Soundklau mit Apples freundlicher Schützenhilfe

Die Airpods-Kopfhörer neigen dazu, sich mit den falschen Geräten zu verbin­den, was eine nach­hal­tige Gefahr für den Fami­lien­frieden dar­stellt. Woher dieses Problem kommt und wie man es behebt.

Die drahtlosen Apple-Kopfhörer neuerer Bauart (von denen ich die Airpods Max und die Airpods 3 vorgestellt habe) zeichnen sich durch eine Funktion aus, die es bei anderen Kopfhörern nicht gibt: Man muss sie nicht explizit mit einem Gerät verbinden. Sie tun das von sich aus: Wenn sie aus dem Böxchen genommen werden und feststellen, dass auf einem Apple-Gerät in der Umgebung eine Wiedergabe läuft, dann verbinden sie sich automatisch mit dem und übernehmen.

Das mag für einen solitär lebenden Apple-Jünger sinnvoll sein, weil er dann in seiner High-Tech-Klause ohne Extra-Handgriffe den Mac, Apple-TV, das iPhone oder iPad auf den Ohren hat, wie es eben gerade sinnvoll ist. Doch wenn man sich mit anderen Menschen nicht nur die Wohnung, sondern auch die Gerätschaften teilt, dann hat das einen massiven Nerv-Faktor. Unter diesen Umständen passiert nämlich andauernd Folgendes: „Soundklau mit Apples freundlicher Schützenhilfe“ weiterlesen

Fürs Geräteturnen nicht zu empfehlen

Die Airpods 3 sind eine deut­liche Verbes­serung gegenüber dem Vor­gänger­modell. Apple hat einige Mankos ausge­räumt, trotzdem sind sie in dieser Preis­kate­gorie nicht meine erste Wahl.

Ich hatte die Gelegenheit, die Apple Airpods in der dritten Generation zu testen und mit der zweiten Generation zu vergleichen, die ich hier besprochen habe. Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Ich habe damals den Klang als Schwachstelle ausgemacht, was für einen Mittelklasse-Kopfhörer unverzeihlich ist.

Diese Scharte hat Apple ausgewetzt. Die Airpods 3 klingen so gut, dass sie sich auch für Musik eignen, und nicht nur für Podcasts und Hörbücher –und wie es sich für ein Modell dieser Preisklasse gehört. Im direkten Vergleich habe ich den Eindruck, meine Bose Sport Earbuds (Meine neuen Lieblings-Ohrstöpsel) würden noch dynamischer und runder klingen, wobei die Unterschiede an einem kleinen Ort sind.

Eine zweite Krux bei den Airpods ist meiner Erfahrung nach die Verohrenschmalzung: „Fürs Geräteturnen nicht zu empfehlen“ weiterlesen

Ein Kopfhörer nur zum Musikhören

Die neuen, ans audio­phile Publikum gerich­teten Ohr­stöp­sel von Senn­heiser: Die IE 600 klingen toll, sind aus einem Mate­rial, das der Nasa nicht zu schade für den Mars ist und sind em­pfeh­lens­wert – so sie ana­to­misch passen.

Von Sennheiser habe ich die IE 600 als Testgerät bekommen. Das sind Kopfhörer, die sich gemäss Pressemeldung durch Robustheit und einen herausragenden Klang auszeichnen. Ausserdem ist die Produktionsweise bemerkenswert:

Durch ein patentiertes 3D-Druckverfahren wurden die Gehäuse des IE 600 aus amorphem Zirkonium ZR01 hergestellt, einem Metall mit einer glasartigen Atomstruktur, die ihm die dreifache Härte und Biegefestigkeit von Hochleistungsstahl verleiht.

Das klingt eindrücklich, zumal die Pressemeldung einen auch wissen lässt, dass das ZR01 auch in der Raumfahrt eingesetzt werde und die Bohrköpfe des Nasa Mars Rover daraus gemacht seien. Bekanntlich steht die audiophile Nutzerschaft auf derlei exquisite Materialien, während ich – im Vergleich dazu eher ein Vertreter der Pragmatiker-Fraktion – bislang nicht das Problem hatte, dass die Kapseln meiner Ohrstöpsel den Alltagsanforderungen nicht gewachsen gewesen wären.

Jedenfalls ist der Unterschied zu normalen Kopfhörern mit den Fingerkuppen zu ertasten: „Ein Kopfhörer nur zum Musikhören“ weiterlesen

Ein Hingucker ist er allemal

Die Apple Airpods Max im Test: Mich überzeugen Verarbeitung, Klangqualität und Bedienung, doch in einigen Belangen sind die Kopfhörer etwas gar exzentrisch.

Derzeit habe ich die Gelegenheit, den Airpods Max zu testen. Das ist der High-End-Kopfhörer von Apple, der die AirPods Reihe um ein Over-Ear-Modell erweitert. Es gibt diesen Kopfhörer seit Dezember 2020, und er ist für 474 Franken bei Digitec erhältlich, bzw. für 407 Euro bei Amazon.

Ich möchte mir mit dem Kopfhörer anhören, wie der Raumklang bei Apple klingt. Im Beitrag Mitten drin statt nur dabei habe ich mich mit der Sony-Variante 360 Reality Audio beschäftigt und mich gefragt, wie im Vergleich Spatial Audio klingt. Apple treibt die Sache nämlich noch weiter, indem es die Head Tracking-Funktion gibt. Sie bezieht Kopfbewegungen ins Klangerlebnis mit ein: Bewegt man den Kopf, verändern sich die Positionen der Klangquellen im Raum. Auf diese Weise sollte man den Eindruck bekommen, zusammen mit Musikern im gleichen Raum zu sein.

Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen kann – und mein Fazit findet sich im Beitrag Ein Hurra für die Raumklang-Revolution – oder ist Stereo gut genug? Hier geht es vorerst einmal um den Kopfhörer: „Ein Hingucker ist er allemal“ weiterlesen

Der Kopfhörer, mit dem man wahrscheinlich nicht erschossen wird

Das drahtlose Headset G435 Lightspeed von Logitech im Test: Es ist auf lange Einsätze getrimmt und verspricht eine niedrige Latenz – und ich habe einiges an Aufwand auf mich genommen, um das zu überprüfen.

Offenbar bin ich inzwischen so eine Art Kopfhörer-Experte. Jedenfalls habe ich von Logitech ein Testgerät zur Verfügung gestellt bekommen, das schon längst einer Besprechung harrt – und heute endlich zum Zug kommt.

Extra für euch: Ein Selfie mit diesem Kopfhörer aus dem heimischen Fotostudio.

Es handelt sich um den Logitech G435 Lightspeed, für um die 60 Euro bei Amazon erhältlich ist und bei Digitec 79 Franken kostet. Er läuft in der Kategorie des Gaming-Equipments und weist daher im Vergleich zu den meisten hier getesteten Alltround-Kopfhörern einige Besonderheiten auf.

Er ist mit 165 Gramm leicht; mein Sony WH-1000XM2 kommt auf 277 Gramm, die Airpods Max von Apple sogar auf mehr als doppelt, so viel, nämlich 384 Gramm. Er hält lange durch; die Herstellerangabe beläuft sich auf 18 Stunden Wiedergabezeit.

Das Alleinstellungsmerkmal ist laut Hersteller die geringe Latenz. Bekanntlich sind Verzögerungen jeglicher Art der Feind des Multiplayer-Spielers: „Der Kopfhörer, mit dem man wahrscheinlich nicht erschossen wird“ weiterlesen

Mitten drin statt nur dabei

Nicht nur Apple startet mit 3D-Audio eine Raumklang-Initiative, auch Sony ist mit 360 Reality Audio beim neuen, immersiven Musikerlebnis mit dabei. Und da auch mein etwas älterer Sony-Kopfhörer dazu kompatibel ist, hatte ich Gelegenheit, das mit eigenen Ohren zu hören.

Mein grosser Kopfhörer, den ich zu Hause vor allem als Arbeitsinstrument bei Audio- und Videoproduktionen verwende, ist nicht mehr brandneu, sondern hat bald vier Jahre auf dem Buckel. Trotzdem erfüllt der Sony WH-1000XM2, den ich im Beitrag Mundtote Arbeitskollegen seinerzeit ausführlich vorgestellt hat, seinen Zweck nach wie vor hervorragend.

Aber gute Kopfhörer sind für die Ewigkeit – die meisten habe ich so lange benutzt, bis die Polster speckig wurden oder weggebröselt sind.

Das könnte auch bei diesem Sony-Modell passieren, zumal das eine Eigenschaft hat, die es für eine langanhaltende Nutzung prädestiniert. Es lässt sich nämlich auch passiv verwenden. Das heisst, dass der Kopfhörer auch funktioniert, wenn er nicht eingeschaltet ist – dann kann man ihn logischerweise nicht drahtlos benutzen und es gibt auch keine Geräuschunterdrückung. Aber am Kabel funktioniert er wie jeder herkömmliche Kopfhörer. Das ist inzwischen eine meiner Lieblingsfunktionen, weil sie den Gebrauch herrlich unkompliziert macht.

Trotzdem habe ich neulich wieder einmal die Begleit-App des Kopfhörers geöffnet und wurde vom Setup fürs 360 Reality Audio-Setup begrüsst. „Mitten drin statt nur dabei“ weiterlesen

Leichte Ohrmuschel-Inkompatibilitäten, die verkraftbar sind

Die CX True Wireless von Sennheiser kommen nicht an meine geliebten Bose Sport Earbuds heran, auch wenn sie beim Preis, bei der Bedienung und der Batterielaufzeit überzeugen.

Neulich stand für die Tamedia-Sites und -Zeitungen unser traditioneller sommerlicher Gerätetest an. Er ist unter dem Titel 10 Gadgets für Ihre Ferien erschienen, und er wäre natürlich nicht komplett ohne mindestens einen Kopfhörer- oder Ohrstöpseltest.

Ich habe mir für diesen Zweck die CX True Wireless von Sennheiser angesehen und angehört. Es gibt sie für 137 Franken bei Thomann bzw. für 117 Euro bei Amazon.

Die Transportbox ist nicht nur kompakt, sondern auch Akku-stark.

Damit sind wir auch schon beim Hauptargument für dieses Modell: Das ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dieses vergleichsweise günstige True-Wireless-Modell klingt gut und hat einen ausdauernden Akku, der neun Stunden Betriebszeit ermöglicht. Mit der Transport- und Ladebox kommt man sogar auf 27 Stunden. Das ist ganz ordentlich.

Die wundersame Welt der IPX-Schutzklassen

Ausserdem sind die Stöpsel spritzwasserfest, und zwar nach der IPX4-Schutzklasse. „Leichte Ohrmuschel-Inkompatibilitäten, die verkraftbar sind“ weiterlesen

Meine neuen Lieblings-Ohrstöpsel

Den Sport Earbuds von Bose mangelt es etwas an Ausdauer. Ansonsten kann man diese für Sportler entwickelten True-Wireless-Kopfhörer nur empfehlen.

Für den Sport und oft auch für Spaziergänge mit geringen sportlichen Ambitionen verwende ich seit längerem Kopfhörer von Bose. Ursprünglich ein kabelgebundenes Modell, dann seit 2017 die hier besprochen Bluetooth-Variante namens SoundSport. Ich habe mich darum gefreut, das Nachfolgemodell testen zu können. Das habe ich für die grosse Kopfhörer-Typologie bei den Tamedia-Blättern (🔒💰) getan.

Dieses Nachfolgemodell heisst Bose Sport Earbuds (Amazon Affiliate). Sie kosten um die 160 Euro bzw. etwa 186 Franken bei Digitec. Und sie haben sich gegenüber dem Vorgänger stark verändert.

Man könnte sagen, dass eine gewisse Airpodifizierung stattgefunden hat: Das Nackenkabel, das die beiden Kapseln verbunden hat, ist verschwunden. Die Earbuds verwenden nun die sogenannte True-Wireless-Bauweise. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass man zwei getrennte Ohrteile hat, die durch kein Kabel verbunden sind.

Warum man gar keine Kabel haben will

True Wireless hat zwei unbestreitbare Vorteile: „Meine neuen Lieblings-Ohrstöpsel“ weiterlesen

Die hohe Kunst der Inszenierung

Der Beoplay H95 im Test: Ist dieser Kopfhörer, der mich fast dazu verleitet hätte, ein Unboxing-Video zu fabrizieren, tatsächlich 900 Franken wert?

Eine der dämlichsten Modeerscheinungen, die in letzter Zeit die Tech-Welt heimgesucht hat, sind die sog. Unboxing-Videos: Man sieht jemandem zu, wie er ein Gerät aus der Verpackung nimmt. Das hat keinerlei Nutzwert für den Betrachter. Der einzige Zweck eines solchen Videos ist, die Vorfreude zu steigern und das Produkt zu zelebrieren. Entsprechend ist ein solches Video keine journalistische Leistung, sondern Marketing.

Okay, kleiner Einwand: Einen Nutzen haben Unboxing-Videos. Nämlich für Leute wie mich, die ihre Testgeräte nach dem Test zurückschicken – und dann herausfinden müssen, wie zum Teufel Gadget, die Kabel, Anleitung und das Zubehör jemals in diese winzige Schachtel gepasst haben. Daran scheitere ich regelmässig. Und deswegen habe ich auch schon Hilfe bei Youtube gesucht. Aber klar: Man könnte stattdessen beim Auspacken zu Dokumentationszwecken ein Handyfoto machen.

Das Matroschka-Prinzip, auf den Kopfhörer angewandt

Neulich habe ich mir aber trotzdem fast eine halbe Sekunde lang überlegt, selbst ein solches Video zu machen. Nämlich, als neulich ein Testexemplar des Beoplay H95 bei mir eingetroffen ist.

Bei diesem Gadget bekommt man als Erstes eine edle Kartonschachtel in die Finger. „Die hohe Kunst der Inszenierung“ weiterlesen

Alles ist besser mit Bluetooth

Weil Sheldon Cooper recht hatte: Die besten Tricks für den Datenfunk.

Ja, ich weiss Bescheid über all die Probleme, die es bei Bluetooth gibt. Die Funktechnologie ist nicht frei von Sicherheitslücken – naja, wie sollte sie auch? Es wäre das erste Mal, dass ich es in der digitalen Welt mit einem Standard zu tun bekommen hätte, von dem die Experten sagen: «Alles perfekt: Komplett unangreifbar. Hundertprozentige Sicherheit ist in allen Lebenssituationen gewährleistet.»

Über Bluetooth gibt es immer wieder unschöne Dinge zu lesen. Hier ist von einem schweren Konzeptfehler zu lesen. Damit lasse sich die Verschlüsselung von «vermutlich allen Bluetooth-Geräten knacken». Und ja, das ist höchst unerfreulich. Und damit will ich die Sicherheitsmängel nicht herunterspielen. Aber bei Kopfhörern ist die Knackbarkeit der Verschlüsselung für mich kein gravierendes Sicherheitsproblem. Anders sieht es bei den Bluetooth-Tastaturen aus. Aber auch da gilt: Wenn jemand sich die Mühe macht, das Bluetooth-Signal meiner Tastatur abzufangen, dann kann er mich auch sonst nach Strich und Faden ausspionieren.

Ein Kritikpunkt ist auch die wachsende Komplexität, wie Heise.de hier erläutert. Die führt zu häufigen Kompatibilitätsproblemen: „Alles ist besser mit Bluetooth“ weiterlesen