Tricks für den Massen-Upload bei Youtube

Ein Video bei Googles Videodienst hochzuladen, ist keine Kunst. Aber wie stellt man es am besten an, wenn man eine ganze Schwette von Clips aufs Mal dort deponieren will? Einige Tricks dazu.

Ich werde seit einiger Zeit gelöchert, meine Patentrezept-Videos auch via Youtube zur Verfügung zu stellen. Als Freelancer habe ich sie mit nicht exklusiven Nutzungsrechten produziert und darf sie selbst zweitverwerten. Ich würde das so oder so mit einer zeitlichen Verzögerung zur Premiere bei Tamedia tun und zu den Hintergründen auf den Originalartikel verweisen.

Aber bevor ich mich an das Experiment wage, will ich zwei Fragen klären: Erstens: Bringt es etwas? Denn falls nicht, kann ich mir die Arbeit auch sparen. Zumal die bei mehr als 250 Videos beträchtlich wäre.

Die zweite Frage steht damit im Zusammenhang. Nämlich: Wie gross ist der Aufwand, mehrere Videos aufs Mal hochzuladen? Die normale Vorgehensweise ist natürlich, ein Video aufs Mal bei Youtube zu deponieren – also erst hochzuladen, dann mit Metadaten zu versehen und im Kanal zu veröffentlichen. Doch wenn man grössere Archivbestände veröffentlichen will, dann möchte man das nicht Clip für Clip, sondern rationeller tun.

Youtube nimmt mehrere Clips aufs Mal entgegen

Erste Feststellung: Man kann bei Youtube problemlos mehrere Clips aufs Mal aufs Videos hochladen-Feld ziehen. Die werden dann nacheinander hochgeladen und erscheinen in der Ansicht Inhalte des Kanals.

Die neuen Uploads lassen sich auswählen, und man diverse Einstellungen für alle ausgewählten Clips aufs Mal ändern: Titel, Beschreibung, Tags, Sichtbarkeit, Zielgruppe, Untertitelzertifikat, Kategorie, Kommentare, Einbettung, Lizenz, Aufnahmedatum, Verwendung von Inhalten für Shorts, Nutzerbewertungen und Videosprache.

«Videos werden aktualisiert.Du kannst die Seite verlassen. Die nächste Bulk-Aktualisierung kann erst nach Ende der aktuellen gestartet werden.»

Das ist sehr zweckdienlich: Viele dieser Informationen treffen für alle der Videos zu und müssen nicht einzeln, sondern nur einmal vergeben werden. Bei einigen kommt man natürlich nicht um die manuelle Beschreibung herum, namentlich beim Titel und der Beschreibung.

«Bist du dir sicher?»

Es scheinen nicht alle Youtuber verstanden zu haben, dass bei der Massen-Bearbeitung von Videos tatsächlich mehrere Videos aufs Mal verändert werden.

Ganz so einfach macht es einem Youtube aber doch nicht: Vor jeder Änderung kommt eine Dialogbox mit dem Titel Bist du sicher?, bei der man die Option Ich bin mir über die Auswirkungen dieser Aktion im Klaren.

Ja, wahrscheinlich gibt es viele dumme Youtuber, die in einem Rutsch alle ihre fünfhundert Videos mit einem falschen Tag versehen haben. Aber deswegen muss man mir nicht auf den Wecker gehen.

Zweite Unannehmlichkeit: Das Aktualisieren braucht Zeit. Während dieser kann man nicht etwa weiterarbeiten, sondern muss warten, bis das Update der Metadaten abgeschlossen ist. Youtube erklärt, man könne die Seite verlassen, die nächste Bulk-Aktualisierung könne aber erst nach Ende der aktuellen gestartet werden.

«Videos werden aktualisiert.Du kannst die Seite verlassen. Die nächste Bulk-Aktualisierung kann erst nach Ende der aktuellen gestartet werden.»

Mühsam! Da wäre eine Bearbeitungsansicht praktischer, in der man gleich alle Änderungen aufs Mal vornehmen kann¹. Oder wieso nicht die Möglichkeit anbieten, Metadaten über eine Datei einzuspeisen? Das müsste übrigens mit einem Ding namens Paket-Uploader möglich sein, so behauptet es zumindest die Youtube-Hilfe. Ich habe dieses fabulöse Stück Software aber bislang nirgendwo entdecken können. Sachdienliche Hinweise in den Kommentaren sind sehr willkommen!

Videos gestaffelt veröffentlichen

Was mir hingegen sehr gut gefällt, ist die Möglichkeit, Videos gestaffelt zu veröffentlichen. Man kann sie natürlich alle auf einen Schlag dem Kanal übergeben und seinem Publikum vor den Latz knallen. Aber je grösser die Zahl der Videos, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man es damit überfordert – denn niemand will sich zwanzig Windows-Tipps am Stück ansehen, so exzellent sie auch sein mögen. Nein, der typische Youtube-Zuschauer schätzt die Abwechslung.

Darum würde ich die Videos in einem bestimmten Rhythmus in den Kanal entlassen. Was eine gute Taktung ist, muss ich ausprobieren. Ich habs fürs Erste mit einem Video pro Tag probiert.

Ich werde euch gerne über die Erkenntnisse dieses Experiments auf dem Laufenden halten. Es gibt die digitalen Patentrezepte übrigens in einer eigenen Wiedergabeliste, die hier zu finden ist. Weitersagen ist übrigens nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich gewünscht. 😉

Noch etwas zu den Untertiteln…

Übrigens: Ich habe mir bis jetzt sogar die Mühe gemacht, die automatischen Untertitel – die schwer verständlich bis unbrauchbar sind, durch die Texte aus meinem Manuskript zu ersetzen.

Ich habe dabei explizit darauf verzichtet, die Untertitel manuell zu synchronisieren, weil das eine Heidenarbeit wäre. Ich habe stattdessen das, was ich sage, aus meinem Dokument kopiert, als reine Textdatei gespeichert und mit der Option «Ohne Zeitangabe» bei Youtube deponiert. Die Synchronisation erfolgt automatisch, und sie ist, nach allem, was ich gesehen habe, absolut perfekt. Das ist grossartig und spart enorm viel Zeit!

Trotzdem die Frage: Schätzt ihr solche Untertitel, schaut ihr Videos ohne Ton? Oder ist das eine überflüssige Liebesmüh? Auch dazu dürft ihr mir gerne eure Meinung per Kommentar zukommen lassen.

Für mich ist das jedenfalls eine faszinierende Sache, wenn ich ein Video mit eingeschalteten Untertiteln ansehe: Ich stelle nämlich fest, wo ich mich beim Lesen der Texte nicht an mein Manuskript gehalten habe. Es bleibt den Zuschauern überlassen, ob diese mangelnde Disziplin das Endresultat verbessert oder verschlechtert hat…

Mehr dazu, auch wie man Untertitel sehr einfach übersetzt, erkläre ich hier.

Fussnoten

1) Das geht, wie ich inzwischen herausgefunden habe: Im Bearbeiten-Modus erscheint die Schaltfläche Hinzufügen, über die man weitere Modifikationen anhängen und so eine Reihe von Änderungen in einem Rutsch vornehmen kann. Sorry, Youtube, da habe ich dir Unrecht getan!

Beitragsbild: Als ob es nicht schon genug Kram bei Youtube gäbe (NordWood Themes, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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