Hallo Bot!

Wie vor einiger Zeit nebenbei erwähnt hat mir die WordPress-Statistik vor Augen geführt, dass mein Blog weniger gelesen wird als gedacht. Mein altes CMS hat für jeden Beitrag die Views, also Anzahl Aufrufe gezählt. Nur ist die diese Zahl leider nicht sonderlich aussagekräftig. Nicht jeder Aufruf stammt von einem interessierten Leser. Ganz im Gegenteil.

Was mir theoretisch klar war, haben mir diese Zahlen deutlich ins Bewusstsein gerufen: Ein grosser Teil des Internetverkehrs stammt nicht von Menschen, sondern von Bots. The Internet Is Mostly Bots, hat «The Atlantic» neulich geschrieben. Der Bot Traffic Report gibt an, dass 48,2 Prozent menschliche Nutzer sind. 22,9 Prozent seien gute Bots und 28,9 Prozent böse Bots.

Etwas fällt bei dieser Studie sofort auf: Nämlich die Unterscheidung in gute und böse Bots. Die guten überwachen die Website, holen legitimerweise Daten, erstellen Indizes für Suchmaschinen wie Google und Bing oder halten Feed-Verzeichnisse und andere Dinge am Laufen. Die bösen Bots versuchen Sicherheitslücken zu finden und in die Website einzubrechen, Spam-Kommentare abzusetzen, Daten zu stehlen, Viren zu infiltrieren oder Informationen abzuziehen.

Viele der Bots haben mit Suchmaschinenoptimierung (search engine optimization, SEO) zu tun – und da kann man sich streiten, ob das nun gut oder böse ist. Ich tendiere eher zum letzteren.

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Nach den Wearables dann die Implantables

In diesem Blog ist in letzter Zeit häufig das Wort Feed gefallen. Auch heute ist das wieder der Fall. Doch während es meistens um RSS ging, kommt heute völlig überraschend die Rubrik Nerdliteratur zum Zug. Das Thema hier: Das Buch Feed von M.T. Anderson (Amazon Affiliate), das es leider anscheinend nicht in einer deutschen Übersetzung gibt.

Ich habe das Buch für meinen Tagi-Artikel Vier Bücher für den Durchblick im digitalen Zeitalter ausgesucht. Die anderen drei sind NSA und The Circle, die ich beide hier im Blog schon besprochen habe, plus Fahrenheit 451, das ich für eine ausführliche Rezension hier erst noch einmal lesen müsste. Obwohl es ein Buch für junge Erwachsene ist, passt es ausgezeichnet in die Reihe: Es erklärt ein Phänomen in fiktionalisierter Form besser, als das ein Sachbuch oder ein Erklärstück könnte.

Klar, der Einwand auf diese Behauptung liegt auf der Hand:  „Nach den Wearables dann die Implantables“ weiterlesen

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht…

Wenn man das Blühmchen am Anfang des Videos sieht, könnte man auf die Idee kommen, dass die digitalen Patentrezepte auf den Valentinstag gekommen sind. Da gäbe es einiges:

Die schönsten Dating-Apps. Die romantischsten Hintergründe für den Homescreen. Den erotischsten Klingelton für Anrufe der oder des Geliebten. Und selbst bei Liebeskummer kann man sich digital helfen lassen. Mend heisst die App, die am iPhone gebrochene Herzen flickt.

Oder aber eine «Sie liebt mich, sie liebt mich nicht»-App, wie das Video-Standbild insinuiert? Die gibt es übrigens auch. Picking Daisies ist kostenlos fürs iPhone und erlaubt es auch Fruitariern und anderen fundamentalistischen Naturschützern, die Chancen bei dem angebeteten Menschen durch Auszupfen von Blütenblättern in Erfahrung zu bringen. Denn mit dieser App leidet keine Blume, ausgezupft werden simulierte Blättchen. (Ich habe die App nicht getestet, aber ich wäre sehr enttäuscht, wenn es in den Credits keinen Hinweis à la: «Bei der Entwicklung dieser App sind keine Blumen zu Schaden gekommen» hat.) „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht…“ weiterlesen

Sex-Podcasts: Ein Prickeln in den Ohren?

Die beiden gelegentlich Pimmelwitze erzählenden Podcaster Böhmermann und Schulz (Fest und flauschig, siehe auch hier, hier und hier) haben neulich einen gewissen Neid auf das offenbar aufstrebende Genre der Sex-Podcasts erkennen lassen. Ich glaube, es war in der Folge Leipziger Einerlei.

Bei der Gelegenheit ist mir eingefallen, dass mein Leistungsauftrag als Blogger es mir gebietet, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen. Ungeachtet persönlicher Opfer gilt es die Frage zu klären: Sind Sex-Podcasts ein Ding?

Geht man unvoreingenommen (und unbelastet von tatsächlichen Hör-Erlebnissen) an die Sache heran, kommt man zum Schluss, dass Sex-Podcasts ein tolles Ding sein müssen: Der Podcast ist ein intimes Medium, das eine so persönliche Beziehung zwischen Hörer und Macher entstehen lässt, wie das bei kaum einer anderen medialen Form der Fall ist. Der Podcast – und ich spreche hier vom Audio-Podcast, nicht von Videoproduktionen – ist optimal geeignet, das Kopfkino in Gang zu setzen. „Sex-Podcasts: Ein Prickeln in den Ohren?“ weiterlesen

VTX: Schwacher Support, noch schwächerer Kundendienst

An dieser Stelle komme ich auf VTX zurück. Das war der Hoster dieser Website von 1999 bis Ende 2018, der mir mich offenbar nicht in Frieden ziehen lassen will.

Zur Rekapitulation: Ich habe im Beitrag Etwas Kulanz, VTX? beschrieben, dass ich nach meinem Wechsel die Kündigungsfrist verpasst habe. Ich kann mir vorstellen, dass VTX es darauf anlegt und die Rechnung fürs neue Jahr mit Absicht erst dann verschickt, wenn die Kündigungsfrist bereits abgelaufen ist. Und man kann sich auch fragen, warum der Kündigungstermin aufs Jahresende  fällt, wo meine Website am 7. Mai 1999 online ging. Wieso nicht Ende März oder April? Dann wäre meine Kündigung allemal rechtzeitig gekommen.

Aber gut, mir ist mir klar, dass es in meiner Verantwortung liegt, die Kündigungsfrist einzuhalten. Ich habe das zähneknirschend akzeptiert und freundlich um Kulanz gebeten. Ein Entgegenkommen wäre allein deswegen nicht verkehrt gewesen, weil ich meine Rechnungen während zwanzig Jahren immer pünktlich bezahlt habe. Wenn man mir gesagt hätte, «Nein, geht leider nicht, Gleichbehandlung aller Kunden, blablabla», dann wäre hätte mich das etwas geärgert. Aber es hätte sicherlich nicht zu einem zweiten Blogpost geführt, der nun deutlich geharnischter ausfällt als der erste.

Doch nun bin ich tatsächlich sauer: Was mich auf die Palme bringt, ist dieses «Verfahren», das VTX an den Tag legt, um nicht kulant sein zu müssen. Zur Erinnerung:  „VTX: Schwacher Support, noch schwächerer Kundendienst“ weiterlesen

Ein guter Begleiter für Text-Odysseen

In meiner kleinen Reihe zu Markdown-Editoren habe ich mit Drafts 5 (Ein mit allen Wassern gewaschener Editor) schon einen ziemlich heissen Favoriten gefunden. Aber natürlich komme ich um Ulysses nicht herum. Das ist eine App fürs iPhone und iPad und den Mac, die ich 2016 zu einem meiner App-Lieblinge erkoren habe. Und auch im direkten Vergleich von Drafts und Ulysses ziehen manche Ulysses vor – zum Beispiel er hier, der die beiden Apps im Detail verglichen hat.

Seit meinem Test hat sich ein kleines, wesentliches Detail verändert. Es gibt Ulysses nicht mehr kostenlos. Man benötigt zwingend ein Abo, das 7 Franken im Monat oder 49 Franken im Jahr kostet – siehe Beitrag Immer mehr Apps wollen abonniert werden vom August 2017.

Das wirft zwei Fragen auf, nämlich erstens, ob man grundsätzlich gewillt ist, eine App zu abonnieren. Und zweitens, ob 7 Franken pro Monat nicht etwas hoch angesetzt ist.

Ymmv, was das angeht. Für mich war der Wechsel vom Bezahl-Modell – die 25 Franken habe ich seinerzeit gern aufgeworfen – zum Abo ein Grund, abzuspringen.  „Ein guter Begleiter für Text-Odysseen“ weiterlesen

Die internationale Linie ist unterbrochen

Neulich konnte ich am Morgen im Zug nicht die tägliche Herausforderung bei der Microsoft Solitaire Collection in Angriff nehmen, weil die offline noch immer nicht funktioniert. Natürlich muss sich die Spiele-App die neuen Aufgaben aus dem Internet holen. Ich verstehe aber nicht, warum sie das nicht auf Vorrat tut, zum Beispiel schon um 0 Uhr in der Nacht. Oder meinetwegen drei Monate im Voraus.

Jedenfalls habe ich vermutet, dass das Login via Xbox live nicht funktioniert. Das funktioniert nämlich sehr oft nicht. In vielen Netzen ist der Dienst auch gesperrt, weil er offensichtlich die gleiche Wirkung hat wie Pornografie oder social media: Er lässt die Leute nämlich unnütz Zeit vertrödeln.

Doch dieses Mal war Xbox live unschuldig. Stattdessen hatte mein Mobilfunkbetreiber Salt einen Aussetzer. Und mir ist eingefallen, dass ich hier schon lange einmal allestörungen.ch vorstellen wollte.

Das ist ein praktischer Dienst, der für sehr viele Dienste aufzeigt, ob sie gerade funktionieren oder nicht.  „Die internationale Linie ist unterbrochen“ weiterlesen

Die Play SRF-App ist nicht die reine Freude

Das lineare Fernsehen ist weiterhin wichtig – hat eine Studie ergeben, die im Auftrag des Betreibers von linearen Fernsehprogrammen durchgeführt worden ist. Naja.

Für Leute wie mich – und wenn ihr nichts dagegen habt, zähle ich mich an dieser Stelle zu den progressiven Fernsehnutzern – sind die On-Demand-Inhalte inzwischen entscheidend. Mein Medienkonsum speist sich aus Netflix, den Mediatheken und Replay. Auch wenn ich vor Kurzem den Strassenfegern ein bisschen nachgetrauert habe.

Was den Komfort angeht, könnten die allesamt noch etwas zulegen. Netflix nervt durch Trailer, die neuerdings automatisch angehen. Und es ist wirklich mühsam, dass die continue watching-Liste (Mit dem Profil von … weiterschauen) ständig in der Position verrutscht. Wieso kann die nicht einfach zuoberst stehen bleiben?

Die Mediatheken sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Und darum soll es in diesem Beitrag heute gehen. Erstens stellt sich die Frage: Hat man diese Mediatheken am smarten Fernseher zur Verfügung?  „Die Play SRF-App ist nicht die reine Freude“ weiterlesen

Windows 7 ist auf dem Weg nach draussen

Microsoft unterstützt die meisten Produkte während fünf Jahren, manche sogar zehn Jahre. Windows 7 gehört zu der zweiten Kategorie: Da das Betriebssystem am 22. Oktober 2009 auf den Markt gekommen ist, nähert sich nun das des Supportlebenszyklus’, wie das in Deutsch heisst. (In Englisch: End of Life.) Mit einer leichten Nachspielzeit wird es ab dem 14. Januar 2020 keine Sicherheitsupdates mehr geben.

Was das heisst, ist eigentlich klar: Man kann dieses Betriebssystem nicht mehr sicher betreiben. Es führt kein Weg an einem Update vorbei. Microsoft empfiehlt, wenig überraschend, den Umstieg auf Windows 10: «Es ist wichtig, zu einem modernen Betriebssystem wie Windows 10 zu wechseln, für das die neuesten Sicherheitsupdates geliefert werden, um sich und Ihre Daten zu schützen», schreibt der Konzern in einem Supportdokument.

Der Wechsel zu Windows 10 ist naheliegend. Natürlich kann man seinen Computer auch auf Linux umrüsten oder ihn ausrangieren und dafür einen Mac anschaffen. Nur eines sollte man nicht nun:  „Windows 7 ist auf dem Weg nach draussen“ weiterlesen

Hier wirst du gefüttert!

Unvermittelt hat sich hier eine neue Blog-Saga zum Thema RSS ergeben. Der Beitrag Das Nonplusultra für RSS-Fans hat erfreulich viel Resonanz ausgelöst. Das ist Grund genug nachzuhaken.

Erstens bei Firefox. Mein Lieblingsbrowser musste kritisiert werden, weil Mozilla die RSS-Funktionen ausgebaut hat. Zweitens heute mit einer Empfehlung, die ich auf Facebook erhalten habe. Yves sagt, ich solle mir einmal Inoreader ansehen. Was ich umgehend gemacht habe.

Und schon nach einem ersten Augenschein denke ich, dass es mir so gehen könnte wie Yves – und ich Feedly untreu werde. Dort bin ich, seit Google den Google Reader beerdigt hat. Feedly ist und bleibt eine sehr gute Wahl – aber Inoreader scheint mir noch etwas runder, detailverliebter und flexibler bei der Nutzung und Konfiguration zu sein.

Vorausschicken muss ich, dass ich bei beiden Diensten die Gratisvariante nutze. Sowohl Feedly als auch Inoreader bieten kostenpflichtige Pläne an.  „Hier wirst du gefüttert!“ weiterlesen