Ein kurzer Tipp zu einem mässig lästigen iPhone-Problem

Manche Links öffnen iOS und iPad OS ungefragt in einer App statt im Browser. Warum das so ist – und was man dagegen tun kann.

Der heutige Tipp hängt mit einem Ding zusammen, das man meines Wissens universelle Links nennt. Apple hat sie mit iOS 9 eingeführt, und sie sind eine im Grunde geniale Angelegenheit. Sie verknüpfen das Web mit der passenden App.

Ein Beispiel: Hier an dieser Stelle gibt es einen Link auf meinen Twitter-Account @MrClicko. Wenn er am iPhone von einem Nutzer angetippt wird, der die Twitter-App installiert hat, wechselt iOS zur Twitter-App und öffnet dort den passenden Inhalt. Wenn die App auf dem Gerät nicht vorhanden ist, erscheint er hingegen in Safari (bzw. ab iOS 14 im Standardbrowser).

Sehr schön lässt sich das auch bei Wikipedia beobachten: Links zu einem Eintrag im Online-Lexikon werden in der Wikipedia-App geöffnet, falls die installiert ist. Falls nicht, erscheint die normale, mobile Website.

Das ist in den meisten Fällen sinnvoll. Doch eben nicht immer. Es kommt vor, dass man einen Inhalt lieber im Browser als in der App konsumieren möchte. Es kann sein, dass man im Browser eine Funktion zur Verfügung hat, die einem in der App fehlt – zum Beispiel, einen Inhalt zu kopieren oder zu speichern.

Und mir passiert es immer mal wieder, dass ich einen Link zu Twitter nicht in der Twitter-App, sondern im Browser öffnen möchte. Zum Beispiel, wenn ich gerade dabei bin, einen Tweet zu schreiben – dann müsste ich nämlich dieses Unterfangen entweder abbrechen oder abschliessen, um den Link zu Gesicht zu bekommen.

Meistens passiert mir das, wenn ich in meinem Tweet jemand erwähnen möchte, aber dessen Twitter-Handle nicht kenne. Dann google ich danach, um es in Erfahrung zu bringen. Wenn ich dann in Google auf den Trefferlink klicke, wechselt iOS zur Twitter-App, wo mir die App anbietet, den angefangenen Tweet zu löschen oder zu speichern, damit ich das angefragte Profil sehen kann. Wie gesagt: Unpraktisch.

Also, simple Frage: Wie verhindert man, dass iOS einen beim Öffnen eines Links in die App schickt – und wie kann man sich den Link stattdessen im Browser ansehen?

Beim längeren Antippen eines Links erscheint in Safari dieses Menü.

Bei Safari tippt man den Link einfach etwas länger an. Es erscheint ein Menü, das nebst dem normalen Öffnen-Befehl auch die Option In neuem Tab öffnen und In Twitter öffnen bereithält.

Der zweite Befehl tut genau das, was man möchte: Man bleibt in Safari und kann den Link zu Twitter dort ansehen.

Das Vorschau-Menü in Firefox, inklusive Optionen zum Öffnen in einem neuen Reiter.

Bei Firefox werden die Twitter-Links seltsamerweise nicht an die Twitter-App weitergereicht – zumindest bei meinem Test heute war das nicht der Fall. Doch bei Links, die zu Wikipedia führen, erscheint auch die App. Wenn man etwas länger auf den Link tippt, erscheint wie bei Safari ein Menü, das unter anderem den Befehl In neuem Tab öffnen anbietet, und der den gewünschten Effekt hat.

Und zu guter Letzt ist zu vermelden, dass sich Google Chrome genauso verhält.

Zwei abschliessende Bemerkungen: Es gibt meines Wissens keine Möglichkeit, die Weiterleitung von Links an die korrespondierende App generell zu unterbinden – es sei denn, man löscht die App.

Bei Links zum App-Store gibt es in Firefox eine Extra-Warnung.

Und bei Links, die in den App Store führen, fragt Firefox erst nach, ob die in der externen App geöffnet werden sollen.

Warum es bei denen eine Extra-Warnung gibt, bleibt mir ein Rätsel. Meine Vermutung ist, dass zu Zeiten des Affiliate-Programms solche Links missbräuchlich verwendet wurden – aber da das Programm längstens gestoppt ist, sollte auch der Missbrauch ein Ende haben – sodass diese Warnung entfernt werden könnte…

Beitragsbild: Hier geht es weiter – und noch während man sich den Pfeil ansieht, bekommt man einen unsanften Stoss in den Rücken (Nick Fewings, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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