Einfach Kochen ist gar nicht so simpel

Ein doppelter Verriss ist angesagt: Ich habe zwei Kochbücher bekommen, die angeblich besonders einfache Rezepte enthalten sollen. Doch dieses Versprechen ist völlig haltlos.

Heute begehe ich gleich ein zweifaches Sakrileg: Erstens blogge ich über ein Thema, das in diesem Blog wirklich nichts verloren hat. Und zweitens beklage ich mich öffentlich über ein Weihnachtsgeschenk, was auch nicht gerade die feine Art ist. Aber zu meiner Entlastung darf ich sagen, dass es der Schenker auch nicht gerade feinfühlig mit mir umgesprungen ist.

Die Person – deren Identität hier geheim bleiben soll – hat mir nämlich zwei Kochbücher geschenkt. Das ist per se nichts Ehrenrühriges. Doch die Titel der Bücher könnte man als subtilen Hinweis oder sogar als Beleidigung verstehen.

Das erste Buch heisst nämlich Simplissime – Das einfachste Kochbuch der Welt. Es stammt von einem Mann namens Jean-François Mallet, der hier eine echte Marktlücke entdeckt hat. Es gibt dieses «einfachste Kochbuch der Welt» nämlich nicht nur einmal, wie man aufgrund des Superlativs im Titels annehmen sollte: „Einfach Kochen ist gar nicht so simpel“ weiterlesen

Meine Cloud ist abgestürzt

Nachdem meine private Datenwolke schon wieder einen Aussetzer hatte, bin ich reumütig zu Microsoft zurückgekrochen. Aber endgültig zu Ende sind meine Unabhängig­keits­bestre­bungen nicht.

Ich habe eine traurige Nachricht zu überbringen. Leider ist meine geliebte Nextcloud-Installation dahingeschieden. Wiederbelebungsversuche waren unmittelbar nicht erfolgreich. Ich habe mich daher entschieden, das Unterfangen meiner privaten Cloud vorerst zu beenden.

Und ja, das kommt einer Kapitulation gleich, nachdem ich im Beitrag Nextcloud auf dem Raspi: Die Erfahrungen nach zwei Monaten ein durchgängig positives Fazit gezogen habe. Aber wenn man über Erfolgsgeschichten bloggt, ist es dann nicht auch angebracht, über persönliches Scheitern zu berichten?

An dieser Stelle muss ich erst eine grundsätzliche Feststellung machen: Nextcloud ist nach wie vor ein tolles Projekt, das ich gern empfehle. Die Quelle allen Übels war in meinem Fall ein zu kurzer Geduldsfaden, Ansätze von Inkompetenz, sowie eine ärgerliche Panne.

Doch natürlich muss ich das etwas detaillierter ausführen: „Meine Cloud ist abgestürzt“ weiterlesen

J.K. Rowlings liebenswürdiges Moormonster

Hier bespreche ich das perfekte Buch, um sich mit warmen Pantoffeln vors Cheminée zu setzen. Oder auf der Couch mit einem heissen Punsch zu geniessen.

In einer Pandemie sollte man wenigstens etwas Gutes zu lesen haben. In normalen Zeiten natürlich auch – aber jetzt ist es fürs Seelenheil besonders wichtig. Und ein solches Buch ist ohne Zweifel The Ickabog von Erzählmagierin J. K. Rowling (Amazon Affiliate). Es gibt auch eine deutsche Übersetzung mit dem Titel Der Ickabog. Ich würde aber unbedingt die englische Hörbuchvariante empfehlen, weil die von Stephen Fry gelesen wird.

Ja, auch sowas gilt als Nerdliteratur.

«The Ickabog» ist ein Märchen für Kinder ungefähr ab sieben Jahre. Aber bei dieser Autorin kommt man in aller Regel als Erwachsener auf seine Rechnung.

Und das gilt ganz besonders auch für dieses Buch, das eine doppelbödige politische Note hat und sich um eine Verschwörung dreht, die die ich sehr genossen habe. Und überhaupt: Das ist eine kluge, warmherzige Geschichte, die auch eine Moral hat, wie es sich gehört. Die Moral ist, dass Gutes Gutes und Böses Böses gebiert.

Und ja, das klingt nicht nach einer sonderlich tiefen Einsicht. Doch es gibt ein Aber: „J.K. Rowlings liebenswürdiges Moormonster“ weiterlesen

Der Krimi-Podcast, den man zu Bildungszwecken hört

«Verbrechen» von «Die Zeit» gehört zu den führenden Podcasts zu wahren Verbrechen im deutschsprachigen Raum. Nicht zu Unrecht – weil die starken Erzählungen auch ohne formale Sperenzchen wirken.

Hier im Blog habe ich immer mal wieder Podcasts zu wahren Verbrechen vorgestellt, zum Beispiel hier zum Schweizer Jahrhundert-Postraub oder hier zur epischen Aufarbeitung des Verschwindens einer Frau aus dem US-Bundesstaat Utah. Aber natürlich hat alles mit der Besprechung von «Serial» begonnen: Das ist die Mutter aller True-Crime-Podcasts, die stilbildend für den modernen Podcast war.

Leichen, auf dem Silbertablett serviert.

Es ist somit unvermeidlich, auf den folgenden Podcast einzugehen. Es handelt sich in meiner Wahrnehmung um den wichtigsten Podcast aus dem deutschsprachigen Raum, in dem wahre Verbrechen aufgearbeitet werden.

Er heisst schlicht Verbrechen, stammt von der deutschen Wochenzeitung Die Zeit und existiert seit April 2018. Zu finden ist er bei iTunes und bei Spotify, den RSS-Feed gibt es hier.

Ich muss zugeben, dass ich erst etwas enttäuscht war. Ich hatte eine Produktion nach dem Vorbild von «Serial» erwartet, mit einer aufwändig inszenierten Erzählung, O-Tönen, Atmosphäre und Musik – und einer wilden Aufklärungsjagd, bei der man als Hörer annähernd live mit dabei ist.

Stattdessen erwartet einen eine Situation, wie man sie von Laberpodcasts her kennt: „Der Krimi-Podcast, den man zu Bildungszwecken hört“ weiterlesen

Das grosse Twitterer-Assessment, Folge 3: @koeppelroger

Ich bewerte ungefragt, völlig subjektiv und teilweise hochgradig unfair die Twitter-Nutzer aus meiner Bubble. Heute einer, der die meisten seiner Berufskollegen alt aussehen lässt: @KoeppelRoger

Name und Twitter-Handle
Das Header-Bild verspricht eine heile Welt, die dieser Account nicht heraufzubeschwören vermag.

Roger Köppel alias @KoeppelRoger. Das Twitter-Handle ist, man muss es anerkennen, durchaus passend gewählt. Der Proband versteckt sich nicht hinter einem fantasievollen Alias oder hinter einer originellen Abwandlung seines Geburtsnamens.

Im Gegenteil: Das Twitter-Handle entspricht dem Geburtsnamen, mit einer bemerkenswerten Besonderheit allerdings: Der Proband stellt den Nachnamen vor den Vornamen.

Dieses Muster ist als Anknüpfung an eine konservative Tradition zu verstehen. In ländlichen Gebieten war (und ist es womöglich heute noch) Brauch, Leute mit dem Geschlechtsnamen voran zu benennen, teils sogar im Genitiv: «Meiers Fritz ist gestern schon wieder besoffen mit dem Velo aus dem Spunten nach Hause gefahren».

Hier drückt der Nachname eine Art Stammeszugehörigkeit aus, während der Vorname lediglich eine Konkretisierung darstellt, welcher der Meiers denn nun genau gemeint ist. „Das grosse Twitterer-Assessment, Folge 3: @koeppelroger“ weiterlesen

Für die etwas Fleissigeren und Begabteren unter uns

Falls ich doch noch zum Ukulenen-Virtuosen heranreifen sollte, wird die Yousician-App daran schuld gewesen sein.

Aus Gründen, die hier nicht näher erläutert werden sollen, gibt es in unserem Haushalt neuerdings eine Ukulele. Ja, so ein Ding, mit dem man in Handarbeit Töne herstellt, die im Idealfall nicht allzu grässlich klingen. Es soll sogar Leute geben, die sogar Wohlklingendes zustande bringen. Für mich völlig unvorstellbar. Aber in musikalischen Belangen bin ich leider kein Massstab.

Ich bin sosehr kein Massstab, dass ich generell eher davon abrate, die mit Musik getaggten Beiträge hier im Blog überhaupt zu lesen. Sie sind wahrscheinlich von einer derartigen Naivität und einem Unwissen geprägt, dass man die Zeit, die man fürs Lesen bräuchte, auf alle Fälle für etwas Sinnvolleres einsetzen könnte. Ich halte mir aber zugute, dass ich mir meiner diesbezüglichen Unfähigkeit ansatzweise bewusst bin und daher wenigstens nicht dem Dunning-Kruger-Effekt zum Opfer gefallen bin.

Wie auch immer: wider besseres Wissen schreibe ich heute über eine App, die in den Bereich gehört, von dem ich keine Ahnung habe: „Für die etwas Fleissigeren und Begabteren unter uns“ weiterlesen

Flash ist tot – es lebe Flash!

Der Flash-Player ist tot, doch die Inhalte in diesem Multimedia-Format leben zum Glück weiter. Tipps, wie man das Browser-Plugin deinstalliert und SWF-Inhalte wie Spiele oder Filme auch weiterhin ausführen kann.

Ist Flash jetzt endlich tot?, habe ich mich im April des letzten Jahres gefragt. Damals musste man sagen: Leider noch nicht ganz – aber viel fehlt nicht mehr.

Inzwischen ist es so weit und  man kann denn Mantel des Vergessens über diese Technologie ausbreiten, die uns in den letzten zwanzig Jahren viele Browser-Probleme und Sicherheitslücken beschert hat.

Und ja – jetzt, wo es endgültig vorbei ist, kann und darf man sich auch an die guten Zeiten erinnern. Zum Beispiel an die lustigen Flash-Spiele, die man seinerzeit sogar auf den Unternehmens-PCs zur Verfügung hatte, auf denen der Admin sogar «Solitär» wegkonfiguriert hat. „Flash ist tot – es lebe Flash!“ weiterlesen

Warum mir Firefox und Safari auf dem Mac massiv auf den Wecker gehen

Die Browser verhalten sich am Mac komplett irrational, wenn es ums Zoomen geht – im Vergleich zu Windows ist das eine bare Katastrophe.

Manchmal fragt man sich, ob eigentlich die ganze Welt spinnt – oder man vielleicht selbst ein Rad ab hat.

Heute geht es um so einen Fall. Und ich bin sehr an eurer Meinung interessiert: Sagt mir – bzw. schreibt es mir in die Kommentare –, falls ich etwas nicht richtig verstanden habe, überreagiere oder mich sonstwie unbotmässig verhalte. Ich möchte nicht in den Verdacht geraten, aufs Alter komisch zu werden.

Also, es geht um die beiden Browser Safari und Firefox, bzw. deren Interaktion mit dem Touchpad am Mac im Zusammenhang mit der Spreizgeste. Diese Geste besteht darin, dass man den Daumen und den Zeigefinger auf dem Touchpad auseinander bewegt und. Dadurch wird eine Zoomaktion ausgeführt. In einer Foto-App beispielsweise vergrössert man die Anzeige der Pixel und verkleinert den sichtbaren Bereich.

In den beiden Browsern Firefox und Safari tut sie das Gleiche. Und damit sind wir bei der Frage, wie sinnvoll das ist. Spoiler: Ich halte es für etwas vom Unausgegorensten, was ich seit Jahren gesehen habe. Aber erst einmal zu den grundsätzlichen Dingen: „Warum mir Firefox und Safari auf dem Mac massiv auf den Wecker gehen“ weiterlesen

Cineastische Feinkost im Breitbildformat

Zweieinhalb heisse Tipps in einem einzigen Blogpost: Ihr erfahrt von zwei Filmpodcasts, die beide «70mm» heissen. Und von einem spannenden netzkulturellen Phänomen für Filmnerds.

Podcasts für Cineasten sind nicht gerade ein seltenes Phänomen – eher im Gegenteil. Es gibt sie in allen Geschmacksrichtungen und für sämtliche Vorlieben. Und auch in exotischen bis absurden Ausprägungen.

In die letztere Kategorie würde ich Minutenweise Matrix einsortieren. Bei diesem Projekt sind eine Handvoll Verrückter – und es tut mir leid, dass mir keine andere Bezeichnung für diese Leute einfällt – auf die Idee verfallen, den Film Matrix von 1999 und den Wachowskis, in Schnipsel von je einer Minute aufzuteilen und in einer einzelnen Podcast-Folge zu würdigen: «Insgesamt sind wir auf knapp 70 Stunden gekommen, um diesen 137 Minuten dauernden Film zu besprechen.»

Sosehr ich das Engagement schätze, fehlt mir leider die Zeit für derlei Eskapaden. Aber ich verspreche: Nach meiner Pensionierung werde ich mir ein, zwei Folgen anhören.

Aber ich habe einen Film-Podcast entdeckt, der mir nach einigen Folgen noch immer gut gefällt: „Cineastische Feinkost im Breitbildformat“ weiterlesen

Da springt der E-Mail-Funke

Die Mailapp, die alles kann: Spark hat mich in eine grössere Begeisterung versetzt, als ich es für möglich gehalten hätte.

Nachdem ich mich noch im letzten Jahr darüber beklagt hatte, dass die Mail-App von Apple am iPhone und iPad zwar ihren Zweck erfüllt, aber ansonsten nicht gerade der Überflieger ist, mache ich nun mein Versprechen wahr und werfe einen Blick auf Spark.

Das ist eine Mail-App, die es fürs iPhone, iPad, den Mac und Android gibt und die von sich nicht gerade unbescheiden behauptet, sie sei die beste E-Mail-App – zumindest für jene Plattformen, auf denen sie verfügbar ist. Eine Windows-Variante steht seit längerem in Aussicht, hat sich aber noch nicht materialisiert. Ich habe mir die iPhone-Variante angeschaut.

Der erste Eindruck von Spark ist positiv: Die App macht einen modernen Eindruck und macht genau das, was ich von einem Mailclient am Smartphone erwarte: „Da springt der E-Mail-Funke“ weiterlesen