Virtuelle Desktops auch für Windows

Ein kleines, kostenloses Programm verteilt Fenster auf vier Arbeitsumgebungen. Das ist hilfreich für Leute, die gewohnheitsmässig viele Programme offen halten.

Die Idee der virtuellen Desktops ist nicht neu. Der Amiga 1000 verwendete sie als erster Computer schon 1985. Bei Linux gibt es sie schon seit jeher und Mac OS X hat sie mit 10.5 (Snow Leopard) im Jahr 2007 eingeführt. Bei Windows haben findige Leute zwar Spuren von virtuellen Desktops im Programmcode gefunden, doch Microsoft hat diese Funktion nie eingebaut.

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Über das Symbol im Infobereich wechselt man von einer Arbeitsumgebung zu einer anderen.

Weniger Fenster, mehr Übersicht
Natürlich gibt es Hilfsprogramme, mit denen sich virtuelle Deskops auch bei Windows nachrüsten lassen. Das Programm Desktops von Sysinternals (heute Microsoft) gerade Anwendern, die mit sehr vielen Programmen hantieren und bei den vielen Fenstern mitunter die Übersicht verlieren. So kann man beispielsweise den Musikplayer in einen eigenen Desktop verbannen und auf dem Arbeits-Desktop lediglich Browser und Textverarbeitung betreiben. Sinnvoll ist, die Fenster im gleichen Desktop zu haben, die miteinander interagieren müssen. Gilt es, Dateien zu kopieren und zu verschieben, dann platziert man alle notwendigen Explorer-Fenster auf dem gleichen virtuellen Desktop und räumt alle anderen Fenster beiseite.

Desktops klinkt sich in den Infobereich (rechts unten bei der Uhr) ein. Um einen Desktop einzurichten oder zu aktivieren, klickt man dort das Symbol mit den vier Kästchen an. Am schnellsten geht der Wechsel zu einem anderen Desktop vonstatten, wenn man ein Tastaturkürzel verwendet: Dann kann man beispielsweise mit Alt + Ctrl + 2 zum zweiten Desktop umswitchen. Welches Tastaturkürzel die Software nutzt, stellt man durch einen Rechtsklick auf das Desktops-Icon und dann per Menübefehl Options ein.

Mit einigen Unstimmigkeiten ist zu rechnen
Desktops ist nur 113 KB gross und funktioniert gut. Es bleibt das Problem, dass die virtuellen Desktops nur aufgepfropft werden können und darum nicht so gut funktionieren, wie etwa die Spaces, die Apple nahtlos in Mac OS X eingebaut hat. Es ist beispielsweise nicht möglich, ein Fenster von einem Desktop zu einem anderen zu verschieben. Auch kann es zu Unstimmigkeiten kommen, beispielsweise, wenn man auf dem einen Desktop das Hintergrundbild wechselt: Auf den anderen bleibt das ursprüngliche Intergrundbild erhalten, wird aber «durchlöchert», wenn ein Symbol markiert wird. Auch fehlt aus unerfindlichen Gründen bei den zusätzlichen Desktops in der Anzeige der Aero-Glass-Effekt. Das ist unschön, stellt bei der Arbeit aber nicht wirklich ein Problem dar.

Desktops stammt von Mark Russinovich und Bryce Cogswell, und ist kostenlos erhältlich.

Autor: Matthias

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