Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Forschungsbedarf besteht

An mir ist ein Linguist verloren gegangen. Darum beschäftige ich mich mit der Frage, wie die digitale Kommuni­kation die Sprache verändert. Die Erkennt­nisse sind durch­wachsen – aber immerhin hat der Blogpost eine Pointe.

Aus mir wäre fast ein Linguist geworden. Und auch wenn das nicht passiert ist, faszinieren mich sprachwissenschaftliche Themen nach wie vor. Darum passiert es mir ab und zu, dass ich einem Thema aus dem Bereich hinterher recherchiere.

Das ist mir neulich wieder einmal passiert. Ich habe mich gefragt, ob untersucht worden ist, wie sich die Verbreitung der Computer und der digitalen Kommunikationstechnik auf die Sprache ausgewirkt hat. Die offensichtliche Konsequenz ist, dass Begriffe aus der Fachsprache in den allgemeinen Wortschatz übergehen: Auf diesen Punkt komme ich gleich zurück.

Doch natürlich gibt es auch viele weitere Auswirkungen: Dass manche Leute in einer normalen, nicht-digitalen Konversation ein LOL einwerfen, ist wahrscheinlich nicht nur mir aufgefallen.

Nicht wirklich überraschend ist, dass die Kulturpessimisten einen Sprachzerfall befürchten oder ihn diagnostizieren und anprangern. Es gibt die Bedenken, dass die Chats und Messenger-Apps eine Beschädigung unserer Ausdrucksformen verursachen. „Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Forschungsbedarf besteht“ weiterlesen

Wie Windows etwas für unseren Biorhythmus tut

In Windows gibt es zwar einen hellen und einen dunklen Modus, aber keine Möglichkeit, automatisch umzuschalten. Doch dieses Manko lässt sich wettmachen.

Bei Windows gibt es seit dem Mai-2019-Update (1903) den dunklen Modus. Ich schätze den sehr, komme aber nicht umhin zu konstatieren, dass er nicht ganz durchdacht ist.

Aber zuerst zu den Grundlagen: Der Nachtmodus findet sich in den Einstellungen bei Personalisierung in der Rubrik Farben im Abschnitt Farbe auswählen. Man kann entweder Hell oder Dunkel auswählen, oder aber die Option Benutzerdefiniert setzen. Mit der darf man die Windows-Oberfläche und die Apps separat konfigurieren (Standardmässigen Windows-Modus, Standard-App-Modus): Also Windows dunkel und Apps hell, oder umgekehrt.

Das ist so weit in Ordnung. Was mir jedoch fehlt, ist die Möglichkeit, den Modus automatisch umschalten zu lassen. Denn abgesehen von den Gruftis, die es 24 Stunden am Tag düster mögen, würden es viele Anwender schätzen, wenn sich das Betriebssystem den Tageslichtverhältnissen anpassen würde. Das iPhone und iPad handhaben das seit iOS 13 (Das lange Warten auf den besseren Homescreen) so, der Mac seit Mojave (Vorhang zu für Mojave).

Diese Einschränkung ist umso unsinniger, als dass es bei Windows in den Einstellungen bei Anzeige den Nachtmodus gibt: „Wie Windows etwas für unseren Biorhythmus tut“ weiterlesen

Die Vergangenheit war hässlich – mit ein paar Ausnahmen

Wie grauenvoll war das denn? Auf Versionmuseum.com bekommt man die Design-Sünden von Apple und Co. zu Gesicht.

Nicht nur wir werden älter. Es gibt auch Softwareprogramme, die langsam in die Jahre kommen. Excel ist so ein Fall: Neulich ist mir bei meinen Recherchen zu den modernen Tabellenkalkulations-Alternativen Airtable und Spreadsheet.com aufgefallen, dass Microsofts Office-Oldie auch schon gute 35 Jahre auf dem Buckel hat. Nach menschlichen Begriffen ist Excel im besten Alter. Aber da man meiner Meinung nach Softwarejahre ähnlich wie Hundejahre zählen müsste, ist das Ding mindestens 250 Jahre alt.

Und ja, man kommt schnell zur Erkenntnis, dass dieser Vergleich hinkt, und zwar auf allen vier Pfoten. Softwareprogramme werden mitunter zwar dick, genauso wie das bei Menschen und Tiere mit den Jahren unter Umständen der Fall ist. Trotzdem sieht man ihnen die Jahre meist nicht an. Sie werden in Versionen quasi wiedergeboren. Darum bekommen sie kein graues Fell und werden auch nicht tatterig. Sie leiden nicht unter Zahnausfall, müssen nicht zum Tierarzt und brauchen keine Operation am Hüftgelenk.

Und sie dürfen nicht mit ganz so viel Zuneigung ihrer Besitzer rechnen wie unsere vierbeinigen Freunde: „Die Vergangenheit war hässlich – mit ein paar Ausnahmen“ weiterlesen

Die iPhone-Tricks der Leserinnen und Leser – plus eine Zugabe

Mein Aufruf hat reiche Ernte getragen: Das Publikum hat nützliche Tipps und Tricks fürs iPhone und iPad eingereicht, die ich pflichtschuldig zusammengetragen habe.

Crowdsourcing ist so eine Sache: Man kriegt nicht immer das, was man sich erhofft. Schliesslich ist die Crowd kein Angestellter, dem man konkrete Aufträge – und im Fall der Nicht- oder Schlechterfüllung – eine Rüge erteilen darf.

Nein, man benötigt Fatalismus und eine Gabe zur Improvisation, wenn man mit den Resultaten der Crowd etwas Konkretes anstellen möchte. Aber aufschlussreich ist es allemal – denn man erfährt, dass Vorlieben diametral auseinandergehen können und Prioritäten oft komplementär bewertet werden.

Die Meinungen gehen auseinander – sogar bei der Frage nach den besten iPhone-Tricks

Klar: Das ist keine neue Erkenntnis. Aber mich erstaunt es trotzdem immer wieder, dass es eben nicht nur bei den politischen Diskussionen auf Twitter zu Meinungsverschiedenheiten kommt, sondern auch bei der Frage nach den besten Tipps und Tricks zum iPhone.

Womit wir beim Thema wären: „Die iPhone-Tricks der Leserinnen und Leser – plus eine Zugabe“ weiterlesen

Das auf Sicherheit und Anonymität getrimmte Web-Office

Cryptpad ist eine Webanwendung für die klassischen Büro-Applikationen Text, Tabelle, Präsentation, mit Kanban, Umfrage und einem Whiteboard als Dreingabe. Sie ist niederschwellig und sogar ohne Anmeldung zu verwenden.

Cryptpad ist eine interessante Webanwendung, die mir von einem Leser empfohlen worden ist, wobei ich mich leider nicht mehr an den Kontext erinnern und den Tipp ausreichend verdanken kann – was man mir bitte nachsehen möge.

Diese Webanwendung stammt von einem Pariser Unternehmen namens Xwiki und zeichnet sich durch drei Besonderheiten aus: Sie ist quelloffen, setzt auf Verschlüsselung und ist ohne Anmeldung und komplett anonym nutzbar. Es gibt acht Module, nämlich Text, Tabelle, Präsentation, Umfrage, Code, Kanban, Whiteboard und das Cryptdrive.

Mit anderen Worten: Das ist eine gut ausgestattete Office-Umgebung, die einige Module mehr anzubieten hat, als zum Beispiel die G-Suite von Google.

Die anonyme Nutzung ohne Anmeldung steht für alle Module zur Verfügung, also auch für die Dateiablage (Drive) fürs Online-Deponieren von beliebigen Dateien. Damit ist Cryptpad nicht nur eine Online-Büroanwendung, sondern auch eine Alternative zu Firefox Send (Wie man als Whistleblower anonym bleibt).

Ohne die Notwendigkeit einer Anmeldung ist Cryptpad maximal unkompliziert einsetzbar: „Das auf Sicherheit und Anonymität getrimmte Web-Office“ weiterlesen

Tipps für alle, die die Taskleiste und das Startmenü von Windows lieben oder hassen

Wie man das Windows-Startmenü und die Taskleiste optimal konfiguriert – oder für die tägliche Arbeit komplett überflüssig macht.

Wie viele Anpassungsmöglichkeiten sollte eine Software den Nutzern bieten? Das ist eine spannende Frage, finde ich. Denn die offensichtliche Antwort lautet natürlich: «So viele wie möglich!» – «Je mehr, desto besser!»

Doch es gibt ein Gegenargument, das nicht ganz so offensichtlich ist, aber jedem einleuchtet, der es schon mit verzweifelten Benutzern zu tun bekommen hat, die sich in ihrer Softwareumgebung nicht mehr zurechtfinden: Sehr weitreichende Möglichkeiten können zu Orientierungsproblemen führen. Es besteht die Gefahr, dass Leute wichtige Befehle nicht mehr zur Hand haben und sich völlig verloren fühlen.

Eine weitere Auswirkung ist, dass die Vergleichbarkeit leidet: „Tipps für alle, die die Taskleiste und das Startmenü von Windows lieben oder hassen“ weiterlesen

Die Tabellenkalkulation, die Excel alt aussehen lässt

Microsoft gibt sich redlich Mühe, Office auf modern zu trimmen. Trotzdem wirkt Excel angestaubt, wenn man sich eine Tabellenkalkulation aus diesem Jahrhundert anschaut, zum Beispiel Spreadsheet.com.

Airtable sei keine Luftnummer, habe ich nach einem ausführlichen Test festgestellt. Es handelt sich um modernen Nachfolger der klassischen Tabellenkalkulation, der im Web läuft, mit Datenbankfunktionen aufwarten kann und der kollaborativen Nutzung gewachsen ist.

Bei meinen Recherchen zu Airtable bin ich auf einen weiteren Kandidaten gestossen, der als moderner Nachfolger für die klassische Excel-Arbeitsmappe infrage kommt (auch wenn Microsoft sich redlich spreadsheetcomMühe gibt, Office auf modern zu trimmen). Er heisst spreadsheet.com und verspricht, mit einem vertrauten Werkzeug Leute, Projekte und Daten zusammenzubringen.

Das Projekt ist noch nicht offiziell lanciert, sondern erst über ein Early Access-Programm zugänglich. Allerdings habe ich, nachdem ich mich dafür beworben habe, innert zwei Tagen meinen Account erhalten. Darum habe ich mich entschieden, bereits jetzt darüber zu berichten – schliesslich will ich auch einmal zu den Trendsettern gehören.

Trotzdem sei darauf hingewiesen, dass sich der offizielle Start noch hinziehen könnte. „Die Tabellenkalkulation, die Excel alt aussehen lässt“ weiterlesen

Computerpioniere, SIM-Karten, Kuchen-Elefant

Ein bunter Strauss von Themen, die euch und mich in letzter Zeit bewegt haben. Plus ein Griff in den Papierkorb, wo noch zwei Texte lagen, die der Kürzungsschere zum Opfer gefallen sind.

Beitragsbild: Larry Tesler and Whisper; Read more von Yahoo/Frlickr.com, (CC BY 2.0)

Völlig plötzlich und einigermassen überraschend ist auch schon wieder März. Also höchste Zeit für einen neuen Aufwisch der Artikel der letzten Zeit. Das sind die Artikel für die Tamedia, angefangen mit den Beiträgen aus diesem Monat.

  • ❤️ Sie brachte den Mac zum Lächeln Vom Fortschrittsbalken zum «Strandball des Todes»: Wie IT-Erfindungen zu kulturellen Phänomenen wurden. Und welche Menschen dahinterstehen.
  • ❤️ Bye-bye, SIM-Karte Sunrise lanciert unter dem Label Yallo eine Handy-Flatrate, die pro Tag oder pro Monat aktiviert werden kann. Dank der virtuellen E-SIM-Karte kann das Angebot direkt in der App gebucht werden.

Zum ersten Text zu den wenig oder gar nicht bekannten Computer-Legenden habe ich noch einen Nachtrag. Der kommt am Schluss. Jetzt geht es erst einmal weiter mit meinen Artikeln vom Februar: „Computerpioniere, SIM-Karten, Kuchen-Elefant“ weiterlesen

Eine richtige Kamera für Videokonferenzen und fürs Streaming

Ich habe einen günstigen HDMI-Capture-Adapter mit meiner Sony-Videokamera und meiner Spiegelreflex von NIkon getestet und dabei eine kleine Überraschung erlebt.

Bei der Produktion für meine Videos experimentiere ich mit neuen Verfahrensweisen. Dabei soll meine Spiegelreflexkamera, die D7000 von Nikon, häufiger zu Einsatz kommen. Bis jetzt habe ich primär mit der Sony AX100e (Eine patente Kamera) gefilmt.

Da die D7000 keinen umklappbaren Monitor hat, wollte ich ausprobieren, was es bringt, den Laptop als Kameramonitor zu verwenden. Zu diesem Zweck habe ich mir einen HDMI-Capture-Adapter angeschafft.

Das ist ein Gerät, das das Live-Signal der Kamera via HDMI-Kabel abgreift und per USB in den Rechner einspeist. Auf diese Weise hat man das Live-Signal am Computer zur Verfügung und kann seine Video- und Spiegelreflexkameras fürs Live-Streaming und für Videokonferenzen nutzen.

…. und nein, man sollte nicht auf die Idee kommen zu diesem Zweck, die Kamera per HDMI mit dem bei vielen Computern vorhandenen HDMI-Anschluss zu verbinden: „Eine richtige Kamera für Videokonferenzen und fürs Streaming“ weiterlesen

Kann Bookbeat Audible das Wasser reichen?

Seit einem Jahrzehnt kaufe ich meine Hörbücher bei Audible. Wäre es nicht Zeit für einen Wechsel – zumal es bei Bookbeat Hörbücher à dis­cré­ti­on gibt? Ich habe mir diesen Entscheid nicht einfach gemacht.

Ich bin ein fleissiger Bücherkonsument. Leser kann man das aber im Grunde nicht nennen, weil ich mir seit mehr als zehn Jahren Literatur hauptsächlich in Form von Hörbüchern zuführe.

Diese Hörbücher kommen hauptsächlich von Amazons Hörbuchtochter Audible. Ende 2009 habe ich mit einem Gutschein angefangen, den ich nach Bedarf für Titel ausgegeben habe. Seit März 2012 läuft mein Abo bei Audible.com, bei der englischsprachigen Variante der Plattform. Ich habe mein Abo dort, weil der grösste Teil der Titel, die ich kaufe, aus dem angelsächsischen Raum stammt und ich sie gern im Original höre.

Kleine Klammerbemerkung: Ich finde es nach wie vor unsinnig, dass Audible separate Plattformen für die diversen Sprachräume betreibt, bei denen es unterschiedliche Angebote und variierende Preise gibt. Ein Abo für alle – und jeweils der günstigste Preis, das wäre benutzerfreundlich. Aber wie im Beitrag Verlags-Idioten dargelegt, ist es in der Praxis noch viel komplizierter: Da hängt es nämlich von der Kreditkarte ab, ob man ein Buch kaufen kann oder nicht.

Doch trotz dieses Ärgernisses bin ich Audible mehr als ein Jahrzehnt treu geblieben. Das natürlich vor allem aus einem Grund: „Kann Bookbeat Audible das Wasser reichen?“ weiterlesen