Wie ich in zwanzig Jahren die Welt retten werde

Als Journalist hat man seine Lieblingsthemen. Auf denen arbeitet man sich immer mal wieder ab. Es kann unterschiedliche Gründe geben, wenn man nicht loslassen kann. Da sind die unerfreulichen Motive: Wenn man das Gefühl hat, dem Thema nicht gerecht geworden zu sein oder es nicht erschöpfend behandelt zu haben. Oder wenn es einem es bitzeli an Ideen mangelt.

Selbstverständlich gibt es auch hehrere Motive für widerkehrende Motive: Zum Beispiel eine Unzahl von Facetten, die man aus allen möglichen und unmöglichen Blickwinkeln beleuchten könnte. Das gilt dann genauso fürs literarische wie fürs journalistische Fach: Manche Schriftsteller beschäftigen sich ihr ganzes Leben lang mit der Liebe, dem Tod, ihrer Mutter oder der ignoranten Gesellschaft. Oder mit der Frage, welches die schleimigste Gattung Aliens sind, die man sich ausdenken könnte.

Und da gibt es auch den ganz praktischen Aspekt: Manche Themen schüttelt man aus dem Ärmel. Das ist dann superpraktisch, wenn man auf die Schnelle eine publizistische Lücke füllen muss. Artikel schreibst sich von selbst – und man kommt rechtzeitig in den Feierabend, obwohl man auf den letzten Drücker noch 7000 Zeichen hat abliefern müssen. Auch dieser Beweggrund lässt sich auf die Beletristik ausweiten, nicht wahr, Dan Brown?

Was meine Evergreen-Themen angeht, sind das nicht die Liebe oder der Tod oder die Unterlassungssünden unserer Väter und Mütter. Das stelle ich hier mit einem gewissen Bedauern fest – weil ich mir gerade den Pfarrer vorgestellt habe, der meinen Nachruf verliest und mit tragender Stimme verkündet: «Die Leidenschaft seines journalistischen Schaffens und der rote Faden in seinem Lebenswerk waren Anleitungen, wie man Software-Abstürze aus der Welt schafft. Der Verstorbene hat das Thema nicht nur zu Zeiten von Windows und Internet Explorer mit Verve verfolgt, sondern auch in die Ära der Smartphones hinübergerettet…»

Nein, irgendwie klingt das nicht so Ehrfurcht gebietend, wie man sich es wünschen würde. Wie könnte ich nun damit umgehen? Ich könnte nun mehrere grosse Gesellschaftsromane in Angriff nehmen. Oder mein Lieblingsthema auf die Wearables und das Internet der Dinge ausdehnen.

Denn dann wird es unweigerlich so sein, dass irgendwann die Absturzbekämpfung und die Errettung der Gesellschaft auf das gleiche hinauslaufen: Denn wenn das Internet der Dinge crasht, wird in zehn oder zwanzig Jahren in unserer Gesellschaft grad gar nichts mehr laufen: Keine Lebensmittellieferung, keine gewaschene Wäsche und kein Strom im Smartgrid. Ausserdem wird es sehr kalt in der Wohnung werden, wenn der smarte Thermostat offline ist. Ganz abgesehen davon, dass man überhaupt nicht mehr in seine Wohnung reinkommt, weil einen das smarte Türschloss nicht mehr reinlässt.

Ihr seht also: Meinem Lieblingsthema wird die grosse Stunde erst noch schlagen. Darum werde ich dran bleiben – versprochen.

Also, nach Wie man Softwareabstürze aus der Welt schafft, Sechs Gebote gegen PC-Ärger, «So vermeidet man Computerfiaskos» (4. Januar 2010, nicht online), «Eigenhändig den widerspenstigen PC zähmen» (29. Oktober 2007, nicht online) und «Wenn Windows blau macht…» (11. März 2002, nicht online) nun zur heutigen Materialisierung des Themas: Sie beschäftigt sich mit einigen universellen Tricks zur Absturzbekämpfung, die bei iOS und Android, aber auch bei Windows und Mac erfolgversprechend sind. Und es gibt sie in der zeitgemässen Videoform.


Mit Methode gegen den Handy-Crash

Beitragsbild: Gratisography/Pexels, CC0

Autor: Matthias

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