Video- und Audio-Inhalte aus dem Web auf dem Smartphone speichern

Drei Tipps, wie man flüchtige Informationen einfängt und am einzigen Ort speichert, wo sie wirklich sicher sind – nämlich auf dem eigenen Gerät.

Ich halte es für wichtig, dass wir wichtige Informationen aus dem Netz auch lokal speichern können. Die Gründe dafür führe ich im Beitrag Wie steht es eigentlich um die private Streaming-Kopie? im Detail aus.

Kurz zusammengefasst: Es kommt vor, dass man sich auf Informationen berufen möchte, die im Netz zu finden sind. Doch wie wir wissen, kommt es andauernd vor, dass Informationen aus den unterschiedlichsten Gründen aus dem Web verschwinden. Darum muss man unbedingt eine lokale Kopie anfertigen, wenn man sicher sein will, im entscheidenden Moment nicht mit leeren Händen dazustehen.

Hier im Blog gibt diverse Tipps, wie man Web-Informationen archiviert; eine Übersicht findet sich am Ende des Beitrags¹. An dieser Stelle habe ich drei Tricks fürs Smartphone für euch – weil leider viele der bewährten Methoden mobil nicht funktionieren: Es gibt im Browser keinen Speichern unter-Befehl und auch die praktischen Seiteninformationen von Firefox gibt es nur am Desktop.

Der Desktop-Computer bietet auch weiterhin die meisten Möglichkeiten

Darum habe ich mir die Frage gestellt, wie man sich am iPhone und iPad behelfen könnte. Um allfälligen Enttäuschungen vorzubeugen der Hinweis, dass es bis heute nicht die komfortablen Möglichkeiten gibt, die man von Windows und Mac her kennt. Aber zwei Vorschläge habe ich.

1) Firefox und Safari

Beim langen Tippen auf einen Link erscheint dieses Menü, über das man die verknüpfte PDF-Datei herunterlädt.

Es gibt zwar keinen Befehl zum Speichern einer Seite, aber über das Kontextmenü, das beim langen Antippen eines Links erscheint, hat man die Möglichkeit zum Speichern der verlinkten Ressource. Auf diese Weise lassen sich PDF-Dateien, aber auch Audio- und Videoinhalten, sowie PDF-, ZIP- und beliebige andere Dateitypen herunterladen, wenn ein Link auf sie zeigt.

Das funktioniert wie angedeutet, indem man den Finger auf einem Link lässt, bis die Vorschau erscheint. Unterhalb dieser Vorschau gibt es weitere Befehle. Bei sehr langen URLs muss man unter Umständen nach unten wischen, damit diese Befehle sichtbar werden.

Zu den Befehlen zählen Öffnen, In neuem Tab öffnen, Verknüpfte Datei laden, Zur Leseliste hinzufügen, Kopieren und Teilen, wobei fürs Herunterladen natürlich der dritte Befehl, Verknüpfte Datei laden, relevant ist. Die Datei wird im Download-Ordner gespeichert, der über die Dateien-App zugänglich ist.

2) Die Documents-App von Readdle

Die Documents-App sammelt Informationen aus diversen Quellen, auch aus dem Web.

Die Documents-App von Readdle habe ich vor einiger Zeit ausführlich im Beitrag Offline-Dokumentationen mit dem iPad vorgestellt: Sie stellt Dokumente, aber auch hierarchische Dokumentstrukturen, z.B. im HTML-Format zur Verfügung.

Die App erlaubt es, Dateien aus diversen Quellen der lokalen Ablage hinzuzufügen; auch über den eingebauten Browser. Er ist über die Symbolleiste am unteren Rand zugänglich. Dieser Browser stellt einen Download-Knopf zur Verfügung, über den man geöffnete Websites als HTML, Webarchiv oder PDF sichert.

Die Documents-App läst auch verknüpfte Mediendateien, so beschreibt es der Hersteller auch in der Anleitung Kostenlose Musik und Videos auf dem iPhone downloaden. Das funktioniert plus/minus wie im vorherigen Abschnitt für Safari und Firefox beschrieben und bietet darum leider keinen wirklichen Mehrwert. Ich stelle die App aber vor, weil es sinnvoll ist, auch die gerade geöffnete Website als HTML oder PDF-Datei speichern zu können.

3) Savefrom.net

Safefrom.net stellt für diverse Videoplattformen eine Download-Funktion bereit.

Die Website savefrom.net ist ein Dienst, der ohne Installation einer App oder einer Browser-Erweiterung Videos und Audio-Inhalte herunterlädt. Das funktioniert auch am iPhone und iPad zum Beispiel mit Youtube-Videos.

Dazu trägt man die URL der Website mit den gewünschten Inhalt ins Feld ein, wählt ggf. das passende Format und die gewünschte Auflösung und betätigt dann den Download-Knopf. Da Videos beim iPhone und iPad in einem Fenster geöffnet und abgespielt werden, muss man fürs Herunterladen etwas länger auf den Link tippen und wie bei Punkt 1) beschrieben den Befehl Verknüpfte Datei laden aus dem Kontextmenü betätigen.

Über das Menü, das beim langen Tippen auf den Download-Knopf erscheint, lässt sich das Video herunterladen.

Die Audio- oder Videodatei ist dann wie oben beschrieben via Dateien-App im Download-Ordner vorzufinden. Und bevor ihr fragt: Ja, ich habe es probehalber auch auf einer Website mit Erwach­senen­unterhal­tung probiert. Dort hat es aber nicht geklappt, wohl, weil die Betreiber derlei Websites ihre (meist wahllos von anderen Websites zusammengeklauten) Inhalte speziell gegen das Abgreifen schützen.

Übrigens: Für Android gibt es Savefrom.net auch als App; aus naheliegenden Gründen findet man sie jedoch nicht im Play-Store, sondern muss sie als APK herunterladen.

Fussnoten

1) Hier die versprochene Übersicht zu den Tipps und Tricks, wie man Informationen lokal speichert:

Für normale Websites ist Printfriendly nach wie vor eine gute Wahl, vorgestellt im Beitrag Man muss kein Internetausdrucker sein, um Printfriendly gut zu finden. Auf einzelne, in Websites eingebettete Inhalte kommt man am einfachsten mittels Firefox und das Dialogfenster Seiteninformationen heran. Über das kann Hintergrundbilder, oft aber auch Video- und Audiodateien abgreifen. Ich erkläre mehr dazu im Beitrag Wie man hinter Webseiten schaut, bzw., schon etwas älter, unter Youtube offline.

Auch mittels Screenshots kann man Websites hervorragend und gerichtsfest dokumentieren. Für Firefox empfehle ich die eingebaute Screenshot-Funktion, die Websites in voller Länge abbildet: Sich einen Wolf scrollen. Auch Safari am iPhone hat inzwischen eine solche Funktion, wie der Beitrag Eine Handvoll nützlicher Tipps zu iOS 13 erklärt. Weitere Tipps für mobile Screenshots finden sich im Beitrag Drei heisse Tipps für Bildschirmfotografen.

Sollte es darum gehen, ganze Websites herunterzuladen, dann empfehle ich die Windows-Software HTTrack, die im hinteren Teil des Blogposts Dieses Blog ist am Ende (Teil 2) eine ausführliche Vorstellung erfährt. Ein bekannter Webscraper ist ausserdem Octoparse.

Knifflig wird es bei Video- und Audio-Inhalten. Da die häufig gestreamt werden, kann man sie nicht ohne Weiteres sichern. In vielen Fällen hilft die im bereits erwähnten Beitrag Wie steht es eigentlich um die private Streaming-Kopie? vorgestellte Firefox-Erweiterung Flash- und Video-Download. Bei Youtube kann man sich auch mit Invidious behelfen – was sogar am iPhone und iPad funktioniert; siehe dazu Hier gibt es Youtube so, wie Youtube sein müsste.

Dumm ist natürlich, wenn eine Website bereits verschwunden ist und man sie brauchen würde, ohne dass man eine lokale Kopie besitzt. In so einem Fall helfen vielleicht die Caching-Dienste weiter. Alle Hinweise dazu finden sich im Blogpost Wie man tote Websites ausgräbt.

Beitragsbild: Extratipp: Wenn man Videos herunterlädt, lassen sie sich auch leichter auf den Fernseher bringen, wo man sie zu dritt bequemer geniesst als am kleinen Smartphone-Display (Andrea Piacquadio, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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