Brave Jungs und eine schamlose Frau

Vor einiger Zeit habe ich mir mit viel Vergnügen Paul Verhoevens «Starship Troopers» zu Gemüte geführt. Eigentlich ein schrecklicher Film, der gerade wegen des leicht faschistoiden Untertons beste Unterhaltung abgibt. Denn wegen des satirischen Untertons muss man den nicht so ganz ernst nehmen — ebenso wenig wie die sinnlose Gewalt. Die richtet sich nämlich gegen hässliche ausserirdische Käfer. Jedenfalls habe ich den Film zum Anlass genommen, mir den Urheber der Geschichte näher anzusehen. Robert A. Heinlein gehört mit zu den wichtigsten Autoren des Sciencefiction-Genres, und stand deswegen schon länger auf meiner To-read-Liste.

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Links: «Tunnel in the Sky» – der Protagonist, Rod Walker, ist eigentlich schwarz.
Rechts: «Fiday» – das Buchcover ist Programm.

Ich begann meine Heinlein-Exkursion mit A Tunnel in the Sky (als Hörbuch, bei dem die Dialoge der Hauptfiguren von separaten Sprechern gelesen werden) . Eine Gruppe von Teenagern wird auf eine Überlebensmission auf einen fremden Planeten geschickt. In der Zukunft dieses Buchs werden Planeten kolonisiert, und darum gehört die Fähigkeit, sich sofort auf eine unbekannte Umgebung einzustellen und inmitten der extraterrestrischen Flora und Fauna zu überleben, zum Lehrplan aller Schulen. „Brave Jungs und eine schamlose Frau“ weiterlesen

Ein Podcast-Trick für Youtube?

Seit bald drei Jahren und 16 Folgen betreibe ich den Videopodcast Publisher Insiders für Publisher.ch. Wir haben uns damals dafür entschieden, die Videos bei Youtube zu hosten. Die Gründe dafür sind einleuchtend: Youtube kennt jeder. Youtube ist vergleichsweise simpel zu benutzen und komfortabel auf Websites einzubinden.

Ein grosser Nachteil hat Youtube allerdings. Es ist nicht direkt möglich, die Videos auch als abonnierbaren Podcast anzubieten. Youtube scheint die Zuschauer nur über die Website, die eigenen Apps und den einbettbaren Youtube-Player abholen zu wollen – und das ist schade, denn das Abonnement in einer Podcast-App ist für die Stammhörer und -zuschauer der einfachste Weg, an die neuen Folgen heranzukommen: Man verwandelt das Pull-Medium quasi in ein Push-Medium, weil neue Folgen ohne Zutun des Nutzers automatisch in dessen Client-Programm auftauchen.
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Ein digitales Handbuch über Winterthur

Das winterthur-glossar.ch ist eine Website, die seit Ende 2006 Informationen rund um Winterthur sammelt und inzwischen einen beachtlichen Fundus an Daten und Fakten zu meiner Heimatstadt bereithält. Die Bezeichnung «Glossar» beschreibt das Informationsangebot nicht so ganz treffend, da die Site weniger Wörter erklärt als vielmehr wie ein Nachschlagewerk funktioniert. Ich hätte die Site wohl Handbuch genannt, wobei das im Kontext eines Website-Angebots auch nicht hundertprozentig passt.

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Alte und neue Ansichten zu Winterthur – Bahnhofplatz mit EPA (Bild von 1968 von altepostkarten.ch)

Ob Glossar oder Handbuch – die Site wird über eine Suchfunktion und hierarchisch über Kategorien erschlossen. Auf den ersten Blick sind drei Kategorien ersichtlich: Wohn- und Geschäftshäusern, Strassen, Pärke und Natur und die Kategorie namens Anlagen, in die alles einsortiert wird, was nicht in die ersten beiden Kategorien passt – beispielsweise Bushäuschen, den Durchgangsplatz für Fahrende und den Aussichtsturm Eschenberg.
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Die CapsLock-Kontroverse

Am Montag habe ich im Tagi über die sechs grössten Computerärgernisse geschrieben und dabei die sog. CapsLock-Kontroverse™1 ausgelöst. Ich habe die Taste nämlich als überflüssig bezeichnet. Walter schrieb Folgendes:

Darf ich doch fragen. Wie halten Sie’s denn mit Überschriften oder ganzen Projektbeschrieben im Architektur-Look, den Umlauten auf Grossbuchstaben so ganz ohne den Schreibmaschinen-Feststeller?

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Seit Jahren (im Layout) unangetastet – die Tastatur.2 (Bild: Andres Rodriguez/Flickr.com)

Fred stiess ins gleiche Horn:
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Sali Wält

Das war «Hello World» in Züridütsch. Hello world ist das Codeschnipselchen, das man in einer Programmiersprache als erstes lernt. Es ist ein Minimalprogramm, das den Text «Hello, World» ausgibt und sonst weiter nichts tut.

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Wohl eher «Ciao World», was das Kind angeht. (Bild Corrinne.Yu/Flickr.com)

Dem geübten Auge verrät es allerdings einiges über die Sprache, die Syntax, die Programmstruktur und die generellen Gepflogenheiten. Apples im Juni vorgestellte Programmiersprache Swift verspricht, kurz und bündig zu sein. „Sali Wält“ weiterlesen

Tee aus Eis, mit Kultcharakter

Von der Migros habe ich einen grossen Karton mit Rezensionsexemplaren für meine neue Teerubrik erhalten. Darunter waren auch einige trinkfertige Teezubereitungen. Das meiste Eisteevarianten, die bei der Migros «Ice Tea» heissen und gemäss Eigenlob Kultcharakter haben. Nun kann man sich streiten, ob die Migros nicht etwas leichtfertig mit dieser Ehrenbezeichnung um sich wirft – zumal im Wikipedia-Artikel zum Thema zwar der Citroën DS, nicht aber der Migros Ice Tea erwähnung findet.

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Was Eistee angeht, habe ich in Phasen meines Lebens wirklich zu tief ins Glas geschaut. (Bild: Pat Pilon/Flickr.com)

Aber ich will auch nicht kleinlich sein. Der Migros-Tee hat meine Jugend geprägt, indem ich ihn während meiner Teenagerjahre im Gymnasium exzessiv getrunken habe. Damals gab es ihn noch im Tetrapak, und meine Leidenschaft für das Produkt ist erst erkaltet, nachdem ich nach einem herzhaften Zug direkt aus der Verpackung einmal lange, algenähnliche und leicht schleimige Fäden im Hals hatte. Was genau schief gegangen war, lässt sich nicht mehr sagen, da sich weder der Biolehrer noch die Chemielehrerin für meinen Vorschlag erwärmen konnten, eine Analyse bzw. Zucht durchzuführen und es damals auch keine Handycams gab, mit denen man die Gewächse hätte dokumentieren können. Meiner Gesundheit hat es jedenfalls nicht geschadet. Und der «Ice Tea» wird heute in der Petflasche verkauft – aber mutmasslich vor allem wegen der Bequemlichkeit. Die Migros schreibt jedenfalls zum Thema:
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Fixe Windows-Wiederbelebung (wiederbelebt)

Es gibt Kummerbox-Fragen, über die freue ich mich – weil sie interessant sind, etwas für die Zeitung hergeben oder weil ich sie aus dem Stegreif beantworten kann. Dann gibt es Kummerbox-Fragen, die ich weniger toll finde. Weil ich zur Beantwortung hellseherische Kräfte bräuchte. Zum Beispiel: «Ich synchronisiere mein iPhone mit Outlook und es kommt nur Quatsch heraus.» Wie soll ich, mit der präzisen Beschreibung und per Ferndiagnose eruieren, ob iTunes spinnt, Outlook wieder Sperenzchen macht oder das iPhone mit einem Reset zur Räson gebracht werden muss? Und wenn ich all das empfehle, könnte es die Software eines Drittherstellers sein, die unsinnige Dinge tut und fahrlässig oder aus bösem Willen die Ruhe und Ordnung stört.

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Schade, dass sich ein PC nicht genauso anschieben lässt. (Foto: Craig Sunter/Flickr.com)

Es gibt einige Gebiete, wo die Fehler schwer zu finden sind. Die ganzen Synchronisationsgeschichten sind notorisch schwierig zu lösen. Bei den System-Updates können die Probleme tief sitzen. Und grässlich sind auch die Probleme beim Herunterfahren oder bei den Stromsparfunktionen. Da kann man von aussen eigentlich nur verzweifelt dreinschauen und den Kopf schütteln.

Ein weiteres wirklich widriges Thema sind auch Computer, die nicht mehr starten. Das kommt nicht sehr oft vor, aber ein paar Dutzend Anfragen pro Jahr gibt es zu dem Ärgernis schon. «Windows XP ist ein robustes Betriebssystem. Doch auch das steht manchmal mit dem falschen Bein auf. Oder gar nicht», habe ich im TA-Beitrag «Fixe Windows-Wiederbelebung» am 23.Oktober 2006 geschrieben.
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Wer noch Bilder mailt, ist selber schuld

Lightroom ist nicht nur ein Werkzeug für Fotografen – Adobes Bildverwaltungsprogramm hält auch immer häufiger Einzug in Agenturen. Zu recht, denn die Software kann auch beim Zusammenspiel mit InDesign den Produktionsalltag massiv vereinfachen. Martin Dörsch stellt in Publisher Insiders 16 die Veröffentlichungsdienste von Lightroom vor. Diese führen bei Änderungen an Bildern einen automatischen Export durch, sodass Bilder in einer InDesign-Satzdatei quasi automatisch auf den neuesten Stand gebracht werden.

Das funktioniert nicht nur lokal auf dem gleichen Rechner, sondern auch im Team im gleichen Haus über Netzwerkfestplatten – oder per Dropbox oder einer anderen virtuellen Festplatte auch mit Pantern ausser Haus. Man spart sich so den Aufwand, neue Bildversionen per Mail verschicken zu müssen und kann einiges an Zeit beim Dateimanagement sparen.

Martin Dörsch gibt ganz nebenbei in unserem Podcast auch kleine Tipps und Tricks zu InDesign und Lightroom. „Wer noch Bilder mailt, ist selber schuld“ weiterlesen

Dumme Fragen können ganz schön schlau sein

Heute tue ich etwas, das man eigentlich nicht tut: Ich empfehle euch statt der Lektüre dieses Blogs, den Besuch eines anderen Blogs. Und zwar das What if-Blog von Randall Munroe. Der Mann ist Physiker, hat für die Nasa gearbeitet und ist heute unter anderem auch Zeichner eines Webcomics.

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Was wäre, wenn Kühe grün wären? (Foto: Pete Birkinshaw BinaryApe/Flickr.com)

Im What-If-Blog treffen kindliche Neugierde und Wissenschaft aufeinander. Es geht um Fragen, wie sie Kinder und neugierige Erwachsene stellen könnten. Beispielsweise Frage Nr. 38: Könnte man die 1977 gestartete Voyager 1-Sonde mit heutigen Mitteln zur Erde zurückbringen? Oder Frage Nr. 43: Könnte ein Hochgeschwindigkeitszug einen Looping machen, so wie eine Achterbahn?
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Vermessen wie ein Nerd

(Alternativtitel: Der Messdiener)

Wir haben demnächst das Vergnügen, eine neue Wohnung zu bewohnen – grösser, schöner, besser, und überhaupt. Für dieses Vergnügen muss man bekanntlich einen Preis bezahlen, wobei ich nicht von der Miete spreche. Nein, man muss den Umzug organisieren und bewältigen, man muss putzen, alte Möbel entsorgen, neue kaufen. Man muss dieses und jenes. Und ich hoffe, dass die Macher der Umzugsplaner-App nichts vergessen haben – damit ich nichts vergesse.

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Wir lernen: Der Fotograf ist 35,4 Zentimeter von meiner Tastatur entfernt.

Jedenfalls habe ich mich, zur Steigerung der Vorfreude und zur nerdgerechten Herangehensweise, mit dem Bosch PLR15 eingedeckt. Das ist ein Entfernungsmesser, der mit Laser operiert. Nun fand die Liebste, man könne den gleichen Zweck auch mit dem guten alten Messband erzielen. „Vermessen wie ein Nerd“ weiterlesen