Reinstecken, glücklich sein!

Wenn es etwas gibt, das man nur als grotesk, absurd und obszön bezeichnen kann, dann ist es mein Verbrauch an Kopfhörern. Die Dinger rinnen mir nur so durch die Finger, falls ihr mir bei meinen Ausführungen etwas Poesie gestattet. Sie scheiden dahin, gehen von dannen, weil sie mich oder meinen Umgang mit ihnen nicht mögen. Oder vielleicht auch, weil es die Hersteller darauf anlegen, dass so ein Stöpselchen nur drei Monate hält, um dann wie von Zauberhand auseinanderzufallen und ersetzt werden zu müssen?
Kann sein, aber zugegebenermassen gehe ich mit den Teilen nicht pfleglich um. Ich stopfe sie meist lieblos in eine meiner Tasche, brauche sie bei Regen und Übersättigung an Luftfeuchtigkeit, brauche sie viel und auf das Thema des Ohrenschmalzes gehe ich jetzt nicht näher ein (das ist nämlich überhaupt gar kein Problem, nur das Ihr es wisst!).

Also, Kopfhörer, bzw. Ohrstöpsel, wie ich sie mit Vorliebe brauche, sind ein Dauerthema. Von Sennheiser bin ich abgekommen, obwohl die praktisch sind und mir auch in akustischer Hinsicht Freude bereiten, aber die mir zwei- oder dreimal vorzeitig kaputt gegangen sind. Nicht sehr robust sind leider auch die MDR-AS40EX von Sony, die ich ansonsten sehr mag. Da habe ich drei Paare verschlissen. Einmal ist das Kabel gebrochen, zweimal hat eines der Stöpselchen massiv zu scherbeln begonnen. Gestört hat mich bei diesen Stöpseln auch das sich sehr leicht verheddernde Kabel. Wenn ich zwanzig Minuten brauche, um das Kabel zu entknoten, dann kann ich es auch gleich bleiben lassen.
Darum nun meine neueste Entdeckung, die mir in 14 Tagen Gebrauch nun sehr gut gefallen hat. Das sind die SE115 (in Blau) von Audio-Hersteller Shure.
shure-se115-blau.jpg
Die liegen preislich eigentlich deutlich über meinem Limit, haben mein Herz aber mit dem Argument «Sound Isolating» gewonnen. Diese Isolierung wird durch die Hardware realisiert. Nebst den normalen Gummikappen in klein, mittel und gross gibt es auch Schaumstoffkappen (ebenfalls in klein, mittel und gross), die aus einem ähnlichen Material wie die Ohrschutzstöpsel, die einem an Konzerten nachgeworfen werden. Die drückt man zusammen, führt dann den Stöpsel ins Ohr ein, wo sich der Schaumstoff ausdehnt, den Gehörgang ausfüllt und Umgebungslärm draussen, die Musik aber drinnen behält. Funktioniert gut und die Stöpsel sitzen sogar in meinen irgendwie komisch geformten Ohren recht gut. Wenn man das Kabel um die Ohren führt, wie der Hersteller das im Manual haarklein beschreibt, haben sie auch einen guten Halt. Schlecht sitzende Stöpselchen, die einem bei jeder Kopfbewegung rausfallen, sind nicht das Wahre.
Diese Stöpsel haben ein Kabel, das sich kaum verheddert. Sie kommen mit einem stabilen Täschchen, das sich mit einem Karabinerhaken an den Rucksack hängen lässt. Und vor allem: Sie klingen sie gut und sehr laut. Manche Stöpsel sind auch bei voll aufgedrehtem iPhone so leise, dass bei einer härteren musikalischen Gangart keine Stimmung aufkommt. Die Shure dröhnen so druckvoll los, dass auch Apples politisch korrekte Lautstärkenbegrenzung einem den Spass nicht verdirbt. Zwei weitere Lautstärkenstufen wären trotzdem angebracht, und abgesehen davon, Apple, will ich mehr Zwischenstufen, weil die Abstufung einfach zu grob ist.

Kurz: Die SE115 bewähren sich auch im ultimativen Härtetest (Wohnungsputz mit Staubsaugen), und können sich, wenn sie mindestens ein halbes Jahr durchhalten, meine uneingeschränkte Empfehlung verdienen.
Der Wermutstropfen ist der Preis; man muss deutlich über 100 Stutz für die Stöpsel hinlegen.

Autor: Matthias

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3 Gedanken zu „Reinstecken, glücklich sein!“

  1. Ich finde die Teile absolut Super, der Ton ist astrein und vor allem sind sie wirklich gut im Härtetest. Ich war schon lange auf der Suche nach Stöpseln, die eben auch bei viel Umgebungslärm die Musik noch gut rüberbringen und habe nach deinem Test heute sofort zugeschlagen und sie auch beim saugen mit meinem Staubsauger sofort selsbt überprüft und ohne Frage es ist super und bleibt super.

    Danke für den Test

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