Der Microsoft Store ist noch immer unbrauchbar

Eine der grossen Verbes­serungen von Windows 11 betrifft – so behauptet der Hersteller – den Microsoft Store. Ich habe ihn mir ange­schaut und komme zum Schluss, dass wenig besser, aber einiges schlim­mer geworden ist.

Vor gut acht Monaten habe ich den Microsoft Store als Trauerspiel bezeichnet. Seitdem hat Microsoft Windows 11 vom Stapel gelassen, und für dieses Update einen «neuen, offenen» Software-Laden versprochen:

Es hilft Ihnen, die besten Apps, Spiele, Filme und sogar Sonderangebote zu entdecken und zu installieren.

Es liegt auf der Hand, diesen neuen Store einer Begutachtung zu unterziehen, zumal Microsofts Verheissungen noch weitergehen:

Wir haben den Microsoft Store von Grund auf neu gestaltet, um Platz für mehr Inhalte zu schaffen und die Benutzererfahrung einfach und reaktionsschnell zu halten.

Ich kann nicht verhehlen, dass ich mit einer guten Portion Skepsis an den Test herangehe. Denn das Hauptversprechen hat Microsoft noch nicht eingelöst: „Der Microsoft Store ist noch immer unbrauchbar“ weiterlesen

Die Wandtafel-App von Microsoft im Test

Von Microsoft gibt es eine kosten­lose White­board-An­wen­dung, die man als Win­dows-App oder per Browser nutzt. Mit Kon­kurr­enten wie Miro.com hält sie nicht mit, aber sie hat (fast) alle wichtigen Funk­tionen.

Bei Windows 10 und 11 ist seit zwei Jahren auch eine App namens Whiteboard vorinstalliert. Sie fungiert, wie der Name andeutet, als Weisswandtafel, auf die man schreibt, zeichnet und mit Objekte jongliert. Und wie nicht anders zu erwarten, kann man das via Internet auch mit anderen Nutzern tun, während man mit diesen via Skype, Zoom oder über eine andere Videokonferenz-Software verbunden ist.

Microsoft Whiteboard ist auch im Store erhältlich und zeichnet sich durch eine aufgeräumte Oberfläche aus: „Die Wandtafel-App von Microsoft im Test“ weiterlesen

Eine unvollkommene App für Perfektionisten wie mich

Verschwendung von Lebens­mit­teln ist mir zuwi­der. Darum ver­walte ich den Not­vor­rat und die ver­derb­lichen Güter mit der Nowaste-App. Die macht zwar Arbeit – aber sie beruhigt das Gewiss­en so schön.

Neulich habe ich Apps vorgestellt, die beim Einkaufen und beim Kühlschrank-Management helfen. Eine der vorgestellten Apps ist No Waste, die es fürs iPhone und für Android gibt.

Sie ist dazu da, uns einen Überblick über die Lebensmittel in Kühlschrank, Gefriertruhe und Vorratskammer zu verschaffen – und wo wir sonst noch verderbliche Güter lagern. Ihr Ziel besteht darin, die Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen. Dieses Problem, das oft unter der englischen Kurzformel Food Waste subsummiert wird, ist eine Folgen unserer Lebensweise.

Manche haken es unter dem Schlagwort Überflussgesellschaft ab. Als pauschale Begründung greift mir das zu kurz: „Eine unvollkommene App für Perfektionisten wie mich“ weiterlesen

Was wird jetzt aus der F1-Taste?

Mit Windows 11 wird die kon­text­sen­si­tive Hilfe ab­ge­schafft. Die Funk­tions­taste ganz links ist in den meisten Apps ohne Funktion. Das ist unsin­nig: darum ein Vor­schlag, wie Micro­soft das ändern soll.

Die F1-Taste steht für die Hilfe-Funktion – und zwar seit vierzig Jahren. Schon 1982 haben Programme wie die Textverarbeitung Volkswriter für IBM-PCs sie für diesen Zweck verwendet, wenngleich die Zuschreibung damals nicht verbindlich war.

Das hat 1987 dann die Common User Access-Richtlinie geändert. In diesem Regelwerk hat IBM festgelegt, wie Benutzeroberflächen gestaltet werden sollten. Es ist eine lesenswerte Lektüre, weil es viele Vorgaben macht, die auch heute noch gebräuchlich sind: Die Menüleiste am oberen Rand, die Möglichkeit, Dialogboxen über Abbrechen bzw. die Escape-Taste zu schliessen – und vieles mehr. IBM hat auch vorgeschrieben, dass Programme eine Hilfe-Funktion aufweisen sollen, die über den letzten Punkt in der Menüleiste zugänglich sein soll – oder kontextsensitiv über die F1-Taste.

Nun ist unübersehbar, dass es immer weniger Programme mit einer solchen Hilfe-Funktion gibt: „Was wird jetzt aus der F1-Taste?“ weiterlesen

Der Nerd als geborener DJ

Die beste App, um Musik aufzulegen, ist Djay Pro von Algoriddim. Sie hat in der Mac-Version einige Tricks mit künstlicher Intelligenz auf Lager, die gleichzeitig faszinieren und irritieren.

Nerds gehören nicht unbedingt zu der Gattung Mensch, die auf Achttausender klettert, im Wald barhändig einen Bären erwürgt oder die Boxweltmeisterschaft gewinnt. Wenn wir Nerds die Bewunderung der Massen erwerben möchten, müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen. Und zum Beispiel DJ werden. Als DJ kann man eine Art Held sein, ohne sein Leben riskieren zu müssen. Man muss sich auch nicht unbedingt ins Rampenlicht stellen: Man darf sich hinter Plattentellern verstecken und die feiernde Gesellschaft seine Anwesenheit indirekt, über den Musikmix spüren lassen.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die feinmotorischen Fähigkeiten dank des Fortschritts an Bedeutung verloren haben. Als der DJ noch Vinyl aufgelegt hat, musste er zumindest in der Lage sein, mit der Nadel die Rille an der richtigen Stelle zu treffen. Und der Umgang mit den Tonträgern erforderte ein gewisses Geschick, damit immer rechtzeitig das passende nächste Stück auf dem Plattenteller lag.

Diese bei uns Nerds oft nicht vorhandenen Talente lassen sich durch den Einsatz moderner Technik problemlos kompensieren: „Der Nerd als geborener DJ“ weiterlesen

Ein Tor zu Tor, das keine Wünsche offen lässt

Onion Browser ist eine App fürs iPhone und das iPad fürs Tor-Ano­nymi­sie­rungs­netz­werk, die sich durch aus­ge­klü­gel­te Ein­stel­lungen aus­zeichnet.

Wer gelegentlich mit dem Tor-Browser unterwegs ist (Tor ist ein Menschenrecht), der kann dazu am iPad den Red Onion Browser verwenden, der den Zweck noch immer bestens erfüllt.

Gold, Silber oder Bronze? Hier legt man die Restriktionen fest, die für Websites gelten.

Neulich bin ich indes einer Alternative begegnet, nämlich dem Onion Browser. Diese App fürs iPhone und iPad macht das, was man von ihr erwartet: Sie ermöglicht erstens den Zugriff auf normale Websites über das Tor-Netzwerk, das die Datenpakete über mehrere, häufig wechselnde Relais-Stationen leitet und extra verschlüsselt, sodass keine Lokalisierung mehr möglich ist und das Tracking massiv erschwert wird. Zweitens erreicht man mit mir ihr Websites im sogenannten Dark web: „Ein Tor zu Tor, das keine Wünsche offen lässt“ weiterlesen

Fotos nach Textinhalten durchsuchen

Eine Hand­voll Tipps, wie man den Text­in­halt auf Bildern und Screen­shots erkennt und seine ganze Foto­samm­lung nach Stich­wörtern durch­sucht.

Eine tolle Neuerung in iOS 15 ist Live Text. Sie führt eine Texterkennung in Bildern durch – und zwar vollautomatisch, ohne dass man etwas dafür tun müsste. Man kann den erkannten Text markieren und kopieren, Mailadressen oder Telefonnummern direkt für eine Kontaktaufnahme benutzen, markierte Wörter nachschlagen oder übersetzen.

Das ist eine Erleichterung im Alltag und eine eindrückliche Demonstration, wie Funktionen, die man früher nur als Käufer teurer Spezialprogramme zur Verfügung hatte, geläufig geworden sind.

Wir erinnern uns vielleicht: „Fotos nach Textinhalten durchsuchen“ weiterlesen

Auch einmal Nein sagen können

Es ist keine gute Idee, Apps alle ange­for­der­ten Be­rech­tigungen gedan­ken­los zu gewäh­ren. Statt­dessen sollte den Zugriff auf Mikro­fon, Kamera, das loka­le Netz­werk und die Ortungs­dienste selek­tiv ge­wäh­ren und gele­gent­lich hin­ter­fragen.

Nach der Installation einer App bekommt man es mit den berühmt-berüchtigten Dialogen zu tun, in denen Berechtigungen angefordert werden: Manche Apps wollen auf Kamera und Mikrofon zugreifen, andere auf den Standort und wiederum andere auf den Kalender oder die Erinnerungen.

Diese Anfragen mögen oft als lästig erscheinen, sie sind aber sinnvoll: Erstens schaffen sie Transparenz darüber, welche Informationen auf dem Gerät eine App zu nutzen gedenkt.

Zweitens erhalten wir Nutzer einen klaren Eindruck davon, wie «neugierig» eine App ist. Und drittens erhalten wir die Gelegenheit, unsere persönlichen Daten zu schützen: „Auch einmal Nein sagen können“ weiterlesen

App-Tracker bei Android aufspüren und unschädlich machen

Warden untersucht auf Android-Telefonen die instal­lier­ten Apps, zeigt auf, welche Tracker und Logger sie ver­wen­den und bietet an, diese zu ent­fernen. Das ver­bes­sert den Daten­schutz, ist aber nicht un­gefähr­lich.

Im Web werden wir getrackt – das sind wir uns gewohnt. Weniger bekannt ist, dass auch Apps jede Regung von uns Nutzerinnen und Nutzern aufzeichnen, auswerten, speichern und – vermutlich – auch in personalisierter oder anonymisierter Form weiterverkaufen: App Tracking: Es ist noch viel, viel schlimmer, war mein Fazit, nachdem ich mir Exodus angeschaut hatte: Das ist eine Website, die aufzeigt, welche Tracker in welcher App enthalten sind. Die Erkenntnis damals: Es gibt kaum eine App, die nicht trackt. Und manche Apps haben Dutzende solcher Komponenten von verschiedenen Datensammlern eingebaut.

Nun hat mich @kiki auf Mastodon auf ein spannendes Projekt in diesem Zusammenhang hingewiesen: „App-Tracker bei Android aufspüren und unschädlich machen“ weiterlesen

Wie man Apps überwacht, die einen überwachen wollen

iPhone und iPad liefern einen Daten­schutz­bericht für alle instal­lier­ten Apps. Er auf schlüs­sige Weise, welche Daten eine App sammelt, wie häufig sie das tut und mit welchen Servern sie kom­mu­ni­ziert. Diese Infor­ma­tionen helfen, die Privat­sphäre effektiv zu schützen.

Apple hat mit dem letzten grossen Betriebssystem-Update fürs iPhone und iPad (iOS 15 und iPad OS 15) eine Funktion eingeführt, die es einem erlaubt, die Tracking-Aktivitäten von Apps im Auge zu behalten.

Diese Funktion findet sich in den Einstellungen bei Datenschutz > App-Datenschutzbericht. Ich habe sie vor einem halben Jahr ausführlich im Blogpost Wer will schon wieder hinter meinem Rücken zu Google und Facebook verbinden? vorgestellt und damals kritisiert, dass Apple zwar die Daten über die Aktivitäten der Apps erhebt, aber keine Auswertung vornimmt.

Wenn man sich nicht mit einem Texteditor durch eine JSON-Datei kämpfen wollte, musste man sich die App eines Drittherstellers besorgen und die Daten umständlich an diese weitervermitteln.

Nun, dieser Missstand ist behoben: „Wie man Apps überwacht, die einen überwachen wollen“ weiterlesen