Was wird jetzt aus der F1-Taste?

Mit Windows 11 wird die kon­text­sen­si­tive Hilfe ab­ge­schafft. Die Funk­tions­taste ganz links ist in den meisten Apps ohne Funktion. Das ist unsin­nig: darum ein Vor­schlag, wie Micro­soft das ändern soll.

Die F1-Taste steht für die Hilfe-Funktion – und zwar seit vierzig Jahren. Schon 1982 haben Programme wie die Textverarbeitung Volkswriter für IBM-PCs sie für diesen Zweck verwendet, wenngleich die Zuschreibung damals nicht verbindlich war.

Das hat 1987 dann die Common User Access-Richtlinie geändert. In diesem Regelwerk hat IBM festgelegt, wie Benutzeroberflächen gestaltet werden sollten. Es ist eine lesenswerte Lektüre, weil es viele Vorgaben macht, die auch heute noch gebräuchlich sind: Die Menüleiste am oberen Rand, die Möglichkeit, Dialogboxen über Abbrechen bzw. die Escape-Taste zu schliessen – und vieles mehr. IBM hat auch vorgeschrieben, dass Programme eine Hilfe-Funktion aufweisen sollen, die über den letzten Punkt in der Menüleiste zugänglich sein soll – oder kontextsensitiv über die F1-Taste.

Nun ist unübersehbar, dass es immer weniger Programme mit einer solchen Hilfe-Funktion gibt: „Was wird jetzt aus der F1-Taste?“ weiterlesen

Der Nerd als geborener DJ

Die beste App, um Musik aufzulegen, ist Djay Pro von Algoriddim. Sie hat in der Mac-Version einige Tricks mit künstlicher Intelligenz auf Lager, die gleichzeitig faszinieren und irritieren.

Nerds gehören nicht unbedingt zu der Gattung Mensch, die auf Achttausender klettert, im Wald barhändig einen Bären erwürgt oder die Boxweltmeisterschaft gewinnt. Wenn wir Nerds die Bewunderung der Massen erwerben möchten, müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen. Und zum Beispiel DJ werden. Als DJ kann man eine Art Held sein, ohne sein Leben riskieren zu müssen. Man muss sich auch nicht unbedingt ins Rampenlicht stellen: Man darf sich hinter Plattentellern verstecken und die feiernde Gesellschaft seine Anwesenheit indirekt, über den Musikmix spüren lassen.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die feinmotorischen Fähigkeiten dank des Fortschritts an Bedeutung verloren haben. Als der DJ noch Vinyl aufgelegt hat, musste er zumindest in der Lage sein, mit der Nadel die Rille an der richtigen Stelle zu treffen. Und der Umgang mit den Tonträgern erforderte ein gewisses Geschick, damit immer rechtzeitig das passende nächste Stück auf dem Plattenteller lag.

Diese bei uns Nerds oft nicht vorhandenen Talente lassen sich durch den Einsatz moderner Technik problemlos kompensieren: „Der Nerd als geborener DJ“ weiterlesen

Ein Tor zu Tor, das keine Wünsche offen lässt

Onion Browser ist eine App fürs iPhone und das iPad fürs Tor-Ano­nymi­sie­rungs­netz­werk, die sich durch aus­ge­klü­gel­te Ein­stel­lungen aus­zeichnet.

Wer gelegentlich mit dem Tor-Browser unterwegs ist (Tor ist ein Menschenrecht), der kann dazu am iPad den Red Onion Browser verwenden, der den Zweck noch immer bestens erfüllt.

Gold, Silber oder Bronze? Hier legt man die Restriktionen fest, die für Websites gelten.

Neulich bin ich indes einer Alternative begegnet, nämlich dem Onion Browser. Diese App fürs iPhone und iPad macht das, was man von ihr erwartet: Sie ermöglicht erstens den Zugriff auf normale Websites über das Tor-Netzwerk, das die Datenpakete über mehrere, häufig wechselnde Relais-Stationen leitet und extra verschlüsselt, sodass keine Lokalisierung mehr möglich ist und das Tracking massiv erschwert wird. Zweitens erreicht man mit mir ihr Websites im sogenannten Dark web: „Ein Tor zu Tor, das keine Wünsche offen lässt“ weiterlesen

Fotos nach Textinhalten durchsuchen

Eine Hand­voll Tipps, wie man den Text­in­halt auf Bildern und Screen­shots erkennt und seine ganze Foto­samm­lung nach Stich­wörtern durch­sucht.

Eine tolle Neuerung in iOS 15 ist Live Text. Sie führt eine Texterkennung in Bildern durch – und zwar vollautomatisch, ohne dass man etwas dafür tun müsste. Man kann den erkannten Text markieren und kopieren, Mailadressen oder Telefonnummern direkt für eine Kontaktaufnahme benutzen, markierte Wörter nachschlagen oder übersetzen.

Das ist eine Erleichterung im Alltag und eine eindrückliche Demonstration, wie Funktionen, die man früher nur als Käufer teurer Spezialprogramme zur Verfügung hatte, geläufig geworden sind.

Wir erinnern uns vielleicht: „Fotos nach Textinhalten durchsuchen“ weiterlesen

Auch einmal Nein sagen können

Es ist keine gute Idee, Apps alle ange­for­der­ten Be­rech­tigungen gedan­ken­los zu gewäh­ren. Statt­dessen sollte den Zugriff auf Mikro­fon, Kamera, das loka­le Netz­werk und die Ortungs­dienste selek­tiv ge­wäh­ren und gele­gent­lich hin­ter­fragen.

Nach der Installation einer App bekommt man es mit den berühmt-berüchtigten Dialogen zu tun, in denen Berechtigungen angefordert werden: Manche Apps wollen auf Kamera und Mikrofon zugreifen, andere auf den Standort und wiederum andere auf den Kalender oder die Erinnerungen.

Diese Anfragen mögen oft als lästig erscheinen, sie sind aber sinnvoll: Erstens schaffen sie Transparenz darüber, welche Informationen auf dem Gerät eine App zu nutzen gedenkt.

Zweitens erhalten wir Nutzer einen klaren Eindruck davon, wie «neugierig» eine App ist. Und drittens erhalten wir die Gelegenheit, unsere persönlichen Daten zu schützen: „Auch einmal Nein sagen können“ weiterlesen

App-Tracker bei Android aufspüren und unschädlich machen

Warden untersucht auf Android-Telefonen die instal­lier­ten Apps, zeigt auf, welche Tracker und Logger sie ver­wen­den und bietet an, diese zu ent­fernen. Das ver­bes­sert den Daten­schutz, ist aber nicht un­gefähr­lich.

Im Web werden wir getrackt – das sind wir uns gewohnt. Weniger bekannt ist, dass auch Apps jede Regung von uns Nutzerinnen und Nutzern aufzeichnen, auswerten, speichern und – vermutlich – auch in personalisierter oder anonymisierter Form weiterverkaufen: App Tracking: Es ist noch viel, viel schlimmer, war mein Fazit, nachdem ich mir Exodus angeschaut hatte: Das ist eine Website, die aufzeigt, welche Tracker in welcher App enthalten sind. Die Erkenntnis damals: Es gibt kaum eine App, die nicht trackt. Und manche Apps haben Dutzende solcher Komponenten von verschiedenen Datensammlern eingebaut.

Nun hat mich @kiki auf Mastodon auf ein spannendes Projekt in diesem Zusammenhang hingewiesen: „App-Tracker bei Android aufspüren und unschädlich machen“ weiterlesen

Wie man Apps überwacht, die einen überwachen wollen

iPhone und iPad liefern einen Daten­schutz­bericht für alle instal­lier­ten Apps. Er auf schlüs­sige Weise, welche Daten eine App sammelt, wie häufig sie das tut und mit welchen Servern sie kom­mu­ni­ziert. Diese Infor­ma­tionen helfen, die Privat­sphäre effektiv zu schützen.

Apple hat mit dem letzten grossen Betriebssystem-Update fürs iPhone und iPad (iOS 15 und iPad OS 15) eine Funktion eingeführt, die es einem erlaubt, die Tracking-Aktivitäten von Apps im Auge zu behalten.

Diese Funktion findet sich in den Einstellungen bei Datenschutz > App-Datenschutzbericht. Ich habe sie vor einem halben Jahr ausführlich im Blogpost Wer will schon wieder hinter meinem Rücken zu Google und Facebook verbinden? vorgestellt und damals kritisiert, dass Apple zwar die Daten über die Aktivitäten der Apps erhebt, aber keine Auswertung vornimmt.

Wenn man sich nicht mit einem Texteditor durch eine JSON-Datei kämpfen wollte, musste man sich die App eines Drittherstellers besorgen und die Daten umständlich an diese weitervermitteln.

Nun, dieser Missstand ist behoben: „Wie man Apps überwacht, die einen überwachen wollen“ weiterlesen

Sieben Tipps für Garmin-Uhren

Garmin-Uhren haben eine Unmenge an Funk­tionen und Kon­fi­gu­rations­mög­lich­kei­ten für den Alltag, das Sport­tra­cking und für Nerds: Wie man Anzeige und Nutzung opti­miert und an seine Vor­lie­ben anpasst.

Am Anfang gleich eine Einschränkung: Die Tipps hier dürften nicht universell sein. Ich habe sie mit der hier ausführlich getesteten Fenix 7s ausprobiert. Aber natürlich haben nicht alle Sportuhren von Garmin den gleichen Funktionsumfang, weswegen die Tipps nicht universell funktionieren. Leider sprengt es meine Möglichkeiten, hier die unterstützten Modelle anzugeben.

1) Die Konfiguration anpassen

Das Ziffernblatt lässt sich nur an der Uhr selbst und nicht über die App anpassen.

Die Einstellungen lassen sich an der Uhr über das Menü vornehmen, wenn man etwas länger auf den mittigen Knopf links drückt und nach unten zu den entsprechenden Menüpunkten blättert. Schneller zum Ziel kommt man allerdings über die App, Garmin Connect (für Android und iPhone/iPad). Ich würde empfehlen, die App zu verwenden.

Allerdings sind über die App nicht alle Funktionen zugänglich: „Sieben Tipps für Garmin-Uhren“ weiterlesen

Wie man Apps verschlimmbessert

Schweizer Banken und Ver­siche­rungen haben ein Händ­chen dafür, zweck­dien­liche mobile Anwen­dungen durch Updates massiv zu ver­hun­zen.

Der Sinn und Zweck eines App-Updates besteht in einer Verbesserung – sollte man meinen. Es kommt allerdings auch vor, dass die neuen Versionen markant schlechter sind als ihre Vorgänger. Das kann so schlimm sein, nichts übrig bleibt, als einen Nachruf auf die Apps zu halten und sie dann würdig zu löschen; wie seinerzeit bei zwei einstmals heiss geliebten Smartphone-Anwendungen.

Heute geht es um zwei Fälle, bei denen die Verschlechterung nicht so drastisch wäre, dass ich die Apps gleich über den Jordan schicken müsste. Dafür haben sie die Gemeinsamkeit, dass sie beide einheimischer Herkunft sind. Offenbar neigen Schweizer Entwickler zu Verschlimmbesserungen ihrer Produkte.

Das erste Beispiel stammt von meiner Hausbank, der Zürcher Kantonalbank (ZKB): „Wie man Apps verschlimmbessert“ weiterlesen

Wenn Instagram und WhatsApp ein Baby hätten

Die HalloApp ist eine Mischung aus Instant Messenger und sozialem Netzwerk. Sie ist für Kommunikation auf Augenhöhe im Familien- und Freundeskreis ausgelegt. Vorerst ist sie gratis, später soll sie kosten – aber kann das funktionieren?

Ohne dass ich es geplant hätte, hat sich in diesem Blog eine Mini-Serie zu neueren und älteren sozialen Netzwerken ergeben, mit Tests von Bereal und Jodel. Dabei soll es nicht bleiben, denn heute geht es um die HalloApp.

Die HalloApp ist für Android und fürs iPhone und iPad erhältlich, und sie verspricht «einen neuen digitalen Raum für Menschen, die Sie tatsächlich kennen und mit denen Sie in Kontakt treten möchten». Die Verbindung wird – und das ist nun nicht unbedingt neu, sondern von Apps wie WhatsApp hinlänglich bekannt – über die Telefonnummer hergestellt. Denn «wir denken, wenn Sie Ihre Telefonnummer mit jemandem teilen, ist er Ihnen wichtig», erklärt der Hersteller auf seiner Website.

Im weitesten Sinn stimmt das schon, auch wenn ich in meinem Adressbuch auch die Nummer der Stadtpolizei Winterthur habe, die mir nicht im traditionellen Sinn wichtig ist. Ich bin natürlich froh, dass es sie gibt, verspüre aber selten den Drang, mich mit ihr auf einen informellen Plausch einzulassen.

Aber gut, ich betreibe Haarspalterei. Die Stossrichtung ist dadurch schon einmal klar: „Wenn Instagram und WhatsApp ein Baby hätten“ weiterlesen