Wozu taugt die Spieleleiste in Windows 10?

Neulich hat sich bei jedem Start von Word eine mir bis dato unbekannte Leiste in den Vordergrund geschoben. Wie das so ist bei Windows: Man wird sogleich misstrauisch und denkt an eine Schadsoftware.

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Die Spieleleiste könnte theoretisch Screencasts aufzeichnen. Praktisch tut sie es nicht.

Bei genauerem Hinschauen zeigte sich jedoch, dass es sich um ein Bestandteil von Windows 10 handelt: Es ist die Spieleleiste, die erscheint, wenn man die Windows-Taste und g drückt. Die Windows Spieleleiste kann Screenshots einfangen und Screencasts aufzeichnen. Oder, wie Microsoft schreibt:

Wenn Sie ein neues Level erreichen, wichtige Punkte machen oder Ihnen in einem Spiel eine besonders aufsehenerregende Szene gelingt, können Sie diese Sternstunde über die Spieleleiste aufzeichnen, damit Sie sie immer wieder erleben und mit anderen teilen können.

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Filmindustrielle Kriegsverherrlichung

Eine ungesunde gegenseitige Abhängigkeit verbindet die Filmemacher von Hollywood mit den Generälen des Pentagon: Letztere stellen ersteren Kriegsgerät, Personal und fachlichen Rat zur Verfügung und erstere generieren im Gegenzug ein kriegs- und armeebegeistertes Publikum. Der lange Arm der Militärs steuert nicht nur Kostüme und die Ausstattung – er greift auch in die Drehbücher ein. Hierzulande ist das mit der filmindustriellen Kriegsverherrlichung etwas besser. Aber auch nur ein kleines bisschen.
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Peeken und poppen muss man erst lernen

Seit knapp drei Wochen habe ich ein iPhone 6S (als Testgerät von Apple) im Einsatz. Als erstes kleines Fazit lässt sich festhalten, dass es viele kleine Verbesserungen gibt, die angenehm auffallen: Namentlich der schnellere Prozessor, der aufgestockte Arbeitsspeicher und der subtilere Vibrationsmotor (Taptic Engine). Und der wirklich rasend schnelle Touch-ID-Fingerabdrucksensor. Das grösste Manko ist geblieben, nämlich die für meinesgleichen viel zu kurze Batterielaufzeit. Dass man als Intensivnutzer eines neuen Geräts mit «gesundem» Akku gerade so über den Tag kommt, ist eigentlich ein Konstruktionsfehler. An den wir uns alle gewöhnt haben und dem wir mit Powerbanks und strategisch geschickt verteilten Ladekabeln entgegenwirken.

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3-D Touch bringt eine Art Kontextmenü fürs iPhone.

Die grösste Neuerung des iPhone 6s ist bekanntlich 3-D Touch. Was für ein blöder Name übrigens – oder hat schon jemand eine Delle in sein Display gedrückt? Die neue Funktion mit dem blöden Namen hat, was mein Leben angeht, bis jetzt nicht «alles verändert». Peek und Pop – also das Anzeigen einer Voransicht mit leichtem Druck und das definitive Öffnen mit stärkerem Pressen – könnten eine echte Hilfe sein. Wenn man sie denn verinnerlicht hätte.

Doch mit dem Verinnerlichen ist es so eine Sache: „Peeken und poppen muss man erst lernen“ weiterlesen

Das Unmögliche ausloten

Zeitreisegeschichten, alternate realities und nichtlineare Erzählweisen faszinieren mich seit ich Karl May entwachsen bin. Nicht, dass ich nicht auch Freude an einer geradlinigen Story hätte. Aber da Realität für uns Menschen halt nun einmal das ist, was unser Gehirn daraus macht, ist IMHO unvermeidlich, die Möglichkeiten des Daseins auszuloten, wenn eine Geschichte aus der engen Alltagssicht ausbricht. Und zwar auf klügere Weise, als dass am Schluss irgend ein Gebäude in die Luft fliegt, das in Wirklichkeit noch steht.

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Mr. Nobody: Das «Was wäre wenn» bei den Hörnern gepackt.

Seit Back to the Future liebe ich Geschichten wie Inception, Memento die entweder nur auf der Erzählebene oder auch auf der Handlungsschiene unerwartete Abzweigungen nehmen. Das ist nicht immer gelungen – Donnie Darko liess mich unbefriedigt zurück. Ebenso Mulholland Drive, der auf der Erzählebene ungewöhnliches tut.

Hier einige Tipps über Filme und Serien, die sich um die Reality distortion verdient gemacht haben, ohne zur absoluten Spitzenklasse zu gehören – jene Streife sammle ich für the one and only Blogpost, der das Thema dereinst umfassend und abschliessend behandeln wird:
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Ein Tee für echte Kerle

Der Machismo im Titel mag für viele im Zusammenhang mit einem Tee deplatziert oder gar lächerlich wirken. Tee trinken die Esoteriker und die Gutmenschen, während die Charles Bronsons und Bruce Willises Hochprozentiges oder zumindest Gebräu aus Gerste und Hopfen in sich hineingluckern lassen.

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Der Retsina unter den Tees.

… aber das ist natürlich nur ein dumpfes Vorurteil. Denn gerade beim Tee gibt es die herben Noten, die man durch entsprechende Dosierung und lange Ziehzeiten sosehr steigern kann, dass der Genuss des fertigen Getränks eine ähnliche maskuline Mutprobe darstellt wie der Verzehr von Chilischoten oder das Niedermähen von kommunistischen Unterhunden. Oder was man als Mann im zerrissenen Unterhemd heute so tut.

Der Tee, den ich in diesem Kontext empfehle, ist der Oregano-Tee von Adam herbs. „Ein Tee für echte Kerle“ weiterlesen

Winter is coming

Nach dem Dschungel und der Wüste ist bei Relic Run (Android/iPhone und iPad; siehe auch Lara rennt) nun der dritte Teil fällig: Der verschneite Bergpass im Tibet. Das Spielprinzip ist natürlich das altbewährte: Rennen, nirgendwo dagegenkrachen oder reinfallen und Münzen sammeln sowie Feinde niederstrecken.

In der neuen Version gibt es nicht nur den Bergpass zu bewundern, sondern auch ein neues Level-System ähnlich wie bei Minion Rush (iPhone/iPad/Android), wo man sich Level für Level durch einen Parcours kämpft, indem man spezifische Herausforderungen bewältigt.
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Wissenschaft mit Einschlagskraft

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Damals hinterm… (Bild: Project Apollo Archive/Flickr.com)

Der Omega-Tau-Podcast, bereits hier und hier erwähnt, ist es wert, einmal ein bisschen ausführlicher besprochen zu werden. Nora Ludewig und Markus Völter produzieren ihn (Edit: Siehe Kommentare). Letzterer spricht – in Schwäbisch und in schwäbisch gefärbtem Englisch und es geht um technische und wissenschaftliche Themen. Das Spektrum ist breit gefasst. Es reicht von Internetthemen über die Weltraumfahrt und Aviatik bis hin zu natur- und sozialwissenschaftlichen Fragen. Davon interessiert mich nicht alles gleichermassen, sodass dieser Podcast zu denen gehört, bei denen ich nicht jede Folge herunterlade, sondern anhand der Shownotes auswähle. Ich nehme an, dass die variable Flughöhe dieses Podcasts zum Konzept gehört. Damit meine ich, dass manche Themenbereiche weit gefasst sind und allgemeinverträglich behandelt werden. Andere sind sehr spezifisch und werden ad nauseam vertieft, sodass nur Insider es so genau wissen wollen. Und auch der Umstand, dass englische und deutsche Episoden im gleichen Feed erscheinen, deutet nicht darauf hin, dass Völter auf eine maximale «Durchörbarkeit» abzielt. „Wissenschaft mit Einschlagskraft“ weiterlesen

Wie das richtige Internet aussehen müsste


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

If this then that, ifttt.com, macht das Netz zur Automatisierungsmaschine. Einer meiner Lieblings-Webdienste: Er erinnert mich immer daran, dass das Web längst nicht so gut ist, wie es sein könnte. Die Daten bei Webdiensten und Apps liegen in Silos. Sie sind isoliert gespeichert und es gibt kaum Möglichkeiten, sie zu verknüpfen und zu einem grösseren Ganzen zu verbinden. Dafür gibt es zwei Gründe: Einen «guten» Grund und einen «schlechten». Der gute Grund ist der Datenschutz: Wenn man über die Grenzen eines Webdienstes hinweg mit seinen persönlichen Daten operiert, dann macht das den Schutz dieser Daten sehr viel schwieriger, als wenn sie ihr Silo nie verlassen oder sogar nur auf der eigenen, lokalen Festplatte gespeichert sind.

Der schlechte Grund ist das Marketing: „Wie das richtige Internet aussehen müsste“ weiterlesen

Emoji, Stop-Motion und Zeichentrick, Entschleunigung

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Den Farbstich assoziieren viele mit einer handwerklichen Schwäche. In der Nachbearbeitung sind Farbstiche jedoch ein hervorragendes Mittel, um ein Bild gezielt mit einer Emotionalität auszustatten. (Originalbild: Vox Efx/Flickr.com)

Die neue Publisher-Ausgabe hält unter dem leicht provokativen Titel Gestalten für Analphabeten meine neuen Download-Tipps bereit. Es geht nun nicht um Kulturpessimismus, der so weit reichen würde, dass ich den Niedergang der Schriftkultur an die Wand malen müsste. Im Gegenteil – ich propagiere den lustvollen Umgang mit Emoticons, Emoji und ikonografischen Elementen und liefere dazu einiges Rohmaterial in Form von hochwertigen Vektorsymbolen und Emoji-Schriftdateien.

  • Apropos Rohmaterial: Plattform für Rohdaten-Enthusiasten ist einer der neuen «Tricks im Web», der eine Plattform vorstellt, um den es um das RAW-Format, seine Vorteile und Nachteile und die passenden Bearbeitungstricks geht. Ausserdem in der Rubrik ein schönes Tutorial zum Nachbelichten und Abwedeln, eine Abhandlung zur psychologischen Seite der Gestalt(ung) und typografische Eskapaden.
  • Methoden, um Bilder mit Farbstich zu versehen gibt es viele. Ich stelle hier die besten vier Möglichkeiten vor. Ausserdem: Wie hinterlegt man Text in Photoshop und InDesign mit einer farbigen Fläche? Wie erzeugt man in InDesign eine Schraffur und druckt aus der Seitenpalette? Was bewirken die Verformungsbefehle in Illustrator genau? Warum verschwinden die Anfasser bei Illustrator manchmal? Und wie kriegt man in Photoshop mit Absicht einen zitterigen Rahmen hin?
  • Ordnung sei das halbe Projekt bei komplexen Dokumenten behauptet Steffen Kernstock im neuesten Publisher-Insiders-Video. Da er diese Aussage ausführlich begründet, hören wir ihm gerne zu.

Beim Tagi nehmen Kollega Zeier und ich das iPhone 6 zum Anlass, die Funktion des «Live Video» zu ergründen und einige weitere Methoden zu erkunden, wie Fotos lebendig werden.
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