Wie kam die Esoteerik in den Tee?

Ich weiss schon – Tee kommt aus Indien und dort in Indien wimmelt es nur von Gurus und von Leute mit transzendenten Einblicken, die uns Westlern hier völlig fremd sind. Wir alle sollten barfuss laufen lernen. Und wie George Harrison die Sitar spielen, ein halbes Jahrzehnt ins buddhistische Kloster gehen, um uns selbst zu finden, und wie Steve Jobs den eigenen Körpergeruch kultivieren…

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Die Beutel aus der Buddha-Box.

Hm. Der Einstieg in diesen Blogbeitrag ist nun deutlich polemischer ausgefallen als ich eigentlich wollte. Aber irgendwie reibt mich das Thema auf die falsche Weise1. Ich wollte mich darüber auslassen, dass man bei vielen Tees nicht nur ein Geschmackserlebnis kauft, sondern auch ein spirituelles Versprechen. „Wie kam die Esoteerik in den Tee?“ weiterlesen

15 Gründe, warum Supportwebsites nerven

Ich bewege mich berufsbedingt häufig auf den Supportwebsites der grossen Hersteller. Bei diesen Recherchen für die Kummerbox werde ich mindestens einmal pro Woche mit Umfragen konfrontiert. Da tauchen dann immer die gleichen Fragen auf: Wie fanden Sie den Besuch auf unserer Website? Haben Sie gefunden, was Sie suchen? Würden Sie uns Ihren Freunden weiterempfehlen? Was können wir verbessern?

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Der User (Mitte) und die Tech-Giganten. Oder: Katzencontent zieht immer, erst recht, wenn auch Bären dabei sind. juanedc/Flickr.com

Ich pflege immer zu antworten, dass ich die Website ganz schrecklich finde – weil die Supportwebsites in aller Regel auch ganz schrecklich sind, und weil die Hersteller auf gar keinen Fall auf die Idee verfallen sollten, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Ich gebe an, dass ich die Produkte nicht weiterempfehlen würde – weil ich das natürlich auch nicht tue, ganz bestimmt nicht in Form eines Blankoschecks. Es könnte sein, dass ich ein einzelnes Produkt gut genug finde, um es zu empfehlen. Aber danach hat ja niemand gefragt.

Und hier, ein für alle Mal (und dass ich in den Feldern mit den freien Anmerkungen einen Beitrag habe, zu dem ich jeweils einfach hinlinken kann), eine Aufstellung mit den Problemen dieser Supportwebsites: „15 Gründe, warum Supportwebsites nerven“ weiterlesen

Fürs Ohr, fürs Auge und für die Nase

Kopfhörer sind eine interessante Gadget-Sparte. Früher waren sie Gebrauchsgegenstände, die sich durch komplette Abwesenheit von Design ausgezeichnet haben. Gross waren sie, klobig, mit dicken Polstern und breiten Bügeln, einem Pamir nicht unähnlich. Der Pamir ist übrigens der Gehörschutz der Schweizer Armee, der ebenfalls nicht unbedingt nach modischen Kriterien gestaltet wurde. Mein Sennheiser HD415 ist ein Beispiel für ein solches Modell.

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Weg vom Pamir-Look: Der Bose SoundTrue Around-Ear im Kaugummi-Design.

Nun ist irgend ein schlauer (oder unterbeschäftigter) Marketingmensch auf den Gedanken verfallen, dass das nicht so sein müsste. Wieso sollten Kopfhörer nicht stylingmässig aufgemotzt und absatzwirtschaftlich gepimpt werden? Und siehe da, der Idee ward Erfolg beschieden. Jeder Hipster stolziert heute mit Urban Ears durch die Stadt (die so unbequem sind wie sonstwas). „Fürs Ohr, fürs Auge und für die Nase“ weiterlesen

Materialermüdung war es nicht

Materialermüdung? Niemand hat diese Erklärung geglaubt, nachdem am 27. Juni 1980 eine DC-9 der italienischen Fluggesellschaft Itavia bei besten Wetterbedingungen ins Mittelmeer gefallen war. Die Spekulationen wurden angeheizt, als immer mehr Leute an Unfällen und Mordanschlägen starben, nur weil sie in der Unglücksnacht Dienst am Radarschirm geleistet oder eine Aufklärungsmission über dem Unglücksgebiet geflogen waren. Mit den Jahren kamen immer mehr Puzzleteile zum Vorschein, die nun unzweifelhaft das Bild einer Verschwörung ergeben – einer Konspiration, die 81 Menschen das Leben kostete…
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Politikunterricht, Wissenschaft und Games

Nachdem ich in der letzten Zeit viel zu viel und viel zu lange gebloggt habe, an dieser Stelle 3½ Kurztipps:

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Ein bisschen rejoiced habe ich schon… (Bild: Stay Forever)

Der folgende Tipp stammt von meinem Arbeitskollegen Jan Rothenberger, der seines Zeichens ein wandelndes Lexikon der Popkultur abgibt. In diesem Fall gibt es zwar gewisse familiäre Verstrickungen, indem sein Bruder am nun erwähnten Projekt beteiligt ist. „Politikunterricht, Wissenschaft und Games“ weiterlesen

Das Lightrümchen fürs Tablet

Ich bin weit davon entfernt, ein Adobe-Fan zu sein. Dieses Unternehmen hatte für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Erfolg – Photoshop, InDesign sind nicht nur Meister ihrer Klasse. Sie dominieren ihren Bereich geradezu. Bei der Bildbearbeitung kommt kein Profi an Photoshop vorbei. Und beim Layout werden die Alternativen wie Scribus, QuarkXpress oder Viva Designer von InDesign überragt (siehe Ein Leben ohne InDesign?). Wenn ein Unternehmen so mächtig ist, dann verliert es leicht die Bodenhaftung und den Kontakt zu den Usern. Das scheint mir bei Adobe passiert zu sein. Der Zwang zur Cloud ist der beste Beweis dafür.

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Die Sammlungs-Übersicht.

Nun bin ich trotz allem ein Fan von Photoshop Lightroom. Dieses Produkt weckt in mir die Hoffnung, dass Adobe noch nicht ganz verloren ist. „Das Lightrümchen fürs Tablet“ weiterlesen

Dreinschlagen oder nicht dreinschlagen, das ist hier die Frage

In meiner kleinen Reihe zu politisch unkorrekten Spielen (Plague Inc., First Strike) knüpfe ich mir einen Titel vor, der wirklich verdammenswert ist. GTA III nämlich. Da tauchen die eliminierten Menschen nicht bloss als abstrakte Opferzahl auf. Nein, bei diesem Spiel sieht man blutige Körper auf dem Asphalt liegen – und man hört es knirschen, wenn man Passanten mit dem Auto überfährt. Man hat die Möglichkeit, Gewalt gegen Frauen auszuüben und den pakistanischen Taxifahrer zu verprügeln, nachdem man ihn aus dem Auto gezerrt hat. Das gibt womöglich Extra-Geld, denn man kann seinen Opfern ihr Bares abnehmen.

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Leicht schuldbewusster Blick auf die Spuren des Massakers.

Die Grand Theft Auto-Reihe von Rockstar – sie zelebriert Gewalt und Kriminalität. Im neuesten Teil darf man sogar Terroristen waterboarden. Ich habe mir den neu für iOS aufgelegten dritten Teil besorgt (5 Fr. im App Store) besorgt, um herauszufinden, ob mir das Spass macht. „Dreinschlagen oder nicht dreinschlagen, das ist hier die Frage“ weiterlesen

Hallo SBB?!

Noch ein anzügliches Bild von Bill Gates!

Diese Woche ist ein altes Thema wieder hochgekocht. Ich wurde von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen, dass meine Website clickomania.ch im öffentlichen WLAN der SBB geblockt wird. Mit folgender Begründung:

Aus Jugendschutzgründen würde www.clickomania.ch geblockt. Sind Sie der Meinung, die Website fällt [sic!] nicht unter Kinder-/Jugendschutz, melden Sie www.clickomania.ch im unten stehenden Link. Sorry, www.clickomania.ch has been blocked by the sbb…

„Hallo SBB?!“ weiterlesen

Google ist selber schuld

Neulich wurde mir beim Egosurfen mitgeteilt, dass «einige Ergebnisse möglicherweise aufgrund der Bestimmungen des europäischen Datenschutzrechts entfernt» worden seien. Natürlich, es geht hier um das Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen Google zum Recht auf Vergessenwerden. Das verblüffte mich gleich aus mehreren Gründen. Erstens fand ich es bemerkenswert, wie schnell das Urteil umgesetzt wurde und dass es unmittelbare Auswirkungen auf meine Suchresultate zeitigte. Zweitens war ich überrascht, weil ich über google.ch gesucht hatte und mich nun fragte, weswegen das europäische Gesetz auch bei uns Anwendung findet, obwohl wir, allen Unkenrufen der SVP zum Trotz, noch nicht in der EU sind und auch unsere Souveränität noch so weit hochhalten, dass EU-Recht nicht automatisch Schweizer Recht wird.

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Jetzt wird gelöscht1 – bei Google. (Bild: Hometown Beauty/Flickr.com)

Ich habe entsprechend ein bisschen geforscht und im Beitrag «Ein guter Tag für den Datenschutz» des Tagesanzeiger folgende Aussage vom Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Hanspeter Thür gefunden:
„Google ist selber schuld“ weiterlesen

Ergeben zwei halbe Bücher ein ganzes?

Heute zwei Besprechungen von Hörbüchern, die mich nur halb überzeugt haben. Ergeben zwei halbe Bücher ein ganzes? Leider nicht. Aber vielleicht seid ihr ja weniger anspruchsvoll (oder heikel) als ich:

The Android’s Dream von John Scalzi. Der Titel ist natürlich eine Anspielung an «Blade Runner». Das dem Kultfilm zugrunde liegende Buch von Philip K. Dick heisst Do Androids Dream of Electric Sheep? und beschäftigt sich mit Androiden, die auf der Erde ungern gesehene Gäste sind.

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Man glaubt es kaum, aber Schafe taugen als Motiv für ein Sciencefiction-Buch. (Bild: PhotKing ♛/Flickr.com)

Scalzi hat sich in seinem Buch auf die (im Titel bloss implizierten) Schafe kapriziert. Eine spezielle Rasse namens «Android’s Dream breed» spielen bei der Krönungszeremonie der ausserirdischen Rasse der Nidu eine entscheidende Rolle. Nur wer ein solches Schaf beibringt, kann zum Herrscher aufsteigen oder seine Macht erhalten. Diese auf der Erde heimischen Schafe haben nun aber die Eigenschaft, aus unerklärlichen Gründen zu verschwinden – wobei man durchaus ein Komplott vermuten darf. „Ergeben zwei halbe Bücher ein ganzes?“ weiterlesen