Apple Music ist ein bisschen wie TKKG

Der zweite Teil meines grossen Vergleichs von Spotify und Apple Music: Was haben die Streamingdienste abseits der Musik, bei Hörspielen und Hörbüchern zu bieten?

Letzte Woche habe ich einen knallharten Vergleich von Spotify und Apple Music durchgeführt. Das Fazit ist eindeutig: Apple Music ist brauchbar; und vor allem dann überlegen, wenn man Songs aus der Mediathek mit dem Streaming-Angebot kombinieren möchte.

Nun gibt es bei beiden Streaming-Anbietern nebst der Musik auch ein Zusatzprogramm. Spotify hat eine regelrechte Podcast-Offensive lanciert. Es gibt bei Spotify auch Hörbücher, was ich sehr schätze, aber trotzdem wenig nutze – einfach, weil ich mit Audible trotz aller Kritik (hier, hier, hier oder hier) nach wie vor gut bedient bin.

Apple Music hat seinerseits Beats 1 an Bord. Das ist ein Radiosender, der rund um die Uhr sendet (wobei das Programm der ersten zwölf Stunden während den zweiten zwölf Stunden wiederholt wird). Mit dem kann ich gar nichts anfangen: Jedes Mal, wenn ich mich eingeschaltet habe, kam Hip Hop – worauf ich auch gleich wieder weg war. „Apple Music ist ein bisschen wie TKKG“ weiterlesen

Die Maus zeigt den Kindern, was es geschlagen hat

Die Mousetimer-App visualisiert einen Countdown auf kindgerechte Art und Weise.

Kinder haben die beneidenswerte Gabe, im Hier und Jetzt zu leben und sich keinen Deut um die Pläne ihrer Eltern zu scheren. Ob sie nun schleunigst nach Hause zum Essen oder beim Elki-Turnen antreten sollten, ob Zeit fürs Bett wäre oder der Papa zum Einkaufen möchte – wenn noch nicht fertiggespielt ist, dann hat man als Erziehungsberechtigter einen schweren Stand.

Einen Trick gibt es allerdings, der die Durchsetzung solcher Pläne ein bisschen erleichtert: Man kündigt sie rechtzeitig an und gibt den Kindern die Gelegenheit, zu einem Ende zu kommen. Der Trick funktioniert nicht immer und verhindert Tränen oder den Tobsuchtsanfall nicht mit Sicherheit. Aber die Erfolgsquote ist gut genug, dass ich ihn hier nachdrücklich empfehle.

Und noch besser: Eine App macht die verbleibende Zeit für das Kind fassbar. „Die Maus zeigt den Kindern, was es geschlagen hat“ weiterlesen

Die digitalen Wimmelbücher

Zwei Apps für Kinder, die die Neugierde wecken und den Entdeckertrieb anstacheln.

In Zeiten der Pandemie hat man, nebst vielen anderen Baustellen, auch die Aufgabe, die Kinder bei Laune zu halten. Und für diesen Zweck ist ein Tablet – und das sage ich nur mit einem kleinen bisschen übertriebenem Pathos – Gold wert. Denn das Tablet liefert Filme und Unterhaltung. Und eben auch Spiele, mit denen sich die Kleinen selbst beschäftigen, während die Erwachsenen versuchen, das Chaos im Homeoffice zu überblicken und einzudämmen.

Das «Winterthurer Wimmelbuch»

Eine App-Kategorie hat es meiner Tochter (und auch mir) besonders angetan. Ich habe sie erst vor Kurzem entdeckt. Es handelt sich um die digitale Variante des Wimmelbuchs. Meine Tochter mag die auch in klassischer Form. Zum Beispiel die Jahreszeiten-Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner. Oder das grossartige Winterthur-Wimmelbuch, bei dem nur das etwas offensive Sponsoring zu bemängeln ist.

Und eben: Es gibt die Wimmelbücher auch in App-Form: Da gibt es in verschiedenen Szenen Details zu entdecken. Im Gegensatz zu den gedruckten Büchern sind die animiert: Man kann eine Figur antippen, worauf etwas passiert. „Die digitalen Wimmelbücher“ weiterlesen

Tipps für Medien für Kinder – und Kritik für Netflix

Kinder und das Smartphone – das sind zwei Worte, die man nicht in einem Atemzug nennen darf, wenn man Angst vor einer Kontroverse hat. Es wird erbittert darüber gesprochen, ob Smartphones unsere Kinder nun dicker und dümmer machen. Oder ob wir Eltern mit einer vernünftigen Vorbildfunktion ihnen einen gesunden Umgang beibringen können. Und es gibt für jede Position irgend einen Experten, der sie vehement vertritt.

Ich kann jede Haltung verstehen – mit Ausnahme der dogmatischen. Denn man muss seine hehren Erziehungsgrundsätze auch irgendwie mit dem Alltag in Einklang bringen. Und ja, ich bin kein gutes Vorbild, was meine Handy-Nutzung angeht. Da kann ich kaum glaubwürdig von meinem Kind konsequente Abstinenz verlangen. Aber natürlich will ich auch nicht, dass es den ganzen Tag nichts anderes macht, als Peppa Pig zu glotzen. Darum bleibt, wie so oft, ein vernünftiger Mittelweg.

Und der lässt sich dank der Einstellungsmöglichkeiten der modernen Betriebssysteme auch technisch recht gut durchsetzen. „Tipps für Medien für Kinder – und Kritik für Netflix“ weiterlesen

Potz Pulverdampf und Pistolenrauch

Eine Nebenwirkung von Kindern besteht darin, dass man selbst immer mal wieder in seine Kindheitstage zurückversetzt wird. Das passiert dann, wenn man dem Nachwuchs die Geschichten vorliest, die man selbst vor einer Handvoll Jahrzehnten vorgelesen bekommen hat.

Ich geniesse das. Es ist eine gesunde Form von Sentimentalität. Und man hat die Gelegenheit, die Erzählungen der Kindheit mit den Augen eines Erwachsenen neu zu entdecken. Und es ist schön zu sehen, dass manche Geschichten das aushalten und ihren Reiz behalten. Und nicht nur das: Sie geben einem die Gelegenheit, ein paar Finessen zu entdecken, die einem als Kind entgangen sind.

Mir geht das mit den Büchern von Otfried Preussler so. Die kleine Hexe, der kleine Wassermann, das kleine Gespenst, Hotzenplotz und später auch der starke Wanja und Krabat fand ich als Bub toll. Und sie gefallen – soweit sie schon alt genug dafür ist – auch meiner Tochter.

Ich erzähle sie aus den gleichen alten Büchern. Meine Mutter hat sie nämlich sorgfältig aufgehoben und uns fürs abendliche Geschichtenerzählen überlassen. „Potz Pulverdampf und Pistolenrauch“ weiterlesen

Tiere in die Arche stapeln

Wer gute Apps finden will, der muss sich erst mit mittelmässigen und schlechten Apps herumschlagen. Das gilt in vielen Kategorien. Aber besonders offensichtlich ist es bei den Apps, die sich an Kinder richten.

Das hat meines Erachtens zwei Gründe. Erstens sind gute Kinder-Apps besonders schwierig: Sie müssen altersgerecht, hübsch und originell sein – und nicht nur den Goofen (schweizerdeutsch für Blagen), sondern auch den Eltern gefallen. Und zweitens nutzen manche App-Entwickler den Umstand schamlos aus, dass Kinder laut Quengeln, Schreien und Toben können. Und diese Fähigkeit gerne auch dazu einsetzen, um ihren Willen zu bekommen.

Das Resultat ist zum Beispiel eine App, bei der das Kind kostenlos zwei Dinosaurier zusammenpuzzeln und anmalen kann. Das sind  typischerweise die lahmsten Dinosaurier, die die prähistorische Welt je gesehen hat. Wenn das Kind sich mit seinen virtuellen Farbstiften auf die coolen Dinos stürzen will, dann blitzt es ab – weil T-Rex, Triceratops, Velociraptor und Spinosaurus erst mit einem In-App-Kauf freigeschaltet werden müssen.

Nun ist es natürlich auch für Hersteller von Kinder-Apps nicht verboten, sich erfolgversprechende Finanzierungsmodelle für ihre Apps auszudenken. Aber es ist halt moralisch überaus verwerflich, wenn unschuldige Kinder auf die Rolle als Umsatzträger reduziert werden. Mögen diese Entwickler für alle Ewigkeit im Höllenfeuer schmoren! „Tiere in die Arche stapeln“ weiterlesen

Eine Lautsprecherbox fürs Kinderzimmer

Kinder werden grösser und unabhängiger. Das zeigt sich daran, dass sie selbst bestimmen wollen, was im Kinderzimmer zu hören ist. Früher war das der Moment, wo man ihnen einen Kassettenrekorder oder einen CD-Player schenkt.

Und heute? Der klassische Kassettenrekorden ist allein deswegen nicht ausgestorben, weil Kinder wie vor hundert Jahren damit ihre Chasperlikassetten hören müssen. Manche Eltern setzen auch auf CD-Player. Doch das kann es nicht sein, oder? Will man heute Kassetten mit Spotify-Playlisten bespielen, damit das Kind seine Lieblingsmusik im Kinderzimmer hören kann? Oder zum gleichen Zweck CDs brennen? Nein, natürlich nicht. Ausserdem sind CD- und Kassetten-Player gigantische Batterievernichter.

Darum haben wir uns umgesehen und sind beim Jooki (Amazon Affiliate) gelandet. „Eine Lautsprecherbox fürs Kinderzimmer“ weiterlesen

Besser als Youtube Kids

In meiner kleinen Reihe zu Kinder- und Eltern-Apps ist heute Kika Player dran. Ihn habe ich schon einmal kurz im Beitrag Diese Apps dürfen unsere Kinder nutzen erwähnt, in dem es um Alternativen zu Youtube Kids geht. Youtube gibt es neuerdings in einer Variante für die Kleinen (für Android und iPhone). Denn das normale Youtube ist offensichtlich völlig untauglich zur Kinderbespassung: Da gibt es zu viel und unpassende Werbung. Der ständige Versuch, einem Youtube Premium anzudrehen. Und die Empfehlungen sind auch nicht über alle Zweifel erhaben.

Allerdings darf man sich fragen, ob eine spezielle App die Sache wirklich besser macht. Ich erinnere an Elsagate, auch thematisiert im Beitrag Youtube steckt in der Krise: Im Videoangebot für die Kleinen tauchten manipulierte Clips mit Gewalt- und Sexszenen auf. Da muss man sich mehrere Fragen stellen. Erstens: Wer tut das und warum? Und zweitens: Hat Google dieses Problem gelöst? Ich habe diese Frage zum Statt von Youtube Kids an die Schweizer PR-Agentur gestellt und folgende Antwort erhalten: „Besser als Youtube Kids“ weiterlesen

Die Maus als App

Sollen Kleinkinder ein Smartphone in die Finger bekommen? Wenn man diesem Artikel hier Glauben schenken darf, kann man ihnen stattdessen auch gleich eins mit dem Knüppel überziehen – der Effekt ist etwa der gleiche. Selbstverständlich halte ich es auch für keine gute Idee, den Nachwuchs mittels digitaler Technik ruhigzustellen. Doch mir scheint es aussichtslos, den Kindern die Geräte komplett vorenthalten zu wollen. Einerseits sind wir Eltern schlechte Vorbilder, weil es annähernd unmöglich ist, das Smartphone jederzeit ausser Reichweite zu halten. Andererseits, weil die Kleinen auch anderswo bunte Displays zu Gesicht bekommen.

Darum bin ich der Meinung, dass man es zwar nicht übertreiben sollte, aber auch keine Tabuzonen ausrufen muss. Abgesehen davon nervt mich dieser alarmistische Ton, den man Eltern gegenüber ständig anschlägt. Wenn wir nicht auf die guten Ratschläge hören, die uns in diesen klugen Artikeln und Büchern macht, dann sind die Kinder quasi verloren: Einmal ein Smartphone in den Fingern und die Dummheit ist vorprogrammiert! Eine falsche Reaktion unsererseits während der Trotzphase, und das Kind wird zu einem Wutbürger, der Trump alt aussehen lässt und Grenzen niemals nie akzeptiert! Ein Fehler beim Potty training, und der Nachwuchs brünzelt mit dreissig noch in die Hose.

„Die Maus als App“ weiterlesen

Zwei nicht allzu nervige Kinder-Apps

Ich habe mir geschworen, nicht zum Papa-Blogger zu werden. Trotzdem stelle ich hier ab und zu Kinder- und Eltern-kompatible Apps vor. In Eine App, die mein Baby stillt? ging es um Apps für frischgebackene Eltern. In Glacémonster und Katzenomi um Puzzles, die meine Tochter gerne spielt. Und hier sind nun noch einmal zwei Apps angesagt, die ihr inzwischen gefallen.

Fiete Cats AR (kostenlos fürs iPhone) ist gleichzeitig eine lustige Empfehlung für Freunde von Augmented Reality und für Fans von Apples ARkit. Sie blendet im Kamerabild eine kleine Katze ein, mit der man spielen kann. Sie will ab und zu gefüttert werden, braucht eine Dutsche, zerfetzt ein zusammengeknülltes Papier, läuft auf einem Farbkasten herum und hinterlässt dann farbige Fussabdrücke. Und ja, sie muss auch ab und zu ins Katzenkistchen.

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Besser als eine echte Katze, die ein richtiges Kistchen braucht.

Klaaaaar, ich gebe zu, das könnte man auch als dekadenten Auswuchs moderner Informationstechnologie betrachten. „Zwei nicht allzu nervige Kinder-Apps“ weiterlesen