Wie man sich schlau über Websites macht

Wie wichtig ist eine Website? Wer steckt hinter dieser oder jener Adresse? Als wie sicher gilt eine URL? Einige Tipps, wie man entsprechende Informationen auftreibt.

Um eine Website zu veröffentlichen, braucht man keine Genehmigung und keine Lizenz. Auch formal kann man tun und lassen, was man will – so lange man sich im Rahmen des Gesetzes bewegt. In Deutschland existiert immerhin die Impressumspflicht. In der Schweiz soll eine solche Pflicht ab April kommen.

Das Impressum, soweit es heute vorhanden ist, stellt einen guten Anhaltspunkt dar, um etwas über den Betreiber einer Website herauszufinden. Es gibt aber weitere Möglichkeiten, sich kundig zu machen – und auch Informationen in Erfahrung zu bringen, die der Website-Betreiber womöglich nicht veröffentlicht oder noch nicht einmal selber kennt.

Whois
«Who is» steht für «Wer ist…?», und das bezeichnet ein standardisiertes Protokoll, mit dem man Informationen über Internet-Domänen und IP-Adressen abrufen kann. Unter whois.ch kann man nicht nur zu Schweizer und Liechtensteiner Websites Informationen abfragen, sondern auch zu vielen anderen Top-Level-Domains, etwa .de, .fr, .com oder .org. Im Datensatz erscheint der Inhaber der Domäne, sowie ein technischer Kontakt. Manche Registrierungsstellen unterdrücken allerdings diese Informationen, sodass man über dubiose Websites per Whois nicht auf Hintermänner stösst. Es gibt die Whois-Abfrage auch auf anderen Websites, etwa unter whois.net.

alexa.com
Alexa Internet sammelt Informationen über Internetzugriffe, und gehört inzwischen Amazon.com. Die Daten werden über Browser-Toolbars ermittelt, wie sie beispielsweise für den Internet Explorer existieren. Alexa ermittelt die meistbesuchten Websites weltweit und zeigt für Adressen auch die Position in der globalen Rangliste an.

120118-alexa.jpg
Alexa.com zeigt nicht nur den globalen Rang einer Website an, sondern informiert über den Nutzungsverlauf und kann auch Vergleiche mit anderen Websites anstellen.

Die populärsten Websites sind demnach (wen wundert es)) Google, Facebook Youtube, Yahoo und Wikipedia. Das gilt, in etwas anderer Reihenfolge, auch für die Schweiz.
Individuelle Recherchen zu Websites kann man unter alexa.com anstellen. Für grosse Websites lässt sich eine Zugriffsstatistik über eine gewünschte Zeitperiode (zum Beispiel sechs Monate) anstellen, und es ist möglich, Daten zweier oder mehrerer Sites zu vergleichen.

Es ist darauf hinzuweisen, dass die Informationen von Alexa nicht unumstritten sind und nicht vorbehaltlos geglaubt werden dürfen. Allgemeine Daten zu der Schweizer Nutzung finden sich auch bei net-metrix.ch.

compete.com
Der Dienst compete.com ermittelt wie Alexa das Datenaufkommen einer Website, allerdings mit Schwerpunkt USA. Sie versucht, die Zahl der «unique visitors», also der individuellen Besucher zu ermitteln und vergleicht mit ähnlichen Websites.

Seitwert.de
Auf seitwert.de wird eine ziemlich umfangreiche Analyse durchgeführt: Die von Google ermittelte Wichtigkeit einer Site (der Google-Rank) wird mit Yahoo und anderen Diensten verglichen. Auch technische Details zu dem Webseiten-Code und zu Metatags, die Zahl der Nennung auf sozialen Netzen und auf Wikipedia werden miteinbezogen. Das Resultat ist eine Zahl zwischen Null und Hundert, bei der Hundert das Maximum darstellen würde. Ausserdem wird die Site in einer Rangliste mit allen erfassten Sites positioniert. Diese Website gibt einen guten Eindruck über die Wichtigkeit einer Website im deutschsprachigen Raum und zeigt auch Verbesserungspotential auf, wenn es darum geht, eine Site technisch zu optimieren.

120118-seitwert.jpg
Seitwert.de informiert über technische Mängel und zieht zur Einschätzung einer Site auch soziale Medien und Wikipedia heran.

Die Webmaster-Tools von Google
Goolge bietet bei den Webmasters tools (wie der Name schon verrät) Werkzeuge für alle Leute, die selbst eine Website betreiben. Ersichtlich sind Fehler, auf die die Google-Bots beim Indizieren gestossen sind – also Links, die ins Leere zeigen und die möglichst repariert werden sollten. Es gibt eine Bewertung der Schlüsselworte, die auf der Website gesetzt sind und es wird aufgeschlüsselt, welche Suchbegriffe zu Klicks auf die Website geführt haben. Es kann ausserdem analysiert werden, welche Beiträge über die +1-Schaltfläche von Google ausgezeichnet wurden und es gibt zu guter Letzt auch Hinweise über technische Verbesserungsmöglichkeiten. Unter Diagnose sieht man ausserdem, wie oft die Google-Bots die Website besuchen und auf welche Weise sie auf die Website zugreifen.

websitevalue.us
Die Website websitevalue.us aggregiert Daten, wie man sie andernorts auch findet. Interessant ist vor allem die Angabe Daily Ads Revenue: Hier wird angegeben, wie viel eine Website pro Tag an Werbeeinnahmen abwerfen könnte. Diese Angabe ist mit Vorsicht zu geniessen – aber die Grössenordnung scheint sich gemäss unseren Tests in realistischen Grössenordnungen zu bewegen.

Google Safebrowsing
Google ermittelt für Firefox und Chrome die Gefahren der überprüften Sites. Wenn auf einer Website gefährlicher Code gefunden wurde, dann wird vor dem Öffnen eine Warnung angezeigt. Es ist aber auch möglich, die Google-Gefahreneinschätzung manuell aufzurufen. Es gibt dafür kein Eingabefeld, aber man kann dazu einfach die entsprechende Adresse von Google durch den Domänennamen ergänzen. Sprich: Anstelle von {URL} würdest du die zu überprüfende Adresse eingeben:

120118-mcafee.jpg
Ist eine Site gefährlich? Das lässt sich mit etwas Trickserei beispielsweise via Siteadvisor.com herausfinden.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

Kommentar verfassen