Der ganz normale Hass bei Facebook

Ein Kommentar auf der Facebook-Seite der NZZ, der Gewalt an der Klimajugend verherrlicht, bleibt trotz Aufforderung zum Löschen viel zu lang unwidersprochen stehen.

Ich habe mich letzten Freitag über die NZZ aufgeregt.

Es geht um diesen Beitrag hier, eine ausführliche Reportage zur Klimajugend, die in einem Dilemma steckt. Die Coronakrise hat ihren Kampf in den Schatten gedrängt und die Protestbewegung mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, wie sie ihr Anliegen wieder ins Gespräch bringt. Wie weit darf sie für diesen Zweck gehen? Welche Mittel sind in Ordnung, wo verläuft die Grenze?

Diese Fragen werden in der Reportage differenziert behandelt, indem Exponenten, die mit den Mitteln des Systems operieren, den Exponenten gegenüber gestellt werden, die laut über Gewalt nachdenken: „Der ganz normale Hass bei Facebook“ weiterlesen

Dem Mac die schlechten Startgewohnheiten abtrainieren

Sollen Macbooks booten, sobald man sie aufklappt? Braucht es den Gongschlag? Und wenn ja – wie laut bzw. leise darf er sein? Einige Tricks zur Perfektionierung des Einschaltvorgangs.

Das Macbook hat die Gewohnheit, sich beim Öffnen des Deckels einzuschalten. Das ist natürlich grundsätzlich sinnvoll, und ich vermute, dass es vielen Leuten gelegen kommt, wenn es ihnen abgenommen wird, den Startknopf zu drücken.

Es gibt aber sicherlich auch Situationen, in denen das Verhalten unerwünscht ist. Darum die Frage: Kann man es seinem Macbook abgewöhnen? Ich habe gegoogelt und bin auf diese Anleitung bei osxdaily.com gestossen. Demnach muss man das Terminal bemühen und folgenden Befehl eingeben, um den automatischen Start zu unterbinden: „Dem Mac die schlechten Startgewohnheiten abtrainieren“ weiterlesen

So geht beim Time-Machine-Backup nichts schief

Die wichtigsten Tipps für die Datensicherung am Mac, mit Antworten zu den häufigsten Fragen.

Eine meiner Marotten ist es, ständig auf dem Backup herumzureiten. Mein altes Mantra: Nicht sichern ist nicht sicher, und so weiter.

Nun hat sich Jeannette gedacht, da könnte ich ihr doch auch einmal eine Frage zu dieser Sache beantworten. Konkret zu Time Machine. Das ist die beim Mac eingebaute Backup-Funktion. Man findet sie in den Systemeinstellungen in der gleichnamigen Rubrik Time Machine.

Viel einzustellen gibt es nicht: Man benötigt lediglich ein Speichermedium, das für die Datensicherung herangezogen werden kann, und das über den Knopf Volume auswählen seiner Aufgabe zugeführt wird. Welche Medien sich eignet, erklärt Apple in der Supportdatenbank: „So geht beim Time-Machine-Backup nichts schief“ weiterlesen

Zahlenspiele mit Microsoft

Für die Freunde des gepflegten Zahlenknobbelns hat Microsoft etwas Neues in der Hinterhand: Eine Sudoku-App, die zwar nicht alles Dagewesene in den Schatten stellt, aber ihren Zweck solide erfüllt.

Microsoft verfolgt nicht nur das Ziel, den Markt der PC-Betriebssysteme zu beherrschen und auch während der Zwanzigerjahre der dominierende Lieferant von Office-Software zu bleiben.

Die Grafik ist nun keine programiertechnische Meisterleistung, aber sie erfüllt den Zweck.

Nein, Microsoft hat noch weitreichendere Pläne. Der Konzern will auch den Markt mit den klassi­schen Zer­streuungs­spielen unter seine Kontrolle bringen. So zumindest inter­pretiere ich die Tat­sache, dass es neben der Solitär-Variante (Yesss!) und der kürzlich vor­gestell­ten Mahjong-App (Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert) nun auch eine Umsetzung jenes beliebten Zahlenrätsels gibt, das auf der Spielseite von keiner Zeitung fehlen darf, die etwas auf sich hält.

Es geht natürlich um Sudoku, jenem Logikpuzzle, mit dem man sich auch problemlos offline und mit Bleistift auf Papier vergnügen kann. Man braucht gar keine App für dieses Vergnügen – aber es ist nicht verkehrt, eine zu haben: Man hat einen unbegrenzten Vorrat an Partien, und kann sich ggf. vom Computer helfen lassen. „Zahlenspiele mit Microsoft“ weiterlesen

Projekt Männer-Apps, erster Teil: Der Bart

Nehmen wir an, Mann würde sich entscheiden, sich einen Bart stehenzulassen? Braucht es dafür die Beratung eines gestandenen Barbiers, oder kommt man auch mit Apps wie Beard Booth Studio oder Grooming über die Runden?

Ich habe ein kleines Projekt am Laufen. Und zwar bin ich daran, schöne Männer-Apps zusammenzutragen.

… und ja, ich weiss, welche Risiken ein solches Unterfangen birgt. Man könnte vermuten, dass ich ein antifeministisches Zeichen setzen will oder mich sogar zu zum Maskulinismus bekenne.

Doch dergleichen liegt mir fern. Sollte Klärungsbedarf bestehen, würde ich keinen Hehl daraus machen, dass ich diese beiden Ideologien deplatziert und verachtenswürdig finde und einfach nur auf die Idee gekommen bin, weil ich nun einmal ein Mann bin und mir die Frage gestellt habe, ob diesem Umstand von den App-Entwicklern speziell Rechnung getragen wird.

Wir Männer werden ein bisschen vernachlässigt

Mir scheint das nämlich nicht der Fall zu sein: „Projekt Männer-Apps, erster Teil: Der Bart“ weiterlesen

QR-Code-Hack, Fernbedienung, Non-Fungible Tokens

Die 51 besten Links, die mir in der letzten Zeit begegnet sind – ein Rückblick auf elf Artikel, elf Videos und elf Radiosendungen, plus einige Zugaben.

Es ist wieder einmal Zeit für einen Rückblick auf mein journalistisches Schaffen. Hier die Beiträge für die Tamedia im Mai:

Das waren die Geschichten, die mich und hoffentlich auch euch im April beschäftigt haben: „QR-Code-Hack, Fernbedienung, Non-Fungible Tokens“ weiterlesen

Eine Begegnung der ganz anderen Art

Ich mache etwas, das man als Science­fiction­literatur­kritiker nie tun sollte: Ich lobe ein Buch vor der letzten Seite. Aber «Project Hail Mary» von Andy Weir ist eine so grossartige Geschichte, dass ich nicht anders kann.

Andy Weir hat mit «The Martian» ein Buch abgeliefert, das mich 2014 in atemloser Spannung gehalten hat: Mark Watney bleibt während einer abrupt abgebrochenen Marsmission alleine auf dem roten Planeten zurück und kämpft mit wissenschaftlicher List um sein Überleben und seine Rückkehr. Sein nächstes Buch spielte auf dem Mond, hatte eine Frau (Jasmine «Jazz» Bashara) als Heldin und erreichte nicht mehr ganz die Flughöhe des Vorgängers – war aber nichtsdestotrotz ein erfreuliches Stück Sciencefiction-Literatur.

Ein Höllenfahrtskommando!

Und jetzt Project Hail Mary, zu Deutsch Der Astronaut. Das ist nun ein ful­minan­tes Science­fic­tion-Aben­teuer, das alles hat, was man sich wünscht. Ich gehe so weit, es noch höher zu hängen als «The Martian» – und ich würde mein Taschengeld von den nächsten fünf Jahren darauf verwetten, dass die Welt nicht lange auf eine Verfilmung wird warten müssen¹.

Also, ohne Spoiler und ohne Umschweife mein Fazit, das auf eine vorbehaltlose Lese- bzw. Hörempfehlung hinausläuft. Die Geschichte hat gewisse Ähnlichkeiten mit «The Martian», sodass ich am Anfang gewisse Befürchtungen hatte, der Autor hätte sich dazu hinreissen lassen, das Erfolgsrezept seines ersten Buchs zu kopieren.

Doch diese Befürchtung zerstreut sich bereits nach ein paar Kapiteln: „Eine Begegnung der ganz anderen Art“ weiterlesen

Alles ist ganz anders als wir alle meinen

«You’re Wrong About» ist stilbildend für ein ganzes Genre von Podcasts: Das der Aufklärer historischer oder kultureller Irrtümer.

Was sind typischen Podcast-Themen? Natürlich die Technologie, insbesondere Apple. Dann aber auch wahre Verbrechen (True Crime), Sex, Lebenshilfe, sowie Gott und die Welt. Die letzte Kategorie umfasst den typischen Laberpodcast, der weder ein bestimmtes Gebiet beackert noch ein ausgeprägtes Konzept hat, sondern einfach die Dinge aufgreift, die den Protagonisten während der Aufnahme gerade durch den Kopf gehen.

Ich habe noch ein anderes Themengebiet ausgemacht: Das lässt sich mit «Es ist alles ganz anders als du denkst» umschreiben. Bei Podcasts mit diesem Konzept werden kulturell, historisch oder sonst wie bedeutsame Ereignisse aufgerollt und unter der Prämisse betrachtet, dass unsere bisherige Wahrnehmung nicht akkurat oder sogar komplett falsch ist.

Klar, dass das eine attraktive Ausgangslage ist: „Alles ist ganz anders als wir alle meinen“ weiterlesen

Microsoft: Typografische Pionierarbeit ist das nicht

In Office gibt es demnächst eine neue Standardschrift. Ich habe mir die Kandidaten angesehen und hätte mir etwas mehr Mut gewünscht. Bei der Gelegenheit habe ich übrigens noch eine weitere typografische Neuerung entdeckt: Die Cloudfonts.

Calibri heisst die Schrift, die seit 2007 in Word standardmässig eingestellt ist: Sie erscheint bei jedem neuen Worddokument, das ein Nutzer anlegt – zumindest so lange er keine eigene Vorlage auswählt oder die Schrift abändert.

Doch die Calibri hat ausgedient: Microsoft hat fünf Schriften in Auftrag gegeben, aus denen der Nachfolger gekürt werden soll. Die heissen Tenorite, Bierstadt, Skeena, Seaford und Grandview und werden hier im Detail beschrieben.

Leider hat Microsoft es verpasst, sie mit in grösseren Beispielen abzubilden, damit man sie sich auch ansehen kann. Und deswegen bin ich neulich auf die Idee verfallen, einen Blick ins Schriftarten-Menü von Word zu werfen. Worauf ich dann gleich zu sprechen komme.

Wird die neue Schrift überhaupt jemandem auffallen?

Jedenfalls habe ich in diesem Schriftarten-Menü die neuen Fonts tatsächlich entdeckt und sie ausprobiert – siehe Beitragsbild. Die Unterschiede springen nicht ins Auge, auch nicht zum Vorläufer, der Calibri. Den meisten Office-Nutzern dürfte der Wechsel noch nicht einmal auffallen, was wohl auch Sinn der Sache war. Andererseits kann man sich fragen, was dann der Aufwand soll.

Was mich angeht: „Microsoft: Typografische Pionierarbeit ist das nicht“ weiterlesen

Sechs Dauerbrenner, drei Todesfälle, elf Verstossene und eine Abbitte

Vor bald einem Jahrzehnt habe ich meine Lieblingspodcasts gekürt. Jetzt komme ich auf meine damaligen Empfehlungen zurück und sage, welche sich bestätigt haben, welche nicht – und wo ich so falsch lag, dass ich mich heute entschuldigen muss.

Beitragsbild: Dick DeBartolo und Leo Laporte bei der Aufzeichnung des Podcasts «The Daily Giz Wiz» anlässlich der Eröffnung der Twit Brickhouse Studios in Petaluma, Kalifornien, am 24. Juli 2011 (Pax Ahimsa Gethen/Wikimedia, CC BY-SA 4.0).

Blogs sind etwas Tolles. Das gilt allgemein, aber es trifft speziell auch auf dieses Blog hier zu. Das schreibe ich ganz unbescheiden, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass der Nutzen für mich selbst grösser ist als für die Allgemein- oder gar die Menschheit.

Also, es gibt einen bestimmten Grund, warum ich mein Blog gerade so toll finde. Ich habe nämlich den Beitrag Durchlauferhitzer für Podcasts wiederentdeckt. In dem habe ich im Dezember 2013 die Podcasts aufgezählt, die ich damals abonniert hatte. Das erlaubt es mir nun, ein bisschen persönliche Geschichtsschreibung zu betreiben: Welche Podcasts von dieser Auswahl höre ich noch immer? Welche sind auf der Strecke geblieben?

Die Erkenntnisse sind durchaus interessant. Zumindest für mich – und vielleicht auch für andere langjährige Podcastfans: „Sechs Dauerbrenner, drei Todesfälle, elf Verstossene und eine Abbitte“ weiterlesen