Pizza as a service – und en guete Rutsch!

Zum Abschluss des Jahres er­fahrt ihr, was ein beleg­tes Fladen­brot mit der Cloud zu tun hat. Und ich wünsche euch einen schönen letzten Abend im 2021 und einen guten Start ins hoffentlich erfreulichere 2022…

Pizza ist nicht das, was man zum Silvester unbedingt würde geniessen wollen.

Aber es geht auch nicht unbedingt um das Essen, sondern um einen Tweet, der anhand der Pizza ein Ding erklärt, das vielen Leuten schwer verständlich ist. Ich gehöre zu denen – ich muss zumindest tief in mich gehen, um mir die Unterschiede zwischen On Prem, IaaS, PaaS und SaaS zu vergegenwärtigen. Aber diese Grafik hier macht es ein für allemal klar: „Pizza as a service – und en guete Rutsch!“ weiterlesen

Den Querdenkern den Spiegel vorhalten

Auf der Website «Pro­phezei­ungen der Querdenker» werden die Vor­aus­sagen aus dem Lager der Wut­bürger aufgelistet und auf ihre Adäquat­heit über­prüft: Ist das bloss Scha­den­freude oder hat es Ein­sicht zur Folge?

Wie stinkt man gegen Querdenker und Verschwörungstheoretiker an? Wir kamen dieses Jahr nicht darum herum, uns mit jenen Leuten zu beschäftigen, die die Pandemie für erfunden oder nebensächlich halten oder einfach nicht bereit sind, einen Beitrag zu deren Bekämpfung oder Abmilderung zu leisten und anzuerkennen, dass eine besondere Lage eine gewisse Anpassungsfähigkeit erfordert.

Das war deswegen anstrengend, weil diese Leute nicht nur einen Hang haben, gewisse Tatsachen zu ignorieren, zu leugnen oder kleinzureden, sondern auch gleichzeitig laut und meinungsstark auftreten. Das scheint mir dem Glauben zu entspringen, der manche dazu bringt zu denken, derjenige habe recht, der alle anderen übertönt. Eine Fehlannahme, die vielleicht damit zusammenhängt, dass sie selbst in der Stille gewisse Zweifel an ihren Überzeugungen hegen und nicht zuletzt sich selbst bei der Stange halten müssen.

So weit, so unerquicklich. Was meine Nerven aber wirklich überstrapaziert hat, ist Folgendes: „Den Querdenkern den Spiegel vorhalten“ weiterlesen

Wie man Aufgaben im Web automatisiert

Ob man nun Informationen aus dem Web abgreifen möchte («scraping») oder automatisiert mit Twitter, Facebook, Linkedin, Youtube oder einer beliebigen anderen Site interagieren will – mit Browserflow erledigt man solche Aufgaben effizient und nervenschonend.

Als Erstes bedanke ich mich bei Markus Ritzmann: Er hat mich mit diesem Tweet hier auf die Idee gebracht, Browserflow vorzustellen.

Browserflow ist eine Browser-Erweiterung, die es zu meinem Leidwesen bislang nur für Google Chrome gibt, die aber so spannende Dinge tut, dass ich gewillt bin, meinem Lieblingsbrowser Firefox zumindest für spezifische Zwecke den Rücken zu kehren.

Die Erweiterung ist dazu da, Interaktionen mit Websites zu automatisieren. Was das konkret bedeutet, sieht man in der Gallery: Dort gibt es für einige grosse Sites vorgefertigte Abläufe: „Wie man Aufgaben im Web automatisiert“ weiterlesen

Seelsorge auf Pfahlbauer-Niveau

Motivations-Apps wappnen uns für die Wid­rig­kei­ten des Lebens, indem sie uns mit der rich­ti­gen men­talen Grund­hal­tung aus­stat­ten. Oder sind sie doch nur Geld­ma­cherei? Ich habe über­prüft, welche Wir­kung die An­feue­rungs­sprü­che bei mir er­zie­len.

Eigentlich hätte das hier ein brutaler Verriss mit einem hämischen Unterton werden sollen. Stossrichtung: Was muss man für ein Verlierer sein, wenn man es nötig hat, sich seelisch und moralisch von einer App aufpäppeln zu lassen.

Aber wisst ihr was? Das wäre schlechter Stil gewesen. Es würde zwar sehr gut zu der Art und Weise passen, wie wir im Moment in den sozialen Medien miteinander umgehen: Wir machen lächerlich, was uns nicht entspricht. Wir putzen Leute mit anderen Ansichten herunter. Wir verabsolutieren unsere eigenen Wertvorstellungen und tun so, als sei alles Scheisse, was ihnen nicht entspricht.

Davon habe ich derzeit ziemlich die Nase voll. Sosehr ich Spott mag und Hohn als legitimes Stilmittel betrachte, ist mir eines klar geworden: „Seelsorge auf Pfahlbauer-Niveau“ weiterlesen

Wie es im Smarthome riecht, muss kein Geheimnis bleiben

Eve Room ist ein Sensor fürs Smart­home, der Tempe­ra­tur, Luft­feuch­tig­keit und flüchti­ge Stoffe misst. Das hilft Leuten, die nicht von alleine wissen, wann sie lüften sollten – und es be­frie­digt neu­gie­rige Gemüter wie mich.

Es ist mir tatsächlich gelungen, meinen guten Vorsatz für Black Friday umzusetzen und mir ein Gadget anzulachen. Es heisst Eve Room und ist ein Sensor fürs Smarthome, der die Luft analysiert und die Temperatur misst. Mit Rabatt war er bei DQ für um die 90 Franken zu haben. Bei Amazon kostet er zum regulären Preis stolze 150 Euro.

Dieses Gadget erfüllt weniger einen dringlichen Zweck. Es befriedigt vielmehr meine private Datensammel-Leidenschaft. Natürlich stellt sich die Frage, woher die rührt. Vielleicht ist es eine durch die Internetgiganten verursachte Trotzreaktion; nach dem Motto: «Was Facebook und Google können, kann ich auch» – wobei man natürlich sofort einwenden müsste, dass ich nur eigene Daten für mich sammle und nicht diejenigen fremder Leute. Doch es könnte auch Apple dahinterstecken: Seit ich gesehen habe, welche Informationsberge die Health-App anhäuft, bin ich auf den Geschmack gekommen.

Und ich wollte das im Beitrag Das smarte Home macht Fortschritte – aber nicht schnell genug beschriebene Manko beseitigen: „Wie es im Smarthome riecht, muss kein Geheimnis bleiben“ weiterlesen

Apple diktiert die Agenda

Apple in der Jahres­muste­rung: Der iPhone-Konzern hat die Kunst per­fek­tioniert, das Interes­se der Welt­öffent­lich­keit auf sich zu ziehen. Trotzdem gab es keine revo­lutionä­ren An­kündi­gungen, aber kleine Fort­schritte und einige Ent­täu­schungen.

Eins muss man Apple lassen: Der Konzern hat die Kunst perfektioniert, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen und konstant im Gespräch zu bleiben. Streng getaktete, perfekt gestaffelte Events, Ankündigungen, Produktneuigkeiten und Gerüchte sorgten 2021 dafür, dass das Interesse kaum je erlahmte.

Einigen Leserinnen und Lesern ist es zu viel geworden. Ich erinnere mich noch an eine Diskussion, die sich an einem Beitrag zu iOS 15 entzündet hatte. Ich hatte daraufhin versucht, mit dem Beitrag In den App-Stores kommt die freie Software unter die Räder die Debatte in eine andere, meines Erachtens produktivere Richtung zu lenken – aber, wie ich feststellen musste, ohne den geringsten Erfolg. Die Apple-Verweigerer kein anderes Thema, sie wollten bloss weniger Apple.

Das kann ich nachvollziehen: „Apple diktiert die Agenda“ weiterlesen

Der Dick Pic-King und seine riesige Phallus-Rakete

Bei Amazons Jahres­muste­rung kommt man um den Kon­zern­chef nicht herum – und nicht um die Frage, was Jeff Bezos mit dieser Penis-förmigen Rakete be­zwecken wollte, mit der er die Atmos­phäre pene­trierte.

Beitragsbild: His name is Bezos, Jeff Bezos (Jeff Bezos von Daniel Oberhaus/Fickr.com, CC BY 2.0).

Meine diesjährige Jahresmusterung lässt gewisse Mängel beim dramaturgischen Aufbau erkennen. Bei der vierten und zweitletzten Folge geht es um ein Unternehmen, zu dem ich fast gar nichts zu sagen habe. Der Klimax meiner Miniserie ist eher eine Art vorzeitiger Samenerguss.

Wobei wir beim Thema wären: Amazon und Jeff Bezos. Ich meine, der Mann tut alles, um meine Vorurteile zu erfüllen. Vor einem Jahr habe ich mich im Beitrag Der unheimliche Krisengewinnler gefragt, ob dieser milliardenschwere Online-Unternehmer nicht nur äusserlich wie der Bösewicht aus einem Bond-Film aussieht, sondern auch biografisch in diese Rolle passen würde. Und was macht Bezos? Er fliegt dieses Jahr mit einer Rakete ins Weltall, als ob er es darauf angelegt hätte, die hanebüchene Handlung aus Moonraker wahr werden zu lassen. Und wie um Bond in den Schatten zu stellen, hat Bezos eine Rakete benutzt, die wie ein gigantischer Penis aussieht: „Der Dick Pic-King und seine riesige Phallus-Rakete“ weiterlesen

Microsoft fällt in alte Muster zurück

Bei der Jahres­musterung kommt der Windows-Konzern nicht gut weg: Windows 11 ist ein Flop mit Ansage. Und als ob das nicht negativ genug wäre, nutzt Microsoft seine Macht­posi­tion bei den Desktop-Systemen wie früher scham­los aus.

Microsoft muss sich in der Jahresmusterung 2021 an zwei Dingen messen lassen¹: Erstens natürlich an der Verheissung, die der Chef am 24. Juni abgegeben hatte. Satya Nadella hatte damals versprochen, «grösste Update des Jahrzehnts würde bevorstehen». Das hatte damals zu Spekulationen Anlass gegeben, Windows 10 würde durch einen Nachfolger abgelöst, der mutmasslich Windows 11 heisst.

Wie wir wissen, ist es genauso gekommen: Windows 11 ist auf dem Markt erschienen und hat diese Erwartungen nicht einmal ansatzweise erfüllt. Ich habe nach der Ankündigung kritisiert, dass man nicht von einem grossen Update sprechen kann, wenn in einem Update vorwiegend Dinge abgeschafft werden. Denn eben: „Microsoft fällt in alte Muster zurück“ weiterlesen

Mit brutaler Ignoranz zum finanziellen Erfolg

Facebook war 2021 enorm profitabel. Trotzdem ist das soziale Netzwerk in der Jahresmusterung 2021 der grosse Verlierer, der gleich dreimal komplett versagt hat.

Wer der Versager des Jahres ist, liegt auf der Hand; da müssen wir nicht um den heissen Brei herumreden: Es ist Facebook, das soziale Netzwerk.

«Nur so zur Erinnerung.»

Muss ich diesen Entscheid begründen, oder liegt er auf der Hand? Facebook hat 2021 auf der ganzen Linie versagt, wie ich gerne anhand einiger Texte aufzeige, die ich dieses Jahr über das soziale Netzwerk verfasst habe. Weil es einige sind, gliedere ich sie in drei Bereiche:

Facebook hat während der Pandemie versagt; indem es zur Radikalisierung beigetragen und den extremen Ansichten beispielsweise bei den Impfverweigerern Vorschub geleistet hat («Wir sehen uns vor dem Kriegsgericht», Die destruktive Kraft der sozialen Medien und Zensur zum Schutz der Meinungsfreiheit – und anderer Facebook-Unsinn).

Klar, wie der Einwand an dieser Stelle lautet: „Mit brutaler Ignoranz zum finanziellen Erfolg“ weiterlesen

Google ist auf dem Weg zum evil empire

Da ist sie wieder, die Jahres­mus­terung: In meinem Rück­blick auf die Leis­tungen der Tech­kon­zerne 2021 kommt als Erstes die grosse Such­maschi­ne an die Reihe. Google bzw. Alphabet ist auf den ersten Blick lang­wei­lig, auf den zweiten be­un­ruhi­gend.

Ich weiss, ihr habt alle sehnlichst auf sie gewartet: auf meine schöne Rückblickserie namens Jahresmusterung. Ihr erinnert euch natürlich: Letztes Jahr habe ich damit angefangen, die Leistungen der grossen Tech-Konzerne zu beurteilen. Und das soll nun auch heuer wieder geschehen.

Damit die Spannung gewährleistet ist, fange ich mit dem Kandidaten an, der auf den ersten Blick der langweiligste war und auf den zweiten Blick beängstigende Tendenzen zeigt. Das ist – und ich könnte hier noch einige Pirouetten schlagen, um die Spannung zu erhöhen, was die traurige Wahrheit aber leider auch nicht besser macht – Google.

Ja, Google: Das ist jener Konzern, der in früheren Jahren ein Feuerwerk an Ideen versprüht hat. Alle zwei Wochen kam irgendein neues Produkt um die Ecke. Vieles davon ist genauso schnell verschwunden, wie es gekommen ist – oder noch schneller: „Google ist auf dem Weg zum evil empire weiterlesen