Podcasts: Etwas Kritik und eine kleine Empfehlung

Leo Laportes Triangulation-Podcast wird seinem Namen nicht mehr gerecht. Die ursprüngliche Idee bestand darin, dass zwei Interviewer einen Gast befragen und auf diese Weise eine «Triangulation» durchführen. Nun ist der ursprüngliche Co-Moderator Tom Merritt erst aus Triangulation ausgestiegen und hat sich dann ganz aus dem Twit-Netzwerk verabschiedet. Laut einer Twitter-Diskussion wollte Merritt zu viel Geld. Ich könnte mir allerdings genausogut vorstellen, dass sich letztlich zwei Alphatiere das Revier streitig gemacht haben.

Schon bei den Folgen mit Merritt hatte ich das Gefühl, dass Laportes Ego einfach zu gross ist, um neben sich einen Co-Befrager zu dulden. Bedauerlich, denn eine Befragungstechnik nach dem «guter Cop, böser Cop»-Prinzip oder mit sonstwie aufgeteilten Rollen würde der Sendung helfen. So muss man sich mit Laportes manchmal nur unkritischen, manchmal geradezu liebesdienerischen Fragen begnügen. (Er behauptet heute, das dritte Standbein in der Triangulation sei der Chatroom, wo Live-Hörer Fragen stellen könnten – er geht aber so gut wie nie auf die Fragen der Live-Hörer ein.) Darum empfehle ich den Podast nicht generell. Ich weise aber gern auf einzelne, interessante Episoden hin.

Wie die Episode 148 mit Vint Cerf. Er gilt als einer der Väter des Internets, indem er das TCP- und das IP-Protokoll mitentwickelt hat. Im Podcast sagt er, das Design des Internets sei gar nicht so wichtig gewesen – auch das Konkurrenzprotokoll OSI hätte durchaus funktionieren können. Entscheidend sei gewesen, dass das Internet genau wie die beweglichen Lettern der Gutenberg-Presse die Verbreitung von Informationen vereinfacht und beschleunigt habe. Cerf spricht auch über die Bit rot, bei der alte Daten quasi «verrotten», weil man sie nicht mehr lesen kann oder ihre Struktur nicht mehr versteht.

Autor: Matthias

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