Es pebbelt bei mir noch nicht so sehr

Sind Smartwatches nun komplett überflüssig oder etwas, an das man sich erst langsam gewöhnen muss? Diese Frage habe ich für mich noch nicht endgültig beantwortet. Die Anzeichen bis jetzt stehen allerdings auf Überflüssig: Smartwatches sind den Aufwand nicht wert. Sie bringen einen minimen Mehrwert und halten die Wearables als Ganzes auf. Denn alle die Konzerne, die smarte Uhren auf den Markt bringen, verpassen es, zum Beispiel smarte Brillen zu entwickeln. Eine solche würde ich als Brillenträger sofort kaufen. Wenn sie nicht so gruselig wie Google Glass und kompatibel zu meinen anderen brillentechnischen Anforderungen wäre.

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Das Studiouhr-Watchface: Schwer zu empfehlen.

Was nun die Smartwatches angeht, trage ich seit gut einem Jahr die halbsmarte Uhr von Withings (Amazon Affiliate), die ich nach wie vor für cool halte, und die mich wirklich zu mehr Bewegung motivieren kann. Das hat sich spürbar positiv auf meine Fitness ausgewirkt. Die Apple Watch reizt mich weiterhin nicht, auch in der Keramik-Variante nicht. Und die Pebble, die ich seit kurzem besitze, dient nur einem sehr spezifischen Zweck.

Eben, die Pebble. Wir haben uns neulich die Classic (Amazon Affiliate) angeschafft. Wir müssen (aus Gründen) des Nächtens gelegentlich aufstehen. Damit nicht wir beide wach werden (falls bereits der Schrei-Wecker angeht), war die Idee, uns per Vibration durch die Pebble wecken zu lassen.

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Der eigentliche Zweck der Uhr in unserem Haushalt.

Das funktioniert auch tipptopp. Die Uhr lässt sich leicht stellen und weckt tatsächlich so, dass nur einer von beiden wach wird. (Es sei denn, man hat den Arm gerade am Ohr des anderen.) Im Baby-Zusammenhang sind auch die Benachrichtigungen nützlich: Man kann sich per Uhr und via Vibration am Handgelenk auf die Alarme der Babyphone-App (4 Franken fürs iPhone und Android) aufmerksam machen lassen und sich so ebenfalls auch geräuschlosarm wecken lassen. Nachteil: Die App benachrichtigt schon bei relativ kleinen Geräuschen. Da müsste man einen Schwellenwert setzen können, sodass man erst bei echten Reklamationen geweckt wird und nicht bei kleinen Grochsern und Quäkern.

Ach ja, und das funktioniert nur, wenn man für die Elternstation ein iPhone verwendet. Android kann keine Benachrichtigungen von Dritt-Apps auf die Pebble Classic schicken (On Android, Pebble only supports native SMS, Google Voice SMS and Google Talk notifications at this time, sagt Pebble.) Das ist ein Armutszeugnis! (Entweder für die Pebble oder aber für Android).

Wir nutzen die Pebble somit nicht universell, sondern nur spezifisch als Baby-Betreuungs-Instrument. Ich hatte bislang keine Lust, das zu ändern, obwohl die Pebble zweifelsohne das tut, was sie verspricht. Aber ich stelle fest: Ich brauche keine Benachrichtigungen am Handgelenk und keine Spielgelegenheit am Handgelenk. Das einzige, was ich moderat praktisch finde, ist die Musiksteuerungsmöglichkeit. Über die Uhr einen Titel weiterzusprungen, ist nützlich, wenn sich mal wieder seltsame Stücke in den Spotify-Wochenmix verirrt haben.

Fazit: Auch die Ur-Smartwatch macht mich nicht zum Smartwatch-Fan. Vielleicht, wenn wir dereinst in smarten Wohnungen leben, werde ich es sinnvoll finden, dieses Smart-Home über die Uhr zu steuern. Bis dahin sind dann auch die Smartwatches noch etwas besser geworden. Oder ich habe meine kluge Brille, der ich nur zuzuzwinkgern brauche, damit das Licht angeht.

Autor: Matthias

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