Garmins unaufdringlicher Lauftrainer

Sport mit dem Garmin Coach: Wie man einen Trainingsplan auswählt, verfolgt und was man als Hobby-Läufer oder -Velofahrer daraus lernen kann.

Bei meiner Besprechung der Fēnix 7-Serie habe ich diesen Beitrag in Aussicht gestellt, in dem es ausführlich um den Garmin Coach gehen soll. Das ist eine Funktion, mit der sich die Rolle der smarten Uhr während des Sports deutlich verändert. Statt bloss passives Tracking-Gerät zu sein, gibt sie Anweisungen und Unterstützung.

Das ist einerseits eine naheliegende Idee – andererseits hat sie ihre Tücken. Denn auch wenn digitale Technik in unserem Leben eine immer wichtigere Rolle spielt, so haben es die meisten von uns noch nicht verinnerlicht, dass wir uns der auch unterordnen sollen. Zumindest nicht in einer expliziten Form: „Garmins unaufdringlicher Lauftrainer“ weiterlesen

Wahrscheinlich ist der Zug für Firefox abgefahren

Wenn Mozilla eine Zukunft haben will, braucht es unbedingt eine Mobile-First-Strategie: Der Browser muss auf Android, iPhone und iPad massiv zulegen und zur obersten Priorität der Stiftung werden.

Im Beitrag Gute Vorsätze, die sich Mozilla für Firefox Mobile nehmen sollte habe ich anfangs Jahr vier Verbesserungsvorschläge für die mobile Variante des Browsers gemacht. Firefox muss dringend zulegen, daran besteht für mich nicht der Hauch einer Frage: Mozillas Zukunft liegt beim Smartphone und den Tablets.

Ich gehöre zwar nicht zu den Leuten, die dem PC und den Desktop-Betriebssystemen das Totenglöcklein läuten. Doch wie ich 2020 im Beitrag Das leise Ende des PC-Zeitalters ausgeführt habe, geben die mobilen Betriebssysteme inzwischen den Ton an. Das zeigt sich exemplarisch bei Windows 11, das sich in der Optik und bei der Bedienung an die Gewohnheiten der Smartphone- und Tablet-Nutzer annähert.

Die technische Innovation geht iOS, iPad OS und von Android aus – diese Systeme bestimmen, wohin die Reise geht: „Wahrscheinlich ist der Zug für Firefox abgefahren“ weiterlesen

Damit Trump nicht so leicht davonkommt

Der Podcast «Will be wild» hat den Anspruch, den Sturm aufs Kapitol in Washing­ton aufzuar­beiten und die Hinter­gründe zu klären. Ich bin nicht überzeugt, ob er ihm gewach­sen ist. Aber hörens­wert ist er alle­mal.

Beitragsbild: Sie sind überall (Overall von Tyler Merbler/Flickr, CC BY 2.0).

Will be wild ist ein Podcast, der genauso unvermeidlich wie unverzichtbar ist. Er beschäftigt sich mit dem Sturm auf das Kapitol in Washington vom 6. Januar 2021 beschäftigt.

Dieses Ereignis hat damals viele erschreckt und erschüttert. Aber der Schock ist erstaunlich schnell verpufft. Vielleicht täusche ich mich, aber in meiner Wahrnehmung hat die Welt diesen Angriff achselzuckend ad-acta gelegt, nachdem Trumps zweites Amtsenthebungsverfahren ohne Amtsenthebung geendet war. Ob die Pandemie schuld war oder der Eindruck, dass letztlich «nichts Schlimmes» passiert ist, weiss ich nicht. Vielleicht hat auch die Abwahl Trumps dazu geführt, dass das Ereignis im kollektiven Bewusstsein nach hinten gerückt ist.

Aber auch wenn eine weitere politische Aufarbeitung an der Weigerung der Republikaner zu jeglicher Einsicht scheitert und die juristische Aufarbeitung und Verurteilung der Randalierer und Möchtegern-Putschisten weitergeht, so ist es wichtig, dass die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Ereignis weitergeht: „Damit Trump nicht so leicht davonkommt“ weiterlesen

Wie zur Freude von uns Nerds gemordet wird

Wer Krimis und Thriller nicht ver­schmäht, sollte darauf achten, dass die Mörder, die Plots und die Detek­tive den Buch­preis auch wert sind. Zwei Tipps, bei denen das der Fall ist: «Todes­frist» und «Todes­urteil» von Andreas Gruber.

Krimis, Thriller und anverwandte Genres werden nicht nur von Nerds, sondern quer durch die Bevölkerung gelesen.

Um hier trotzdem eine Rechtfertigung zu haben, in meiner Nerdliteratur-Rubrik zwei Bücher aus diesem Bereich ins Spiel zu bringen, stelle ich die (gewagte?) These auf, dass Nerds dem Nervenkitzen nicht abgeneigt sind, aber hohe Ansprüche an ihn stellen. Ein unausgegorener Plot, eine nicht stringente Erzählung und Nerds sind raus. Narrative Taschenspielertricks lassen wir bei den Fantasy-Storys gelten, aber nicht bei Werken, die von sich behaupten, in unserer Welt angesiedelt zu sein. Wenn ein Autor uns weismachen will, dass sich seine Geschichte so zugetragen haben könnte, wie er sie uns zum Besten gibt, dann muss sie realitätsnah erzählt und glaubwürdig konstruiert sein.

Das macht dieses Genre viel anspruchsvoller, als man auf den ersten Blick glauben könnte: „Wie zur Freude von uns Nerds gemordet wird“ weiterlesen

Den Fünfer und das Weggli beim Googeln

Die guten Google-Such­resultate, aber ohne das Google-Tracking? Zwei Such­maschinen, nämlich Startpage und Trooia verspre­chen genau das. Ich habe sie getestet und bin auf Un­gereimt­heiten gestos­sen.

Ich habe hier im Blog immer mal wieder alternative Suchmaschinen vorgestellt. Doch ob Bing, Duck Duck Go, Qwant oder Swisscows, die Quintessenz war immer die gleiche: Sie sind nicht verkehrt und erfüllen den Zweck. Doch auf Dauer überzeugt Google am meisten.

Darum die Frage, ob man nicht vielleicht beim Platzhirsch bleiben, aber dessen Schwächen eliminieren könnte. Die Schwächen sind, wir wissen es natürlich alle, Googles Hunger nach Daten. Er führt dazu, dass alles, was wir von der Suchmaschine wissen willen, protokolliert und irgendwann gegen uns verwendet wird.

Die Antwort auf die Frage, ob man den Fünfer und das Weggli haben kann (to have the cake and eat it, too), ist ein Ja: „Den Fünfer und das Weggli beim Googeln“ weiterlesen

Was auf der letzten Seite der Google-Suchresultate steht

Jeder versucht, bei Google auf der ersten Seite der Suchresultate zu landen. Doch was findet man dort, wo kein Mensch jemals hingeblättert hat – nämlich am Ende der Trefferliste?

Wer bei Google zuoberst steht, hat es geschafft: Er ist der König des Internets – zumindest in Bezug auf das eine Wort, das ihn in der Trefferliste auf die vorderste Seite gebracht hat.

Bekanntlich gibt es ganze Heerscharen von Menschen, die sich SEO-Experten nennen und von sich behaupten, das fast Unmögliche möglich zu machen. Sie versprechen, einen auf den Suchmaschinen-Thron zu hieven. Dazu verwenden sie immer oft häufig miese Tricks. Oder sie müssen ihren Kunden zerknirscht erklären, warum es doch nur auf Seite 15 gereicht hat.

Aber darum soll es nicht gehen. Sondern um die Frage, was eigentlich ganz am hinteren Ende bei Google zu finden ist. Die Antwort ist nicht so umsatzträchtig und vermutlich auch nicht von Bedeutung für die Menschheit und den Lauf der Welt.

Aber unzweifelhaft hat sie eine mystische Qualität: „Was auf der letzten Seite der Google-Suchresultate steht“ weiterlesen

Frischluft fürs Homeoffice

Der Airthings View Plus ist ein Sensor, der Temperatur, Luft­feuch­tig­keit, CO₂, Fein­staub und flüch­tige Verbin­dungen, Luft­druck und Radon misst und hilft, für gute Luft­quali­tät zu sorgen. Ich habe das im Home­office schätzen gelernt.

Seit einigen Tagen habe ich den Airthings View Plus in Betrieb. Das ist ein smarter Sensor für Temperatur und Raumluft, den ich als Testgerät erhalten habe. Er misst Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Kohlenstoffdioxid (CO₂), flüchtige organische Verbindungen (VOC), Feinstaub (PM2,5), Luftdruck und Radon. Er kostet 319 Franken bei Galaxus, bzw., mit zusätzlichem Anti-Schimmel-Kit, 352 Euro bei Amazon.

Im Vergleich zu meinem Eve Room-Sensor (Wie es im Smarthome riecht, muss kein Geheimnis bleiben) punktet der Airthings View Plus mit der grösseren Datenfülle. Sieben Datenpunkte sind nun mal einfach besser als drei. (Eve Room ermittelt Temperatur, Luftfeuchtigkeit und VOC.) Auf die Angabe des Luftdrucks könnte ich verzichten, zumal ich den auch von meiner smarten Uhr erfahre.

Als überaus nützlich erweist sich die CO₂-Angabe: „Frischluft fürs Homeoffice“ weiterlesen

Jetzt wissen wir, warum der Hengst Elons Krafttier ist

Wer gehofft hatte, diese Woche nichts vom umtrie­bigen und gross­mäuli­gen Tesla-Chef lesen zu müssen, sieht sich getäuscht. Diese Woche bekom­men wir es nicht mit einer der übli­chen Geschmack­losig­keiten, sondern einem hand­fes­ten Sex-Skandal zu tun.

Eine SpaceX-Flugbegleiterin sagte, Elon Musk habe sich vor ihr entblösst und ihr ein eindeutiges Angebot gemacht, woraufhin das Unternehmen 250’000 US-Dollar Schweigegeld bezahlt habe.

Wenn man denkt, das Spektrum von Elon Musks Exzentrizität und Selbstherrlichkeit sei ausgereizt, dann kommt «Business Insider» daher und berichtet von einem Skandal, der sich gut ins Bild einfügt, das wir uns in den letzten Monaten und Jahren machen konnten, aber die Sympathiewerte trotzdem noch einmal massiv nach unten drückt. Denn sexuelle Übergriffe sind kein Kavaliersdelikt, wie es sich sogar in so abgelegenen Orten wie den Chefetagen von Milliardenkonzernen herumgesprochen haben müsste.

Die Details dieses Skandals sind von der Natur, dass man lachen müsste, wenn die Sache nicht zum Weinen wäre. Zitat aus dem Artikel von «Business Insider»: „Jetzt wissen wir, warum der Hengst Elons Krafttier ist“ weiterlesen

Von wegen Recht am eigenen Bild

In den Medien sind häufig Fotos anzu­treffen, in denen die abge­bil­deten Personen un­kennt­lich gemacht wurden. Aber schützen Verpixelung und schwarze Balken über­haupt – oder findet man die Origi­nal-Auf­nah­men nicht trotz­dem?

Neulich habe ich in der Zeitung ein grosses Foto gesehen, das einen Mann und seine Freundin zeigte. Beide hatten verpixelte Gesichter und unter dem Titel Aussenseiter, Entführer, Todesschütze konnte man eine Recherche über B. V. lesen. Er hat Ende März 2022 Christoph Berger, den Chef der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) entführt. Als er von der Polizei verhaftet werden soll, erschiesst er seine Freundin. Auch er stirbt, wobei mir die Umstände nicht klar sind. Die NZZ lässt das ebenfalls offen und schreibt nur: «Auch er stirbt noch vor Ort.»

Aber darum geht es mir nicht, sondern um das Foto mit den beiden Personen. Sie sind unkenntlich gemacht, weil das zu den Pflichten der Journalistinnen und Journalisten gehört. Der Schweizer Presserat formuliert das zum Stichwort «Recht am eigenen Bild» wie folgt: „Von wegen Recht am eigenen Bild“ weiterlesen

Bei Facebook blockiert?

Facebook ist eine wirklich be­scheuer­te Platt­form. Das zeigt sich schon daran, dass man unter Stalking-Verdacht gerät, wenn man heraus­finden will, ob man von einem Ex-Freund blo­ckiert worden ist.

Es gibt die grossen Gründe, um Facebook abgeneigt zu sein: der miese Datenschutz, die fragwürdigen, undurchschaubaren Algorithmen, das Versagen bei Fakenews, Desinformation und Propaganda – und so weiter.

Claudio Zanetti hat mich blockiert. Und ich habe es verkraftet.

Es existieren auch kleine Gründe, weswegen man über Mark Zuckerbergs Plattform die Nase rümpft. Einer davon ist die Art und Weise, wie die Beziehungen gemanagt – oder nicht gemanagt – werden. Während einem Twitter ins Gesicht sagt, wenn man von einem Nutzer blockiert worden ist, macht Facebook alles, um einem diese Information vorzuenthalten.

Warum? Geht es darum, meine Nerven zu schonen und meine Gefühle nicht zu verletzen? Falls das die Ursache sein sollte, dann wäre das an Scheinheiligkeit nicht zu übertreffen. Denn so lange man nicht blockiert worden ist, darf man sich auch üble Dinge an den Kopf werfen, ohne dass das Konsequenzen hätte. Denn Facebook bekämpft die Hassrede ein wenig, wiegelt aber gleichzeitig ab.

Ich habe neulich an einem konkreten Beispiel durchexerziert, wie aus Corona-Leugnern Putin-Fans werden. Der Facebook-Post, den ich als Grundlage für meine Argumentation genommen habe, stammt von Angela H.B., deren Profil ein paar Tage nach meiner Berichterstattung nicht mehr zugänglich war. Beim Aufruf des fraglichen Beitrags erschien bloss die Meldung: „Bei Facebook blockiert?“ weiterlesen