Die hohe Kunst, die guten Web-Apps aufzuspüren

Unter zapier.com/apps findet sich eine Übersicht von Web-Anwen­dungen aus einem guten Dutzend Kate­gorien, die bei der Suche und Evaluation von Online­diensten helfen. Ich habe die Voll­ständig­keit und die Nütz­lich­keit in Augen­schein ge­nom­men.

Schon vor neun Jahren habe ich mich gefragt, wie man im Web die guten Dienste findet. Denn wer keine Abneigung gegen die Cloud verspürt, kann viele Aufgaben statt mit einer lokalen Software oder einer App genauso gut mit einer Webanwendung lösen. Der hauptsächliche Vorteil liegt auf der Hand: Man muss nichts installieren und später aktualisieren, sondern nur ein Benutzerkonto einrichten und loslegen.

Es gibt auch handfeste Nachteile. Nebst der Abhängigkeit eines fremden Anbieters ist das grösste Problem die Auffindbarkeit: Es ist schwierig, sich einen Überblick des Angebots zu verschaffen – in Denglisch spricht man von einer schlechten Discoverability. Denn es gibt keinen zentralen Store und kein massgebliches Verzeichnis, das die Suche vereinfachen würde.

Das ist für klassische Software anders: „Die hohe Kunst, die guten Web-Apps aufzuspüren“ weiterlesen

Ein wachsames Holzauge im Web

Wer als Erster Bescheid wissen will, wenn der Traumjob inseriert, eine bestimmte Wohnung neu vermietet oder ein besonderes Objekt in einer Online-Auktion angeboten wird, braucht ein Webmonitoring-Werkzeug wie Distill.io.

Ein Kollege hat mich neulich gefragt, wie man denn beliebige Websites auf Änderungen hin überprüfen könne – und ob distill.io diese Aufgabe denn erfüllen würde.

Da ich diese Software selbst noch nie benutzt hatte, konnte ich die Frage nicht beantworten – aber mir immerhin vornehmen, mir selbst ein Bild zu machen. Und das genau das soll hier und jetzt geschehen.

Denn Gründe, Websites zu überwachen, gibt es genügend: „Ein wachsames Holzauge im Web“ weiterlesen

Mein Facebook-Freund Jürg und sein Hitler-Vergleich

Auf Facebook jagt ein grauenvoller Post den nächsten. Darüber könnte man ganz leicht abstumpfen. Ich mache aber das Gegenteil: Ich nehme mir Zeit darüber traurig zu sein, dass es so weit kommen konnte.

Beitragsbild: An diesem Tor sollte der Coronafrust auf eine verhältnismässige Grösse zusammenschrumpfen («Jedem das Seine», Lars K Jensen/Flickr.com, CC BY 2.0).

Meinen Facebook-Freund Jürg habt ihr im Beitrag Die tapferen Kämpfer gegen Zensur und Denkverbote kennengelernt. Es ging damals um einen Text vom «Die Ostschweiz»-Autor Stefan Millius, mit dem ich zwar nicht einverstanden war, aber über den man immerhin diskutieren konnte.

Heute hat Jürg wieder einmal einen Auftritt hier im Blog, weil er – ihr ahnt es sicher – wieder einmal etwas auf Facebook gepostet hat.

Sind Hitlervergleiche inzwischen völlig normal?

Im Unterschied zu seinem Beitrag von einem Jahr liefert er aber keine Grundlage mehr für eine produktive Diskussion, sondern postet ein Meme, das mich ratlos und traurig zurücklässt.

Über dieses Meme mag ich mich gar nicht gross auslassen. Es wurde anlässlich der Ernennung des neuen deutschen Bundesministers für Gesundheit in Umlauf gebracht und zeigt Karl Lauterbach mit Hitler-Schnauz und einer in Fraktur gesetzten Aufforderung zum Impfen.

Denken wir uns zwei oder meinetwegen fünf Jahre zurück. Hätte mein Facebook-Freund Jürg 2016 auf derart nonchalante Weise eine solche Abscheulichkeit in seine Timeline gestellt? „Mein Facebook-Freund Jürg und sein Hitler-Vergleich“ weiterlesen

Tschugger, Berset, Zuckerberg

Die letzte retrospektive Linksammlung für dieses Jahr ist fällig: Darin geht es um schräge Gadgets und noch schrägere Apps, neue Smartphones, Tiktok und um Windows 11.

Kurz bevor das Jahr zu Ende geht, nehme ich die Gelegenheit wahr, meine Liste mit den gesammelten Artikeln auf den neuesten Stand zu bringen. Sie fängt an mit den Beiträgen für die Tamedia aus dem Dezember:

„Tschugger, Berset, Zuckerberg“ weiterlesen

Wie Spotify die Apple Watch rockt

Musik, Podcasts und Hörbücher via Smartwatch zu hören, ist in vielen Lebenslagen praktisch, besonders beim Sport. Ich gebe Tipps, wie das mit Spotify am besten funktioniert und welche erfreulichen Nebenwirkungen es hat.

Was taugt die Apple Watch für die Offline-Nutzung? Dieser Frage bin ich neulich nachgegangen und habe die Möglichkeiten ausgelotet, unterwegs, speziell beim Sport, Musik, Hörbücher oder Podcasts ab Uhr anzuhören.

Das erspart es einem, das Telefon mitnehmen zu müssen. Es gibt dafür zwar gute Möglichkeiten wie diesen Gürtel hier. Doch es wäre in der Tat noch einfach, wenn man das Telefon zu Hause lassen könnte. Das reduziert die Gefahr auf null, es zu zerstören, sollte man beim Joggen über eine Wurzel stolpern und darauf zu liegen kommen.

Die Quintessenz im Beitrag damals war: Es geht, aber es ist umständlich und noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich hatte darum weiterhin mein iPhone mit dabei.

Doch nun ist das anders. Ich habe das Telefon bei meinen letzten Joggingrunden zu Hause gelassen. Den Unterschied macht Spotify: „Wie Spotify die Apple Watch rockt“ weiterlesen

Eine gute Fernsehbox – nicht mehr und nicht weniger

Das neue AppleTV-Modell im Test: Für wen sich der Umstieg lohnt – und für wen nicht. Plus eine Analyse, warum aus Apples Plänen, die Box zu einer Spielkonsole zu machen, nichts geworden ist.

In unserem Haushalt hat der neue AppleTV der sechsten Generation Einzug gehalten (als Testgerät von Apple). Und zwar nicht aus reiner Freude am Konsum, denn bis auf eine Ausnahme hat der Vorgänger seine Aufgabe auch nach Jahren ordentlich erfüllt – bis auf eine einzige, aber entscheidende Ausnahme.

Beim Vorgänger handelt es sich um einen AppleTV HD von 2015. Das ist die vierte Generation, bei dem zum ersten Mal die fabulöse Siri-Remote zum Einsatz kam: Jene Fernbedienung mit Touchfeld, die man auch als Spielcontroller verwenden konnte.

Leider hat sich diese Doppelfunktion nicht bewährt: „Eine gute Fernsehbox – nicht mehr und nicht weniger“ weiterlesen

Hey, wir sind keine Newsroboter

Ich komme nicht umhin, völlig freiwillig und ohne jegliche Anordnung von oben ein Produkt meines Arbeitgebers zu empfehlen. Nämlich den Apropos-Podcast der Tamedia.

Ich habe mit mir gehadert, ob ich den heutigen Blogpost schreiben soll. Denn es soll darin um einen Podcast gehen, der von meinem Arbeitgeber stammt und in dem ich auch schon einen Auftritt hatte (Warum Facebook uns gerade jetzt eine neue virtuelle Welt verspricht). Die Gefahr ist unvermeidlich, dass meine Empfehlung als parteiisch erscheint. Dieser Gefahr setze ich mich nicht gerne aus, denn dieses Blog hier soll weiterhin als unabhängig wahrgenommen werden – weil es das schliesslich auch ist.

Vielleicht bin ich auch übervorsichtig. Man ist nicht automatisch ein PR-Instrument, wenn man nicht wenigstens ein paar der Produkte seines Arbeitgebers gut finden würde. Nein, wenn man an ihnen überhaupt keinen Gefallen findet, sollte man schnellstens den Job wechseln. Der Ausschlag gegeben hat für mich, dass ich den Podcast nicht nur theoretisch eine vielversprechende Idee finde, sondern ihn seit einiger Zeit regelmässig höre, und zwar nicht aus Pflichtbewusstsein, sondern, weil ich ihn spannend und aufschlussreich finde.

Also, nach dieser wohlabgewogenen Erklärung sei gesagt, wenden wir uns dem Thema zu: „Hey, wir sind keine Newsroboter“ weiterlesen

Transkribieren, wie eus d Schnurre gwachse isch

Töggl.ch verschriftlicht Audio- und Videoaufnahmen in Schweizer Mundart. Wenn das funktioniert, wäre das ein Segen für alle, die Interviews und Protokolle führen. Ob es funktioniert, zeigt mein Test.

Ich werde häufig um Tipps zu digitalen Themen angegangen. Neulich ist das wieder einmal passiert. Ein Herr hat mir folgendes Anliegen unterbreitet:

Ich werde absehbar beruflich einige Interviews mit unterschiedlichen Personen führen müssen und suche daher eine Transkriptionssoftware, die mir bei der weiteren textlichen Bearbeitung behilflich sein kann. Ich arbeite auf einem iMac, nehme Interviews in der Regel mit meinem iPhone auf. Idealerweise sollte das Programm auch (verständliche) Schweizer Dialekte ins Hochdeutsche übersetzen können.

Zu diesem Zweck sollte ich die passende Software empfehlen. Ich habe auf die diversen Möglichkeiten zur maschinellen Transkription hingewiesen, die im Lauf der Zeit hier im Blog zum Zug gekommen sind¹, aber auch meinem Zweifel Ausdruck verliehen, dass ich die zweite Vorgabe derzeit für unerfüllbar halte: „Transkribieren, wie eus d Schnurre gwachse isch“ weiterlesen

On air, noch bevor man sich aus dem Bett erhoben hat

Audio Hijack von Rogue Amoeba ist ein Hilfsprogramm, das einem ein kleines Tonstudio ersetzt und nicht nur dabei hilft, beliebige Audioquellen aufzuzeichnen, sondern auch ermöglicht, ein Webradio zu betreiben oder Podcasts aufzunehmen.

Bei einem Kopfhörertest neulich (Der Kopfhörer, mit dem man wahrscheinlich nicht erschossen wird) habe ich nebenbei die Software Audio Hijack erwähnt und eine ausführliche Besprechung versprochen. Und voilà, heute ist es so weit.

Und ja, wahrscheinlich trage ich Eulen nach Athen, weil jeder, der dieses Audio-Hilfsprogramm sinnvoll einsetzen kann, es vermutlich schon längst kennt, nutzt und liebt. Es existiert nämlich schon seit ewig – wie Wikipedia erklärt, hat es seinen Anfang als Plugin für MacAmp für Mac OS 9 genommen. Dieses Programm gibt es seit 1997 und es tat damals genau das, was man vermutet: Es hat, wie sein Geschwisterchen WinAmp, MP3-Musikdateien abgespielt.

Andererseits – und das ist nun ein hervorragender Grund, das Programm trotzdem zu besprechen –, sind in der letzten Zeit viele neue Audio-Anwendungsfälle dazugekommen: „On air, noch bevor man sich aus dem Bett erhoben hat“ weiterlesen

Der freundliche Helfer für Online- und Offline-Backups

Arq führt auf Windows oder Mac Datensicherungen entweder auf Cloud-Ablagen wie Onedrive, Google Drive oder Dropbox oder aber über eigene Laufwerke oder Server durch. Eine einfache Bedienung und praxisorientierte Optionen runden das positive Bild ab.

Die unerlässliche Aufgabe, wichtige Dateien und Dokumente zu sichern, kann man auf unterschiedlichen Wegen erledigen: Mit den Möglichkeiten des Betriebssystems, also mit der Time Machine des Mac bzw. dem Dateiversionsverlauf bei Windows. Man kann eine Software verwenden, die Dateien lokal sichert oder spiegelt, zum Beispiel Synchronizer.

Oder man nutzt die Cloud für die Datensicherung. Vor Urzeiten habe ich backupify.com vorgestellt, einen Dienst, den es heute noch gibt. Eine raffinierte Anwendung ist Odrive (Zwei Tipps für ein verregnetes Wochenende): Sie verteilt Datensicherungen auf mehrere Cloud-Ablagen, sodass man seinen Speicherplatz bei den diversen Anbietern bündelt.

Die Anwendung, um die es heute gehen soll, heisst Arq. Ich wollte sie schon länger mal testen und wurde neulich auf Twitter freundlich dazu aufgefordert, das nun endlich zu tun. Einem Appell, der ich nun gerne nachkomme:

Arq ist für Windows und Mac erhältlich. „Der freundliche Helfer für Online- und Offline-Backups“ weiterlesen