Die App für Räuber Hotzenplotz

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Links, beruflich wichtig: Die Masseinheiten aus der Datenwelt.
Rechts, privat unverzichtbar: Die Masseinheit aus «Star Trek». Pardon, der Astronomie.

Braucht es eine App zum Konvertieren von Masseinheiten auf dem Smartphone? Nein, denn 15 Zoll in Zentimeter konvertieren, ist (wie hier zu sehen) am einfachsten mit Google möglich – und die Wahrscheinlichkeit, dass irgend einer von uns eine Umrechnung vornehmen muss, während er gerade offline ist, wird ständig geringer.

Das ist jedenfalls die Ansicht eines Pragmatikers. Ich finde Masseinheiten per se spannend. Keine Ahnung, warum. Es könnte damit zu tun haben, dass Masseinheiten sehr viel über die aussagen, die sie benutzen. Die Briten, die von ihrem Weltreich träumen, wenn sie ihre imperialen Masse benutzen. Der Rückgriff aufs Mittelalter und sein Handelssystem, wenn wir vom Quäntchen sprechen. Masse, die in den Geschichten meiner Kindheit vorkamen: Zum Beispiel das Klafter, aus Otfried Preusslers «Der Räuber Hotzenplotz»:
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Schnitzeljagd durch die Jahrhunderte

Eine der Pflichten dieses Blogs ist es, Bücher über Zeitreisen zu besprechen. Und es ist höchste Zeit, diese Pflicht wieder einmal zu ehren. Was ich mit Paradox Bound (Amazon Affiliate) von Peter Clines hiermit gerne tue: Ihr solltet dieses Buch in der Gegenwart lesen. Oder in die Vergangenheit reisen, es dort lesen, damit es euch in der Gegenwart bereits beeinflusst hat.

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Die «faceless men» sehen komplett anders aus als auf diesem Bild. (Bild: Ed Gregory/stokpic.com, CC0)

Das ist, um es auf den kürzesten Nenner zu bringen, die Frage dieses Buchs: Was, wenn durch Zeitreisen ein Effekt noch vor seiner Ursache auftreten kann? Die Hauptfigur, Eli Teague, kommt dieser Frage auf die Spur, als er aus seinem etwas langweiligen Leben in der Stadt Sanders in Maine gerissen wird, weil er wieder dieser einen Frau begegnet, Harriette Pritchard alias Harry, die mit einem uralten Chevy einer Art Landstreicherdasein nachzugehen scheint. Clines verrät an dieser Stelle bereits eine simple, aber gerne verheimlichte Tatsache über uns Männer: Dass wir uns nämlich von kleinen Dingen zu grossen Taten anstiften lassen. Im Fall von Eli ist es ein heimlicher Blick in den Ausschnitt von Harry, der ihm überhaupt erst klar macht, dass Harry eine Frau ist – und dass er sich mit ihr und wegen ihr sehr gerne in Gefahr bringen würde.

Harry jagt einem (weitestgehend immateriellen) Schatz hinterher – quer durch die USA und durch die Geschichte hindurch, wie sie sagt. Es gibt nämlich viele «Slip-Spots», die es ermöglichen, von einem Jahrzehnt zum anderen zu hüpfen und so Hinweise zu sammeln und dem Schatz auf die Spur zu kommen, der 1963 entwendet wurde. Eli, der sich erst einmal auf die Suche nach Harry macht, stellt bald fest, dass es viele andere Schatzjäger gibt. Und die «faceless men», die den Schatz eigentlich hätten bewachen müssen. Sie sind eine Art «Men in Black», die für ihre Mission jedoch skrupellos morden und eine besondere Abneigung gegen die Schatzjäger haben.
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Microsofts Konfigurationssünden ausbügeln


Der Artikel und das Video bei Tagesanzeiger.ch.

Neulich habe ich festgestellt, dass nach der Installation des Bitbox-Browsers (siehe Das Gegenteil vom Internet Explorer) Virtualbox nicht mehr funktionierte. Das ist zu erwarten, weil der Browser eine angepasste Version der Software installiert. Doch Virtuell ist essenziell, und darum wollte ich schnell die Systemwiederherstellung bemühen, um den vorherigen Zustand zu reaktivieren. Doch daraus wurde nichts: Die Systemwiederherstellung war nicht aktiv – und kein passender Systemwiederherstellungspunkt verfügbar.

Das war erstaunlich, denn ich war sicher, die Systemwiederherstellung nicht abgeschaltet zu haben. „Microsofts Konfigurationssünden ausbügeln“ weiterlesen

Xolts of Spielpleasure

Ja, der Titel ist wirklich ein krasser Fall von Zwangsoriginalität… Aber zum Thema:

Neulich habe ich (wieder einmal) das Handy-Spiel «Threes!» gelobt und konstatiert, dass es keine originellen Ideen gibt, wie man die Spielidee weiterdrehen könnte. Die Spielidee nenne ich exponentielles Zahlenspuzzle, weil man Nummern-Steine mit dem gleichen Wert kombiniert. Das verdoppelt die Zahl auf dem kombinierten Stein und führt dazu, dass man es mit immer höheren Werten zu tun bekommt. Und weil ständig neue Steine aufs Spielfeld kommen, wird ganz zwangsläufig relativ schnell der Platz knapp.

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Links: Der Novize ist schon stolz auf den 128er.
Rechts: Auch das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Markiert übrigens ein Stein, der Verbindungen L-förmig eingeht.

So ist das bei «Threes!» (Android, iPhone/iPad) der Fall, und bei den vielen meist nicht originellen Abkömmlingen. Nun habe ich aber eine Variante entdeckt, die ich für gelungen halte: Sie adaptiert die Exponentialität, ermöglicht aber ein längeres Spielvergnügen, weil es eine klevere Methoden gibt, das Spielfeld wieder freizuräumen. Der Nachteil: Sie ist nicht einfach zu spielen, und wenn man strategisch operieren will, braucht es furchtbar viel Konzentration.

Also, das Spiel heisst «Xolt» und ist für Android, iPhone/iPad und nicht für Windows erhältlich, obwohl es auf der Spiele-Homepage ein Windows-Logo hat. Das Game ist kostenlos, aber die Entfernung der Werbeunterbrechungen kostet 2 Franken.

Die Idee bei «Xolt»: „Xolts of Spielpleasure“ weiterlesen

Wörterbuch auf urbanisch

Dieser Beitrag heute ist weniger ein Tipp – weil ihr die vorgestellte Website natürlich alle selbst schon kennt und liebt –, als vielmehr eine Ehrerbietung. Das Internet ist wegen Websites wie dieser so toll.

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Irgendwo unter dieser Brücke muss der Server dieses Webdienstes stehen. (Bild: Kaique Rocha/pexels.com, CC0)

Es geht um urbandictionary.com. Die Website macht da weiter, wo The Oxford English Dictionary aufhört. Sie erklärt die Gossensprache, die unanständigen Wörter, den Jargon und die Unflätigkeiten. Wieso sollte man diese Dinge wissen wollen, fragen an dieser Stelle unsere Mütter unsere prüden Väter. Die Antwort liegt natürlich auf der Hand: Weil die «anständige» Bildungssprache nur das eine ist. Wenn man Leute wirklich verstehen will, muss man auch den Gebrauch auf der Strasse einigermassen intus haben. Sehr typisch beispielsweise bei unseren Nachbarn: Da kann einer sein Schulfranzösisch noch so gut beherrschen. Wenn er es mit der langue familiale zu tun bekommt, versteht er unter Umständen gar nichts mehr.

Das ist auch bei unseren angelsächsischen Freunden der Fall. „Wörterbuch auf urbanisch“ weiterlesen

Alternativen zu einem unersetzlichen Webdienst

Seinerzeit habe ich im Beitrag Wie findet man im Web die guten Dienste? eine schöne Übersicht von Webdienst-Verzeichnissen zusammengetragen. Von der Liste hat sich bei mir alternativeto.net zu einer viel verwendeten Informationsquelle gemausert: Ich nutze die Site oft, sowohl aus privater Neugierde als auch für die berufliche Recherche.

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Unverzichtbar, um sich im Web nicht auf den Nebenfäden zu verlieren. (Bild: chivozol/pexels.com, CC0)

Alternativeto.net wurde 2009 von zwei kleveren Schweden gestartet und vergleicht eben nicht nur Webdienste, sondern auch Software für Mac, Windows und Linux und Apps für Android und das iPhone. Die Nutzung ist ganz einfach: Man trägt «Photoshop» ein und sieht, dass man auch Gimp benutzen könnte – keine grosse Überraschung. Man kann die Liste nach Lizenz und Plattform filtern und erfährt, dass die besten kostenlosen Alternativen zu Photoshop im Web pixlr.com (hier vorgestellt) und polarr.co sind (den Dienst gibt es auch in App-Form).

Die Gewichtung der Einträge stammt von den Nutzern, die bei Alternativeto.net Einträge mit einem Like versehen können. Da das anscheinend ausreichend viele Leute tun, sind die Ranglisten aussagekräftig. Es heisst nicht, dass man ihnen blind vertrauen sollte. „Alternativen zu einem unersetzlichen Webdienst“ weiterlesen

Arr!

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Pixabay schlägt zum Stichwort «Pirat» das Bild eines Obdachlosen vor. Genau mein Humor! (Bild: Leroy Skalstad/pixabay.com, CC0)

Es gibt in diesem Blog die Rubrik Quickiepost, die ich vernünftigerweise nie jemals verwenden sollte, weil ich nie kurz und quick schreibe. Heute versuche ich eine Ausnahme. Nämlich:

Schaltet doch mal euer Facebook auf Piratisch um. Das ist völlig nutzlos, aber amüsant. Besonders dann, wenn ihr ab und zu Screenshots macht, wie das Giulia vom Goldenen Aluhut oft tut.
„Arr!“ weiterlesen

Das Wurstfingerproblem


Artikel und Text bei Tagesanzeiger.ch

Wenn man sich meine Finger so ansieht, dann würde man sie nicht als Wurstfinger bezeichnen. Wenn sie auf einem Smartphone-Display etwas tippen sollten, fühlen sie sich allerdings so an. Das hat aber wohl weniger mit der Anatomie zu tun als mit ihrer Trainingshistorie. Sie sind sich gewöhnt, auf echten Tasten zu tippen. Und zwar druckvoll, weil sie das Zehnfingersystem noch auf mechanischen Schreibmaschinen geübt haben. (Ja, während ich das schreibe, fühle ich mich alt. Nicht ganz so alt wie meine Grossmutter, die jede Tastatur innert zwei Wochen zugrunde richten würde, weil sie bei ihrer mechanischen Maschine für jeden Anschlag dreissig Zentimeter Anlauf holen muss.)

Was das mobile Schreiben angeht, hat unsereins auch diverse Paradigmenwechsel durchgemacht. Mit T9 war ich nie rasend schnell, aber auch nicht komplett unbeholfen. „Das Wurstfingerproblem“ weiterlesen

Alte typografisch verwirrte Griechen, die durchs All hüpfen

Astrå (für iPhone/iPad und Android) ist ein charmantes kleines Spiel, das in der letzten Zeit durch die Blogs gereicht wurde, die notorischerweise solche Spiele besprechen. Bei droidgamers.com erfährt man, das Spiel sei spielenswert, und man lernt auch gleich noch das Genre: Orbital runner. Ich würde es in Deutsch «Planetenhüpfer» nennen. Es gibt auch andere Planetenhüpfer von Rang und Namen, zum Beispiel «Orbit Run» (Android) oder «Orbit Jumper» (iPhone/iPad, Android und sogar Windows).

Bei Planetenhüpfern geht es darum, sich mit mutigen Sprüngen aus der Schwerkraft der Himmelskörper zu befreien und sich durchs All zu bewegen, von Planetoid zu Planetoid. So wird das zumindest bei «Astrå» gehandhabt. Das Gameplay ist nun nicht spektakulär, aber das ist bei einem Casual Game auch nicht zwingend. Man tappt aufs Display und das Männchen hüpft. Man tappt noch einmal und es bewegt sich ausserhalb des Planet-Orbits auf seiner Bahn weiter ins All. Wenn da ein Planet auftaucht, landet es auf dem. Wenn nicht, fällt es auf den Ursprungsplanet zurück. Das beugt die Naturgesetze etwas, doch es macht das Spiel auch einfacher – sonst würde man seine Spielfigur doch relativ häufig in den Tiefen des Alls verlieren.
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Warum nicht mal mit Zombies joggen?

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Da muss Papa durch.

Ich habe neulich behauptet, the golden age of endless runner sei vorbei … da bin ich (hier) dem Spiel Into the Dead 2 begegnet, das seit gut einem Monat fürs iPhone und für Android erhältlich ist. Nun, man könnte kritisieren, dass ein Sequel nicht unbedingt ein guter Beweis für die Lebendigkeit eines Genres darstellt. Aber selbst dann ist klar: So tot bzw. untot wie der gemeine Zombie im Spiel ist das Genre nicht.

Apropos tot, untot und dazwischen: Es geht darum, Zombies noch lebloser zu machen, als sie es eh schon sind. „Warum nicht mal mit Zombies joggen?“ weiterlesen