Hilfe naht, wenn sich das Kind spielend austoben will

Die Bänkli-App ist ein unver­zicht­bares Hilfs­mittel für Eltern: Sie zeigt die Spiel­plätze in der Um­gebung an. Und man findet mit ihrer Hilfe auch Sitz­gele­gen­heiten, Brunnen, Feuer­stellen und Aus­sichts­punkte.

Wie es so ist, wenn man mit einem Kind unterwegs ist: Das Kind hat klare Vorstellungen davon, was es tun will und was nicht. Zu den Beschäftigungen, die immer gehen, gehört das Spielen auf Spielplätzen.

Mit der Suche «Spielplätze in der Nähe» ist Google Maps einigermassen brauchbar.

Doch wie findet man in einer Gegend, in der man sich nicht auskennt, auf die Schnelle die passende Umgebung, um derlei Wünsche zu erfüllen? Natürlich, man sucht auf Google Maps nach Spielplatz. Wenn ich das tue, dann zeigt mir Google einen Spielplatz in 220 Kilometern Entfernung, den ich selbst einmal in einem Ort im schönen Bayern erfasst habe.

Apple Karten ist nicht viel besser: Die App nötigt mir immerhin keine dreistündige Autofahrt auf. Doch für Winterthur – wo ich mich zufällig ein bisschen auskenne – findet diese App nur einen einzigen Spielplatz am anderen Ende der Stadt.

Man könnte beide Apps aus Elternsicht nun für völlig unbrauchbar halten. Ganz so schlimm ist es aber nicht: „Hilfe naht, wenn sich das Kind spielend austoben will“ weiterlesen

Ada steht voll auf freie Software

«Ada & Zangemann» von Matthias Kirschner und Sandra Brandstätter ist ein Kinderbuch, das sich für freie Software und für einen selbstbestimmten Umgang mit vernetzten Geräten einsetzt.

Matthias Kirschner ist Präsident der FSFE, der Free Software Foundation Europe. Das ist die Schwester der FSF, einer US-amerikanischen Organisation, die sich der Förderung der freien Software verschrieben hat. Gegründet wurde sie 1985 von Richard Stallman, der wohl schillerndsten Figur aus dieser Szene. Mit Matthias Kirschner habe ich 2015, anlässlich des 30. Geburtstags der Bewegung, ein Interview mit ihm geführt.

Neuerdings ist Matthias Kirschner auch Autor eines Kinderbuchs. Es heisst Ada & Zangemann, wurde von Sandra Brandstätter illustriert und ist bei O’Reilly erschienen und für 16,90 Euro auch bei Amazon erhältlich.

Die Geschichte dreht sich um ein Mädchen mit dem schönen Namen Ada, der natürlich eine Verbeugung vor Ada Lovelace, die als erste Programmierin der Welt gelten darf und die auch in einem anderen empfehlenswerten Kinderbuch vorkommt: „Ada steht voll auf freie Software“ weiterlesen

Die App, auf die man zählen kann

Mit der Hand­zähler-App erfasst man Schnee­män­ner, rosa­rote Autos, wei­dende Ein­hörner am Küchen­fenster oder andere exo­tische Exem­plare aus der Tier­welt. Sie ist auch ein Vor­bild an Nutzer­freund­lich­keit.

Es gibt eine App für alles – auch für die banalen Dinge des Lebens. Und eine solche App stelle ich heute vor.

Aber wieso auch nicht? Die meisten von uns beschäftigen sich nicht ausschliesslich mit den letzten grossen Fragen der Menschheit, mit ethischen Dilemmata oder wortwörtlicher Raketentechnik. Die meisten von uns müssen auch mal einkaufen, den Küchenboden wischen und dem Kinde zum 25. Mal erklären, warum Pippi Langstrumpf, Annika und Tommy so viel Kaffee trinken, obwohl sie noch Kinder sind.

Also, zur App, die dieser einen banalen Aufgabe dient: „Die App, auf die man zählen kann“ weiterlesen

Drei fulminante Abenteuer für Junge und Junggebliebene

«Das ferne Leuchten», «Perfect Copy» und «Die seltene Gabe»: Drei Geschichten von Andreas Eschbach, die es neu als Hörbücher gibt und die zu entdecken sich allemal lohnt.

Mir sind Autoren sympathisch, die ihren Lesestoff nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche anfertigen. Das zeugt von Selbstvertrauen und erzählerischem Talent. Denn während man Erwachsenen auch eine halbgare Geschichte schmackhaft machen kann, indem man sie mit intellektuellem Firlefanz garniert, muss man dem Nachwuchs eine glaubhafte Geschichte präsentieren – und Figuren, mit denen er sich identifizieren kann.

Zwei Schreibtischtäter, die das beide gut beherrschen, sind J.K. Rowling, aber auch für Andreas Eschbach. Heute geht es um Letzteren (denn das neue Buch Gliss – Tödliche Weite habe ich schon vor ein paar Tagen besprochen). Von ihm sind eine Reihe Bücher neu in Hörbuchform herausgekommen – auch ältere Werke, die erst in der letzten Zeit eingelesen wurden. „Drei fulminante Abenteuer für Junge und Junggebliebene“ weiterlesen

Die Firewall für die ganze Familie

NextDNS hat mich auf Anhieb überzeugt: Das ist ein DNS-Dienst, der auch Schutz vor Schadsoftware, betrügerischen Websites und vor Tracking bietet und aufschlussreiche Statistiken bereithält.

Im Beitrag Netzsperren für Werbung habe ich eine interessante Möglichkeit beschrieben, um Werbung und Tracking zu beseitigen. Sie basiert auf einem DNS-Server, der Aufrufe zu bestimmten Tracking- und Werbeadressen ins Leere laufen lässt.

Das funktioniert bestens, hat im Fall des beschriebenen Servers aber einen Nachteil: Man kann nicht selbst bestimmen, welche Adressen blockiert und welche zugelassen werden. Und man erhält keinerlei Rückmeldungen, was die Massnahme eigentlich bewirkt.

Beide Mankos sind bei NextDNS beseitigt. Dieser unter nextdns.io zu findende Dienst nennt sich «Die neue Firewall für das moderne Internet». Er kümmert sich nicht nur um Tracker und um Werbung, sondern auch um Sicherheitsbedrohungen. Obendrein nutzt man ihn ohne Anmeldung und Registrierung – einfach, indem man die DNS-Einstellungen anpasst.

Das ist so grossartig, dass man sich fragt, was der Pferdefuss sein könnte – und wie sich NextDNS finanziert. Die Antwort ist einfach: „Die Firewall für die ganze Familie“ weiterlesen

Auferstanden aus den Klemmbaustein-Ruinen

Die Brickit-App analysiert den Bestand an Legos oder anderen Klemmbausteinen und macht Vorschläge, was man damit konstruieren könnte.

Die Brickit-App klingt nach einer destruktiven Angelegenheit. Denn etwas zu «bricken» bedeutet in Englisch entweder zu mauern oder aber ein Gerät in einen Ziegelstein zu verwandeln. Fehlgeschlagene Basteleien an den sensiblen Teilen eines Smartphones führen gelegentlich dazu, dass man das Opfer der eigenen Experimentierlust nur noch als Briefbeschwerer verwenden kann.

Doch bei der Brickit-App geht es um etwas anderes: nämlich um die «Bricks», also Spielsteine, die man umgangssprachlich auch Lego nennt – was zu Hause kein Problem ist, einem in einem öffentlichen Kontext aber juristische Scherereien einbringen könnte: „Auferstanden aus den Klemmbaustein-Ruinen“ weiterlesen

Kind, mal doch nicht immer, sondern fotografiere auch mal!

Die Nikon Coolpix W150 ist eine Kompaktkamera, die nicht mit tollen technischen Merkmalen punktet, sie sich aber dank Wasserdichtheit und Stossfestigkeit für Kinder eignet.

Neulich hat meine Tochter eine meiner Schreibtischschubladen durchwühlt und die Kompaktkamera von Samsung entdeckt, die ich vor neun Jahren hier im Blog vorgestellt habe und die seitdem in Vergessenheit geraten ist.

Sie wollte sie sofort ausprobieren und weil die Kamera abgeschrieben war, sprach auch nichts dagegen. Nach dem Aufladen war sie wieder einsatzbereit, und die fast Fünfjährige hat mit viel Begeisterung alles abgelichtet, was ihr vor die Linse kam.

Leider war die Freude von kurzer Dauer. Der Akku hat nach Jahren in der Schublade schnell schlappgemacht und war nach drei-, viermaligem Wiederbeleben überhaupt nicht mehr aufzuladen. Keine Frage, dass das Tränen gegeben hat.

Darum habe ich meiner Tochter Ersatz versprochen. Denn das Fotografieren ist eine kreative Beschäftigung, die ich gerne fördern würde. Und noch etwas: „Kind, mal doch nicht immer, sondern fotografiere auch mal!“ weiterlesen

Grosse Freude an den kleinen Dingen

Ich habe wieder einmal einen Spotankauf getätigt und mir das ZeScope angeschafft. Das ist ein digitales Mikroskop für die Hosentasche, das die Lust am Entdecken befeuert.

Das Gute an diesem Blog ist, dass hier alle meine Impulskäufe protokolliert sind. Der letzte hat vor knapp einem Jahr stattgefunden und hat mir ein wirklich nützliches Smartphone-Stativ fürs Portemonnaie eingebracht. Und eine solche Spontananschaffung pro Jahr ist vertretbar – oder? (Geständnisse von Affekt-Shopaholics im Gadgetbereich sind in den Kommentaren jedenfalls herzlich willkommen, egal ob anonym oder mit Namen gezeichnet.)

Das Mikroskop mit dem mitgelieferten Ständer.

Also, der Spon­tan­kauf, den ich neulich getä­tigt habe, lag an diesem däm­lichen Face­book. Dort habe ich eine Wer­bung für ein Ding gesehen, dem ich nicht wider­ste­hen konnte. Es heisst ZeScope und ist auf zemove.de zu finden. Man kriegt es auch via Amazon und zwar zu einem deutlich günstigeren Preis: Auf Amazon zahlt man um die 36 Euro, währendem ich 78.90 Franken hingeblättert habe. Das als Hinweis dafür, dass selbst Spontankäufe nicht so spontan sein sollten, dass man vorab nicht noch einen kurzen Preisvergleich macht.

Den Forschungsdrang befeuern

Aber egal; mein Vergnügen, dass ich mit diesem Ding bisher hatte, rechtfertigt die Ausgabe – und ich rede mir ein, dass ich auch meiner Tochter etwas Gutes tue und die Ausgabe unter «Förderung der Neugierde und des wissenschaftlichen Forschungsdrangs in der Erziehung» abbuchen kann. „Grosse Freude an den kleinen Dingen“ weiterlesen

Eine App, bei der es mir in den Fingern juckt

Eine geheime, unerfüllte Leidenschaft meinerseits ist die Produktion eines Animationsfilms. Das Equipment und Ideen sind vorhanden und auch die passende App ist auserkoren. Jetzt fehlt nur noch etwas.

Kinder wecken Erwartungen bei ihren Eltern: Manche wünschen sich, dass ihre Söhne und Töchter zu irgendwelchen Höhenflügen ansetzt: Akademische Grade erringt, in der Armee mindestens den Rang des Korpskommandanten erreichen, in eine adlige Familie einheiraten oder in Hollywood durchstarten – irgendetwas in der Art.

Ich bin in dieser Sache weniger spezifisch. Ich bin zufrieden, wenn der Nachwuchs keine arschlochhaften Charakterzüge entwickelt, sondern sich als senkrechtes menschliches Wesen entpuppt. Was, bei Licht betrachtet, auch kein kleiner Wunsch ist. Nebenbei hoffe ich ausserdem noch, dass ich meine Tochter irgendwann dafür begeistern kann, mit mir einen Stop-Motion-Film zu drehen.

Wie beschrieben habe ich in meiner Jugend noch das Medium des Super-8-Films miterlebt. Bei dem waren die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten im Vergleich zur heutigen Handykamera  primitiv. Doch mit manchen Kameras konnte man einzelne Frames belichten. Das fand ich extrem faszinierend: „Eine App, bei der es mir in den Fingern juckt“ weiterlesen

J.K. Rowlings liebenswürdiges Moormonster

Hier bespreche ich das perfekte Buch, um sich mit warmen Pantoffeln vors Cheminée zu setzen. Oder auf der Couch mit einem heissen Punsch zu geniessen.

In einer Pandemie sollte man wenigstens etwas Gutes zu lesen haben. In normalen Zeiten natürlich auch – aber jetzt ist es fürs Seelenheil besonders wichtig. Und ein solches Buch ist ohne Zweifel The Ickabog von Erzählmagierin J. K. Rowling (Amazon Affiliate). Es gibt auch eine deutsche Übersetzung mit dem Titel Der Ickabog. Ich würde aber unbedingt die englische Hörbuchvariante empfehlen, weil die von Stephen Fry gelesen wird.

Ja, auch sowas gilt als Nerdliteratur.

«The Ickabog» ist ein Märchen für Kinder ungefähr ab sieben Jahre. Aber bei dieser Autorin kommt man in aller Regel als Erwachsener auf seine Rechnung.

Und das gilt ganz besonders auch für dieses Buch, das eine doppelbödige politische Note hat und sich um eine Verschwörung dreht, die die ich sehr genossen habe. Und überhaupt: Das ist eine kluge, warmherzige Geschichte, die auch eine Moral hat, wie es sich gehört. Die Moral ist, dass Gutes Gutes und Böses Böses gebiert.

Und ja, das klingt nicht nach einer sonderlich tiefen Einsicht. Doch es gibt ein Aber: „J.K. Rowlings liebenswürdiges Moormonster“ weiterlesen