«Andromeda Strain» von Michael Crichton ist ein blutleeres Wissenschaftsdrama, das immerhin mit einer rührenden Mischung aus Fortschrittsglaube und Retro-Futurismus aufwartet.
Kategorie: Nerdliteratur
Bücher und Hörbücher aus den Bereichen Sciencefiction und Fantasy. Manchmal auch ganz normale Geschichten mit einem technischen Aspekt. Oder auch ohne – wenn die Geschichte so gut ist, dass auch ein Nerd seine Zeit damit verbringen sollte.
In «Mr Mercedes» zeichnet Horrorspezialist Stephen King ein scharfes Psychogramm unserer Gesellschaft und vermittelt uns die deutliche Botschaft, dass uns nur ein paar wenige aufrechte Kämpfer, die den Glauben an die Gerechtigkeit noch nicht verloren haben, aus der Misere helfen werden.
Gott liebt Homosexuelle, teilt uns John Niven in seinem Buch «Gott bewahre» mit. Wir müssen das nun glauben, weil dieses Buch durchs Band Wahrheiten verkündet.
Walter Koenig erzählt in «Warped Factors», wie er in «Star Trek» den Pavel Chekov gespielt hat. Er lässt keinen Zweifel daran, dass das viel weniger glamourös war, als man es sich ausmalt.
«Predestination» ist die Verfilmung von Robert A. Heinleins Geschichte «Entführung in die Zukunft» («All You Zombies») und eine Art cineastisches Möbiusband.
«Lightning» von Dean Koontz ist eine untypische Zeitreise-Geschichte, in der sich die Heldin Laura von einem Schutzengel mit deutschem Akzent beschützen lassen muss.
«An Unwelcome Quest» («Abenteuer lass nach») ist der dritte und bisher mit Abstand der beste Teil von Scott Meyers Magic 2.0-Buchserie: Amüsant, leichtfüssig erzählt und mit vielen Anspielungen an die Computerspiel-Kultur gewürzt.
«Red Rising» von Pierce Brown spielt auf dem Mars, wo zwar Hochtechnologie, aber auch ein seltsames Kastensystem herrscht. So gern ich solche technisch-gesellschaftlichen Dystopien mag, fehlt es hier an Identifikationsmöglichkeiten
«The Difference Engine» spielt im viktorianischen England exerziert die Idee durch, wenn Charles Babbage seine Vision einer programmierbaren Rechenmaschine realisiert hätte. Leider bleibt die Story von William Gibson und Bruce Sterling farblos.
«Eine Billion Dollar» von Andreas Eschbach ist eine schlaue Reflexion über das exponentielle Wachstum, eine subtile Kapitalismuskritik und eine unterhaltsame Lektüre.
«Spell or High Water» («Auf Zauber komm raus») ist der zweite Teil in der «Wizard 2.0»-Reihe von Scott Meyer. In der gibt es eine matriarchale Gesellschaft, die von einer Doppelspitze regiert wird, die seltsamerweise aus der gleichen Frau, einmal in Jung und einmal in Alt besteht.
«The Long Walk» («Todesmarsch») von Richard Bachman alias Stephen King ist eine quälende Lektüre, aber eine grossartige Allegorie auf den amerikanischen Traum.