Die Garmin Fenix 7 in der ausführlichen Begutachtung

Was leistet die neue smarte Sportuhr von Garmin? Was ist neu im Vergleich zur Fēnix 5 und anders als bei der Apple Watch Series 7? Ein Testbericht in sieben Kapiteln.

Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, als ich vor fünf Jahren die Fēnix 5S von Gramin getestet habe. Ich hielt sie für okay, habe mich aber an den Benachrichtigungen gestört. Infolgedessen war meine Besprechung nicht gerade euphorisch.

Die alte rechts hat mich während bald fünf Jahren begleitet. Wie schlägt sich die Neue im Vergleich?

Doch siehe da: Ich habe die Uhr bis vor kurzem getragen und sie nur abgelegt, um die Fēnix 7S zu testen, um die es hier gleich gehen wird. Das zeigt, wie wichtig Langzeittests sind. Der erste Eindruck ist zwar selten falsch, aber nicht immer vollständig.

Verborgene Tugenden – wie die Zuverlässigkeit und die Qualitäten beim Sport – zeigen sich erst nach und nach im Alltag. Und es gab noch zwei weitere Funktionen, die ich erst mit der Zeit entdeckt und im Beitrag Smarte Uhrdreingaben dargelegt habe.

Ich habe die 5S seinerzeit vor allem als universelle Smartwatch getestet:  „Die Garmin Fenix 7 in der ausführlichen Begutachtung“ weiterlesen

Fitness-Gadgets, die Leistungsdruck erzeugen

Wehe, wenn man einen einzigen Tag auf der faulen Haut liegt – dann ist gleich der «Streak» dahin. Warum das Unfug ist.

In diesem Podcast hier habe ich von einem Phänomen namens Streak Running gehört. Die Streaker gehen täglich rennen und halten damit den Streak, also die Strähne am Laufen.

Meine Spontan-Vermutung war, dass es sich um einen brandneuen Trend handelt, der auf dem Mist der Fitnesstracker und der Smartwatches mit Sportfunktionen gewachsen ist. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie einem immer anzeigen, wie lange der Durchhaltewillen beim Erreichen der Tagesziele anhält. Die Apple Watch beispielsweise verkündet jeden Abend: «Längste Bewegungsserie – deine aktuelle Serie beträgt 179 Tage».

Nun hat mich Wikipedia darüber aufgeklärt, dass das «Streaking» nicht so neu ist wie vermutet. Die Vereinigung wurde 2000 gegründet. Der ausdauerndste Streaker ist gemäss dem Lexikon ein Mann namens Robert C. Ray, «der seinen aktuell immer noch gültigen Streak am 4. April 1967 startete und seitdem keinen einzigen Tag lauffrei geblieben ist».

Wenn die Strähne so lange wird, dass sie nicht mehr abreissen darf

Um Robert C. Ray zu schlagen, fehlen mir nur noch gut 18’300 Tage in meinem Streak.

Tobi Bayer hat in sich im eingangs erwähnten Podcast aus­ge­führt, dass er selbst «streakt», obwohl er es für eine fragwürdige Idee hält.

Und ich bin keinen Dreck besser.  Ich habe in meiner Garmin-App nachgesehen und festgestellt, dass dort meine Strähne für mein Schrittziel seit 1172 Tagen anhält. Damit bin ich nicht ganz so abartig unterwegs wie Robert C. Ray, dessen Serie nun schon 19’500 Tage dauert. Keine Frage: Er freut sich schon, dass in etwa anderthalb Jahren die 20’000 voll werden. „Fitness-Gadgets, die Leistungsdruck erzeugen“ weiterlesen

Was taugt die Apple Watch für die Offline-Nutzung?

Ich habe ausprobiert, wie man Musik, Hörbücher und Podcasts auf die Apple Watch bekommt, um sie unterwegs offline zu hören – und bin mässig begeistert.

Eine der nützlichsten Eigenschaften von Wearables besteht darin, dass man seine Abhängigkeit vom Smartphone verringert. Und ja, mir ist klar, dass ein philosophisch angehauchter Kulturpessimist an dieser Stelle zu einer Tirade ausholen und uns erklären würde, dass wir lediglich den Teufel durch den Beelzebub austreiben, wenn wir ein Gerät durch ein anderes ersetzt. Und er würde uns erklären, dass wir von diesen Geräten kontrolliert werden und nicht umgekehrt, wie wir alle meinen.

Aber ehrlich gesagt, finde ich derlei Analysen langweilig – und letztlich auch ziemlich bemüht. Natürlich hat jedes Ding auch seine negativen Seiten. Aber mir scheint völlig unbestreitbar, dass die positiven Aspekte bei Smartphone und Co. überwiegen.

Also, zum eigentlichen Thema dieses Blogposts: Wie nutzt man die Apple Watch für Podcasts, Hörbücher und Musik, wenn man Sport betreiben möchte, ohne das Smartphone mitzuschleppen? „Was taugt die Apple Watch für die Offline-Nutzung?“ weiterlesen

Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?

Eigentlich eine Frage des Daten­schutzes. Doch in Zeiten wie diesen fragt man sich eher: Ist das eine probate Methode, diese Ringe zu schliessen?

Wenn man eine Smartwatch oder irgend ein Fitness-Gadget trägt, dann fällt einem irgendwann einmal ein dicker, fetter Elefant auf, der plötzlich im Raum steht. Ich will nun nicht behaupten, dass dieser Elefant ein aphrodisierendes Parfüm aufgelegt hat und Strapse trägt. Aber er ein bisschen aufreizend ist er schon. Denn es geht an dieser Stelle um den guten alten Geschlechtsverkehr.

Dieser Elefant im Raum – oder für Leute, die mit der Metapher aus dem angelsächsischen Sprachraum nicht vertraut sind – die nie gestellte, aber offensichtliche Frage zu den Smartwatches lautet: «Merkt das Ding eigentlich, wenn ich Sex habe?»

Diese Frage stellt sich für Leute, die sie für sich bejahen können  – aber auch für die Asexuellen und Enthaltsamen.

Spuren sexueller Aktivität auf x-beliebigen Servern

Denn ob aktiv oder nicht, es gibt in beiden Fällen Gründe, dass man das Wann und Wann-nicht und das Wie-oft oder Wie-oft-nicht für sich behalten möchte. „Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?“ weiterlesen

Garmin gegen Apple: Wer hat die bessere Sportuhr?

Eine der ent­schei­den­den Funk­tionen bei Smart­wat­ches ist das Tracking von kör­per­lichen Akti­vitä­ten – und da ist ein Wearable dem anderen deutlich über­legen.

Neulich habe ich ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch gezogen. Und versprochen, mir die Sportfunktionen noch genauer anzusehen.

Die beiden Kontrahenten.

Denn diese Sportfunktionen sind es, die meines Erachtens einer Smartwatch heute eine echte Daseinsberechtigung geben. Viele der anderen Features sind nett und manche auch nützlich, aber nichts ist unverzichtbar.

Doch wenn man mit einer gewissen Ernsthaftigkeit Sport betreibt, dann will man aufs Tracking nicht verzichten. Selbst die kleinste Leistungsverbesserung ist ein echter Ansporn. Und man will nicht auf die bragging rights verzichten.

Garmin setzt voll auf den Sport

Darum ist Garmin trotz der harten Konkurrenz erfolgreich: Sportuhren, die inzwischen sogar nach Sportarten ausdifferenziert werden. Laufen, Triathlon, Schwimmen, Tauchen, Golf, Wandern, Segeln, Fliegen, Golf – für jede dieser Disziplinen gibt es eine passende Uhr. Wahrscheinlich wäre eine solche Anpassung auch über einen Schalter in der Konfiguration möglich. Aber ich verstehe, dass sich die Marktstrategen für diesen Weg hier entschieden haben.

Also, es ist darum nichts als fair, meine Garmin Fenix 5s mit der Apple Watch Series 5 zu vergleichen – und zwar aus meiner Sicht des mittelmässig ambitionierten Hobbysportlers.

Bei der Bedienung ist die Apple Watch im Alltag praktischer. „Garmin gegen Apple: Wer hat die bessere Sportuhr?“ weiterlesen

Für Leute, die gelegentlich ihren Krempel verschusseln

Die App Wunderfind hilft, verlegte Gegenstände aufzuspüren. Zumindest dann, wenn sie mit Bluetooth-Anhängern ausgestattet sind oder von sich aus drahtlos funken. Und die App verrät, was sonst für digitale Geräte in der Umgebung kreuchen und fleuchen.

Im Beitrag Keine App für Elektrosmogparanoiker habe ich zwei Apps vorgestellt, mit denen man nach Bluetooth-Geräten in seiner Umgebung scannen kann. Das ist nett; aber auch ohne richtigen praktischen Nutzen. Denn was soll man mit dieser Information schon gross anfangen?

Die Geräte in der Umgebung – eigene und fremde.

Nun bin ich auf die App Wunderfind gestossen. Die macht an und für sich das gleiche – aber mit der konkreten Idee, dass man mit ihr verlegte Geräte aufstöbern können soll, die zufälligerweise ein Bluetooth-Signal ausstrahlen.

Wie gut das funktioniert, hängt von den Umständen ab. Wie im Beitrag Smarte Uhrdreingaben beschrieben, nutze ich eine ähnliche Funktion an meiner Garmin- Uhr ganz gern: Mit der findet man das Smartphone, wenn es wieder einmal in die Sofaritze gerutscht ist.

Bei anderen Geräten hängen die Erfolgsaussichten von dem Umständen ab: Leider dürfte es so sein, dass gerade die drahtlosen Kopfhörer, die man häufig verlegt, nicht auffindbar sind, weil sie sich nach kurzer Zeit selbst abschalten. Bei Dingen wie Fitness-Tracker, die standardmässig eingeschaltet sind, dürften die Chancen höher sein. „Für Leute, die gelegentlich ihren Krempel verschusseln“ weiterlesen

Nach den Wearables dann die Implantables

In «Feed» von M.T. Anderson hat ein Grossteil der Menschheit neuronalen Anschluss ans Internet. Das macht Online-Werbung zu einer noch übergriffigeren Angelegenheit – und das Leben für Jugendliche zur Herausforderung.

In diesem Blog ist in letzter Zeit häufig das Wort Feed gefallen. Auch heute ist das wieder der Fall. Doch während es meistens um RSS ging, kommt heute völlig überraschend die Rubrik Nerdliteratur zum Zug. Das Thema hier: Das Buch Feed von M.T. Anderson (Amazon Affiliate), das es leider anscheinend nicht in einer deutschen Übersetzung gibt.

Ich habe das Buch für meinen Tagi-Artikel Vier Bücher für den Durchblick im digitalen Zeitalter ausgesucht. Die anderen drei sind NSA und The Circle, die ich beide hier im Blog schon besprochen habe, plus Fahrenheit 451, das ich für eine ausführliche Rezension hier erst noch einmal lesen müsste. Obwohl es ein Buch für junge Erwachsene ist, passt es ausgezeichnet in die Reihe: Es erklärt ein Phänomen in fiktionalisierter Form besser, als das ein Sachbuch oder ein Erklärstück könnte.

Klar, der Einwand auf diese Behauptung liegt auf der Hand:  „Nach den Wearables dann die Implantables“ weiterlesen

Wenn das Smartphone nach draussen lockt

Runtastic, Strava, Cyclemeter, Garmin Connect, Wikiloc, Komoot und Strut – Apps, die beweisen, wie viel toller Sport heute ist als früher.


Sieben Apps für Wanderer, Sportler, Entdecker und Geniesser.

So ändern sich die Zeiten. Noch vor zehn Jahren hätte ich mich wahrscheinlich eher totprügeln lassen, als Sport-Apps vorzustellen. Aber inzwischen… naja, man wird älter und versucht, das Schlimmste aufzuhalten. Also, was Körperumfang, Fitnesszerfall und Kurzatmigkeit angeht. Und dann tut man halt Dinge, für die man sich früher mehr geschämt hätte als wenn man vom Pfarrer im Pornokino erwischt worden wäre. (Nicht, dass mir das jemals passiert wäre.)

… wobei, so ganz richtig ist das auch nicht. Ich hatte schon immer einen Bewegungsdrang. Und das, obwohl ich zu den Nerds damals in den Achtzigern gehört habe und das Selbstempfinden hatte, dass ich als Nerd von derlei Anwandlungen gänzlich unberührt bleibe.

Das Schulturnen ist schuld!

Und weil man in den neun obligatorischen Schuljahren im Sport (oder «Turnen», wie es damals hiess und vielleicht noch immer heisst) nur unnötigen Scheiss gemacht hat, bin ich eben nie auf die Idee gekommen, dass Sport selbst mir als Nerd Spass machen könnte. „Wenn das Smartphone nach draussen lockt“ weiterlesen

Damit auch jedes Schrittchen zählt

Wenn man mehrere Schritt­zähler parallel nutzt, stellt man fest, dass die unter­schied­liche Schritt­zah­len erheben: Wie man festlegt, dass die richtigen Daten in der Health-App priori­siert wer­den.

Ich bin seit knapp fünf Jahren Schrittzähler. Eingestiegen in die Selbstquantifizierung bin ich mit dem Jawbone Up. Anschliessend habe ich zwei Uhren von Withings (hier und hier) benutzt, dann ein Fitbit. Die jüngste Errungenschaft ist die Fēnix 5S von Gramin, die mich diesbezüglich vollkommen zufriedenstellt.

Ein Unterschied von knapp 5 Prozent zwischen Garmin (links) und Fitbit (rechts). Uneins sind sie sich auch bezüglich Distanz, grosse Einigkeit herrscht aber bei den Kalorien (etwa ein Prozent Unterschied).

Wenn ich dieser Tage unterwegs bin, werden meine Schritte dreifach gezählt: Das Fitbit befindet sich am rechten Arm. Am linken die Fēnix. Und in der Tasche das iPhone, das bekanntlich auch Schritte zählt.

Nun stellt man fest, dass die Resultate am Ende des Tages¹ oft deutlich abweichen. Klar, die Fitnesstracker trägt man immer auf sich, während das iPhone auch mal auf dem Tisch liegenbleibt, wenn man sich durch die Wohnung begiebt oder am Arbeitsplatz drei Büros weiter ein paar Worte mit einem Arbeitskollegen wechselt.

Die Schrittzählung am Handgelenk ist nicht sehr genau

Einen wesentlichen Unterschied ergibt sich auch aus den Schrittzähl-Algorithmen: Die müssen aus der Bewegung des Handgelenks erschliessen, was der Träger genau tut: Geht er? Fuchtelt er mit den Armen? Tippt er auf der Tastatur? Dirigiert er ein Orchester oder spielt er Drums in einer Speed-Metal-Band? Fährt er mit dem Auto über eine holperige Strasse? Oder, wie ein Kollege mal in der Kantine erläuterte, wie viele Kilometer habe er gerade masturbiert?
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Smarte Uhrdreingaben

Die Benachrichtungen der smarten Uhren können mir gestohlen bleiben. Doch die Möglichkeit, das Smartphone zu lokalisieren und die Medienwedergabe zu steuern, schätze ich sehr.

Die typischen Smartwatch-Funktionen wie die Benachrichtigungen finde ich lästig – wie hier ausführlich breitgetreten. Die im Beitrag besprochene Fēnix 5S von Gramin (Amazon Affiliate) gehört inzwischen aber zur Grundausstattung. Sie ist ein Fitnessgadget, das mir allerdings im Moment «Formverlust» bescheinigt. Ein besonders höfliches Gadget ist die Uhr nicht.

Das Telefon muss ganz in der Nähe sein! (Ist es, es macht gerade das Foto.)

Zwei Funktionen habe ich an der Uhr schätzen gelernt. Die würden es auf keinen Fall rechtfertigen, allein ihretwegen eine Smartwatch anzuschaffen. Aber wenn man aus guten Gründen eine schlaue Uhr trägt, dann sind sie eine nette Dreingabe.
„Smarte Uhrdreingaben“ weiterlesen