Mit der Nasa das Sonnensystem erkunden

Die US-Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt stellt eine Webanwendung bereit, mit der man das Sonnensystem erkundet, bei Missionen dabei ist und live erfährt, wo der Mars-Rover «Curiosity» steckt.

Eyes on the Solar System heisst die Web-Anwendung der Nasa, mit der man das Weltall erkundet, auch wenn man keine Astronautenausbildung absolviert hat und in engen Raumkapseln klaustrophobisch würde. Die Reise erfolgt dank Java direkt im Browser und mit maximaler Freiheit: Man kann sich per Maus zu den Planeten «beamen», in der Zeit bewegen und bei Nasa-Missionen dabei sein.

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Der «Curiosity»-Rover auf dem Mars.

Die Webandwendung zeigt eine 3-D-Ansicht, in der man sich per Maus dreht und zoomt. Planeten, Astroiden und Raumfahrzeuge wie die Voyager, das Kepler-Weltraumteleskop, die Raumsonden Dawn, New Horizons, Juno oder Deep Impact werden als dreidimensionale Modelle dargestellt, die man in ihrer Position im Sonnensystem und in ihrer unmittelbaren Umgebung betrachten kann. Auch Projekte der europäischen Weltraumorganisation ESA sind über Eyes on the Solar System zu erkunden. Man begegnet beispielsweise der Sonde Rosetta, die 2004 gestartet, sich auf dem Weg zum Kometen Tschurjumow-Gerasimenko befindet.

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Die Ansicht des inneren Sonnensystems mit anklickbaren Zielen und den Steuerelementen für die Darstellung.

Zielauswahl via «Home»-Button
Damit man sich bei den riesigen Distanzen nicht irgendwo im Sonnensystem verliert oder bis zur kompletten Ermattung per Maus zoomt und klickt, stellt die Anwendung den [i]Home-Button zur Verfügung. Er bewegt den Beobachtungspunkt über den Nordpol der Sonne und weitet den Blickwinkel auf die inneren Planeten des Sonnensystems. Sie sind, ebenso wie Asteroiden und Missionsziele, mit einem kleinen Label beschriftet. Klickt man es an, wird man mit Überlichtgeschwindigkeit zum gewünschten Ziel transferiert. Über das Dock am unteren Bildschirmrand steuert man die Darstellung. Fünf Module gibt es:

Bei Destination lässt man sich über die Informations-Schaltfläche Hinweise zum Beobachtungsziel angeben. Die Locaction View zeigt eine Übersichtskarte im Sonnensystem. Via Toolbox blendet man zum Grössenvergleich eine Person, einen Schulbuss oder ein Fussballstadion ein. Per Sterntaste erscheinen technische Angaben.

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Die internationale Raumstation ISS über dem Pazifik.

Die Zeit beschleunigen
Bei Date + Time sieht man die Zeit der Simulation. Man kann sich in der Gegenwart bewegen und ansehen, wo sich der «Curiosity»-Marsrover auf dem roten Planeten befindet oder Ereignisse in der Vergangenheit ansehen – beispielsweise die «7 minutes of terror» während der Landung des Rovers. Bei Speed + Rate sieht man die Geschwindigkeit, mit der man sich bewegt und kann den Zeitablauf beschleunigen. Im Zeitraffer erkennt man besser, wie sich Objekte drehen oder durchs All bewegen.

Über Multimedia blendet man Bilder oder Videos ein und via Visual Controls lässt sich die virtuelle Kamera steuern. Man kann entweder dem ausgewählten Objekt folgen oder sich davon loslösen und frei durchs All fliegen. Klappt man das Panel über das Dreiecksymbol in der linken oberen Ecke aus, stehen viele Einstellungen zur Verfügung. Man darf Nebulae, Galaxien, Asteroiden, Kometen und Sternbilder ein- und ausblenden und festlegen, ob Orbitlinien sichtbar sein und Objekte einen Schweif hinter sich herziehen sollen.

Das Weltall stereoskopisch betrachten
Es ist möglich, die Masseinheit von Englisch auf Metrisch umzuschalten und man kann sogar eine stereoskopische Darstellung für Anaglyphenbrillen aktivieren.

Das Dock blendet man über die unterste Schaltfläche am rechten Rand ein und aus. Die drittoberste Schaltfläche wechselt in den Vollbildmodus. Die Hilfe zur Anwendung blendet man über die Schaltfläche mit dem Fragezeichen ein. Der Foto-Modus für eine möglichst authentische Ansicht alle Informationen, Hilfslinien und überlagernden Elemente aus.

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Das Sonnensysystem in stereoskopischer Ansicht für die Anaglyphenbrille.

Über Tours und Features in der rechten oberen Ecke aktiviert man Touren zu Kometen, Asteroiden, zur «Curiosity EDL» (Descent, and Landing, d.h. Abstieg und Landung des Mars-Rovers) oder zur Epoxi-Mission zum Halley-Komet.

Fazit: Eine spannende, lehrreiche Anwendung mit vielen Funktionen, die bei Möchtegern-Astronauten das Weltraumfieber weckt…

eyes.nasa.gov

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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