Tief Luftholen oder durch die zugekniffene Nase atmen?

Die Breezometer-App behauptet von sich, die Luftqualität auf fünf Meter genau ausweisen und mit verlässlichen Prognosen für die nächsten Stunden aufwarten zu können. Das klingt eindrücklich – aber kann die App dieses Versprechen auch halten?

Neulich ist mir aufgefallen, dass die Wetter-App des iPhones für Sylt eine Angabe macht, die für alle anderen Ortschaften, die ich ausgewählt habe, nicht ersichtlich ist. Bei der nordfriesischen Insel erfährt man Näheres zur Luftqualität. Es gibt eine Farbskala, die von Blau bis tiefrot reicht, wobei die Sylter sich glücklich wähnen können, da der Wert an der Grenze zwischen Grün und Blau noch im niedrigen Bereich angesiedelt ist – wie man es sich für eine Ferieninsel auch erhofft.

Gute Luft, aber das Emoticon schaut trotzdem traurig.

Da ich das für eine sinnvolle Information halte, aber ich mich näher damit beschäftigt und entdeckt, dass die Angabe von breezometer.com stammt.

Das ist eine private Organisation, deren Gründer Ran Korber wissen wollte, welches die israelische Stadt mit der geringsten Luftbelastung ist und herausgefunden hat, dass es diese Information nicht gibt. Daraufhin hat er das Unternehmen gegründet – und stellt die Information einerseits über die Air Quality Map, andererseits über eine App (iPhone/iPad und Android) zur Verfügung.

Die App macht einen aufgeräumten und durchdachten Eindruck: „Tief Luftholen oder durch die zugekniffene Nase atmen?“ weiterlesen

Twitter sagt, ich sei eine linke Socke

Was ist eigentlich von The Blindspotter zu halten? Dieser Twitter-Analyst masst sich an, meine – und auch eure – politische Ausrichtung zu erkunden. Erkenntnis: Manchmal passt das, manchmal nicht.

Neulich bin ich dank meines lieben Twitter-Freundes @undifferanziert bei The Blindspotter gelandet. Letzterer verspricht, einem aufzuzeigen, ob man bei seinem Nachrichtenkonsum einen blinden Fleck aufweist. Sprich, ob man sich ausgewogen informiert oder bestimmte Quellen bevorzugt. Und ja, es geht um die politische Ausrichtung.

Wie zu erwarten war.

Bei mir kam der Blindspotter zu einem wenig überraschenden Ergebnis. Er hat einen starken Linksdrall konstatiert und den sogar mit einem Prozentwert ausgewiesen: „Twitter sagt, ich sei eine linke Socke“ weiterlesen

Wie man das Maximum aus den Gesundheitsdaten herausholt

Einige Tricks zur Health-App von Apple – und als Extratipp die App Health Fit, die die Gesundheitsdaten auswertet, hübsch darstellt und für diverse Plattformen exportiert.

Die Health-App sei ein Witz – das ist eine Behauptung, die ich in diesem Blog hier aufgestellt habe.

Nun, diese Unterstellung ist bald sechs Jahre her, und man darf vermelden, dass Apple nachgebessert hat. Die damaligen Kritikpunkte wurden zum Grossteil ausgeräumt. Die Möglichkeiten, Gesundheitsdaten zu sammeln und zu medizinischen Zwecken oder zur Befriedigung der Neugierde abzurufen, wurden markant grösser.

Und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Unlängst habe ich in der Rubrik Übersicht bei Alle Gesundheitsdaten anzeigen gesehen, dass die App meine Geschwindigkeit beim Treppensteigen berechnet (Aufwärts 0,23 m/s, abwärts 0.31 m/s, was mich angeht). „Wie man das Maximum aus den Gesundheitsdaten herausholt“ weiterlesen

Es war ein perfektes Jahr!

Man glaubt es kaum – aber ich kann auch versöhnlich und optimistisch bloggen. Und das am Ende eines solchen Jahres! (Ob dieser Blogpost bereits unter dem Einfluss von prickelnden alkoholischen Getränken entstanden ist, wird die Welt nie erfahren.)

Siehst du: Ein perfektes Jahr! (Zumindest bei den «täglichen Herausforderungen» in der Solitaire Collection von Microsoft.)

Ein perfektes Jahr, zumindest, was mich und meine Leistung in der Microsoft Solitaire Collection (siehe Yesss!) angeht.  Ich hoffe, dass das in irgend einer – vielleicht sogar etwas sinnvolleren – Form auch für euer Leben zutrifft.

Ich bin zwar keiner dieser Menschen, die der Ansicht sind, dass alles gut wird, wenn man nur darauf achtet, mit einer rosaroten Brille auf die Welt zu schauen (siehe Alles wird schlecht! Alles wird grossartig!).

Das heisst aber auch nicht, dass man immer nur die graugefärbte Polfilterbrille aufbehalten müsste. Die Kunst ist, die unscheinbaren, aber vielleicht umso positiveren Dinge des Lebens nicht zu übersehen.

Und darum betrachte ich dieses Jahr nicht nur durch die Solitaire-Brille, sondern werfe auch einen Blick in meine Garmin-App. Dort hat das Corona-Jahr unübersehbar seine Spuren hinterlassen: „Es war ein perfektes Jahr!“ weiterlesen

Die Maus zeigt den Kindern, was es geschlagen hat

Die Mousetimer-App visualisiert einen Countdown auf kindgerechte Art und Weise.

Kinder haben die beneidenswerte Gabe, im Hier und Jetzt zu leben und sich keinen Deut um die Pläne ihrer Eltern zu scheren. Ob sie nun schleunigst nach Hause zum Essen oder beim Elki-Turnen antreten sollten, ob Zeit fürs Bett wäre oder der Papa zum Einkaufen möchte – wenn noch nicht fertiggespielt ist, dann hat man als Erziehungsberechtigter einen schweren Stand.

Einen Trick gibt es allerdings, der die Durchsetzung solcher Pläne ein bisschen erleichtert: Man kündigt sie rechtzeitig an und gibt den Kindern die Gelegenheit, zu einem Ende zu kommen. Der Trick funktioniert nicht immer und verhindert Tränen oder den Tobsuchtsanfall nicht mit Sicherheit. Aber die Erfolgsquote ist gut genug, dass ich ihn hier nachdrücklich empfehle.

Und noch besser: Eine App macht die verbleibende Zeit für das Kind fassbar. „Die Maus zeigt den Kindern, was es geschlagen hat“ weiterlesen

Geht zum Wählen!

Die Wahlen sind fast da – noch zehn Tage dauert es, bis wir (vielleicht) einen grünen Linksrutsch durchs Parlament senden. Ich nehme an, dass die allermeisten Leserinnen die Wahlzettel längst ausgefüllt haben. Denn wer informationell so selbstbestimmt ist, dass er sogar Blogs liest (!), der wird sich auch bei der politischen Mitbestimmung nicht den Anken (🇩🇪🇦🇹: Butter) vom Brot nehmen lassen.

Wer es aber noch nicht getan hat, obwohl er wahlberechtigt ist: Siehe Titel!

Wie üblich vor den Wahlen habe ich mir meinen smarten Spider ausrechnen lassen. Das ist eine Visualisierung der politischen Ansichten, die nicht bloss zwischen den zwei Polen links-rechts, sondern auf acht vier Achsen (offene Aussenpolitik – restriktive Migrationspolitik, liberale Gesellschaft – Law & Order, ausgebauter Sozialstaat – restriktive Finanzpolitik, ausgebauter Umweltschutz – liberale Wirtschaftspolitik) abgebildet wird.

Die vier Begriffspärchen sind konträr aufgestellt, aber nicht unvereinbar. „Geht zum Wählen!“ weiterlesen

So viel Bytes auf einem Haufen!

Wie hat sich das Internet in den letzten sechs Jahren verändert? Einige Zahlen, die das gewaltige Wachstum dokumentieren.

Das Internet ist ein faszinierendes Gebilde. Auf der untersten Ebene ist es nichts anderes als ein riesiger Umschlagplatz für Datenpakete. Und wenn wir mal auf dieser Ebene bleiben, dann sollten wir einen Moment darauf verwenden, von der schieren Grösse der Datentransfers beeindruckt zu sein.

Ich habe seinerzeit die Infografik «What happens in an Internet Minute?» vorgestellt: Was passiert während einer Minute im Internet? Die stammt von 2013 und ist massiv überholt. Ich habe darum nach einer Neuauflage gesucht und bin fündig geworden.

Die Aufdatierung stammt von @LoriLewis und @OfficiallyChadd. Sie ist leider nur bedingt mit der sechs Jahre alten Variante vergleichbar, da nicht die identischen Kategorien berücksichtigt wurden.

Fast zehnmal mehr Apps

Ein paar Kategorien sind zum Glück erhalten geblieben. „So viel Bytes auf einem Haufen!“ weiterlesen

So viel Zeit muss sein!

mapnificent.net ist eine lustige Webanwendung, die aufzeigt, wie weit man per öV in einer auszuwählenden Dauer reisen kann.

mapnificent.net ist ein wirklich hübscher Webdienst, der einmal mehr eindrücklich beweist, weswegen möglichst viele Daten offen sein sollten. Ich habe schon 2017 den Aufruf Werdet Fans von Open Data! gestartet. Bislang leider nicht mit dem durchschlagenden Erfolg, den ich mir erhofft habe. Aber womöglich liegt das auch an mir selbst: Ich reite nicht so oft auf open data herum, wie ich es tun sollte.

Darum hier ein kleiner Tipp, der diesem Begehren Nachdruck verleihen soll. Der Dienst operiert mit offenen Daten aus aller Welt. Im Fall der Schweiz kommen die Daten und offenen Schnittstellen der SBB zum Einsatz, über die ich beim Nerdfunk eine ganze Sendung gemacht habe. Die Idee von Mapnificent ist, uns aufzuzeigen, wie weit man in einer vorgegebenen Zeit reisen kann.

Wie weit komme ich in zwei Stunden?

Ein Beispiel: Man hockt in den Ferien in einem gottverlassenen Kaff irgendwo in einem Land, das man vielleicht besser nicht bereist hätte. „So viel Zeit muss sein!“ weiterlesen

Erst schwitzen, dann daten-minen

Für die Sport-Community Strava gibt es eine Unzahl an nachgelagerten Diensten, mit denen man fantastische Dinge aus den aufgezeichneten Bewegungsdaten herausholt.

Im Artikel Das sind die besten Karten-Apps sind Erkenntnisse aus vielen hier im Blog veröffentlichen Beiträgen zusammengeflossen. Bei meinen Recherchen bin ich auch auf die Übersicht der Apps gestossen, die an Strava andocken.

Strava ist, für die Nicht-Sportler unter euch, eine App, bzw. ein soziales Netzwerk fürs Sport-Tracking: Velofahren, Rennen, Wandern, aber auch Skifahren oder Rudern kann man erfassen. Ich habe die App seinerzeit, nebst anderen, im Beitrag Wenn das Smartphone nach draussen lockt vorgestellt.

Nun ist Strava inzwischen mehr als nur ein Dienst fürs Tracking von sportlichen Aktivitäten. Es ist ein Tummelfeld für Datenanylisten, -Visualisierer und Selbstinszenierer. Ich bin beeindruckt, wie viele nachgelagerte Apps, Websites und Dienste es gibt. Und bevor ihr nun sagt: «Nett, aber interessiert mich nicht, weil ich Strava nicht nutze» noch folgender Hinweis: Man kann den Dienst mit vielen Trackern koppeln, zum Beispiel mit Garmin. „Erst schwitzen, dann daten-minen“ weiterlesen

Infografiken nach dem Baukasten-Prinzip

Piktochart.com ist eine Webanwendung für Geschäftsgrafiken, mit der man schneller als mit Adobe Illustrator ans Ziel kommt.

Heute ist Piktochart.com besprechungsmässig an der Reihe: Eine Webanwendung für Geschäftsgrafiken. Das ist offensichtlich ein Bedürfnis. Die Leute fühlen sich von Adobe Illustrator in­ti­mi­die­rt. Und sie wollen auch kein CorelDraw installieren. (Obwohl es das noch gäbe.)

Nein, die Leute wollen einen Webdienst haben, der ihnen verspricht, dank fortschrittlicher Technik seien auch anspruchsvolle gestalterische Aufgaben ein Klacks. Da wundert es nicht, dass es inzwischen einige solcher Webdienste gibt. Allein für dieses Blog hier habe ich Venngage.com, Design Evo, logojoy.com und Canva getestet.

Der Trick ist jeweils der gleiche: Man muss nicht auf der grünen Wiese bzw. mit dem leeren Blatt anfangen, sich eine Gestaltungsidee aus dem Kreuz leiern und diese nach allen Regeln der Kunst umsetzen. Nein: „Infografiken nach dem Baukasten-Prinzip“ weiterlesen