Effektvoll farbklecksen

Seinerzeit habe ich die App Color Splash vorgestellt, im Beitrag Farbe als Blickfang einsetzen. Die Idee ist nett: Man verwandelt das Bild in Schwarzweiss, lediglich ein Element bleibt farbig. Das springt ins Auge, und es lässt keinen Zweifel, wohin man den Blick des Betrachters lenken möchte. Dieser Effekt heisst in Englisch color splash oder auch color pop oder color burst. In Deutsch habe ich schon den Begriff des selektiven Schwarzweiss gelesen.

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Ein schönes Beispiel für einen Color Splash, allerdings wohl eher nicht per App erzeugt. (Bild: Nevada del 2010, cesc casals/Flickr.com, CC0)

Die Color Splash-App hat nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. In der Benutzung ist sie jedoch umständlich. Man muss nämlich den Teil, der farbig bleiben soll, von Hand maskieren. Darum heute eine schöne Alternative: Depello (3 Franken, nur iPhone/iPad) macht das gleiche, aber ohne dass man allzu aufwändig maskieren müsste: Man öffnet sein Bild, wählt durch Antippen die Farbe aus, die stehen bleiben soll. Nun hat man einen Schieberegler zur Verfügung, über den man die Toleranz einstellt. Je kleiner, desto strenger wird die Auswahl genau auf die angegebene Farbe beschränkt. Je grösser die Toleranz, desto mehr bleiben auch ähnliche Farben bunt.

Das ist einfach, hat allerdings nur dann die gewünschte Wirkung, wenn sich im Bild das ausgewählte Element farblich klar vom Rest abhebt. Falls es Farben aufweist, die auch in anderen Bildpartien vorkommen, braucht es dennoch eine Maske. Für die tippt man aufs Fingersymbol. Der Vorteil ist immerhin, dass man die Maske nicht sonderlich genau zu zeichnen braucht. Man malt grob über die Bildbereiche, die unerwünschterweise eingefärbt werden, und fertig. Für den Maskierungsmodus muss man über einen In-App-Kauf Depello Premium anschaffen, was nochmals einen Franken kostet. Ob die Abspaltung dieser Premium-Funktion wirklich sinnvoll ist oder ob der Entwickler die App nicht gscheiter einfach für 4 Franken verkaufen würde, darüber kann man geteilter Meinung sein. (Ich plädiere für 4 Franken ohne In-App-Kauf, weil ehrlicher und transparenter.)

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Links: Die von Hand erstellte Maske, damit nur die rote Mühle rot bleibt – grosszügig rundherummalen reicht.
Rechts: Das Resultat. Unten wird die Toleranz eingestellt, oben rechts sind die Knöpfe für Maske und Farbstich.

Nun kann man, wenn man möchte, den gesplashten Bereich in der Farbe noch verändern. Dann ist man fertig und speichert sein Bild. Oder man teilt es bei Facebook, Twitter oder (naheliegenderweise) bei Instagram.

Fazit: Das ist keine Bildbearbeitungs-Revolution, was diese App hier anbietet. Aber sie gibt den Instagram-Postings noch einmal einen Extra-Kick – und auch die Kombination mit den üblichen Standard-Effektfiltern kann durchaus reizvoll sein. Überstrapazieren sollte man den Color Splash nicht.

Autor: Matthias

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