Eine Handvoll Tricks zu Spotlight

Die Suchfunktion von Mac OS hat auch schon 17 Jahre auf dem Buckel. Doch sie ist nach wie vor superpraktisch – vor allem mit den diversen Tricks, die es hier zu entdecken gibt.

Spotlight ist eine der Funktionen beim Mac, auf die man als Windows-Anwender typischerweise neidisch ist. Zu Recht, wie ich finde: Die 2004 zusammen mit Mac OS X 10.4 (Tiger) eingeführte Suchfunktion ist zweckdienlich, elegant und hilfreich.

Die Windows-Suche ist mit Windows 10 zwar besser geworden, aber noch immer nicht das Gelbe vom Ei. Das hat  damit zu tun, dass Microsoft seine Assistentin Cortana erst ins Betriebssystem reingestrickt hat, nur um sie wieder herauszulösen und als separate App in den Store zu bringen. Und eben: Die gleiche Eleganz beim Suchen bekommt man bei Windows nur mit Ueli (Ueli, der Windows-Knecht) oder mit Keypirinha (Ueli oder Keypirinha?). Und, damit das auch noch gesagt ist, auch beim Mac gibt es Alternativen wie Alfred (Alfred serviert im Eilzugstempo).

Also, Spotlight ist ein Highlight. Und darum ist es mehr als gerechtfertigt, dass ich an dieser Stelle ein paar Tipps zu  dieser schönen Funktion loswerde.

Tastaturtricks

Als Erstes die wichtigsten Tastaturkürzel zu Spotlight:

Spotlight öffnen Command Leertaste
Finder-Fenster mit Spotlight öffnen Option Command Leertaste
Eingabe löschen Esc
Das erste Element öffnen Enter
Die Resultate durchblättern /
Zur nächsten/vorherigen Kategorie springen Command /Command
Den Speicherort anzeigen Command
Den Speicherort öffnen Command Enter

Resultate mit Suchparametern eingrenzen

In Spotlight lässt sich die Resultatliste mit Suchparametern nach diversen Kriterien filtern:

Nach Dateityp art: Programm/App, Kontakt, Ordner, E-Mail, Ereignis, Erinnerung, Bild, Film, Musik, Audio, PDF, Systemeinstellungen, Lesezeichen, Schrift, Präsentation
Nach Änderungsdatum <=Datumsangabe, >Datumsangabe Z.B.<=29.07.20
Nach Autor autor: Z.B. autor:matthias
Suchparameter – auch am Mac eine äusserst nützliche Sache.

Mit Booleschen Operatoren arbeiten

Die Suche lässt sich auch über Operatoren einschränken, die Bedingungen vorgeben. Das sind AND, OR und NOT. AND muss allerdings nicht explizit gesetzt werden, da bei Spotlight grundsätzlich alle Bedingungen erfüllt sein müssen, damit ein Resultat gefunden wird.

Wenn ein Kriterium optional sein soll, verwendet man es mit OR, zum Beispiel so:

Testament art:pdf OR art:docx

Um Kriterien auszuschliessen, verwendet man NOT oder das (Minus):

art:musik NOT "modern talking"

Spotlight als Recherchehilfe

Spotlight beherrscht noch einige Tricks mehr. Man kann Informationen abfragen, Definitionen abrufen und einiges mehr.

Währungen umrechnen 15 franken in euro
Einheiten konvertieren 12 zoll in cm
Berechnungen ausführen 15*24
Wetterprognosen wetter winterthur
Aktienkurse aapl
Definitionen bruttosozialprodukt
Orte schützenwiese

In vielen Fällen lässt sich das Resultat mit dem Tastaturkürzel Ctrl c in die Zwischenablage kopieren – auch, wenn es nicht markiert ist.

Suchkategorien ausschliessen

Hier lässt sich festlegen, wo der Scheinwerfer nicht hinzünden soll.

Wenn Spotlight gewisse Infor­mationen nicht anbieten soll, lassen sich die in den System­ein­stel­lungen bei Spot­light ausschliessen: Man kann bei Sucher­gebnisse Kategorien wie Filme, Kontakte, Lese­zeichen und Verlauf oder Bilder aus­schliessen. Und bei Daten­schutz gibt man Speicher­orte an, die nicht indiziert werden sollen.

Position und Fenstergrösse

Das Spotlight-Fenster lässt sich verschieben und in der Grösse ändern. Fürs Verschieben platziert man den Cursor auf dem Rand des Fensters und zieht es mit der Maus an die gewünschte Stelle.

Was das Vergrössern angeht: Man kann das Fenster nicht breiter machen, sondern nur die Resultatliste nach unten verlängern. Zu diesem Zweck platziert man den Cursor am unteren Rand und zieht nach unten.

Mit natürlicher Sprache suchen (aber nicht unbedingt etwas finden)

Schliesslich ist Spotlight seit Mac OS 10.11 (El Capitan) theoretisch in der Lage, in natürlicher Sprache formulierte Anfragen zu verstehen. Man sollte dementsprechend nützliche Treffer auf Anfragen wie wie wird das wetter?, dokumente vom letzen monat oder fotos von heute bekommen.

Bei meinem Test hat das leider nicht bzw. nur sehr unbefriedigend funktioniert. An sich sollte (gemäss diesem Supportdokument hier) die Funktion auch für Installationen in Deutsch zur Verfügung stellen. Aber es ist anzunehmen, dass sie in Englisch deutlich leistungsfähiger ist.

Beitragsbild: Ist das wirklich das, wonach ich gesucht habe (Zoltan Tasi, Unsplash-Lizenz)?

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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