Die App, auf die man zählen kann

Mit der Hand­zähler-App erfasst man Schnee­män­ner, rosa­rote Autos, wei­dende Ein­hörner am Küchen­fenster oder andere exo­tische Exem­plare aus der Tier­welt. Sie ist auch ein Vor­bild an Nutzer­freund­lich­keit.

Es gibt eine App für alles – auch für die banalen Dinge des Lebens. Und eine solche App stelle ich heute vor.

Aber wieso auch nicht? Die meisten von uns beschäftigen sich nicht ausschliesslich mit den letzten grossen Fragen der Menschheit, mit ethischen Dilemmata oder wortwörtlicher Raketentechnik. Die meisten von uns müssen auch mal einkaufen, den Küchenboden wischen und dem Kinde zum 25. Mal erklären, warum Pippi Langstrumpf, Annika und Tommy so viel Kaffee trinken, obwohl sie noch Kinder sind.

Also, zur App, die dieser einen banalen Aufgabe dient: Sie heisst Handzähler und ist kostenlos fürs iPhone und iPad erhältlich. Sie tut genau das, was man von ihr erwartet: Sie hilft einem dabei, Dinge zu zählen, ohne dass man die Summe im Kopf behalten müsste. Ähnlich wie die Handzählgeräte, mit der man klickenderweise durch die Gegend geht, um Personen, Autos, Hühner, Nasenpimmel im Supermarkt, rosarote Autos oder Elefanten – oder was auch immer numerisch zu erfassen.

Analog und batterielos – aber nicht so vielseitig

Der grosse Knopf zählt hoch.

Diese Geräte gibt es in Hardwareform schon für ein paar Franken bzw. Euro. Sie haben den Vorteil, dass sie mechanisch und ohne Batterie funktionieren und jede Betätigung durch ein lautes Kicken anzeigen. Der Nachteil besteht darin, dass man sie extra erwerben und auch dabei haben muss, wenn es etwas zu zählen gibt.

Die Handzähler-App erfüllt diesen Zweck. Und sie ist obendrein ein Beispiel für ein gelungenes Screendesign. Ich sehe sie fast schon exemplarisch, weil sie vor Augen führt, welchen Unterschied eine funktionale Gestaltung macht – egal, ob die Aufgabe nun hochkomplex oder alltäglich und unspektakultär ist.

Bestätigungs-Vibration

Dominant in der App ist der grosse Knopf, mit dem man hochzählt. Jede Betätigung signalisiert das iPhone mit einem Vibrationshinweis: Man kann die App somit auch gut blind benutzen, auch wenn das bei einem Hardwarezähler wegen der dedizierten Taste noch etwas leichter fällt.

Es gibt jetzt auch einige Funktionen, die bei dem Hardwarezähler meist fehlen: Die App hat einen kleineren Knopf, mit dem man die Summe auch wieder reduziert – falls man sich verzählt hat oder eine Erhebung durchführt, bei der es auch Abgänge gibt.

Man kann mehrere Zähl-Aktionen nebenbei laufen haben.

Und man kann nicht nur um eins hochzählen, sondern um eine Zahl, die man über ein Drehrad einstellt. Dort lassen sich auch negative Werte wählen, sodass man über die grosse Taste für einen Countdown benutzen kann, wenn man will.

Nicht nur das: Man darf in der App mehrere Zählvorgänge führen. Ich habe für meine Tochter einen Zähler für Schneemänner eingerichtet und einen für rosarote Autos, die wir zählen, wenn uns eines im Strassenbild begegnet. Spoiler: Es gibt fast gar keine Automobilisten, die sich getrauen, rosarote Autos zu fahren.

Visualisier- und exportierbar

Der April war ein Hirngespinst-lastiger Monat.

Man darf den einzelnen Zählern eine eigene Farbe zuweisen, und in der Aufzeichnung sieht man den Verlauf einer Zählaktion: Man erhält eine tägliche oder monatliche Übersicht, die auch grafisch visualisiert wird. Und man hat die Möglichkeit, die Daten zu exportieren.

Mit anderen Worten: Mit der App ist man hervorragend für länger andauernde Studien gerüstet. Zum Beispiel für Naturerhebungen, wenn man wissen will, wie viele Graureiher während eines Winters vor dem Fenster vorbeifliegen. Klar, das könnte man in einer Exceltabelle eintragen. Aber in der Zähler-App den Knopf zu drücken, geht schneller und ist einfacher.

Fazit: Eine echte Wundertüte, die ich gerne empfehle!

Beitragsbild: +1 (Jaeyoung Geoffrey Kang, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Ein Gedanke zu „Die App, auf die man zählen kann“

  1. In der Tat habe ich eine ähnliche App auf meinem Android Handy. Things Count heisst sie. Und ich brauche sie wirklich ab und zu. Ist nicht so, dass sie zu den wenig genutztesten Apps gehört. Im Moment zähle ich z.B. die Anzahl Rasuren, die ich mit der festen Rasierseife mache, auf die ich neu umgestiegen bin. Möchte wissen, ob sie ergiebiger ist als Rasierschaum aus der Dose. Mag nerdig wirken, aber finds trotzdem praktisch. 😂

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