Twitter sagt, ich sei eine linke Socke

Was ist eigentlich von The Blindspotter zu halten? Dieser Twitter-Analyst masst sich an, meine – und auch eure – politische Ausrichtung zu erkunden. Erkenntnis: Manchmal passt das, manchmal nicht.

Neulich bin ich dank meines lieben Twitter-Freundes @undifferanziert bei The Blindspotter gelandet. Letzterer verspricht, einem aufzuzeigen, ob man bei seinem Nachrichtenkonsum einen blinden Fleck aufweist. Sprich, ob man sich ausgewogen informiert oder bestimmte Quellen bevorzugt. Und ja, es geht um die politische Ausrichtung.

Wie zu erwarten war.

Bei mir kam der Blindspotter zu einem wenig überraschenden Ergebnis. Er hat einen starken Linksdrall konstatiert und den sogar mit einem Prozentwert ausgewiesen: „Twitter sagt, ich sei eine linke Socke“ weiterlesen

Eine Handvoll Tricks zu Spotlight

Die Suchfunktion von Mac OS hat auch schon 17 Jahre auf dem Buckel. Doch sie ist nach wie vor superpraktisch – vor allem mit den diversen Tricks, die es hier zu entdecken gibt.

Spotlight ist eine der Funktionen beim Mac, auf die man als Windows-Anwender typischerweise neidisch ist. Zu Recht, wie ich finde: Die 2004 zusammen mit Mac OS X 10.4 (Tiger) eingeführte Suchfunktion ist zweckdienlich, elegant und hilfreich.

Die Windows-Suche ist mit Windows 10 zwar besser geworden, aber noch immer nicht das Gelbe vom Ei. Das hat  damit zu tun, dass Microsoft seine Assistentin Cortana erst ins Betriebssystem reingestrickt hat, nur um sie wieder herauszulösen und als separate App in den Store zu bringen. Und eben: Die gleiche Eleganz beim Suchen bekommt man bei Windows nur mit Ueli (Ueli, der Windows-Knecht) oder mit Keypirinha (Ueli oder Keypirinha?). Und, damit das auch noch gesagt ist, auch beim Mac gibt es Alternativen wie Alfred (Alfred serviert im Eilzugstempo).

Also, Spotlight ist ein Highlight. Und darum ist es mehr als gerechtfertigt, dass ich an dieser Stelle ein paar Tipps zu  dieser schönen Funktion loswerde. „Eine Handvoll Tricks zu Spotlight“ weiterlesen

Spotify-Mankos ausbügeln

Spotify will nicht nur bei der Musik, sondern auch bei Hörbüchern, Hörspielen und Podcasts dominieren. Doch für diese gesprochenen Inhalte ist die App leider annähernd unbrauchbar. Dabei wäre es keine Kunst, es besser zu machen.

Spotify hat das Streaming populär gemacht und ist für viele Nutzer zur wichtigsten oder sogar zur einzigen Quelle für Pop, Rock und andere Musik geworden. Doch das reicht Daniel Ek und seinen Mitstreitern anscheinend nicht: Sie möchten Spotify zu dominanten Plattform im Audiobereich machen – analog zur Dominanz von Youtube auf dem Markt des Internetvideos.

Zu diesem Zweck hat Spotify das Repertoire über das Musikangebot ausgeweitet. Der Streamingdienst fördert Spotify die Podcasts zu Tode und hat Hörspiele im Repertoire, viele auch speziell für Kinder (siehe hier und hier). Es gibt auch Hörbücher, und – wie Olli Schulz neulich verdienstvollerweise im «Fest und Flauschig»-Podcast verkündet hat, auch einige aus dem Erotikbereich. Daraus würde ich nach meinen abtörnenden Erfahrungen (Ein literarischer Klimax ist das nicht) nun nicht unbedingt empfehlen. Aber wenn jemand dennoch nicht die Finger davon lassen will, ist diese Playlist hier womöglich ein guter Anfang.

Und damit sind wir beim Thema: So angenehm es ist, diese Inhalte zur Auswahl zu haben, so wenig Spass macht der Konsum. Es gibt drei grosse Probleme mit den gesprochenen Inhalten: „Spotify-Mankos ausbügeln“ weiterlesen

Ein Ja, aber! zu #NoLiestal

Twitter hat den Covidioten die Stirn geboten und eindrücklich demonstriert, dass die Vernünftigen in der Mehrheit sind. So stolz ich darauf bin, bleibt ein Problem mit Aktionen wie diesen.

Das sozialmediale Ereignis der Woche ist hierzulande #NoLiestal. Unter dem Hashtag versammeln sich seit gestern jene Leute, die mit der Demonstration vom 20. März in Liestal nicht einverstanden sind. Bei der sind letzten Samstag in der Stadt im Kanton Basel-Land 8000 Protestierende zusammengekommen, die einen sogenannten stillen Protest abgehalten haben.

Wie man im Bericht der «Basler Zeitung» lesen kann, war der aber gar nicht so still: Es wurde gegen die Diktatur gebrüllt, in der wir vermeintlich leben. Mitglieder der neuen «Mass-voll!»-Bewegung konnte man, wie es im Artikel heisst, «biertrinkend und Fahnen schwingend» an der Demo mitlaufen sehen. Und gemäss den Medienberichten hat kaum jemand eine Maske getragen, sodass die «Basler Zeitung» ein klares Fazit zu dieser Veranstaltung zieht: „Ein Ja, aber! zu #NoLiestal“ weiterlesen

Obamas und Springsteens Mogelpackung

Ist es ein klassischer Laberpodcast oder doch ein politisches Manifest? Ich habe mir «Renegades: Born in the USA» angehört.

Früher waren es ein paar einsame Technikfreaks, die in ihren Männerhöhlen hingehockt sind und angefangen haben, in Mikrofone zu sprechen – mit dem Ziel, nicht unter Leute zu müssen und Konversationen von Angesicht zu Angesicht abzuhalten. Und wenn diese Formulierung abschätzig klingen sollte, so ist sie absolut nicht so gemeint: Als bekennender Nerd habe ich maximales Verständnis für diese sozial distanzierte Form der kommunikativen Interaktion.

Heute komme ich nicht umhin zu bemerken, dass es nicht mehr die Streber, Nerds und Eigenbrödler sind, die Podcasts machen. Spotify hat diese romantische Vorstellung im Februar mit einer Pressemeldung gnadenlos aus dem Weg geräumt. Es gebe nun einen Podcast mit Barack Obama und Bruce Springsteen, schrieb der Streaminganbieter. Ein ehemaliger US-Präsident und einer der kommerziell erfolgreichsten Musiker im Rockgeschäft: Es gibt wenige Kombinationen, die weniger outsidrig wären. „Obamas und Springsteens Mogelpackung“ weiterlesen

Android hat kein Musikgehör

Googles schönes Smartphone-Betriebssystem ist eine komplette Nullnummer, wenn es um anspruchsvollen Musikgenuss geht.

Neulich habe ich zum würdigen Gedenken an Lou Ottens einige Musik-Apps vorgestellt. Ottens gilt als Vater der Kompaktkassette und die Apps haben dementsprechend den Sinn und Zweck, diese Erfindung in post-analoger Form wiederaufleben zu lassen: Das Handy wird zum Walkman, in den man seine digitalen Audiodateien einlegt. Eine der Apps, nämlich Cassette Gold, habe ich vor einiger Zeit hier im Blog im Beitrag Der Walkman lebt vorgestellt.

Bei den Tests für meinen Artikel habe ich mir auch einige Apps für Android angeschaut und bin ich in die Verlegenheit gekommen, zu Demonstrationszwecken einige Musikdateien auf das Nokia 7.2 (Nokia ist zurück) befördern zu müssen.

Naiv wie ich bin, dachte ich, das ginge so einfach wie beim iPhone: „Android hat kein Musikgehör“ weiterlesen

Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert

Bei Microsoft bedeutet Innovation, Games aus der Steinzeit neu aufzulegen. Das ist nicht ganz so unsinnig, wie es klingt – zumindest, wenn man ein Flair für die Klassiker wie Mahjong hat, das es nun fürs iPhone und Android gibt.

Manche Menschen sind Neuem aufgeschlossen, andere nicht: Dieser Gegensatz gehört zu den beliebtesten Kategorien, mit denen man sich selbst und andere beschreibt. Und die meisten Menschen beziehen Selbstwertgefühl oder sogar Stolz aus der Tatsache, dass sie progressiv und nicht konservativ sind – oder umgekehrt.

Nun ist in mir der Verdacht gereift, dass diese Einteilung auf keinen Fall universell gilt – beziehungsweise nur in Ausnahmefällen. Es gibt, so denke ich, jene Leute, die Neuerungen in jedem Lebensbereich ablehnen. Aber umgekehrt sind auch progressive Naturen nicht in jeder Lebenslage progressiv. Sondern eben nur in manchen.

Vermutlich hilft ein Beispiel, diese These zu erläutern: „Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert“ weiterlesen

Bahnbrechende Erkenntnisse zu Sex-Podcasts

Ich dachte, der Sexpodcast sei tot. Doch siehe da, er ist ein Stehaufmännchen!

Ich habe gedacht, das Thema sei abgeschlossen. Im Beitrag Ein Prickeln in den Ohren? habe ich mich zu den Sex-Podcasts geäussert und ein Urteil gefällt, von dem ich glaubte, es sei abschliessend: in der Theorie grossartig, aber in Echt völlig unbrauchbar.

Nun habe ich zufälligerweise festgestellt, dass auch «Die Zeit» einen Sexpodcast im Angebot hat. Ist das normal? heisst er und wird von Zeit-Wissensredakteur Sven Stockrahm und Sexualtherapeutin und Ärztin Melanie Büttner betreut (RSS, Apple iTunes, Spotify, Deezer).

Damit war meine erklärte Absicht, mich um das Thema zu foutieren, hinfällig. „Bahnbrechende Erkenntnisse zu Sex-Podcasts“ weiterlesen

Den Cookies geht es jetzt doppelt an den Kragen

Sowohl Google Chrome als auch Firefox legen beim Tracking eine härtere Gangart vor. Ich kläre die Frage, welcher Browser seine Datenschutzoffensive glaubwürdiger betreibt.

Google will das Tracking einschränken: Der Chrome-Browser geht zunehmend restriktiv mit den Cookies der Drittanbieter um und wird die in einer künftigen Version überhaupt nicht mehr annehmen. Über diese interessante Neuerung habe ich im Beitrag Das Ende der Cookies (Paywall) berichtet.

So weit sich das bis jetzt sagen lässt, hat Google den richtigen Weg eingeschlagen: Die wilde Datensammelei wird je länger je weniger toleriert, und wer sich wie Mark Zuckerberg gänzlich uneinsichtig zeigt, provoziert strengere gesetzliche Regeln.

Darum finde ich gut, was Google tut, auch wenn ich nicht verhehlen mag, dass mein Misstrauen bleibt: „Den Cookies geht es jetzt doppelt an den Kragen“ weiterlesen

Die Sprachnerds gehören zu den Pandemiegewinnern

Lockerungsdrängler, Trikini, Söderwindel und overzoomed: Was Corona mit der Sprache anstellt, ist spannend und unterhaltsam.

Dank der schönen Dlf-App bin ich dem schönen Beitrag Zeiten des Umbruchs erweitern den Wortschatz begegnet. In dem erklärt die Linguistin Christa Dürscheid, wie sich die Pandemie auf unsere Sprache auswirkt.

Corona beschert und viele Neologismen: Wort-Neukreationen wie das Vaxxie oder die Zoomparty. Wir müssen medizinische Fachbegriffe wie das Vakzin lernen – wobei ich mir bei dem nicht sicher bin, wie viel Wichtigtuerei mit dabei ist. Könnten nicht auch Mediziner einfach Impfstoff sagen?

Eine dritte Beobachtung ist, dass manche bestehenden Wörter eine neue Bedeutung erhalten: „Die Sprachnerds gehören zu den Pandemiegewinnern“ weiterlesen