Das Privat-TV entdeckt die Gebühren

Vielleicht kennt Ihr den TV-Browser? Ein praktisches Fernsehprogramm-Programm, das die TV-Zeitschrift ersetzt. Man kann Sendungen markieren und bewerten, sich an Nichtzuverpassendes erinnern lassen und vieles mehr. Leider ist das Programm seit Anfang Jahr lückenhaft – also nicht die Software, sondern die angezeigte Sendungsübersicht.

… ich sollte mich entscheiden, wie ich das Wort «Programm» verwenden will – für die Anwendung oder für die, äh, Programmierungen der Bildfunkanstalten. Das wäre der Klarheit dieses Postings sicherlich förderlich. Allfällige Konzentrationsschwächen in diesem Beitrag möge man mir grosszügig nachsehen, schliesslich habe ich wie ihr eben Silvester und Neujahr überstanden. Übrigens: Allen Leserinnen und Lesern von Clickomania.ch ganz herzlich es guets Neus und viel Glück für 2008!

Ähm, wo war ich? … Ach ja, Schinken des Monats und VG Media. Diese Verwertungsgesellschaft ist auf die zweifellos interessante Idee gekommen, für die Veröffentlichung der TV-Programme Gebühren zu erheben. TV-Browser ist aber kostenlos und nimmt kein Geld ein, das für die Bezahlung dieser Gebühren aufgewendet werden könnte. Damit wird der Nutzen gewaltig geschmälert.

Der allererste Schinken des Monats in diesem jungen Jahr geht wohlverdienterweise an die VG Media GmbH. Diese gehört je zur Hälfte ProSiebenSat.1 Media AG und der RTL Television GmbH. Man kann sich ausmalen, dass, wenn sich hier die beiden grossen Konkurrenten des deutschen Privatfernsehmarkts zusammenschliessen, für den Konsumenten nicht viel Gutes herauskommt. Das zeigt denn auch das hochgradig absurde Exempel, über das ich gerade blogge: Man verlangt Geld für die Veröffentlichung der Programmhinweise. Dabei sind diese Hinweise für die Programmanbieter nichts anderes als Werbung, die vom TV-Browser kostenlos verbreitet wird. Werbung für das werbefinanzierte Programm. Komplett bizarr würde es werden, wenn TV-Browser beginnen würde, für die vollständige Sendungsübersicht eine Gebühr zu verlangen. Dann müsste der Zuschauer Geld bezahlen, damit er über Sendungen informiert wird, die er dann kostenlos empfangen kann. Das ist doch die Zuschauer für dumm verkauft.

Sat.1 drischt doch, beispielsweise in der «Akte»-Sendung, regelmässig und mit grosser Hingabe auf die GEZ ein. Greift mal diesen Fall auf und wischt vor der eigenen Tür.

Ach ja, es gibt eine Petition gegen diese Gebühr!

Autor: Matthias

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