Der Tag, an dem die Erde gleich fünfmal unterging

«Recursion» von Blake Crouch ist eine spannende und ziemlich verquere Geschichte, in der plötzlich auftauchende Erinnerungen den Lauf der Welt zu verändern beginnen.

Recursion von Blake Crouch (Amazon Affiliate): Das ist ein Buch, das ich mit Spannung gelesen – und mit dem ich gehadert habe. Es untermauert meine Ansicht, dass Crouch der beste zeitgenössische Autor für literarisch anspruchsvolle und unterbewertete Themen wie Zeitreisen und Parallelwelten ist.

Selbst den Vergleich mit den wegweisenden Werken des Sciencefiction-Genres braucht er nicht zu scheuen. Er überzeugt bei den Figuren. Seine Handlungswendungen lassen einen nicht mehr los. Die Logik innerhalb des Buchs funktioniert, selbst wenn sie nicht mit den Naturgesetzen der richtigen Welt korreliert. Und er ist stilistisch sattelfest: „Der Tag, an dem die Erde gleich fünfmal unterging“ weiterlesen

Blake Crouch passt gut auf die Lesecouch

«Pines» ist eine irritierende Geschichte über einen Mann, der sich in einer seltsamen Stadt wiederfindet, in der ihm niemand helfen will. Der Autor Blake Crouch lässt uns Leserinnen lange im Dunkeln, was hier eigentlich vor sich geht.

Ich bin neulich über das Buch «Dark Matter» gestolpert. Das Leseerlebnis war erfreulich, weswegen sogleich die Frage aufgetaucht ist: Wer ist der Autor, dieser Blake Crouch? Und war das nur ein Zufallstreffer oder würde es sich lohnen, noch etwas tiefer in dessen Werk einzutauchen?

Wikipedia ist kurz angebunden, und das, was man dort lesen kann, ist offensichtlich von Crouchs Homepage abgeschrieben, die auch eher auf der dürftigen, selbstgebastelten Seite angesiedelt ist. Es gibt ihn aber immerhin auf Twitter und Facebook, wobei sich aus dem Stöbern durch die sozialmedialen Ergüsse kein wirklicher Erkenntnisgewinn ergibt. Es bleibt mir daher nichts anderes übrig, als noch ein Buch von ihm zu lesen.

Das ist Pines (Amazon Affiliate), der erste Teil aus der Wayward Pines Trilogy. Die gibt es auch als Fernsehserie. Und in Buchform auf Deutsch, wobei der erste Band Psychose heisst. Und man kann fast nichts von der Geschichte erzählen, ohne zu viel zu verraten. Ausser natürlich den Klappentext: „Blake Crouch passt gut auf die Lesecouch“ weiterlesen

Dem Multiversum Gerechtigkeit widerfahren lassen

«Dark Matter» von Blake Crouch ist eine packende Sciencefiction-Geschichte von einem Mann, der zwischen den Multiversen verloren geht und herausfinden muss, welches aus unendlich vielen Universen denn nun seine Heimat ist.

Wie hier im Blog an diversen Stellen zu lesen ist, mag ich Bücher mit alternativen Realitäten: Sie haben das Potenzial für spannende Unterhaltung und Einblicke in fantastische Parallelwelten. Doch da ist noch mehr. Ich finde nämlich, dass ein vernünftiger Mensch gar nicht anders können sollte, als sie zu lesen.

Natürlich, diese Überzeugung ist nun erklärungsbedürftig. Sie hat damit zu tun, dass ich nicht an die Vorbestimmung glaube. Wir leben nicht in einer deterministischen Welt. In jeder Sekunde gibt es unterschiedliche Wege, die die Menschheit als ganzes und ich als Individuum gehen könnte. Es gibt unendlich viele Einflussfaktoren – und viele haben mit der unmittelbaren Situation, dem Zufall und den Umständen zu tun. Und dem, was man gemeinhin als Glück bezeichnet.

Wie würde der bestmögliche Verlauf des eigenen Lebens aussehen?

Darum muss es jedem einleuchten, dass der Lauf der Dinge auch ganz anders sein könnte. Auch man selbst würde ein vielleicht völlig anderes Leben führen, wenn nur ein paar Dinge anders verlaufen wären. Das weckt, so finde ich, die Neugierde – und manchmal auch ein bisschen Sehnsucht. Ich würde nämlich schon sehr gern wissen, wie der bestmögliche Verlauf meines Lebens aussehen würde.

Als vernünftiger Mensch bin ich allerdings auch ganz froh, dass es völlig unmöglich ist, das zu wissen. Denn natürlich wäre das Unglücksgefühl genauso gross wie die Diskrepanz zu diesem bestmöglichen Verlauf.

Doch immerhin gibt es Bücher, die diese Neugierde und Sehnsucht bedienen. Die das Multiversum vor uns auffächern und aufzeigen, wie es besser oder schlechter hätte laufen können und wie es wäre, zwischen den Möglichkeiten zu springen. Und das allerbeste Buch zu diesem Thema, das habe ich gerade gelesen.  „Dem Multiversum Gerechtigkeit widerfahren lassen“ weiterlesen