Die App, auf die man zählen kann

Mit der Hand­zähler-App erfasst man Schnee­män­ner, rosa­rote Autos, wei­dende Ein­hörner am Küchen­fenster oder andere exo­tische Exem­plare aus der Tier­welt. Sie ist auch ein Vor­bild an Nutzer­freund­lich­keit.

Es gibt eine App für alles – auch für die banalen Dinge des Lebens. Und eine solche App stelle ich heute vor.

Aber wieso auch nicht? Die meisten von uns beschäftigen sich nicht ausschliesslich mit den letzten grossen Fragen der Menschheit, mit ethischen Dilemmata oder wortwörtlicher Raketentechnik. Die meisten von uns müssen auch mal einkaufen, den Küchenboden wischen und dem Kinde zum 25. Mal erklären, warum Pippi Langstrumpf, Annika und Tommy so viel Kaffee trinken, obwohl sie noch Kinder sind.

Also, zur App, die dieser einen banalen Aufgabe dient: „Die App, auf die man zählen kann“ weiterlesen

Drei fulminante Abenteuer für Junge und Junggebliebene

«Das ferne Leuchten», «Perfect Copy» und «Die seltene Gabe»: Drei Geschichten von Andreas Eschbach, die es neu als Hörbücher gibt und die zu entdecken sich allemal lohnt.

Mir sind Autoren sympathisch, die ihren Lesestoff nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche anfertigen. Das zeugt von Selbstvertrauen und erzählerischem Talent. Denn während man Erwachsenen auch eine halbgare Geschichte schmackhaft machen kann, indem man sie mit intellektuellem Firlefanz garniert, muss man dem Nachwuchs eine glaubhafte Geschichte präsentieren – und Figuren, mit denen er sich identifizieren kann.

Zwei Schreibtischtäter, die das beide gut beherrschen, sind J.K. Rowling, aber auch für Andreas Eschbach. Heute geht es um Letzteren (denn das neue Buch Gliss – Tödliche Weite habe ich schon vor ein paar Tagen besprochen). Von ihm sind eine Reihe Bücher neu in Hörbuchform herausgekommen – auch ältere Werke, die erst in der letzten Zeit eingelesen wurden. „Drei fulminante Abenteuer für Junge und Junggebliebene“ weiterlesen

Die Firewall für die ganze Familie

NextDNS hat mich auf Anhieb überzeugt: Das ist ein DNS-Dienst, der auch Schutz vor Schadsoftware, betrügerischen Websites und vor Tracking bietet und aufschlussreiche Statistiken bereithält.

Im Beitrag Netzsperren für Werbung habe ich eine interessante Möglichkeit beschrieben, um Werbung und Tracking zu beseitigen. Sie basiert auf einem DNS-Server, der Aufrufe zu bestimmten Tracking- und Werbeadressen ins Leere laufen lässt.

Das funktioniert bestens, hat im Fall des beschriebenen Servers aber einen Nachteil: Man kann nicht selbst bestimmen, welche Adressen blockiert und welche zugelassen werden. Und man erhält keinerlei Rückmeldungen, was die Massnahme eigentlich bewirkt.

Beide Mankos sind bei NextDNS beseitigt. Dieser unter nextdns.io zu findende Dienst nennt sich «Die neue Firewall für das moderne Internet». Er kümmert sich nicht nur um Tracker und um Werbung, sondern auch um Sicherheitsbedrohungen. Obendrein nutzt man ihn ohne Anmeldung und Registrierung – einfach, indem man die DNS-Einstellungen anpasst.

Das ist so grossartig, dass man sich fragt, was der Pferdefuss sein könnte – und wie sich NextDNS finanziert. Die Antwort ist einfach: „Die Firewall für die ganze Familie“ weiterlesen

Auferstanden aus den Klemmbaustein-Ruinen

Die Brickit-App analysiert den Bestand an Legos oder anderen Klemmbausteinen und macht Vorschläge, was man damit konstruieren könnte.

Die Brickit-App klingt nach einer destruktiven Angelegenheit. Denn etwas zu «bricken» bedeutet in Englisch entweder zu mauern oder aber ein Gerät in einen Ziegelstein zu verwandeln. Fehlgeschlagene Basteleien an den sensiblen Teilen eines Smartphones führen gelegentlich dazu, dass man das Opfer der eigenen Experimentierlust nur noch als Briefbeschwerer verwenden kann.

Doch bei der Brickit-App geht es um etwas anderes: nämlich um die «Bricks», also Spielsteine, die man umgangssprachlich auch Lego nennt – was zu Hause kein Problem ist, einem in einem öffentlichen Kontext aber juristische Scherereien einbringen könnte: „Auferstanden aus den Klemmbaustein-Ruinen“ weiterlesen

Kind, mal doch nicht immer, sondern fotografiere auch mal!

Die Nikon Coolpix W150 ist eine Kompaktkamera, die nicht mit tollen technischen Merkmalen punktet, sie sich aber dank Wasserdichtheit und Stossfestigkeit für Kinder eignet.

Neulich hat meine Tochter eine meiner Schreibtischschubladen durchwühlt und die Kompaktkamera von Samsung entdeckt, die ich vor neun Jahren hier im Blog vorgestellt habe und die seitdem in Vergessenheit geraten ist.

Sie wollte sie sofort ausprobieren und weil die Kamera abgeschrieben war, sprach auch nichts dagegen. Nach dem Aufladen war sie wieder einsatzbereit, und die fast Fünfjährige hat mit viel Begeisterung alles abgelichtet, was ihr vor die Linse kam.

Leider war die Freude von kurzer Dauer. Der Akku hat nach Jahren in der Schublade schnell schlappgemacht und war nach drei-, viermaligem Wiederbeleben überhaupt nicht mehr aufzuladen. Keine Frage, dass das Tränen gegeben hat.

Darum habe ich meiner Tochter Ersatz versprochen. Denn das Fotografieren ist eine kreative Beschäftigung, die ich gerne fördern würde. Und noch etwas: „Kind, mal doch nicht immer, sondern fotografiere auch mal!“ weiterlesen

Grosse Freude an den kleinen Dingen

Ich habe wieder einmal einen Spotankauf getätigt und mir das ZeScope angeschafft. Das ist ein digitales Mikroskop für die Hosentasche, das die Lust am Entdecken befeuert.

Das Gute an diesem Blog ist, dass hier alle meine Impulskäufe protokolliert sind. Der letzte hat vor knapp einem Jahr stattgefunden und hat mir ein wirklich nützliches Smartphone-Stativ fürs Portemonnaie eingebracht. Und eine solche Spontananschaffung pro Jahr ist vertretbar – oder? (Geständnisse von Affekt-Shopaholics im Gadgetbereich sind in den Kommentaren jedenfalls herzlich willkommen, egal ob anonym oder mit Namen gezeichnet.)

Das Mikroskop mit dem mitgelieferten Ständer.

Also, der Spon­tan­kauf, den ich neulich getä­tigt habe, lag an diesem däm­lichen Face­book. Dort habe ich eine Wer­bung für ein Ding gesehen, dem ich nicht wider­ste­hen konnte. Es heisst ZeScope und ist auf zemove.de zu finden. Man kriegt es auch via Amazon und zwar zu einem deutlich günstigeren Preis: Auf Amazon zahlt man um die 36 Euro, währendem ich 78.90 Franken hingeblättert habe. Das als Hinweis dafür, dass selbst Spontankäufe nicht so spontan sein sollten, dass man vorab nicht noch einen kurzen Preisvergleich macht.

Den Forschungsdrang befeuern

Aber egal; mein Vergnügen, dass ich mit diesem Ding bisher hatte, rechtfertigt die Ausgabe – und ich rede mir ein, dass ich auch meiner Tochter etwas Gutes tue und die Ausgabe unter «Förderung der Neugierde und des wissenschaftlichen Forschungsdrangs in der Erziehung» abbuchen kann. „Grosse Freude an den kleinen Dingen“ weiterlesen

Eine App, bei der es mir in den Fingern juckt

Eine geheime, unerfüllte Leidenschaft meinerseits ist die Produktion eines Animationsfilms. Das Equipment und Ideen sind vorhanden und auch die passende App ist auserkoren. Jetzt fehlt nur noch etwas.

Kinder wecken Erwartungen bei ihren Eltern: Manche wünschen sich, dass ihre Söhne und Töchter zu irgendwelchen Höhenflügen ansetzt: Akademische Grade erringt, in der Armee mindestens den Rang des Korpskommandanten erreichen, in eine adlige Familie einheiraten oder in Hollywood durchstarten – irgendetwas in der Art.

Ich bin in dieser Sache weniger spezifisch. Ich bin zufrieden, wenn der Nachwuchs keine arschlochhaften Charakterzüge entwickelt, sondern sich als senkrechtes menschliches Wesen entpuppt. Was, bei Licht betrachtet, auch kein kleiner Wunsch ist. Nebenbei hoffe ich ausserdem noch, dass ich meine Tochter irgendwann dafür begeistern kann, mit mir einen Stop-Motion-Film zu drehen.

Wie beschrieben habe ich in meiner Jugend noch das Medium des Super-8-Films miterlebt. Bei dem waren die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten im Vergleich zur heutigen Handykamera  primitiv. Doch mit manchen Kameras konnte man einzelne Frames belichten. Das fand ich extrem faszinierend: „Eine App, bei der es mir in den Fingern juckt“ weiterlesen

J.K. Rowlings liebenswürdiges Moormonster

Hier bespreche ich das perfekte Buch, um sich mit warmen Pantoffeln vors Cheminée zu setzen. Oder auf der Couch mit einem heissen Punsch zu geniessen.

In einer Pandemie sollte man wenigstens etwas Gutes zu lesen haben. In normalen Zeiten natürlich auch – aber jetzt ist es fürs Seelenheil besonders wichtig. Und ein solches Buch ist ohne Zweifel The Ickabog von Erzählmagierin J. K. Rowling (Amazon Affiliate). Es gibt auch eine deutsche Übersetzung mit dem Titel Der Ickabog. Ich würde aber unbedingt die englische Hörbuchvariante empfehlen, weil die von Stephen Fry gelesen wird.

Ja, auch sowas gilt als Nerdliteratur.

«The Ickabog» ist ein Märchen für Kinder ungefähr ab sieben Jahre. Aber bei dieser Autorin kommt man in aller Regel als Erwachsener auf seine Rechnung.

Und das gilt ganz besonders auch für dieses Buch, das eine doppelbödige politische Note hat und sich um eine Verschwörung dreht, die die ich sehr genossen habe. Und überhaupt: Das ist eine kluge, warmherzige Geschichte, die auch eine Moral hat, wie es sich gehört. Die Moral ist, dass Gutes Gutes und Böses Böses gebiert.

Und ja, das klingt nicht nach einer sonderlich tiefen Einsicht. Doch es gibt ein Aber: „J.K. Rowlings liebenswürdiges Moormonster“ weiterlesen

Gutenacht-Lektüre für eure Nerd-Kinder

Meine Tochter und ich haben ein gemeinsames Lieblingsbuch. Das grossartige «Goodnight Stories for Rebel Girls».

Auf den ersten Blick könnte man denken, dass ich mit dem heutigen Buchtipp meine Kategorie der Nerdliteratur überstrapaziere. Es geht nämlich um ein Buch, das ich meiner Tochter geschenkt habe. Sie ist 4½ und dementsprechend noch nicht in einem Alter, in dem sie Spass an schrägen Zeitreise- oder Multiversums-Abenteuern hätte. Die Helden dürfen gerne noch etwas einfacher gestrickt sein – wie die mutigen Hunde aus der (aus meiner Sicht etwas fragwürdigen) Fernsehserie «Paw Patrol».

Doch wenn man genauer hinschaut, dann ist der Nerdaspekt nicht zu übersehen. Weder bei den Fellfreunden alias Marshall, Chase, Rubble, Rocky und Zuma, noch bei dem Buch, um das es heute eigentlich gehen soll. Die Hunde in «Paw Patrol» sind offensichtliche Nerds, weil sie für alle ihre Aufgaben irgendwelche Gadgets benötigen – genauso, wie wir ausgewachsenen Nerds.

Wenn man bei Wikipedia nachliest, dann erfährt man, dass diese Serie vorwiegend ein Marketing-Vehikel für all die Spielzeuge, die zu ihr angeboten werden: „Gutenacht-Lektüre für eure Nerd-Kinder“ weiterlesen

Die App für den Aha-Effekt

Universal Zoom ist eine App, die die Grössenordnungen unseres Universums verständlich macht – und bei Kindern womöglich sogar Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen weckt.

Während meiner Schulzeit war es ein seltenes Ereignis, dass der Lehrer den Medienwagen ins Schulzimmer geschoben, eine klobige VHS-Kassette hevorgekramt und einen – meist natürlich unglaublich lehrreichen – Film hat laufen lassen.

In der Primarschule ist das überhaupt nie vorgekommen. In dem Schulhaus hat noch nicht einmal ein Medienwagen existiert. Dafür gab es Schiefertafeln, auf denen wir Schönschreiben geübt haben. Ja, liebe Kinder: Unsere Tablets waren jene Dinger, denen die Flachrechner ihren Namen zu verdanken haben.

Aber ich komme vom Thema ab. Einer jener Filme, die wir zu Gesicht bekommen haben, war «Powers of Ten» von 1977:  „Die App für den Aha-Effekt“ weiterlesen