Wortwolken steigen lassen

Wordle.net wandelt Texte in Wortwolken um. Das ist nicht nur schön anzusehen, sondern verrät auch einiges über das «Ausgangsmaterial».

Eine Wortwolke ist eine Methode, die Informationen eines Textes zu visualisieren. Wichtige Worte und Konzepte sollen dabei sofort ins Auge stechen. Doch was ist wichtig? Bei der Wortwolke macht man sich diesbezüglich einfach, indem Wichtigkeit mit Häufigkeit gleichgesetzt wird – je häufiger ein Wort vorkommt, desto grösser erscheint es in der Wolke.

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Die Wortwolke aus dem Inhalt des Buchs «Kummerbox 09» – sie gibt einen ziemlich akkuraten Eindruck, was man vom Inhalt zu erwarten hat.

Wortwolken werden gern auf Blogs oder Websites eingesetzt, um den Inhalt in gewichteter Form zu erschliessen. Je nach Software, welche die Wortwolke erstellt, ist die Anordnung der Wörter mehr oder weniger elaboriert, sodass sich am Ende ein Gebilde ergibt, das einer Wolke (oder einer anderen Form) ähnelt und somit auch optisch überzeugt.

Wortwolken als Poster oder Illustration
Wordle ist ein Webdienst, der beliebigen Texten Wortwolken fabriziert. Er zeichnet sich durch eine ausgeklügelte Anordnung der Wörter aus, und lässt sich in vielerlei Hinsicht anpassen. Die fertigen Wortwolken können in hoher Qualität ausgedruckt werden und eignen sich für illustrative Zwecke oder auch als Wandschmuck – falls man denn auf typografische Poster steht.

Unter wordle.net/create gibt man die Adresse der Website an, die für die Wortwolke herangezogen werden soll. Man kann auch per Zwischenablage Text ins grosse Feld einfügen. Der Webdienst nimmt auch grössere Textmengen entgegen. Bei unserem Testlauf haben wir den Inhalt des ganzen Buchs «Kummerbox 09» eingefüllt, knapp 57’000 Zeichen. Klickt man auf Go, startet eine Java-Anwendung, in der die Wolke in «Rohform» bereits ersichtlich ist. Über das Menü lässt sich das Resultat nun anpassen:

Der Befehl Language > Remove common German Words führt dazu, dass häufige, aber uninteressante Wörter, namentlich Pronomen und Konjunktionen ignoriert werden. Die Option Remove numbers entfernt ausserdem Zahlen und Zahlwörter. Falls in der Wolke dennoch unerwünschte Worte erscheinen oder mehrfach auftauchen (zum Beispiel mit Fallendungen oder im Plural), kann man das beheben, indem man im Ausgangstext per Suchen-Ersetzen diese Varianten einfach durch die Grundform ersetzt. Man kann durch Make all worlds lowercase bzw. Make all words uppercase die Worte alle in Gross- oder Kleinschreibung verwandeln.

Rundere oder kantige Ecken
Im Menü Font wählt man die Schrift, in der die Wortwolke formatiert werden soll, und im Menü Layout trifft man Vorgaben zur Gestaltung. Der wichtigste Befehl ist Maximum words. Er gibt vor, wie viele Worte aus dem Ursprungstext in die Wolke Eingang finden. Falls die Wolke unübersichtlich wirkt, reduzieren Sie einfach die Zahl der Worte. Sie können auch angeben, ob die Wörter hauptsächlich horizontal, vertikal oder gemischt angeordnet werden können. Die Option Rounder edges versucht, der Wolke eine runde Form zu geben, mit Straighter edges gibt es ein eher zackiges Gebilde.

Das Menü Color gibt verschiedene Farbpaletten zur Wahl und lässt einen einstellen, ob die Palette strikt eingehalten oder variiert werden darf.

Ist die Wortwolke fertig, kann man sie über Save to public gallery auf der Website veröffentlichen oder über Print ausdrucken. Über die Druckfunktion lässt sich die Wortwolke auch als PDF speichern. Auf dem Mac funktioniert das ohne Zusatzsoftware, unter Windows benötigen Sie dafür ein Programm wie PDFcreator.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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