dateien mit den gespeicherten Hash-Werten und klickt auf Erweiterungen > Compare > Compare.

Kostenlos, für Windows 2000 und höher:
nirsoft.net

Autor: Matthias

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