Für Architektur- und Blutmondfotografen

Neulich hat mich Rainer gefragt, ob ich seine App Sun Locator besprechen würde. Solche Anfragen gibt es ab und zu. Ich nehme sie sehr gerne entgegen, gebe aber keinerlei Garantie ab. Ob und wann eine Besprechung erfolgt. Und wo: Es kann somit passieren, dass die App den Auftritt hier im Blog hat und nicht in der Zeitung, beim Newsnetz oder im Patentrezept-Video. Andererseits kam es schon öfters vor, dass ich Besprechungen aus dem Blog für die grosse Bühne aufgegriffen habe. Man könnte sagen, dass das Blog zur Ochsentour gehört.

Woher kommen die Sonnenstrahlen? Und wo gehen sie hin?

Also, zu Sun Locator. Sie dient dazu, einem die Position von Sonne und Mond im Verlauf des Tages anzuzeigen. Das hilft Filmern und Fotografen, die Tageszeit für eine Aufnahmesession auszusuchen, in der das Licht aus der gewünschten Richtung kommt. Wenn man Architekturfotografie betreibt, möchte man wahrscheinlich, dass die Fassade des abzulichtenden Gebäudes nicht im Schatten liegt. Aber auch frontales Licht ist nicht unbedingt ideal. Ein bisschen Schattenwurf hilft, die räumlichen Dimensionen zu erfassen.

Aber auch die Architektur nicht Gegenstand, sondern bloss Kulisse ist, will man wahrscheinlich eine bestimmte Stimmung erzielen. Ob Landschaft oder Portrait, die Sonne ist ein Einflussfaktor, den man genau bestimmen kann – viel einfacher als ein anderer Komparse, der mitunter überhaupt nicht mitspielt. „Für Architektur- und Blutmondfotografen“ weiterlesen

Haben die bei Rovio einen Dachschaden?

Eigentlich sollte das heute ein simpler kleiner Game-Tipp werden. Mir ist das Spiel «Angry Birds Dream Blast» (kostenlos, Free to Play, für Android und iPhone/iPad) in die Finger geraten. Das passt mit Fug und recht in meine kleine Reihe mit indirekten Nachfolgern meines Spiels Clickomania. Doch mir ist dann etwas dazwischen gekommen. Doch bevor ich das ausführe, doch noch ein paar Worte zum Spiel:

Die Grundidee ist die alt bekannte: Das Spiel wirft bunte Bälle (bzw. «Blasen») aufs Spielfeld, die man platzen lassen muss. Das ist möglich, wenn mehrere Blasen mit der gleichen Farbe eine Gruppe bilden. Je grösser die Gruppe, desto besser: Punktemässig und allenfalls auch, was die Durchschlagskraft angeht.

Doch was die Ausführung angeht, liegen Welten zwischen meinem Spiel und dem von Rovio: Die App ist aufwändiger und abwechslungsreicher, als es mein simples Progrämmchen je war. Es gibt hübsche Grafiken und Animationen. Man bekommt es mit vielfältigen Power-Ups und speziellen Spielelementen zu tun. Natürlich haben auch die wütenden Vögel und die bescheuerten Schweine einen Auftritt. Denn dieses Spiel ist ein Spin-off des hier vorgestellten «Angry Birds Blast». (Das wiederum ein Spin-off des allerersten Angry-Birds-Titels ist.) „Haben die bei Rovio einen Dachschaden?“ weiterlesen

Mehr Stil und Abwechslung in Google Docs

Eine der besten Erfindungen in der Softwarewelt sind die Erweiterungen: Sie erweitern den Funktionsumfang. Und zwar ganz gezielt und nicht einfach aufs Geratewohl, wie es bei Software-Weiterentwicklungen normalerweise oft der Fall ist. Denn die Updatepolitik der Softwarehersteller ist oft marketinggetrieben: Es werden Features eingebaut, die sich gut bewerben lassen und die bei den «Entscheidern» in den Unternehmen gut ankommen.

Das Resultat sind nicht unbedingt bessere, sondern überfrachtete Produkte. Die Blähware (Bloatware) ist theoretisch für alle Eventualitäten gerüstet. Praktisch findet man sich als Nutzer bei all diesen auf Vorrat hinzugefügten Befehlen nicht mehr zurecht. Und die hochgezüchteten Softwaremonster starten langsam, brauchen viel Speicher, stürzen auch mal ab oder hängen.

Mit Erweiterungen hingegen installiert man sich genau die Funktionen, die man auch braucht. Wenn man sie nicht mehr braucht, entfernt man sie wieder. Wie gut das funktioniert, sieht man bei den Browsern. Zumindest für Firefox und Chrome gibt es eine riesige Auswahl an Add-ons für alle möglichen und unmöglichen Zwecke.

Natürlich haben die Erweiterungen auch Nachteile: „Mehr Stil und Abwechslung in Google Docs“ weiterlesen

Wenn dein Arbeitgeber dein iPhone löschen will

Neulich habe ich von einem Bekannten folgende Anfrage erhalten:

Für mein Google-Geschäftskonto auf meinem Handy ist eine Anmeldung und die Installation eines mir unbekannten Sicherheitsprogramms nötig. Beim Installieren poppt folgende Warnung auf. Ist das normal? Soll ich das tatsächlich tun?

Die Warnung macht klar, dass mit «Sicherheitsprogramm» ein Profil bzw. ein Zertifikat gemeint ist, das die entfernte Verwaltung des Telefons möglich macht. Die Beschreibung zum Zertifikat lautet wie folgt:

Der Administrator kann auf deinem iPhone persönliche Daten sammeln, Accounts und Beschränkungen hinzufügen und entfernen, Apps installieren, verwalten und auflisten sowie Daten fernlöschen.

Man spricht in dem Zusammenhang auch von Mobile-Device-Management: Der Administrator im Unternehmen kann geschäftliche Smartphones aus der Ferne verwalten. Und zwar mit ziemlich weitreichenden Folgen: Der Admin darf Sicherheitsrichtlinien durchsetzen und Geräte so abschotten, dass Geschäftsdaten ausreichend sicher sind. „Wenn dein Arbeitgeber dein iPhone löschen will“ weiterlesen

Dem Multiversum Gerechtigkeit widerfahren lassen

Wie hier im Blog an diversen Stellen zu lesen ist, mag ich Bücher mit alternativen Realitäten: Sie haben das Potenzial für spannende Unterhaltung und Einblicke in fantastische Parallelwelten. Doch da ist noch mehr. Ich finde nämlich, dass ein vernünftiger Mensch gar nicht anders können sollte, als sie zu lesen.

Natürlich, diese Überzeugung ist nun erklärungsbedürftig. Sie hat damit zu tun, dass ich nicht an die Vorbestimmung glaube. Wir leben nicht in einer deterministischen Welt. In jeder Sekunde gibt es unterschiedliche Wege, die die Menschheit als ganzes und ich als Individuum gehen könnte. Es gibt unendlich viele Einflussfaktoren – und viele haben mit der unmittelbaren Situation, dem Zufall und den Umständen zu tun. Und dem, was man gemeinhin als Glück bezeichnet.

Darum muss es jedem einleuchten, dass der Lauf der Dinge auch ganz anders sein könnte. Auch man selbst würde ein vielleicht völlig anderes Leben führen, wenn nur ein paar Dinge anders verlaufen wären. Das weckt, so finde ich, die Neugierde – und manchmal auch ein bisschen Sehnsucht. Ich würde nämlich schon sehr gern wissen, wie der bestmögliche Verlauf meines Lebens aussehen würde. Als vernünftiger Mensch bin ich allerdings auch ganz froh, dass es völlig unmöglich ist, das zu wissen. Denn natürlich wäre das Unglücksgefühl genauso gross wie die Diskrepanz zu diesem bestmöglichen Verlauf.

Doch immerhin gibt es Bücher, die diese Neugierde und Sehnsucht bedienen. Die das Multiversum vor uns auffächern und aufzeigen, wie es besser oder schlechter hätte laufen können und wie es wäre, zwischen den Möglichkeiten zu springen. Und das allerbeste Buch zu diesem Thema, das habe ich gerade gelesen.  „Dem Multiversum Gerechtigkeit widerfahren lassen“ weiterlesen

Besser als Youtube Kids

In meiner kleinen Reihe zu Kinder- und Eltern-Apps ist heute Kika Player dran. Ihn habe ich schon einmal kurz im Beitrag Diese Apps dürfen unsere Kinder nutzen erwähnt, in dem es um Alternativen zu Youtube Kids geht. Youtube gibt es neuerdings in einer Variante für die Kleinen (für Android und iPhone). Denn das normale Youtube ist offensichtlich völlig untauglich zur Kinderbespassung: Da gibt es zu viel und unpassende Werbung. Der ständige Versuch, einem Youtube Premium anzudrehen. Und die Empfehlungen sind auch nicht über alle Zweifel erhaben.

Allerdings darf man sich fragen, ob eine spezielle App die Sache wirklich besser macht. Ich erinnere an Elsagate, auch thematisiert im Beitrag Youtube steckt in der Krise: Im Videoangebot für die Kleinen tauchten manipulierte Clips mit Gewalt- und Sexszenen auf. Da muss man sich mehrere Fragen stellen. Erstens: Wer tut das und warum? Und zweitens: Hat Google dieses Problem gelöst? Ich habe diese Frage zum Statt von Youtube Kids an die Schweizer PR-Agentur gestellt und folgende Antwort erhalten: „Besser als Youtube Kids“ weiterlesen

Wie der Browser vor Fakenews warnt

Microsoft hat vor einiger Zeit eine Partnerschaft mit einem Unternehmen angekündigt, das sich dem Kampf gegen Fakenews verschrieben hat. Inzwischen ist daraus eine Browser-Erweiterung namens Newsguard geworden, die ihren Weg in den Edge-Browser gefunden hat. Es gibt sie auch für Firefox und Chrome.

Die Erweiterung klinkt sich in die Symbolleiste ein und zeigt ein Schild an. Bei CNN, washingtonpost.com oder theverge.com ist das Schildchen grün: «This website generally maintains basic standards of accuracy and accountability», heisst es in der Beschreibung («Diese Website hält im Allgemeinen grundlegende Standards für Richtigkeit und verantwortliche Berichterstattung ein»). Bei einer Website wie «Info Wars» des professionellen Verschwörungstheoretikers Alex Jones heisst es dagegen: „Wie der Browser vor Fakenews warnt“ weiterlesen

Wie ich in zwanzig Jahren die Welt retten werde

Als Journalist hat man seine Lieblingsthemen. Auf denen arbeitet man sich immer mal wieder ab. Es kann unterschiedliche Gründe geben, wenn man nicht loslassen kann. Da sind die unerfreulichen Motive: Wenn man das Gefühl hat, dem Thema nicht gerecht geworden zu sein oder es nicht erschöpfend behandelt zu haben. Oder wenn es einem es bitzeli an Ideen mangelt.

Selbstverständlich gibt es auch hehrere Motive für widerkehrende Motive: Zum Beispiel eine Unzahl von Facetten, die man aus allen möglichen und unmöglichen Blickwinkeln beleuchten könnte. Das gilt dann genauso fürs literarische wie fürs journalistische Fach: Manche Schriftsteller beschäftigen sich ihr ganzes Leben lang mit der Liebe, dem Tod, ihrer Mutter oder der ignoranten Gesellschaft. Oder mit der Frage, welches die schleimigste Gattung Aliens sind, die man sich ausdenken könnte. „Wie ich in zwanzig Jahren die Welt retten werde“ weiterlesen

Klischees, Selbstverteidigung, Relotius

Da ist sie also, die letzte Ausgabe der Zeitschrift «Publisher», unter der alten Besetzung. Und das sind die Beiträge, mit der diese Ära zu Ende geht:

Bitte Klischees vermeiden! Es geht in der Webtricks-Rubrik um die Klischees der Stockfotografie zu abstrakten Themen wie Erfolg, Glück oder Teamwork. Und um the over­exposed stock photo model, Rebecca Ariane Givens. Und weiter zum Thema der Bilder ab Stange: Wie viel zahlen die Penny-Stocks? Wie hebt man sich von der Masse ab? Was sind sinnvolle Wege, um mit Abmahnungen zu verfahren? Plus Tipps viele Tipps mehr: Zu einer Website und einer App, die Hintergründe automatisch freistellen. Zum «richtigen» Photoshop fürs iPad, der dieses Jahr kommen soll. Zu imageresize.org, wo man Bilder auf die Schnelle skaliert. Und zu einem Blogbeitrag, wo ein Experte für Programmoberflächen Adobe so richtig die Meinung geigt.

Die unendlichen Möglichkeiten der Mischoptionen In Photoshop kann man die Möglichkeiten der Ebenenverrechnung auf die Spitze treiben, zum Beispiel mit der Option Mischen, wenn. Plus, zu InDesign: Was bedeutet es, wenn das Layoutprogramm den Text blau hinterlegt? Wie kann man Text vom Format abkuppeln? Auf welchem Weg bringt man die Scriptpalette dazu, zu Scripts einen beschreibenden Tooltip anzuzeigen? Warum sollte man Satzdateien nicht umbenennen? „Klischees, Selbstverteidigung, Relotius“ weiterlesen

Die Steinzeit der Computerberichterstattung

Vor Kurzem war das 35-Jahr-Jubiläum des Macintosh. Tim Cook hat keine Kosten und Mühen gescheut und dieses Ereignis mit einem – Achtung! – Tweet gefeiert.

Ich habe mir überlegt, einen Artikel dazu zu machen. Nach einigem Nachdenken habe ich den Gedanken verworfen. Der Mac wurde oft genug als Wegbereiter des PCs gefeiert. Er hat die Rolle natürlich zu recht. Aber der Sockel ist bereits hoch genug – da braucht man den Mythos nicht noch weiter zu untermauern.

Natürlich kann man das Jubiläum zum Anlass nehmen, in die Zukunft zu blicken. Denn es fragt sich, ob der Mac eine Zukunft hat.  „Die Steinzeit der Computerberichterstattung“ weiterlesen