Der Wikipedia-Serendipitynator

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Links: Die Einstiegs-Ansicht mit den beliebtesten Artikeln.
Rechts: Die Einzelansicht für einen Artikel.

Ich habe Wikipedia auch dieses Jahr wieder eine Fünfzigernote gespendet. Weil Wikipedia aus meinem Leben nicht wegzudenken ist und sich anders als andere täglich genutzte Sites sich nicht merklich verschlechtert hat. Wikipedia ist in Zeiten von Filterblase und Fakenews ein Hort, an dem Fakten und Wissen hochgehalten werden. Und jetzt soll mir keiner kommen und auf Edit Wars, Löschdebatten und PR- und Marketingunterwanderung herumreiten. Natürlich gibt es diese Konflikte. Sie sind ärgerlich, aber mehr auch nicht. Sie sind auf alle Fälle kein Grund, Wikipedia nicht für grossartig, wertvoll und wichtig zu halten.

Mir selbst habe ich die App V für Wikipedia gegönnt, die für 4 Franken fürs iPhone und iPad erhältlich ist. Sie macht das, was auch die offizielle App tut – einfach viel schöner. In der Übersicht und beim Start sieht man die meistgelesenen Artikel in einer Kachel-Darstellung – das macht schon einmal Lust, draufloszustöbern und zu sehen, wie lange es geht, bis man etwas Neues, Überraschendes erfährt. Serendipity nennt man diese Geisteshaltung, die man, so denke ich, eher bei den offenen Menschen findet als bei denen, die sich schon zu allem eine abschliessende Meinung gebildet haben.

Die einzelnen Artikel sind ansprechend und lesefreundlich aufbereitet. Über das Symbol rechts unten blendet man das Inhaltsverzeichnis ein, mit dem man auch durch den Text navigieren kann. Es gibt eine Lesezeichen-Funktion und man kann Beiträge teilen. Über die Taste in der rechten oberen Ecke lässt sich sehr einfach zum gleichen Thema in einer anderen Sprache wechseln. Diese Möglichkeit nutze ich gerne, da ich Themen oft nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch, selten in Französisch nachlese und vergleiche.

Im Menü gibt es eine Suchfunktion – die ihre Resultate sehr übersichtlich darstellt –, die Lesezeichen und eine geografische Erschliessung der Artikel mit den Beiträgen in der Nähe zum aktuellen Standort. Die Beiträge werden in dieser Ansicht am unteren Rand aufgereit udn mit einem virtuellen Faden mit ihrem Standort auf der Karte verknüpft. Das ist sehr hübsch gemacht.

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Links: Die Suchresultate. Und: Nein, ich meinte nicht «Clark».
Rechts: Die in der Nähe georeferenzierten Artikel.

Die App führt vor, dass man Dinge nicht unbedingt neu, sondern auch einfach besonders gut und schön machen kann, um als Bezahl-App gegenüber der kostenlosen Konkurrenz zu bestehen. Wünschen würde ich mir eine Offline-Funktion… allerdings, so richtig dringend brauche ich die auch nicht.

Einige nette Funktionen, die man auf den ersten Blick nicht findet: Über den Teilen-Knopf findet man die Möglichkeit, den Artikeltext zu durchsuchen. Man kann eine Seite in Safari oder Firefox öffnen, die Schriftart und -farbe ändern und sogar den Wikipedia-Editor für Bearbeitungen aufrufen.

Am iPad unterstützt die App auch die Slide Over– und Split View-Ansicht. Man kann so Wikipedia tipptopp parallel zur Arbeit in Safari offen haben. Man kann Artikel über Force Touch (3D-Touch) voransehen und die App sogar auf der Apple Watch nutzen.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

2 Gedanken zu „Der Wikipedia-Serendipitynator“

  1. Ich verwende Wikipedia öfters als Google. Ich spende seit wenigen Jahren sporadisch einen zweistelligen Betrag an Wikipedia. Ich verwende Wikipedia über den Browser. Vielleicht werde ich deine App Empfehlung mal ausprobieren, wenn ich wieder ein Smartphone mit einem grösseren Speicher habe.

  2. Ich finde Wikipedia bei politischen und gesellschaftlichen Themen alles andere als sachlich und neutral.

    Ein Lexikon sollte das aber natürlich sein.

    Daher spende ich nichts.

    Auch finde ich äußerst schlecht, daß die Autoren auf Wikipedia anonym schreiben. Es stellt sich die Frage, was der Grund dafür sein soll?

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