Ein stabiles Podcast-Bein

Die deutschsprachige Podcasterszene schwärmt seit Monaten auf die für sie typische selbstreflexive Art über einen neuen Dienst namens Auphonic. Er spart angeblich bei der Produktion so viel Zeit, dass nun viel mehr Raum für die Themensuche bleiben müsste – und die Podcaster nicht ständig ihre eigene Arbeitsweise zu diskutieren brauchten. Das tun sie aber trotzdem.

Und ich komme an dieser Stelle auch nicht umhin, lobende Worte zu verlieren. Ich habe die letzten zwei Folgen des Digitalmagazins nicht durch GarageBand gejagt, sondern mittels Auphonic fertiggestellt. Das hat nicht nur reibungslos, sondern auch zügig und total unkompliziert geklappt.

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Das Team von Auphonic spart den Podcastern jede Menge Zeit. (Quelle)

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Teddy, die Kriegsgurgel

Ein kurzer Podcast-Tipp: In der hier auch schon vorgestellten Reihe «Dan Carlin’s Hardcore History» ist die Folge 49 – The American Peril erschienen (Feed). Der Autor nimmt sich gute vier Stunden Zeit, um den Aufstieg der USA zur internationalen Supermacht zu schildern und auch die Ursprünge des US-amerikanischen Imperialismus verständlich zu machen.

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Anders als spätere US-Präsidenten konnte es Roosevelt nicht erwarten, selbst in den Krieg zu ziehen.

Die Erklärungen beginnen nach dem Bürgerkrieg mit den Unabhängigkeitsbestrebungen in Kuba, zeigen dann den 26. Präsidenten Theodore Roosevelt als bubenhaften Träumer und patriotische Kriegsgurgel, wenden sich dem Spanisch-Amerikanischen Krieg zu und beschäftigen sich dann mit der amerikanischen Kolonialzeit auf den Philippinen.
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Wo kein Podcast zuvor gewesen ist

Bei der Suche nach Podcasts bin ich neulich auf den Trekcast gestossen und mich sogleich gewundert, weswegen die Trekker sich nicht schon vor Jahren auf dieses Medium gestürzt haben. Die Trekker sind die Nerds unter den Nerds und müssten doch eigentlich von der Möglichkeit angetan sein, ihr Sendungsbewusstsein auf audiophonem Weg durch die ganze vereinigte Föderation der Planeten strahlen zu lassen. Der Realist in mir widersprach und meinte: Was gäbe es heute denn noch über eine fast fünfzig Jahre alte Serie zu sagen? Abgesehen von einem neuen Kinofilm läuft im Star-Trek-Universum schliesslich nichts Neues mehr.

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Wieso macht er eigentlich keinen Podcast? (Bild: Gage Skidmore/Flickr.com)

Ich habe mir also eine Folge des im Januar 2012 gestarteten Trekcasts angehört und muss sagen: Leider langweilig. „Wo kein Podcast zuvor gewesen ist“ weiterlesen

Alles klar, Herr Kommissar?

In meiner kleinen Serie zu den Podcastepisoden, mit denen man sich das Sommerloch versüsst, bin ich schon wieder beim Herrn Holger Klein gelandet. Aber die Folge 192 seiner Wrint-Reihe ist nun einmal so spannend ausgfallen, dass sie hier erwähnt werden muss. Sie heisst Anruf beim Kommissar und lässt Kriminaloberkommissar Andi zu Wort kommen, einen Drogenfahnder aus Fürstenfeldbruck.

Das Gespräch bietet viele Einblicke in den Polizeialltag und erhärtet die Vermutung, dass man in Krimiserien diesbezüglich nicht akkurat und adäquat informiert wird. Es werden einige Vorurteile gegenüber der Polizei zurechtgerückt oder zumindest relativiert, und man erfährt, dass die kapitalistischen Effizienzmaximierungsauswüchse nun auch in dieser Behörde angekommen ist. Jedenfalls ein Beispiel dafür, wie gut der Podcast als Aufklärungmedium funktioniert…

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Die Polizei hats auch nicht leicht. (Bild: Nanagyei/Flickr.com)

Podcastlückenbüsser

Unser Podcast ist in der Sommerpause. Mediale Sommerpausen sind im Grunde ein Unding, weil die Leute im Sommer Ferien haben und entsprechend über zusätzliche Zeit zum Medienkonsum verfügen. Da müssten wir unsere Kadenz eigentlich verdoppeln. Aber es ist nun einmal so, dass das Senden allein daran scheitert, dass das Studio 1 beim Stadtfilter umgebaut wird.

Immerhin: Wir leben nicht in Zeiten, in denen es nur Radio Beromünster gab. Es gibt Ausweichmöglichkeiten. Da sind zwei Podcastepisoden, die ich letzte Woche mit Vergnügen gehört habe und darum gerne weiterempfehle:

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Besuch beim Optiker. (Bild Paul Stevenson/Flickr.com)

Zum einen Holger Klein mit Wrint-Folge 189, Anruf beim Optiker: „Podcastlückenbüsser“ weiterlesen

Achteinhalb Stunden auf die Ohren

Zwei Podcasts, die ich als hörens- und empfehlenswert erlebt habe:

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In der CRE-Folge 132 geht es um Hacker und Hackerkultur aus der Sicht der Filme. Caspar Clemens Mierau ist Gesprächspartner von Tim Pritlove, und der Mann kennt nicht nur die Filme, die einem zu dem Thema immer einfallen, sondern auch einige unbekannte Perlen.
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Die real existierende Schweizer Podcastszene

Am Samstag war ich am Hörerfrühstück von Tim Pritlove in Zürich. Wie nach den Twintibar-Abenden dachte ich auch nach diesem fröhlichen Jamboree, dass man solche Treffen viel häufiger abhalten sollte. (Auch wenn es natürlich immer daran scheitert, dass alle notorisch viel zu wenig Zeit für alles haben.)

Ich habe einige Leute getroffen, die ich bereits von Twitter kannte, was ich auch dieses Mal sehr schätzte. Geht es nur mir so oder sind Twitterer im richtigen Leben nie genauso, wie man sie sich vorgestellt hat?

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Die Stimme im Kopf mal persönlich treffen.

Was Tim angeht, war der zu hundert Prozent authentisch; nämlich genauso, wie in seinen Podcasts auch. Irritierend war allerdings diese Interaktivität. Als Podcast-Hörer ist man es sich einfach nicht gewohnt, dass die iPod-Stimme plötzlich auf Fragen eingeht und obendrein eine körperliche Präsenz besitzt. Podcaster existieren als doch nicht nur als Stimme in meinem Kopf, die zu reden beginnt, sobald man sich die Stöpsel in die Ohren gesteckt hat…
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In memoriam Digitalk

Kollega Zedi und ich haben von Oktober 2006 bis Ende Februar 2009 den Podcast Digitalk für den Tagesanzeiger produziert. 87 reguläre und fünf Extra-Folgen sind entstanden. Die Website bei Kaywa (digitalk.kaywa.ch) wurde per Ende Jahr abgeschaltet. Zu Dokumentationswecken stelle ich per Skydrive hier ein vollständiges Archiv zur Verfügung.


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Die App auf dem DAB

Vor gut zwei Wochen habe ich mich öffentlich darüber aufgeregt, dass mein DAB-Radio zum alten Eisen gehört, weil es kein DAB+ kann. Und ab dem 17. Oktober damit nicht mehr viel zu empfangen sein wird. Ich war ja wild entschlossen, dem Digitalradio den Rücken zu kehren und überhaupt dem Mainstreamrundfunk abzuschwören.

Dieser Vorsatz wurde durch die vereinigte Haushaltsversammlung zunichte gemacht. Die hat beschlossen, man würde sich hier des Morgens weiterhin der nervenzerrüttenden Redundanz aussetzen, die der Sender at the moment still known as DRS3 von sich gibt. Ja, der Sender, des Morgens ausschliesslich und pausenlos über Roger Federer berichtet und darum in Sendungen über Roger Federer 3 (kurz SRF3) umbenannt wird.

Das Dekret, ein Pure Sensia anzuschaffen
Jedenfalls wurde von der Haushaltsversammlung bestimmt, ein neues Digitalradio würde angeschafft. Die Wahl fiel auf das Pure Sensia, das bei Digitec aktuell zum Aktionspreis von 199 Franken zu haben ist.

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Rugbyball mit Touchdisplay.
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Macht kürzere Podcasts!

Ich bin ein erklärter Podcast-Fan. Ein tolles Medium für einen Informationsjunkie wie mich – das Wartezeiten überbrückt, monotone Arbeiten wie das Putzen versüsst, viele Einsichten liefert und sowohl formal als auch inhaltlich keine Grenzen kennt.

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Kündigen, damit man durchkommt?

Leider kennt es auch zeitlich keine Grenzen. Der Trend geht zur Fünfstundensendung. Die Freunde von Happyshooting, Übervater Pritlove, Onkel Leo und die Macnerds von Bits und so – sie alle kommen erst zu einem Ende, wenn der Hunger oder die Blase plagt. (Manche essen auch während der Sendung. Von einem pinkelnden Podcaster wurde ich bislang zum Glück verschont.)
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