Kein allzu grosses, aber ein unterhaltsames Ding

«Mad Men» bringt das Lebensgefühl der 50er- und 60er-Jahre auf den Fernsehschirm. «The Next Big Thing» lässt diese Zeit in Form eines liebevoll gestalteten Abenteuerspiels aufleben.

Der Titel «The Next Big Thing» verweist in die Zukunft – wo das nächste grosse Ding stattfinden soll. Beim Spielen wirft man jedoch einen Blick zurück. Die Geschichte ist in den 50er- Jahre des letzten Jahrhunderts angesiedelt, als in Hollywood Frankensteins Monster und andere Schreckgestalten für Furore sorgten. Stilistisch erinnert der Titel ebenfalls an vergangene Tage, nämlich die 90er: Da waren Point-and-Click-Abenteuer von LucasArts und Sierra On-Line das populär: «Monkey Island», «Indiana Jones», «Maniac Mansion», «Leisure Suit Larry» oder «King’s Quest», um nur einige zu nennen.


Grafik wie aus dem Animationsfilm
Technisch ist das Game allerdings auf der Höhe der Zeit. Detailreiche Grafik, überzeugende Animationen und liebevolle Szenen in hoher Auflösung laden zum Abenteuer ein. Die beiden Protagonisten sind der egomanische Sportjournalist Dan Murray und seine schutzbefohlene Kollegin Liz Allaire, die während der Party des Filmstudio-Besitzers Fitz Randolph in absurde Ereignisse hineingezogen werden. Ausgelöst werden diese durch die Idee des Filmmoguls, anstelle von Schauspielern gleich echte Monster in Horrorfilmen zu beschäftigen. Doch im Zug der politischen Ambitionen des Fitz Randolph sollen die Monster für die Kandidatur instrumentalisiert werden. Das löst eine Kette von Ereignissen aus, bei der man sich als Spieler mal in der Rolle der Liz Allaire, mal als Dan Murray auf die Suche nach dem Gehirn von Big Albert, der Frankensteins Monster alle Ehre macht.

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Die beiden Protagonisten: Sie hat eine Macke, er einen hohen Alkoholkonsum.

Bizarre Orte, skurriler Humor
Die Story im Spiel der der spanischen Pendulo Studios ist reichlich abgefahren und führt einen auch zu bizarren Orten wie den ägyptischen Tempel oder in den Geist der psychisch labilen Liz Allaire. Die Rätsel sind schwierig, aber nicht zu schwierig und die gute Hilfefunktion sorgt dafür, dass auch Gelegenheitsspieler ohne Frustgefahr durchs Abenteuer finden. Wer skurrilen Humor mag, ist mit diesem Spiel gut bedient. Kritisieren lässt sich, dass der Spass doch etwas gar schnell vorbei ist – wer sich ranhält, kann «The Next Big Thing» locker an einem Wochenende durchspielen.

Für Windows (ab XP) im Handel oder bei Amazon erhältlich (ca 30 Franken). Für Mac OS X im Mac-App-Store (29 Franken).

Autor: Matthias

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