Fortschrittsglaube als Treibstoff

Ich mag Menschen, die sich ihre, und das ist jetzt nicht negativ gemeint, kindliche Euphorie auch im Erwachsenenalter erhalten. Zu dieser Kategorie gehören oft die Wissenschaftler, die von einem Fortschrittsglauben angetrieben, eine Zukunft sehen, die besser, schöner und lebenswerter ist als die Gegenwart.

Ein Beispiel ist Michio Kaku. Er beschäftigt sich mit der Stringtheorie, die er gerne auch in populärwissenschaftliche Worte fasst. Seit einiger Zeit interessiert ihn auch das Gehirn und dessen Möglichkeiten, wie er im Videopodcast mit Leo Laporte erzählt.



Was mich angeht, so bin ich überzeugt, dass es tatsächlich immer nur nach vorn geht. Wir als Menschheit können uns nicht dafür entscheiden, dass wir den Stand der Dinge nun einfrieren, wie er ist und uns neuen Errungenschaften künftig verweigern – selbst wenn die Errungenschaften ziemlich grosse Probleme mit sich bringen könnten. Ein solches Problem spricht Kaku im Video an: Wenn man erst einmal Gedanken und Erinnerungen in ein Gehirn einpflanzen kann, dann wird die Arbeit der Ermittlungsbehörden augenblicklich schwieriger. Die beruht nämlich darauf, dass die Erinnerungen ihrer Zeugen wirkliche Erlebnisse widerspiegeln. Doch wenn die Menschheit à la «Total Recall» nach Belieben über diese Erinnerungen verfügt, dann wird diese Methode komplett versagen. Kaku hat übrigens im Bonus-Material des Remake von «Total Recall» einen Auftritt im Interview.

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Erinnerungen einpflanzen (Screenshot von highdefdiscnews.com)

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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