Hilfe naht, wenn sich das Kind spielend austoben will

Die Bänkli-App ist ein unver­zicht­bares Hilfs­mittel für Eltern: Sie zeigt die Spiel­plätze in der Um­gebung an. Und man findet mit ihrer Hilfe auch Sitz­gele­gen­heiten, Brunnen, Feuer­stellen und Aus­sichts­punkte.

Wie es so ist, wenn man mit einem Kind unterwegs ist: Das Kind hat klare Vorstellungen davon, was es tun will und was nicht. Zu den Beschäftigungen, die immer gehen, gehört das Spielen auf Spielplätzen.

Mit der Suche «Spielplätze in der Nähe» ist Google Maps einigermassen brauchbar.

Doch wie findet man in einer Gegend, in der man sich nicht auskennt, auf die Schnelle die passende Umgebung, um derlei Wünsche zu erfüllen? Natürlich, man sucht auf Google Maps nach Spielplatz. Wenn ich das tue, dann zeigt mir Google einen Spielplatz in 220 Kilometern Entfernung, den ich selbst einmal in einem Ort im schönen Bayern erfasst habe.

Apple Karten ist nicht viel besser: Die App nötigt mir immerhin keine dreistündige Autofahrt auf. Doch für Winterthur – wo ich mich zufällig ein bisschen auskenne – findet diese App nur einen einzigen Spielplatz am anderen Ende der Stadt.

Man könnte beide Apps aus Elternsicht nun für völlig unbrauchbar halten. Ganz so schlimm ist es aber nicht: Zur Ehrenrettung von Google sei gesagt, dass das Resultat besser wird, wenn man nach Spielplätze in der Nähe sucht. Dann wird für Winterthur ein knappes Dutzend Orte angezeigt, darunter auch der angestammte Spielplatz bei der Schützenwiese.

Der Spezialist für Spielplätze, Sitzbänke, Feuerstellen und Aussichtsorte

Trotzdem besteht ein Verbesserungspotenzial. Bei der Suche nach einer spezialisierten App bin ich bei Bänkli gelandet und kam nicht umhin, dieses offensichtlich helvetische Produkt allein wegen des charmanten Namens herunterzuladen.

Orte zum Verweilen.

Und um ein Missverständnis gleich am Anfang zu klären, liebe Leserinnen und Leser aus Deutschland und Österreich: Ein Bänkli ist eine Sitzbank. Das Geldinstitut wird entgegen eurer fixen Überzeugung in der Schweiz niemals in den Diminutiv gesetzt. Eine Bank ist für die Schweizer eine so ernsthafte Angelegenheit, dass sie immer und ohne Ausnahme unverkleinert Bank genannt wird.

Bänkli gibt es für Android und fürs iPhone und iPad. Die App – der ein gelegentliches Update guttun würde, weil eine Anpassung an die Bildschirmgrössen der neuen iPhones überfällig ist – zeigt als farbige Punkte nicht nur Sitzgelegenheiten, sondern auch Feuerstellen, Brunnen und Aussichtspunkte an. Und eben die besagten Spielplätze.

Sich vorher ein Bild verschaffen

Eine gelbe Rutsche – immerhin.

Von vielen Objekten gibt es Fotos – was gerade bei Spielplätzen ein riesiger Vorteil ist. Denn natürlich weiss man gern im Voraus, ob man es mit einem überkandidelten Designer-Projekt zu tun hat, das Kinder zu Statisten degradiert, ob die Spielgeräte noch aus den 1970er-Jahren stammen oder für den eigenen Sprössling keine Herausforderung darstellen, weil sie, Zitat, «für Babys sind». Und schliesslich kann man auch Bewertungen abgeben.

Die Interaktionsmöglichkeiten in der App sind überschaubar: Über das Menü links oben sieht man, welche Punkte als letztes erfasst worden sind. Man hat Zugriff auf eine Statistik, die verrät, dass wir bei den Bänkli kurz davor sind, die 40’000er-Marke zu knacken (39’969 Stück Einträge gibt es). Bei den Feuerstellen sind 3598 erfasst, bei den Spielplätzen 2148. Und man erfährt, wer die meisten Informationen beigesteuert hat. Mit Abstand führt Sonnenbarsch mit 20’907 Einträgen. Ein echter Community-Held!

Selbst Spielplätze und Bänkli eintragen

Unten links findet sich ein Suchfeld, über das man sich eine bestimmte Adresse im Kartenausschnitt anzeigen lässt. Über die Symbole rechts wählt man aus, welche Markierungen man sehen will und welche nicht. Über das Pin-Symbol setzt man den Kartenausschnitt auf seine aktuelle Position und über das Plus-Symbol erfasst man eigene Punkte, wozu jedoch eine Anmeldung notwendig ist. Um nur Punkte abzufragen, braucht es die nicht.

Fazit: Eine unspektakuläre App, die ihren Zweck hervorragend erfüllt – und zeigt, wie grossartig das Crowdsourcing auch in solchen Alltagsbelangen ist.

Übrigens: Der Grossteil der Bänkli wurden in der Schweiz erfasst. Einzelne finden sich auch in den Nachbarländern: einige in Deutschland und Österreich, nur sehr wenige in Frankreich und Italien.

Und ein weiteres Übrigens: Es gibt natürlich auch Apps, die sich ganz auf Spielplätze konzentrieren, namentlich Playgroond für Android und für iPhone und iPad.

Beitragsbild: Ob dieser Spielplatz auch verzeichnet ist, habe ich nicht abgeklärt (Krivec Ales, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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